Donnerstag, 27. November 2008
 Seit vier Jahren verfolgt Akash aus Dhaka mit seiner Kamera die Situation der Kinderarbeiter aus seinem Land. Viele Kinder arbeiten dort unter unmenschlichen und gesundheitsschädlichen Bedingungen in Ziegelfabriken. Roter Staub klebt ihnen tagtäglich in den Haaren, in jeder Hautfalte und jeder Pore. Auch die Lunge wird von der heißen, staubigen Luft geschädigt. Teilweise sind die Kinder schon mit acht Jahren in der Ziegelei beschäftigt und schleppen schwere Steine. So wie auch der 12-jährige Refia, der schon seit vier Jahren Fabrikarbeiter ist. Meist 10 Stunden täglich müssen die Kleinen schuften, ohne Arbeitsschutz und für nur 10 Taka pro 1000 Steine. Umgerechnet sind das ca. 75 Cent.
Nun wurde der Fotograph Akash für seine ergreifende Bilderserie von der deutschen Kindernothilfe ausgezeichnet. Aber auf seinen Lorbeeren ruht sich Akash nicht aus. Er will weiterhin auf das Thema aufmerksam machen und die Millionen betroffenen Kinder aus Bangladesch unterstützen. Denn trotz vieler politischer Versprechen hat er bisher noch nicht viel Besserung gesehen. Im Gegenteil: Reis und Gemüse seien im Vergleich zu 2006 doppelt so teuer geworden. Unter diesen Umständen seien die Menschen umso mehr auf den Mitverdienst ihrer Jüngsten angewiesen.
Als Lösungsansatz schlägt Akash vor, die Kinder zur Schule zu schicken, sie aber trotzdem nebenher für einen besseren Lohn noch arbeiten zu lassen. Von jedem im Ausland verkauften Produkt könne ja ein Teil des Geldes an die Familien in Bangladesch gehen, ist es Akashs Idee. Aber nur mit Geld sei es schwierig zu helfen. Das hat der Fotograph erst kürzlich selbst erfahren, als er etwas für den 12-jährigen Refia gesammelt hatte, um ihm Schulbildung zu ermöglichen. Der Junge lehnte das Angebot ab, weil er an die Arbeit gewöhnt war. Schließlich haben viele Kinder nie eine Alternative kennengelernt.
Artikel in der Frankfurter Rundschau Online
Was schenkt man Leuten, die schon alles haben? – Dinge, mit denen anderen geholfen werden kann, die sonst nichts besitzen. Über die speziell eingerichtete Webseite von Oxfam kann z. B. eine Ziege, eine Latrine oder sogar ein Klassenzimmer verschenkt werden. Natürlich werden diese Dinge nicht selbst verpackt und verschickt, sondern man unterstützt damit Projekte in notleidenden Ländern. Die Beschenkten in Deutschland erhalten eine Grußkarte sowie Magnete für ihren Kühlschrank.
Jedes Geschenk ist einem von vier speziellen Bereichen (Bildung fördern, Existenz sichern, Gesundheit stärken oder Not lindern) zugeordnet. Wer z. B. symbolisch ein Klassenzimmer kauft, finanziert damit Schulbildung und –material, um Kindern bessere Zukunftschancen zu verschaffen.
Mitteilung bei Glocalist
"Unverpackt EinZiegartige Geschenke"
 Grundschüler der Klasse 2c der Brenschenschule aus Bommern beteiligten sich in einer mehrwöchigen Aktion an dem Projekt der Kindernothilfe „Action!Kidz“. Den Abschluss bildete eine große Säuberungsaktion. Bewaffnet mit Harken und Besen befreiten die Kinder Privatgärten von Nachbarn und Bekannten vom Herbstlaub. Zuvor hatten sie schon Bürgersteige gefegt, Frühlingszwiebeln gesetzt oder Einkäufe erledigt. Für ihren Einsatz sammelten sie Spenden, mit denen Hilfen für indische Kinderarbeiter finanziert werden sollen.
Im Vorfeld hatte Grundschullehrerin und Projektleiterin Ursula Tüchelmann die Schüler eindrucksvoll über die Situation arbeitender Kinder in Indien unterrichtet. Das hat die Bommeraner Grundschüler so sehr bewegt, dass sie sich sofort für ihre notleidenden Altersgenossen stark machen wollten.
