Mittwoch, 31. März 2010

Die Zahl der Straßenkinder nimmt in Ägypten stetig zu. Deshalb wurde bereits im Jahr 2003 ein nationaler Aktionsplan zum Schutz und der Wiedereingliederung von Straßenkindern entworfen, dessen Umsetzung sich allerdings als problematisch erweist. Ein nationaler Rat wurde mit der Koordinierung von NGOs und Regierungsorganisationen betraut, auch, um das öffentliche Ansehen der Straßenkinder zu verbessern: Sie sollten nicht mehr als abweichend und kriminell, sondern als Opfer wahrgenommen werden. Verantwortliche und Experten sind sich jedoch uneins über die Ursachen des Problems. Ägyptens Familienministerin Moshira Khattab sieht einen Zusammenhang zwischen der Zahl der Straßenkinder, Kinderarbeit und der Verheiratung minderjähriger Mädchen (und damit einer Bevölkerungszunahme). Die Direktorin des ägyptischen Zentrums für Wohnrecht sieht die Ursachen dagegen eher in einem mangelhaften Schulsystem und großer Armut. Auch UNICEF spricht von differenziert zu betrachtenden Ursachen und der Notwendigkeit komplexer Bewältigungsstrategien: So treiben Armut, Migration, schlechte Unterkünfte, Schulabbrüche und Gewalt die Kinder auf die Straßen. Die Folgen sind ebenso vielfältig. Neben schlechter Ernährung, mangelhafter Hygiene und Analphabetismus sind die betroffenen Kinder auch sozialen Benachteiligungen ausgesetzt.
Link zum Artikel auf englisch

Eine im März veröffentlichte Studie der nationalen Abteilung für Statistiken (DANE) belegt den Rückgang der Kinderarbeitsquote in Kolumbien um 44,2 Prozent.
Demzufolge verringerte sich die Anzahl der Arbeiter zwischen 5 und 17 Jahren von 1,4 Millionen im Jahr 2001 auf 780.000 zwischen 2001 und 2007.
Des Weiteren macht die Recherche der DANE darauf aufmerksam, dass die Anzahl der Kinder, die z.B. auf Märkten arbeiten, in städtischen Gebieten höher ist als in den ländlichen Gebieten.
Zudem gibt es eine große Anzahl von Kindern, die 15 oder mehr Stunden wöchentlich in Familienbetrieben arbeiten.
Somit weist die Studie zwar einen allgemeinen Rückgang der Kinderarbeit in Kolumbien nach, bestätigt aber, dass das Land auch noch weiterhin mit dem Problem der Kinderarbeit zu kämpfen haben wird.
Link zum Artikel auf Spanisch
Dienstag, 30. März 2010
 China – Chinesische Behörden haben bekannt gegeben, dass sie acht Kinderhändler in der Küstenprovinz Fujian festgenommen haben. Erst kürzlich wurden ein Mann und drei Frauen bei einer Straßensperre festgehalten, wegen des Verdachts von Kinderhandel. Tatsächlich gaben die Beschuldigten an, die kleinen Mädchen für je 1.471 US-Dollar gekauft zu haben, und erwarteten einen Preis von 2.197 US-Dollar pro Kind zu erzielen.
Zwei Faktoren führen vor allem zu einem unglaublich hohen Prozentsatz an weiblichen Opfern von Kindestötungen, Abtreibungen und Kinderhandel: Zum einen die chinesische Tradition, dass der männliche Nachkomme für die Pflege der Eltern im Alter zuständig ist und zum anderen die „Ein-Kind-Politik“ Chinas, die Eltern in städtischen Gegenden nur ein bzw. auf dem Land zwei Kinder erlaubt. Dazu kommt vor allem in den armen ländlichen Regionen die Verlockung des für die Kleinkinder gebotenen Geldes. In diesem System sind die Mädchen die Verlierer!
Link zum Artikel: Chinese Child Traffickers Detained
"Chinesische Kinderhändler inhaftiert" vollständig lesen
 Der am vergangenen Montag in Brüssel vorgestellte Entwurf zur europaweiten Sperrung von Websites mit kinderpornografischem Inhalt stößt auf Bundesebene auf mehrfachen Widerstand.
Wie aus einem Artikel auf Spiegel-Online hervorgeht, sträubt sich vor allem die FDP gegen eine Sperrung von Internetseiten, die Blockaden seien wirkungslos. Besser wäre demnach statt dessen eine europaweite Regelung bezüglich der Löschung von betreffenden Inhalten.
Auch SPD und Grüne folgen diesem Ansatz.
Union und Kinderschutzverbände hingegen unterstützen die Pläne der EU-Kommission.
Durch eine europaweite, rechtsverbindliche und durch die Mitgliedsländer in geltendes Recht umgesetzte Regelung werde ein einheitlicher Standard geschaffen, um das nicht nur einzelne Länder betreffende Problem der Kinderpornografie EU-weit zu bekämpfen.
Link zum Artikel auf Spiegel-Online
 Nach einem Gespräch mit dem Vorstand von World Vision Australia, Tim Costello hat der australische Schokoladenproduzent Arnott’s angekündigt die Vorwürfe von Kinderarbeit bei der Kakaoherstellung in Westafrika zu prüfen. Die in Australien sehr beliebten Tim Tam Schokoladenkekse sollen in Zukunft ethisch korrekt hergestellt werden. World Vision Australia setzt sich im Rahmen seiner Kampagne „Don't Trade Lives“ (Handle nicht mit Leben!) für fairen Handel von Kakao und gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen auf den Kakaoplantagen Afrikas ein.
