Dauerhafte Einträge
Wenn Sie die aktuellen Beiträge in diesem Weblog nicht mehr verpassen möchten, dann können Sie sich diese ab sofort automatisch und kostenlos per E-Mail zuschicken lassen. Hier können Sie Ihr Abo ändern, abmelden, oder beim Anmelden ein Passwort und weitere Optionen festlegen!
Montag, 8. Februar 2010
 Die ägyptische Sozialarbeiterin Sebah Chalil Eid wurde vier Tage lang von der Polizei festgehalten, nachdem sie in einer Fernsehsendung darauf hingewiesen hatte, dass minderjährige Mädchen aus der Umgebung um Kairo für eine begrenzte Zeit an Urlauber "verheiratet" würden. Ägyptische Menschenrechtsorganisationen hatten bereits diese sogenannten "Sommerehen" als Fälle von Kinderprostitution entlarvt. Eid hatte in einer Diskussionssendung den konkreten Fall einer 13jährigen geschildert, woraufhin Bewohner des betroffenen Dorfes unmittelbar nach der Sendung Verleumdungsanzeige erstatteten und die Polizei die Sozialarbeiterin festnahm.
Link zum Artikel
Donnerstag, 4. Februar 2010
 Sowohl Tierschützer als auch Kinderarbeitsgegner reagierten alarmiert, nachdem am vergangenen Wochenende im kolumbianischen Celi der 12jährige Michelito während eines Stierkampfes zweimal attackiert und verletzt worden war. Sein Vater, der Franzose Michel Lagravère, hatte ihn nach dem ersten Anfriff überredet, den Kampf fortzuführen, musste nach einer weiteren Attacke allerdings eingreifen und wurde dabei ebenfalls leicht verletzt. Lagravère, der seinen Sohn schon mit vier Jahren in das Stierkampf-Ritual einweisen ließ, hatte sich eine Behördengenehmigung durch die Vorlage von Lizenzen gesichert, nachdem bereits ein Stierkampf im mexikanischen Merida aufgrund von Protesten abgesagt worden war.
Link zum Artikel
 Die Global Brands Group, Hauptlizenznehmer für Fanartikel zur kommenden Fußball-WM in Südafrika, teilte am Dienstag mit, dass sie die Produktionsbedingungen in einer Fabrik in China untersuchen lassen wolle, nachdem sie mit Vorwürfen der Kinderarbeit konfrontiert worden war. Zur Aufklärung der Vorwürfe wurde ein unabhängiger Sachverständiger engagiert. Britische Medien hatten im vergangenen Monat berichtet, dass in der fraglichen Fabrik Jugendliche in 13-Stunden-Schichten für umgerechnet 2 Euro beschäftigt würden. Da in Südafrika viele Arbeitslose im Rahmen der WM auf einen neuen Job hoffen, hatte diese Mitteilung Empörung ausgelöst. In der Vergangenheit hatte die Global Brands Group erklärt, Fanartikel möglichst in Südafrika herstellen lassen zu wollen.
Link zum Artikel
Mittwoch, 3. Februar 2010
 Am 3. Oktober werden im Jawaharlal-Stadion von Neu-Dehli die Commonwealth-Spiele eröffnet. Bis dahin wird die Infrastruktur rund um das Stadion erneuert. Tausende Kinder arbeiten jeden Tag auf den Baustellen – zum Teil sind sie erst fünf Jahre alt. Für einen kargen Lohn müssen sie unter unmenschlichen Bedingungen Steine schleppen und Gräben ausheben.
Auch wenn seit 1986 in Indien Kinderarbeit offiziell verboten ist, arbeiten in dem südasiatischen Staat laut Regierung ca. 13 Millionen Kinder. Kinderschützer gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl bei 60 Millionen liegen könnte.
Link zum Artikel
 Die UN-Berichterstatterin Gulnara Shahinian, spezialisiert auf gegenwärtige Formen der Sklaverei, ist stark beunruhigt über das kontinuierliche Auftreten von Kinderarbeit in Ecuador. Während eines Ecuadorbesuchs vergangene Woche nahm Shahinian Kontakt zu Interessenvertretern, Kindern und Arbeitern auf. In Kürze wird sie ihren Bericht dem Referat für Menschenrechte vorlegen, das den Vereinten Nationen untergeordnet ist. In Quito lobte sie die Bemühungen der ecuadorianischen Regierung bezüglich der Abschaffung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit, wie Dienstbotenschaft, Zwangsarbeit und Schuldknechtschaft. Die Regierung Ecuadors demonstriert einen stabilen politischen Einsatz in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, NGOs und dem privaten Sektor. Im Jahr 2004, nachdem Human Rights Watch einen kritischen Bericht vorgelegt hatte, institutionalisierte die Regierung einen Strategieplan, um eine Reihe von Arbeitsstätten systematisch überwachen zu lassen. Obwohl verfassungsrechtlich festgelegt wurde, dass Kinderarbeit in gefährlichen Sektoren und unter 15 Jahren verboten ist, ist ausbeuterische Kinderarbeit in Ecuador weiterhin verbreitet. Bananenplantagen, Blumenfarmen und Mülldeponien sind besonders betroffen. In Zusammenarbeit mit UNICEF und der ILO arbeitet die Regierung an praktikablen Lösungen, den betroffenen Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen. UNICEF zufolge liegt die Schwierigkeit, dem Missbrauch von Kinderrechten in Ecuador zu begegnen, im Einkommensungleichgewicht zwischen Familien indigener und afro-ecuadorianischer Abstammung auf der einen und solchen europäischer und Mestizenabstammung auf der anderen Seite.
