Dienstag, 18. Mai 2010
 Vom 10.-11. Mai fand in Den Haag die von der niederländischen Regierung und der ILO gemeinsam organisierte Konferenz mit dem Titel "Toward a World without Child Labour - Mapping the Road to 2016" statt. Mehr als 400 Vertreter aus 80 veschiedenen Ländern nahmen an der Konferenz teil. Dies beinhaltete Regierungsbeamte aus Bangladesch, Brasilien, Südafrika, Indien und den Niederlanden, Vertreter von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen, NGOs und internationale Organisationen.
Die Niederlande hatten bereits in der Vergangenheit Konferenzen dieser Art organisiert, unter anderem die Konferenz von 1997, welche in der Verabschiedung der ILO-Konvention Nr. 182 endete, die die schlimmsten Formen von Kinderarbeit verbietet. Diese Konvention wurde von 171 der 183 ILO-Mitgliedsstaaten unterschrieben.
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Dienstag, 11. Mai 2010
 Das International Labour Office in Lima warnt, daß die Anstrengungen, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit auszulöschen, inmitten der derzeitigen wirtschaftlichen Krise weniger werden. Laut ILO-Vertreter Juan Somavia sei der Fortschritt zu Zeit weder schnell, noch umfangreich genug, um die gesetzten Ziele zu erreichen. "Die Wirtschaftskrise kann nicht als Ausrede für mangelnde Ambitionen und Untätigkeit benutzt werden", so Somavia. Gemäß einer neuen Studie arbeiten immer noch 5,7 Millionen Kinder in der Karibik und Lateinamerika.
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 Laut UN-Expertin Aida Girma könnte die kommende Fußball-Weltmeisterschaft einen Anstieg von Kinderarbeit bedeuten.
Viele Kinder könnten sich von der Begeisterung und der Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen, angezogen fühlen. Das wiederum dürfte anziehend auf Verbrecher-Organisationen wirken, welche darin eine Möglichkeit sehen, den steigenden Bedarf an Prostitution und Drogen zu decken, der normalerweise durch ein solches Ereignis hervorgerufen wird.
Die Unicef und die ILO haben nun vor, ein Programm zu starten, daß Kindern mehr Schutz gewähren soll. Das Programm soll bedürftigen Kindern einen "sicheren Hafen" und kinder-freundliche Plätze an vier verschiedenen Austragungsorten (Soweto, Sandton, Port Elizabeth und Nelspruit) zur Verfügung stellen. Die Risiken wären symptomatisch für die Fußball-Weltmeisterschaft, so Girma, nicht nur aufgrund der höheren Anfälligkeit von Kindern aus Südafrika und der Region, sondern auch aufgrund generell, mangelnder Präventionsmaßnahmen in diesem Bereich.
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Mittwoch, 5. Mai 2010
 In einer Erklärung der UNICEF wurde bekannt gegeben, daß in Somalia der Einsatz von Kindern als Soldaten in bewaffneten Konflikten ansteigt. Kinder ab neun Jahren werden mittlerweile rekrutiert. Schulen werden als "Rekrutierungs-Zentren" benutzt. Die Kindersoldaten werden nur allzu oft geschlagen oder im schlimmsten Fall sogar exekutiert, wenn sie von der gegnerischen Seite gefangengenommen werden. Kinder, die gezwungen werden, eine Uniform anzuziehen und eine Waffe zu tragen, erleiden oft psychische und körperliche Schäden, die später ohne die richtige Betreuung mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen, daß sie selbst Aufhetzer und Anwerber von Kindersoldaten werden.
Der Einsatz von Kindern als Soldaten ist eine Tragödie für Somalia, da es dessen künftige Stabilität in erheblicher Weise bedroht. Kinder und junge Menschen bilden die Mehrheit der somalischen Bevölkerung und sie verdienen eine Kindheit ohne die Schrecken von bewaffneten Konflikten.
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Montag, 3. Mai 2010
 Die Regierung von Bangladesch hat eine Politik versprochen, die das "Kind" neudefiniert als jemanden mit einem Alter geringer als 18 Jahre.
Laut einer Statistik des Jahres 2003 gibt es in Bangladesch 3,2 Millionen Kinder, die arbeiten. Davon verrichten 1,29 Millionen gefährliche Arbeiten. "Die neue Politik hätte direkten Einfluß auf diese Kinder", so der Daily Star am Sonntag. Sie würde körperliche Bestrafung in Bildungseinrichtungen ausschließen und zusätzlich darauf abzielen, daß Flüchtlingskinder und behinderte Kinder mehr Rechte erhalten. Dieser Politikwechsel wäre "ein Schritt in Richtung einer besseren menschlichen Entwicklung", so Salma Ali, Direktorin des nationalen Verbands der Frauenanwälte.
Der Entwurf für diese Politik soll nun baldmöglichst dem Kabinett vorgelegt werden.
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 Die Gesellschaft zum Schutz von Kinderrechten (Sparc) regt an, daß die pakistanische Regierung durch ein effektives Eingreifen helfen kann, die Menschen daran zu hindern, Kinder zu Hause anzustellen. "Es ist Zeit, daß das Parlament häusliche Kinderarbeit durch Gesetze verbietet und diese auch anwendet", so Kashif Mirza von der Sparc.