Link zum Artikel: Arnott's probes child labour claims
 Die „Christliche Initiative Romero“, „das „ CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung“, sowie die „Kampagne für saubere Kleidung“ haben eine Aktionszeitung und eine Postkarte erarbeitet, in deren Rahmen sie gezielt Kommunen ansprechen wollen, sich ausdrücklich vom Erwerb von Produkten aus ausbeuterischer (Kinder-)Arbeit zu distanzieren.
Die Aktion bezieht sich hierbei auf ein neues Vergabegesetz vom April 2009, das den Kommunen explizit erlaubt, ökologische und soziale Kriterien bei der Auftragsvergabe zu berücksichtigen.
Nach eigenen Angaben sollen so 11.000 Gemeinden angesprochen werden, die sich bislang noch nicht für eine ökologisch verträgliche und sozial faire Güterbeschaffung ausgesprochen haben.
2007 gründete Benjamin Thym das Start-up-Unternehmen "barcoo" - zunächst aus eigener Tasche, später durch ein Gründerstipendium der EU finanziert. Die Geschäftsidee des Unternehmensberaters: Indem Verbraucher per Handy den Strichcode eines Produktes scannen, können sie erfahren, ob es unter fairen Bedingungen hergestellt wurde. Neben Preis und Inhaltsstoffen wird angezeigt, ob das Unternehmen sozial und ökologisch verantwortlich handelt. Die Software kann man kostenlos im AppStore, über Googles Android Market oder auf der firmeneigenen Seite herunterladen. Hier werden Infos von Rankings, Firmenangaben und Nutzerbewertungen gesammelt. Transparenz für den Verbraucher ist das Ziel dieser Nachhaltigkeitsampel, die ähnlich strukturiert ist, wie beispielsweise die Firmenbewertung nach Ampelfarben der Kampagne Aktiv gegen Kinderarbeit. Aber um einen rein ideologischen Anspruch geht es wohl nicht: Thym und sein Geschäftspartner Tokic möchten mit der Geschäftsidee, u.a. durch Werbung, Geld verdienen.
Link zum Artikel auf Spiegel Online
 Der Nordrhein-Westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann teilte am Freitag mit, dass das Land NRW in Zukunft keine Produkte aus Kinderarbeit mehr kaufen werde: „Die Landesregierung setzt alles daran, dass öffentliche Auftraggeber keine Produkte beschaffen dürfen, die nachweislich durch die schlimmsten Formen von Kinderarbeit hergestellt wurden. Die öffentliche Hand geht mit gutem Beispiel voran“. Laumann reiste im Januar selbst nach Indien und besichtigte dort Steinbrüche in denen Grabsteine für den europäischen Markt hergestellt werden. Durch seine Berichte darüber, fühlte sich das Kabinett veranlasst einen entsprechenden Erlass zu verabschieden, der darauf abzielt die Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen so zu ändern, dass keine Produkte aus Kinderarbeit mehr gekauft werden. Von nun an müssen die Bieter in öffentlichen Vergabeverfahren schon bei der Eignungsprüfung belegen, dass ihre Produkte frei von Kinderarbeit sind.
Link zum Artikel: Minister Karl-Josef Laumann: "Nordrhein-Westfalen kauft fair!"
 Indien, Chennai – Der Bürgermeister der Stadt Chennai – an der Ostküste Indiens gelegen – gab bei einer Diskussion zum Thema „Die Ausrottung von Kinderarbeit“ an, dass Müllablageplätze in Kodungaiyur und Perungudi bekannt wären für die dort arbeitenden Kinder. Nach seinen Angaben arbeiten diese Kinder als Trödelsammler auf den Müllkippen und schlafen auf den bloßen Gehwegen in der Umgebung. Teil ihres traurigen Alltags sei es auch, Opfer von Gewalttaten, wie sexueller Peinigung, zu werden. Doch auch wenn die Regierung immer wieder Maßnahmen gegen Kinderarbeit ergreift, ist es schwer dem Problem vor allem im häuslichen Bereich Herr zu werden. Öffentliches Bewusstsein und die Wachsamkeit aller Bürger seien entscheidend um diesem sozialen Übel zu begegnen, so der Arbeitsminister Anbarasan.
Link zu dem Artikel: Child workers exposed to abuse
Montag, 29. März 2010
 Um fairen Handel zu fördern und ausbeuterische Kinderarbeit auszuschließen hat die Verwaltung der Stadt Hannover nun ein neues Beschaffungskonzept vorgelegt.
Fortan sollen in öffentlichen Einrichtungen und bei kommunalen Veranstaltungen nur noch Produkte aus fairem Handel angeboten werden. Bei Produkten die bekanntlich häufig durch Kinderarbeit hergestellt werden, wird in Zukunft ein Qualitätssiegel oder Selbstverpflichtungen der Hersteller verlangt.
Dieser Beschluss fand im Rahmen der städtischen Agenda 21 statt, welche die Akzeptanz von fair gehandelten Produkten erhöhen soll. Dazu hat der Stadtrat für die nächsten Jahre ein Budget von 50 000 Euro bereitgestellt, womit neben den Kosten für die Marketingkampagne, auch die jährlichen Mehrkosten von 3000 Euro für die neue Vergabepraxis gedeckt werden sollen.
|