Artikel in Ruhr Nachrichten
 Maria Alejandra Silva hat eine neue Studie vorgelegt, die die verschiedenen Formen der Kinderarbeit in der Provinz Corrientes ( Argentinien) behandelt. Die Untersuchung, in die Silva hauptsächlich Kinder zwischen 5 und 14 einbezogen hat, basiert auf Daten öffentlicher Einrichtungen der vier großen Zonen der Provinz. Dabei hat sie herausgefunden, dass sich die Kinderarbeit in drei große Bereiche einteilen lässt: städtische Kinderarbeit, Kinderarbeit auf dem Land, sowie Kinderhandel, welcher schwerpunktmäßig in den Grenzgebieten vorkommt.
Die Haupttätigkeiten der Kinder im städtischen Umfeld sind z.B. Bauarbeiten, Müllsammeln, die Verarbeitung, sowie der Verkauf von Lebensmitteln, Straßenverkauf, Friedhofsarbeit, Arbeiten im Haushalt, sowie das Bewachen von Autos, Motor- und Fahrrädern. Außerdem sind Kinder auch im Drogensektor oder als Prostituierte tätig.
Im ländlichen Raum arbeiten die Kinder häufig auf Tierfarmen, im Gartenbau, auf Plantagen, als Straßenkinder, in Ziegeleien, im Haushalt und auch als Prostituierte.
Man vermutet, dass Kinder häufig für illegale Tätigkeiten, wie Drogenverkauf oder Schmuggeln, eingesetzt werden, da bei ihnen die Gefahr ins Gefängnis zu kommen aufgrund ihres jungen Alters geringer als bei Erwachsenen ist.
Silva kommt zu dem Schluss, dass auch die sexuelle Ausbeutung von Kindern in der Provinz Corrientes hoch ist.
Im Moment gibt es noch kein Programm in der Provinz, welches sich um diese Kinder kümmert. Es existieren zwar einige Initiativen, diese sprechen jedoch nur eine sehr kleine Zielgruppe an. Die meisten Kinder werden dem Zufall überlassen. Ein umfassendes Konzept wurde bisher noch nicht ausgearbeitet.
spanischer Artikel in La República de Corrientes
Mittwoch, 26. November 2008
Aus aktuellem Anlass zum dritten Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern in Rio de Janeiro hat die Organisation IPEC (The International Programm on the Elimination of Child Labour) einen neuen Ratgeber zur Verhütung von Kinderhandel und Prostitution herausgebracht. Dieser wendet sich sowohl an Politiker, als auch an andere Personen, die sich gegen Kinderhandel und Ausbeutung einsetzen und entsprechende Programme dagegen entwickeln möchten. Der Ratgeber besteht aktuell aus fünf Büchern mit verschiedenen Themenspektren. Diese reichen von der politischen Rahmenarbeit bis hin zu Initiativen, die angewendet werden können, um Kinderarbeit zu bekämpfen.
Neben der brasilianischen Regierung, die den Kongress u. a. organisiert, UNICEF, ECPAT sowie der NGO zur Bewahrung der Kinderrechte nimmt, das Programm zur Beseitigung von Kinderarbeit (IPEC) auf dem Weltkongress eine Schlüsselrolle ein.
englische Mitteilung bei ILO News
 Bei der jüngsten Agenda 21-Ausschusssitzung in Friedolfing war das Thema Dorfplatzgestaltung Gegenstand einer umfangreichen Diskussion.
Bürgermeister Johann Schild legte ausdrücklich Wert darauf, dass sich die Bürger an den Gestaltungsvorschlägen beteiligen. Ebenso werden sich fünf Planungsbüros in einem Wettbewerb mit ersten Entwürfen befassen, welche schon im Januar in einer öffentlichen Sitzung vorgestellt werden sollen.
In diesem Zusammenhang gab der Bürgermeister auch bekannt, dass die Gemeinde Friedolfing bei ihren Ausschreibungen zur Dorfplatzgestaltung keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit erwerben möchte. Rein rechtlich sei es machbar von den Firmen ein entsprechendes Zertifikat zu verlangen, erklärte Schild und will dieses zukünftig auch bei der Beauftragung von Unternehmen einfordern. Eine Selbstverpflichtung reiche ihm nicht, betonte er. Außerdem befürwortete Schild auch bei allen anderen Produkten, die für kommunale Einrichtungen angeschafft werden, Kinderarbeit auszuschließen. Ein entsprechender Beschlussvorschlag soll dem Gemeinderat demnächst unterbreitet werden.
