Dienstag, 16. Dezember 2008
 Nach einer Untersuchung des amerikanischen Arbeitsministeriums wurden im Bundesstaat Tennessee elf Arbeitgeber wegen Verletzungen des „Fair Labor Standards Act (FLSA)“ zu hohen Geldstrafen verurteilt. Die Ermittler untersuchten 17 Läden, Restaurants, Einkaufszentren und Kinos in Chattanooga, Knoxville und Memphis und stellten fest, dass in zwei Drittel der Betriebe Minderjährige angestellt waren und gefährliche Anlagen, wie Papierpressen oder Backmaschinen, bedienen mussten. Des weiteren mussten die Jugendlichen mehr arbeiten, als ihnen gesetzlich erlaubt ist.
Die Bestimmungen der FLSA verbieten die Anstellung Minderjähriger in nicht-landwirtschaftlichen Beschäftigungsverhältnissen, die als gefährlich eingestuft werden. Ebenso ist in den Bestimmungen geregelt, dass Jugendliche an Schultagen nicht mehr als drei Stunden arbeiten dürfen, ansonsten nicht mehr als acht Stunden sowie während der Schulzeit nicht mehr als 18 Stunden in der Woche, in den Ferien maximal 40 Stunden. Für die Einhaltungen dieser Bestimmungen sind die Arbeitgeber verantwortlich.
Link zum englischen Artikel bei newschannel9.com
Freitag, 12. Dezember 2008
 Allein im zu Ende gehenden Jahr 2008 haben sich rund 14 000 Jungen und Mädchen mit verschiedenen Aktionen für Kinderrechte stark gemacht. Die Jugendlichen haben sich gegen Kinderarbeit oder für kranke Altersgenossen eingesetzt, indem sie beispielsweise Videos drehten, Theater spielten oder Unterschriften sammelten.
Um Themen wie Hilfsbereitschaft oder Gerechtigkeit auch weiterhin in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen zu verankern sucht UNICEF nun die „JuniorBotschafter 2009“. Mitmachen können alle, die sich für Kinderrechte einsetzen wollen und unter 18 sind. Bis zum 31.03.2009 kann sich jeder mit seinen Ideen und Aktionen dafür bewerben. Nähere Informationen gibt es bei der Jugendintitaitive der UNICEF, der „ younicef“.
Link zum Artikel in der Thüringischen Landeszeitung
Link zur Aktion "JuniorBotschafter 2009"
Freitag, 21. November 2008
Der Inhaber eines Steinmetzbetriebs hat gegen die Satzung der Stadt Andernach einen Normenkontrollantrag gestellt. Hintergrund ist folgender: Die Stadt hat eine Friedhofssatzung erlassen, die im Sinne der Konvention Nr. 182 der internationalen Arbeitsorganisation ( ILO) das aufstellen von Grabmalen, die durch ausbeuterische Kinderarbeit entstanden sind, untersagt. Besagter Steinmetz verarbeit überwiegend Natursteine aus Indien zur Herstellung und Errichtung von Grabmalen. Er ist der Ansicht, dass der Stadt die erforderliche die erforderliche Regelungskompetenz für eine solche Satzung fehle, denn die Bekämpfung der Kinderarbeit gehöre nicht zu den Aufgaben einer Gemeinde. Er fühle sich durch die Satzung in seiner Berufsfreiheit beschränkt. Daraufhin gab das Oberverwaltungsgericht (OVG) dem Normenkontrollantrag statt und erklärte die Satzungsregelung für unwirksam. Laut dem OVG reiche die Satzungsbefugnis für den Eingriff in die Berufsfreiheit nicht aus. So können Gemeinden nur Angelegenheiten mit einem spezifisch örtlichen Bezug regeln, der bei der Bekämpfung der Kinderarbeit aber nicht gegeben sei.
(OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 6. November 2008, Aktenzeichen: 7 C 10771/08.OVG)
Link zum Artikel auf juraforum.de
 Im Rahmen der Aktion „Straßenkind für einen Tag“ von Terre des Hommes arbeiten die Schüler des Mössinger Quenstedt-Gymnasiums einen Tag lang wie Straßenkinder. Die Kinder putzen Schuhe und Autofenster, verkaufen Zeitungen und Streichhölzer oder „betteln“ mit einer Spendendose um so auf die Problematik der Kinderarbeit aufmerksam zu machen. Die Aktion läuft bundesweit und jedes Jahr am Tag der Kinderrechte.