Link zum Artikel (englisch)
Dienstag, 2. Februar 2010
 Bevor in den 1960ern diese Praktik verboten wurde, zwangen Behörden mehr als 130.000 britische Kinder, nach Australien zu ziehen und dort ein neues Leben ohne ihre Eltern zu beginnen. Drei Jahre nachdem diese Vorgehensweise als illegal erklärt wurde, waren der 11 Jahre alte Rex Wade und sein kleiner Bruder Kevin die letzten Beiden, die ans andere Ende der Welt geschickt wurden. Als Rex damals in Tasmanien ankam, wurde er gezwungen, teilweise unter Schlägen, zu arbeiten und letztendlich nach einem Fluchtversuch ins Gefängnis gesteckt. Als er im Alter von 26 schließlich befreit wurde, verkaufte er all sein Hab und Gut, um sich ein Ticket nach Hause zu kaufen. Jetzt, mit 51 Jahren, erhielt er endlich ein Entschuldigung von den britischen Behörden, die ihn damals fortgeschickt hatten.
Link zum Artikel auf Englisch
"Briten entschuldigen sich für die Deportation zahlreicher Kinder" vollständig lesen
Montag, 1. Februar 2010
 KOTA / INDIEN
Chefan ist ein 12-jähriger Junge, der im Steinbruch Rajasthan für einen Euro am Tag schufftet.
Jetzt geht er in die Schule. Andere Kinder in seinem Alter haben nicht dieses Glück.
Allein in der Region Budhpura sind geschätzte 15.000 der 100.000 Steinarbeiter Kinder.
Ohne jeglichen Schutz wie feste Schuhe, Mundschutz usw. schlagen Sie Pflastersteine. Schutzlos sind alle dem Staub ausgesetzt. Steinstaublunge heißt oft die Todesursache.
Die meisten von Ihnen erkranken und werden nicht älter als 35 Jahre. Manche haben vom Hämmern wunde oder verkrüppelte Hände.
Beim angekündigten Besuch von NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann ist kein Kind am Meißel zu sehen. Hinter Büschen haben sich aber Kinder versteckt oder sind weggelaufen, so wie es Ihnen beigebracht wurde, wenn Fremde kommen. Als die Gruppe bei der Abfahrt einige Kinderarbeiter beim Arbeiten entdeckt und anhält, greift ein aufgeregter Moped-Fahrer zum Handy. Ruckzuck waren die Kinder weg. Link zum Artikel
"Ein Leben als Sklave im Steinbruch" vollständig lesen
Sonntag, 31. Januar 2010
 Gujarat, Indien
Trotz des Verbots von Kinderarbeit werden im indischen Bundesstaat Gurajat immer wieder Kinder als Haushaltshilfen angestellt, berichtet eine NGO. Eine indische Behörde namens "Childline", die damit betraut ist, Beratungsstellen zum Thema zu unterhalten und das Bewußtsein in dieser Angelegenheit zu verstärken, gab bekannt, daß im Zeitraum zwischen April 2008 und März 2009 28 Kinder in der Stadt Ahmedabad aus ihren Anstellungsverhältnissen befreit wurden. Weitere betroffene Städte waren: Gandhinagar, Madhya Pradesh, Goa, Rajasthan, Tamil Nadu und Uttar Pradesh.
Obwohl die Betreuungs- und Beobachtungszentren im ganzen Land nun bessere Arbeit leisten, ist es notwendig, dass der sogenannte "Juvenile Justice Act" endlich angemessen implementiert wird, konstatiert ein indischer Juraprofessor der Stadt Palanpur. Das Gesetz schreibt genau vor, dass Kinder unter 18 Jahren nicht in ein Angestelltenverhältnis treten dürfen und dennoch müssen manche von ihnen in Gujarat gelegentliche Arbeiten verrichten.
Childline engagiert sich nicht nur bei der Befreiung Minderjähriger aus ihren Arbeitsverhältnissen, sondern offeriert auch Beratung für Familien mit Kindern unter 18 Jahren.
Link zum Artikel auf EnglischTags für diesen Artikel: Indien
Freitag, 29. Januar 2010
 Latacunga, Ecuador
Im August des vergangenen Jahres gab das "Centro de Desarrollo y Autogestión, CDA" (Zentrum für Entwicklung und Selbstverwaltung) einen Bericht an die Gemeindeverwaltung weiter, in dem es auf Kennzahlen über Kinder, die auf Mülldeponien arbeiten, hinwies. Zusätzlich erörtete dieser Bericht die Möglichkeit, diesem Zustand entgegenzuwirken, indem man den betroffenen Kindern Anreize in Form von Stipendium anbieten könnte, damit diese wieder die Schule besuchen.
Stadtrat Nelson Neira gibt zu bedenken, daß bestehende Programme und Verordnungen in Ecuador lediglich einen Teil des Problems aufgreifen. "Diese Verordnungen dürfen sich nicht nur auf Kinderarbeit auf Mülldeponien beziehen, sondern müssen zunächst klar definieren, daß Kinder auch in öffentlichen Institutionen oder auf Straße Müll sammeln, um damit Geld zu verdienen." so Neira. Um Kinderarbeit völlig zu beseitigen, müsse man viel weiter darüber hinausdenken und berücksichtigen, daß diese Müllsammelarbeiten nur einen kleinen Teil des Sprektrums ausmachen, in dem Kinder tätig sind.
In Ecuador arbeiten Minderjährige auch bei der Endbeseitigung von Abfall oder im Transportwesen sowie in vielen anderen Bereichen.
Link zum Artikel auf Spanisch
|