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Mittwoch, 1. September 2010

Das dritte Internationale Treffen gegen Kinderarbeit findet dieses Jahr am 3. und 4. November in Bogotá, Kolumbien statt. Im Vordergrung steht das Thema Kinderarbeit in Lateinamerika. Schon in den Monaten September und Oktober sollen einige Onlineaktivitäten realisiert werden ( Zeitplan).
Die konkreten Ziele des Treffens sind zum einen, ein Internationales Netzwerk aus Personen und Organisationen auszubauen und eine Plattform zu entwickeln, auf der sich über Erfahrungen im Kampf gegen Kinderarbeit ausgetauscht und gemeinsam Lösungsansätze gefunden werden können. Außerdem soll anhand eigener Initiativen ein Mitwirken an der Umsetzung der Millenniumsziele der UN stattfinden und geholfen werden die Kinderarbeit in Lateinamerika einzudämmen.
Die Eröffnung findet am ersten September statt.
Link zum Artikel (spanisch)
 Die niederländische Arbeitsbehörde hat Gemeinden verwarnt, die in sogenannten Taschengeldprojekten Kinder unter 13 Jahren teilnehmen ließen. Dies sei Kinderarbeit und nicht erlaubt, so ein Sprecher der Arbeitsbehörde. Bei den Projekten sollen Kinder und Jugendliche aus Brennpunkt-Vierteln den Arbeitsmarkt kennenlernen und die Möglichkeit erhalten, ein wenig Geld zu verdienen, so die Begründung.
Verboten ist es in den Niederlanden allerdings, dass Kinder unter 12 Jahren arbeiten und für Kinder bis 15 Jahre gelten sehr strenge Regeln.
Eine der Gemeinden, die junge Kinder beschäftigte, ist Rotterdam: Die Zeitung Rotterdam-Noord berichtet, dass zehn Kinder aus dem Agniese-Viertel freiwillig am Taschengeldprojekt teilnehmen. Sie sind zwischen zehn und zwölf Jahren alt und sammeln, mit Mülltüten und Greifzangen ausgestattet, jeden Samstag für eineinhalb Stunden in der Nachbarschaft Müll auf- für gerade mal 2,50 €.
Diese als Kinderarbeit definierte Beschäftigung ist den Gemeinden nun seitens der Arbeitsbehörde und der Vereinigung niederländischer Gemeinden untersagt worden nachdem sich einige Erwachsene über die Ordnungsmäßigkeit dieser Projekte erkundigt hatten.
Link zum Artikel (auf niederländisch)
 In der Region Puno, in Peru ist das minimale Arbeitsalter bei 14 Jahren festgesetzt. In Ausnahmefällen dürfen Kinder auch schon ab 12 Jahren arbeiten. Die Bedingung dafür ist, dass ihre Aktivitäten nicht ihr Recht auf schulische Bildung, freie Entwicklung oder ihr gesundes Wachstum verletzten. Die arbeitenden Kinder haben außerdem die gleichen Rechte wie Erwachsene. Dazu gehört unter anderem die gleiche Bezahlung, Pausen und soziale Absicherung.
Um dies vollständig umzusetzen soll in den Schulen der Region Prävention vorgenommen werden. Eine Vielzahl Kinder sind in den Hochburgen der Bergarbeit beschäftigt. Aber auch Märkte, Transportfirmen, Ziegelbrenner und andere möglichen Arbeitsplätze für Minderjährige sollen nach den beschriebenen Vorgaben überprüft werden. Das Amt für Arbeit beaufsichtigt die Bezahlung und die Versicherungen der jungen Arbeiter während der Überprüfung auf Arbeitserlaubnis.
Link zum Artikel (spanisch)
Dienstag, 31. August 2010
 Der geldmarktnahe Rentenfonds "terrAssisi Renten I AMI" wurde im April 2009 auf Initiative der Missionszentrale der Franziskaner aufgelegt. Gemanagt wird der Fonds von Ampega Gerling, die Leitlinien stammen allerdings vom Franziskaner-Orden und orientieren sich an den geistigen Leitlinien des Gründers Franz von Assisi. Der Partner Oekom Research bewertet Unternehmen und Staaten anhand eines umfangreichen Katalogs ethischer, sozialer und ökologischer Kriterien. Danach greifen noch einmal die Ausschlusskriterien der Franziskaner, die sich z.B. gegen Staaten wenden, die Euthanasie erlauben oder Unternehmen ausschließen, die mit verbrauchender Embryonenforschung in Verbindung stehen.
Staaten, die gegen die ILO-Richtlinien gegen Kinderarbeit verstoßen, deren Rüstungsbudget über 3% des Gesamthaushalts verschlingt, die Atomwaffen besitzen, für Geldwäsche bekannt sind, die Todesstrafe praktizieren oder einen mangelnden Klimaschutz betreiben, sind automatisch vom Verkauf von Anleihen für den Fonds ausgeschlossen. Gleiches gilt für Unternehmen, die in den Bereichen Rüstung, Glücksspiel, Pornographie oder Tierversuchen tätig sind oder Kinderarbeit nutzen bzw. Menschen- oder Arbeitsrechte verletzen.
Trotz der ethischen Finanzierung des neuen Fonds müssen sich die Anleger allerdings ohne Hilfe von oben auf die momentan überall übliche niedrige Rendite einstellen.
Link zum Artikel
Montag, 30. August 2010
 In der am 02.08.2010 veröffentlichten Erklärung des Grefrather Bürgermeisters Herr Lommetz, des Rates und der Verwaltung der Gemeinde Grefrath, wird in Bezugnahme eines Antrag des Bündnis 90/Die Grünen festgehalten, dass in der Gemeinde Grefrath keine Verwendung für Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit besteht.