Für die Schüler hat die Aktion in doppelter Hinsicht Vorteile. Zum Einen lernen sie wie es ist, in so jungen Jahren schon arbeiten zu müssen und können so das Leben vieler Kinder in den Entwicklungsländern nachempfinden. Zum Anderen lernen die Kinder auch auf Leute zuzugehen, was ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg sicher hilfreich sein wird.
Zusätzlich informiert ein Stand vor dem örtlichen Marktkauf über fair gehandelte Waren, also Produkte, die so hergestellt werden, dass Eltern genug verdienen um ihre Kinder durchzubringen und diese nicht ihren Unterhalt selbst verdienen müssen.
Link zum Artikel auf gea.de
Mittwoch, 19. November 2008
 Der bekannte Globalisierungskritiker Klaus Werner-Lobo hat anlässlich dem „Internationalen Tag der Kinderrechte“ am 20. November eine provokante Aktion gestartet, um auf die Ausbeutung von Kindern durch die Lebensmittelindustrie aufmerksam zu machen. Er versteigert auf Ebay symbolisch „süße Kinder“. Er verkauft natürlich nicht wirklich Kindersklaven, sondern Schokoriegel der Nahrungsmittelriesen Ferrero, Nestlé oder Kraft Foods.
Das an diesen Riegeln aber durchaus Kinderblut kleben könnte, wird durch den Angebotstext verdeutlicht. Denn in Kakao produzierenden Ländern wie der Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria oder Kamerun arbeiten schätzungsweise 284 000 Kinder auf den Plantagen. Viele von ihnen wurde als Sklaven von den Plantagenbesitzern für umgerechnet 25 Euro „pro Stück“ gekauft. Sogar sechsjährige müssen in der Hitze schuften, von Aufpassern mit Peitsche und Machete bedroht.
"Globalisierungskritiker "versteigert" Kinder bei Ebay" vollständig lesen
 Das Buch „Uns gehört die Welt“ von Klaus Werner-Lobo erklärt die Zusammenhänge und die konkreten Folgen der Weltwirtschaft für unser alltägliches Leben. Im Zuge der Globalisierung wurden viele Menschen reich, aber noch mehr wurden tiefer in die Armut getrieben. Hauptursache für diese dramatische Entwicklung ist der entgrenzte Kapitalismus, den die multinationalen Konzerne in jeden Winkel der Erde tragen. Dabei verfolgen die Multis nur ein Ziel: Maximalen Profit. Menschenrechte, Demokratie und Umweltschutz sind hierbei nur im Weg. Kinderarbeit für minimale Löhne, Finanzierung von Bürgerkriegen oder illegale Medikamententests sind für viele Unternehmen keine Hürde auf der Jagd auf den größten Shareholder-Value. In dem Buch werden die Ursachen für Armut, Kinderarbeit, Migration, Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörungen erläutert und es gibt Tipps für jeden einzelnen, wie er sich dem entgegensetzen kann.
Link zur Buchbesprechung
 Das anhaltend hohe Wachstum im globalen Tourismus, erhöht auch die ohnehin schon hohe Gefahr der sexuellen Ausbeutung von Kindern. Nach Schätzungen der internationalen Arbeitsorganisation ( ILO) arbeiten ca. 218 Millionen Kinder in Reisedestinationen in der ganzen Welt und sind von Missbrauch und Ausbeutung bedroht. In diesem Zusammenhang verstärken die Vereinten Nationen ihre Anstrengungen um die Kinderarbeit aus dem Tourismus zu verbannen.
Deshalb hat die „United Nations World Trourism Organisation“ ( UNWTO) in Zusammenarbeit mit der internationalen Task Force zum Schutz von Kindern im Tourismus eine Kampagne gegründet, welche die betroffenen Kinder schützen soll. Die UNWTO vertritt die Position, das die Tourismusindustrie in der Verantwortung steht, die Kinder vor sexueller Ausbeutung oder Kinderhandel zu schützen. Deshalb soll die Tourismusindustrie einen globalen Ethikcode für den Tourismusmarkt unterzeichnen. Die Kampagne wurde am 10. November beim „World Travel Market“ in London vorgestellt und soll am Weltkindertag am 20.November weltweit gestartet werden.