Artikel in Chiemgau Online
Am Montag Abend wurde die Kambodschanerin Somaly Mam im Konzerthaus am
Gendarmenmarkt in Berlin feierlich mit dem Roland-Berger-Preis für Menschenrechte geehrt. Mam, in ärmlichen Verhältnissen in Kambodscha geboren und schon als Kind zur Prostitution gezwungen, kämpft heute dafür, dass anderen Mädchen und Frauen dieses Schicksal erspart bleibt. Zusammen mit ihrem Mann engagiert sie sich gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Frauen in Asien und weltweit. Mit ihm gründete sie 1997 die internationale Organisation gegen Kinderprostitution und Menschenhandel.
Der Preis der 2008 gegründeten Roland-Berger-Stiftung zur Förderung der Menschenrechte wurde dieses Jahr erstmals verliehen. Er ist mit einer Million Euro dotiert, die Schirmherrschaft übernahm Horst Köhler. Der Bundespräsident zeigte sich in seiner Laudatio erfreut, mit der Vergabe des Preises den Blick auf Themen zu lenken, bei denen andere gerne wegschauen. Gleichzeitig schämte er sich, dass sich Männer aus seinem Land an der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Kindern in aller Welt beteiligen.
Artikel in Welt Online
Dienstag, 25. November 2008
Im Rahmen der BZ-VHS-Vortragsreihe „Vision Erde“ wird am Montag, den 1. Dezember um 20 Uhr im Bürgersaal Rheinfelden ein Live-Diavortrag zum Thema " Nepal – Jenseits von Shangri-La“ präsentiert. Neben außergewöhnlichen Natur- und Tierweltaufnahmen zeigt der Fotojournalist Jürgen Pöhlitz, der mit seiner Frau Sonja die beeindruckende Region rund um das Annapurna-Gebirge und dem Everest-Raum bereist hat, vor allem auch die Menschen dieses Landes und ihre Lebensbedingungen. So dokumentiert er u. a. auch das Leben der Straßenkinder sowie die dort, besonders im Teppichsektor vorkommende, illegale Kinderarbeit. Dazu hat der Journalist Kontrolleure des unabhängigen Rugmark-Siegels begleitet, um ein Beispiel zur Bekämpfung der Kinderarbeit darzustellen.
Artikel in der badischen Zeitung
Weitere Infos zur Veranstaltung
 „Rund um Weihnachten [bietet] sich eine Reihe von Gelegenheiten, durch Kleinigkeiten eine gute Tat zu vollbringen“, rät Judith Hübner. In diesem Sinne stellt die Verbraucher Initiative auf ihrer Internetseite 66 wertvolle Tipps für einen nachhaltigen Winter und ökologisch, soziale sowie gesundheitsbewusste Weihnachten zur Verfügung. Die Infos reichen vom energiesparenden Zubereiten des Festtagsmenüs bis zum sinnvollen Spenden, um mit seinem Weihnachtsgeld eine gemeinnützige Organisation zu unterstützen.
Auch mit der richtigen Weihnachtsbeleuchtung, dem fairem Blumenstrauß, den nachhaltigen Süßigkeiten, dem umweltfreundlichen Geschenkpapier oder sogar mit der Weihnachtspost lässt sich das Fest verantwortungsvoller gestalten. Und weil vor dem Fest gleich nach dem Fest bedeutet, sind viele Tipps auch noch nach Weihnachten gut zu gebrauchen.
Nachricht bei Glocalist
66 einfache Dinge an Weihnachten / Tipps der Verbraucherinitiative
Am dritten Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern, der vom 25.-28. November in Rio de Janeiro stattfindet, nimmt zusammen mit ca. 3000 weiteren Delegierten auch Mechthild Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT, teil. Die 54-jährige Sozialwissenschaftlerin und Journalistin ist dort nicht nur als Referentin, sondern als Vertreterin von ECAPT International auch als Organisatorin von Workshops usw. vor Ort. Entwicklungspolitik Online sprach mit ihr über ihre Vorstellungen, wie Kinderhandel, Prostitution und Missbrauch ein Riegel vorgeschoben werden könnte.
"ECPAT im Interview: Ziele und Maßnahmen des Weltkongresses gegen sexuelle Ausbeutung" vollständig lesen
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