In Pakistan ist es nicht unüblich, daß Eltern ihre Kinder mit in die Stadt bringen, damit sie dort in fremden Häusern arbeiten gehen können. Diese Kinder müssen dort meist zu ungeregelten Zeiten arbeiten und haben kaum Zeit, Pausen zu machen. Es wird angenommen, daß die Zahl der Kinder, welche durch ihre erwachsenen Arbeitgeber körperlich missbraucht werden, "bis in die Millionen reiche", so Mirza.
Pakistan hat die UN-Konvention über die Rechte von Kindern unterzeichnet und ist somit verpflichtet, Kinder mit Bildung, Sicherheit und ausreichend Gesundheitseinrichtungen zu versorgen. Auch die ILO-Konvention, die es Kindern erlaubt, ab dem Alter von 15 Jahren zu arbeiten, gilt in Pakistan. Dennoch gibt es von Regierungsseite her wenig Anstrengungen, sich häuslicher Kinderarbeit aktiv entgegenzustellen. "Das Land ist nun aufgefordert, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen", so Mirza.
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Dienstag, 27. April 2010
 Das vergangene Jahr hat gezeigt, daß in Deutschland immer mehr Produkte aus fairem Handel gekauft werden, z.B. Kaffee, Schokolade oder Säfte. Insgesamt belief sich der Umsatz von FairTrade-Waren 2009 auf 267 Millionen Euro, ein Umsatzplus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Transfair-Geschäftsführer Dieter Overath geht der Handel mittlerweile aggressiver vor und stellt die Produkte offensichtlicher in die Verkaufsregale. Es wird davon ausgegangen, das der Umsatz auch im nächsten Jahr wieder steigen wird. Vor fünf Jahren noch wurden FairTrade-Waren im Wert von lediglich 50 Millionen Euro umgesetzt.
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Mittwoch, 21. April 2010
Unter Teilnahme von Arbeitsministern und Botschaftern aus Indien, Brasilien und Südafrika (IBSA) wurde am vergangenen Montag in Washington eine Podiumsdiskussion zum Thema Kinderarbeit abgehalten. Gastgeber war das International Center on Child Labour and Education (ICCLE).
Unter anderem wurden die Teilnehmer gebeten, nationale Vorgehensweisen und konkrete Programme vorzustellen bzw. die bisherigen Erfahrungen aus ihrem Herangehen an das Kinderarbeitsproblem. Dabei wurde großer Wert auf den Aspekt der nachhaltigen Lösungen gelegt. Die Wichtigkeit des Problems müsse sich stärker im Bewußtsein der allgemeinen Öffentlichkeit und konkreter Interessensgruppen verankern.
Angesichts der vom 10.-11. Mai stattfindenden Global Conference on Child Labour, die in Zusammenarbeit zwischen der ILO und der niederländischen Regierung organisiert wird, galt diese Veranstaltung als eine Art Vorbereitung. Den Teilnehmern ging es vor allem darum, die Wichtigkeit dieses Themas in Zeiten der Wirtschaftskrise herauszustellen. Seit Beginn der globalen Wirtschaftsprobleme wurde der Vorbeuge von Kinderarbeit und deren Bekämpfung seitens der internationalen Gemeinschaft immer weniger Aufmerksamkeit geschenkt.
Desweiteren drückten die IBSA-Staaten ihre Bereitschaft aus, auf ihren jeweiligen Kontinenten Führungsrollen im Kampf gegen die Kinderarbeit zu übernehmen.
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Dienstag, 13. April 2010
 Der Malindi-Fischmarkt in Stone Town Sansibar boomt und ist somit, laut Menschenrechts-Aktivisten, sehr attraktiv für Kinder, die auf der Suche nach dem schnellen Geld sind. Wie auf vielen anderen ost-afrikanischen Inseln würden die Kinder in Sansibar gerne die Schule besuchen, müssen aber zur Unterstützung ihrer Eltern Geld verdienen. Trotz des weltweiten Rufs, attraktive Touristenziele zu sein, sind diese Inseln sehr arm, so daß die Situation der Kinder noch zusätzlich verschärft wird.
Nach Einschätzungen der ILO müssen viele Kinder dort weitaus schwerere Arbeiten verrichten, als auf Märkten Waren zu verkaufen. Sie sind auf Nelkenplantagen oder Seegras-Farmen tätig, im Hotel- und Touristengewerbe und in den schlimmsten Fällen in der Prostitution. Über 100.000 Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten.
Die Hauptursachen hierfür liegen in der mangelnden Koordination der einzelnen staatlichen Institutionen untereinander, der mangelnden Präsenz der Kinderrechte in der Gesellschaft und der fehlenden Durchsetzung der entsprechenden Gesetze und Richtlinien.
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Der Modehändler Adler wird ab sofort deutschlandweit T-Shirts und Polo-Shirts aus fairgehandelter Baumwolle verkaufen. In Saarbrücken stellte heute Transfair-Chef Dieter Overath die erste große Aktion eines Händlers zum Thema FairTrade-Textilien vor. In 125 Geschäften wird fortan Bekleidung geführt, die mit dem FairTrade-Siegel gekennzeichnet ist.
Der Rohstoff für die Ware kommt von der Kooperative Agrocel aus Indien, die bereits 2005 mit FairTrade zertifiziet wurde. Der erhöhte Umsatz aus dem Verkauf dieser Produke kommt den dortigen Bauern zugute und wird für die Durchführung weiterer Projekte verwendet. Adler-Chef Schäfer schloss eine Erweiterung des Sortiments in diesem Bereich nicht aus, sollte sich die Kollektion als erfolgreich erweisen, was jedoch abzuwarten bleibt.
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