„Rat und Verwaltung der Gemeinde Grefrath bitten alle Grefrather Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen dringend, nur Produkte zu beschaffen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden. Jeder sollte sich dafür einsetzen, dass möglichst keine derartigen Waren in den Handel gelangen, um langfristig soziale Gerechtigkeit herzustellen.“
Die Bürger werden auf die zur Orientierung dienenden offiziellen Gütesiegel einzelner Produkte hingewiesen. Die Gemeinde möchte sowohl für private VerbraucherInnen als auch für Unternehmen eine Vorbildfunktion einnehmen und setzt sich öffentlich für die Bekämpfung von ausbeuterischer Kinderarbeit ein.
 Um sich selbst davon zu überzeugen, dass die Stoffe ihrer neue ökologische Mode-Kollektion für das Label "People Tree" aus fairem Handel stammen, reiste Emma Watson selbst nach Asien. Die Schauspielerin war beeindruckt davon, dass die Frauen in den Slums von Bangladesh durch den fairen Verkauf von Kleidung eine Möglichkeit gefunden hatten, sich und ihren Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft in geringerer Armut zu eröffnen.
Um die in den Slums von Bangladesh herrschenden Lebensbedingungen und die Notwendigkeit von Fair Trade Modebegeisterten und Fans der Schauspielerin näher zu bringen, wurde die Reise mit Hilfe einer Kamera dokumentiert (Video anschauen).
Link zur Pressemitteilung
 Die usbekische Seidenindustrie stützt sich noch immer auf die Arbeit von Kindern-obwohl die autoritäre Regierung Kinderarbeit als offiziell abgeschafft bezeichnet. Kinder wie die 15-jährige Dilorom Nishanova, die bei der Seidenproduktion mithilft seit sie acht Jahre alt war, glauben allerdings, dass es normal und eine Pflicht der Kinder sei, ihren Eltern bei der Arbeit zu helfen.
Usbekische Menschenrechtsgruppen halten dagegen und verwesen darauf, dass die anstrengende und arbeitsintensivste Zeit der Seidenraupenkokons im Mai liegt- gleichzeitig mit den Schulexamen.
Usbekistans Regierung hält das Staatsmonopol auf die Seidenproduktion und beruft sich auf die geschichtliche Tradition des Landes an der Seidenstraße. Bauern müssen bestimmte Quoten erfüllen, die so hoch sind, dass ihre Kinder bei der Arbeit mithelfen müssen, ansonsten drohen Strafgebühren oder der Verlust des Landes.
Die jährlichen Einnahmen aus dem Seidenverkauf erscheinen im Vergleich mit der einen Billion US-$ aus dem Baumwollanbau lächerlich, allerdings liegt die Produktion proportional zur Bevölkerugszahl weltweit am höchsten.
Während der Saison, in denen die Seidenraupen ihre Konkons spinnen, arbeiten die Familien ca. 25 Tage lang von 4 Uhr morgens bis Mitternacht, die Kinder verpassen so die Schule.
Die Behörden beharren aber auf ihrem Standpunkt:"Nur Erwachsene, keine Kinder sind in diese Arbeit involviert.", so Kakhhor Yavkashtiyev, Leiter des Seidendepartments des usbekischen Landwirtschaftsministeriums.
Link zum Artikel (englisch)
Freitag, 27. August 2010
 Hessen könnte eine Vorbildrolle im Kampf gegen Grabsteine aus Kinderarbeit einnehmen. Die Fraktion der Grünen im Hessischen Landtag stellt in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Familie und Gesundheit den entscheidenden Antrag. Wenn dieser gebilligt wird, werden hessische Kommunen die Möglichkeit erhalten in ihren Friedhofssatzungen ein entsprechendes Verbot festzuschreiben.
Kordula Schulz-Asche, stellvertretende Fraktions-Vorsitzende, erklärt, dass die Grünen sich hierbei auf das "Übereinkommen über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Form der Kinderarbeit" beziehen, welches auch Deutschland unterzeichnet hat. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müsse man Grabsteine boykottieren, die von Kindern unter schlimmsten Bedingungen in Schwerstarbeit und ohne jeglichen Schutz gegen den Staub und den Lärm gefertigt würden.
Link zur Pressemitteilung
Mittwoch, 25. August 2010
 Die Produzenten von Saris aus der indischen Stadt Surat protestieren heftig gegen ihre Stigmatisierung durch die Berichte des US-Arbeitsministeriums. Dort heißt es, die Sari-Industrie würde auch von Kinderarbeit Gebrauch machen. Surat ist seit 150 Jahren das älteste und traditionsreichste Zentrum für die Herstellung von Saris. Ramanlal Jariwala, Präsident der Surat Sari Manufakturen-Vereinigung, möchte klarstellen, dass die Herstellung von Saris ein sehr spezialisiertes und kompliziertes Handwerk sei, das sehr viel Erfahrung benötige und deshalb nicht auf die Arbeitskraft von Kindern zurückgreife.
Aufmerksam gemacht wird auch auf den Fakt, dass in den vergangenen Jahren nicht ein einziges Mal ein Kind von Kontrolleuren des Arbeitsministeriums in den Sari-Manufakturen angetroffen wurde. Jariwala sieht das Missverständnis in der Tatsache, dass Kinder, die aber zur Schule gingen, innerhalb ihrer Familie oft bei der Arbeit mithelfen, was aber keinesfalls als Kinderarbeit zu werten sei.
Die Sari-Industrie ist gewillt zu zertifizieren, dass die traditionellen Kleidungsstücke ohne Kinderarbeit hergestellt werden und kritisiert das US-Ministerium für das schlechte Bild, welches nun auf sie geworfen wurde.
Link zum Artikel (englisch)
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