
In den peruanischen Anden verdienen Kinder, die sich für Entgelt von Touristen fotografieren lassen, genauso viel wie Büroangestellte ( 50€/ Monat) und werden so zugleich zu Haupternährern ihrer Familien. In
Peru trifft man deswegen an typischen Touristenattraktionen mittlerweile zunehmend übermäßig viele junge Mädchen in traditionellem Gewand und lieblich geflochtener Haarpracht, da dies die Chancen Fotos an Touristen zu verkaufen natürlich drastisch erhöht. Für denselben Zweck werden dann auch kleine Geschwister oder Tiere herumgetragen. Im Gegensatz zum Schuhputzen wird das Fotomodell-Stehen der Kinder zumeist von Mädchen ausgeführt, die dennoch nebenher oft anderen Arbeiten im Straßenverkauf oder in der
Landwirtschaft nachgehen müssen.
Im Sinne des nachhaltigen
Tourismus wird die gegenwärtig gängige Praxis jedoch vom „Gemeinsamen Arbeitskreis Tourismus und Ethnologie“ stark kritisiert. Befürchtet wird das die Sozialstruktur, v.a. aber das soziale Verhältnis zwischen Eltern und Kindern negativ beeinflusst wird, wenn die Kinder mehr verdienen als ihre Eltern bzw. Erwachsene im Allgemeinen. Ebenfalls sollte darauf aufmerksam gemacht werden, dass das stundenlange Posieren regelmäßige Schulbesuche und deren, den Kindern zu gute kommende, positive Auswirkung auf lange Sicht nicht ersetzen.
Der lokalen Bevölkerung muss folglich dahingehend geholfen werden, dass sie die Kontrolle über das Geschäft mit dem Tourismus bewahren kann. Handarbeiten, z.B. also gewebte Tücher aus Alpaka, Bänder oder Täschchen mit touristischen Mustern und Motiven, sind die Haupteinnahmequellen für viele Bauernfamilien, weswegen dieses Angebot soweit unterstützend optimiert und erweitert werden sollte, bis Kinderarbeit nicht mehr notwendig ist, so Wolfgang Strasdas, Professor im Fachbereich Nachhaltiger Tourismus in Eberswalde.
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