Link zum Artikel in englisch bei carrentals.co.uk
Website der UNWTO
Dienstag, 18. November 2008
 Erkrath: Bei einem ökumenischen Regionaltreffen für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung wurden neue Vermarktungswege für Fair-Trade-Produkte und die Rolle der Eine-Welt-Läden diskutiert. Das Treffen stand unter dem Motto „Ein Bissen Gerechtigkeit“. In Vorträgen, Diskussionen und Workshops wurden die 50 Teilnehmer über die aktuellen Entwicklungen informiert.
In den letzten 30 Jahren hat sich der faire Handel zu einer echten Konsumalternative entwickelt. Bewusste Verbraucher setzten somit ein Zeichen gegen Armut, Ausbeutung und Kinderarbeit in den Entwicklungsländern. Was mit dem Verkauf von wenigen Eine-Welt-Produkten begann, ist heute zu einem großen Netzwerk geworden. Petra Bald von der Organisation für fairen Handel, Gepa: „Wir haben Wachstumsraten von denen andere träumen.“
Da es mittlerweile auch in Supermärkten fair gehandelte Produkte gibt, wie z.B. Kaffee oder Schokolade, stehen die Eine-Welt-Läden vor neuen Aufgaben. Es sei nötig die Produktpalette zu verändern. So werden inzwischen neben Nahrungsmitteln auch Schreibwaren, Spielzeug und Weihnachtsschmuck verkauft.
Link zum Artikel auf rp-online.de
Freitag, 14. November 2008
Indien: Im Rahmen einer landesweiten Aktion im Rahmen des „National Child Labour Projects“ der Regierung wurden im letzten Jahr 402 Fälle von Kinderarbeit aufgedeckt, so der Sekretär des Arbeitsministeriums N.C. Wadhwa. Davon seien 318 Fälle durch direkte Razzien aufgedeckt worden und 84 durch Routinekontrollen. Die Verantwortliche wurden bestraft und zu empfindlichen Geldstrafen verurteilt. Es sei durchaus möglich, dass einige von Ihnen im Gefängnis landen werden.
Im ganzen Land werden die Distriktkommissare in ihrem jeweiligen Gebiet die Aktion koordinieren. Es werden Plakate an öffentlichen Plätzen angebracht, um die Bürger über die Gefahren der Kinderarbeit aufklären sollen und landesweit Kontrollen durchgeführt. Zudem werden demnächst Zentren zur Rehabilitation ehemaliger Kinderarbeiter eingeweiht. Jedes dieser Zentren kann bis zu 50 Kinder aufnehmen, die dort bis zu ihrem vierzehnten Lebensjahr bleiben können. Den Kindern wird Kleidung, Nahrung und Unterkunft gestellt sowie Sprachunterricht erteilt.
Des weiteren werden spezielle Schulen eingerichtet, die besonders armen Kindern Unterricht und ein Mittagsmenu kostenfrei anbieten. Zusätzlich sind Schulen speziell für Kinder geplant, die in den berüchtigten Steinbrüchen arbeiten mussten. Ziel der gesamten Aktion sei es, langfristig jede Form der Kinderarbeit aus dem Land zu verbannen.
Link zum Artikel in englisch auf expressindia.com
Mittwoch, 12. November 2008
 Auch in der Schweiz wird mittlerweile über einen nachhaltigen Beschaffungskodex nachgedacht. Jedoch geht dem Schweizer Arbeiterhilfswerk (SAH) der Vorschlag des Bundesrates zur Revision des Beschaffungsrechtes nicht weit genug. Das SAH fordert mehr soziale Nachhaltigkeit und das mit Steuergeldern keine Ausbeutung mehr betrieben werden darf.
Ein großer Teil der Produkte, die Bund, Kantone und Gemeinden jährlich einkaufen, wird in Asien, Lateinamerika oder Osteuropa angefertigt. Bisher hat es die öffentliche Hand nur sporadisch interessiert, unter welchen Bedingungen dort produziert wird. Deshalb sind Skandale, wie die Bepflasterung des Dorfplatzes mit Steinen aus Kindersteinbrüchen, keine Seltenheit.
Link zum Artikel auf presseportal.ch
Reaktion des SAH auf den Entwurf des Bundesrates
Video zum Streinbruchskandal bei YouTube
"Schweiz: Beschaffungskodex geht Arbeiterhilfswerk nicht weit genug" vollständig lesen
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