Montag, 16. August 2010
 Britische Hilfsorganisationen schätzen, dass hunderte Kinder in Großbritannien zur Prostitution gezwungen werden. Das Problem wurde in der Öffentlichkeit und durch die Medien bisher nicht thematisiert, obwohl es sich nicht um Einzelfälle handelt. Zwischen April 2009 und Mai 2010 hatte das staatliche Human Trafficking Centre 38 Fälle registriert - die Kinderhilfsorganisation Barnardo's berichtete gar von 609 sexuell ausgebeuteten Kindern, die im vergangenen Jahr betreut werden mussten. Die Kinderprostituierten stammten oftmals aus sozial schwachen und instabilen Familien.
Häufig läuft die Ausbeutung nach einem bestimmten Schema ab: Meist sind es Mädchen im Alter zwischen 11 und 13 Jahren, die von älteren Männern - Loverboys genannt - mit Geschenken gelockt und manipuliert werden, bis sich ein Vertrauensverhältnis aufbaut und die Kinder zur Prostitution gezwungen werden.
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Donnerstag, 5. August 2010
 Wer schmückt sich nicht gern mit einem guten Gewissen? Erstmals wird in Kolumbien zertifiziertes Fairtrade-Gold gewaschen. Im Westen Kolumbiens, in Tado, wurde die Organisation "Oro Verde" auf die traditionelle, umweltschonende Goldwaschpraxis der Einwohner aufmerksam und machte aus dem geschürften Edelmetall eine Marke. Der Verein garantiert höhere Einkommen (2 % über dem Marktwert) und sorgt dafür, dass 13% aus dem Goldverkauf in Entwicklungsprojekte vor Ort fließen. Dies kommt auch anderen Einwohnern zugute: "Viele Menschen profitieren von dem Programm, selbst wenn sie nicht direkt im Geschäft mit Gold sind", so der Goldwäscher Mosquera. Um Umweltschutzkriterien zu gewährleisten, gibt es regelmäßige Kontrollen des Vereins Asocasan vor Ort: So werden Wassertiere geschützt, der Gebrauch von Quecksilber vermieden und die Böden nach den Grabungen wieder bepflanzt. Fairtrade vergibt nun ihr Logo an Oro Verde und an ein Dutzend vergleichbarer südamerikanischer Initiativen. Der Marktanteil von Fairtrade Gold soll langfristig global auf 5 % steigen.
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Freitag, 30. Juli 2010
 Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Environmental Justice Foundation gibt an, dass bei der Baumwollernte 2009 in Usbekistan ca. eine Million Kinder ab zehn Jahre zum Pflücken zwangsverpflichtet wurden. Das Testmagazin Konsument befragte neun Großunternehmen der Textilbranche zur Herkunft der verarbeiteten Baumwolle in Bezug auf mögliche Kinderarbeit. Benetton, Fruit of the Loom und Land's End gingen nicht auf die Problematik ein; H&M und Nike erklärten, dass sich kinderarbeitsfreie Baumwolle nicht garantieren lasse; C&A gibt an, Verarbeitungbetriebe und Lieferanten zu kontrollieren. Keines der befragten Unternehmen macht auf den Etiketten das Herkunftsland der verarbeiteten Baumwolle transparent. Der Ethikexperte des Testmagazins, Peter Blazek, rät: "Für Konsumenten, die ohne Kinderarbeit erzeugte Baumwolle tragen möchten, bleibt der Einkauf bei den ,Großen' der Branche eine unsichere Angelegenheit.
Lediglich das Fairtrade-Logo bietet Sicherheit und garantiert u.a., dass keine Kinder dafür arbeiten mussten."
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Dienstag, 27. Juli 2010
 In Indien wurden erneut innerhalb einer Woche Minderjährige befreit, die in Restaurants und Geschäften unter unwürdigen Bedingungen beschäftigt waren. Die zehn Teenager waren vor einigen Monaten aus ihren Dörfern nach Wadala gebracht worden und mussten 12 bis 15 Stunden am Tag arbeiten, so schildert es ein Mitglied des Befreiungsteams der NGO Balprafulta, die sich vorrangig um Straßenkinder kümmert.
Nach der Befreiung wurden die Kinder in einem Heim untergebracht und anschließend dem Child Welfare Committee vorgestellt. Um die Unternehmer bestrafen zu können, muss das exakte Alter der Kinder ermittelt werden.
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Donnerstag, 22. Juli 2010
 Die Bundeswehr beteiligt sich zur Zeit an einer EU-Militärmission, die darauf abzielt, Somalias Übergangsregierung dabei zu unterstützen, Sicherheits- und Ordnungsstandards zu entwickeln. Innerhalb eines Jahres bilden bis zu 20 Bundeswehrsoldaten somalische Rekruten aus. Nachdem bekannt wurde, dass Human Rights Watch und die Vereinten Nationen den Truppen der Übergangsregierung Menschen- und Kriegsvölkerrechtsverletzungen vorwerfen, konnte das Außenministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion hin nicht ausschließen, dass im Zuge der Militärausbildung auch Minderjährige rekrutiert würden. Hinzu käme die Gefahr, dass die frisch Ausgebildeten zu den somalischen Milizen überliefen. Die EU prüft die Rekruten im Vorfeld lediglich auf ihre gesundheitliche Eignung hin, die Verantwortung läge bei der Übergangsregierung. Somalia hat - neben den USA - bisher nicht die Kinderrechtskonventionen unterzeichnet.
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Mittwoch, 21. Juli 2010
 Werden in Deutschland palästinensische Jugendliche und Kinder als Drogenkuriere missbraucht? Vor Erscheinen des schon jetzt polarisierenden Buches der kürzlich verstorbenen Jugendrichterin Heisig wurden Passagen daraus bereits im "Spiegel" abgedruckt. Sie stellt die These auf, dass in Deutschland ca ein Dutzend arabische Clans mit Tausenden Mitgliedern in kriminell ausgerichteten Strukturen leben, die ihre Kinder den deutschen Behörden entziehen. Diese Kinder wüchsen in ein System hinein, welches Straftaten jeglicher Bandbreite abdecke: von Drogendelikten bis hin zu Mord. Hinzu kommen staatenlose Kinder aus palästinensischen Flüchtlingslagern, die mithilfe der arabischen Drogenmafia in die Bundesrepublik geschleust und durch Landsleute in den Drogenhandel eingewiesen würden. Heisig fordert in ihrem Buch schärfere Einreisekontrollen und geschlossene Einrichtungen, um staatenlose Kinder vor den Gefahren einer dergestalt organisierten Kriminalität zu schützen.
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und Süddeutsche Zeitung vom 20. Juli 2010, Panorama: "Abrechnung mit den Clans"
Dienstag, 20. Juli 2010
 Um eine Petition gegen Kinderhandel zu erreichen, hat das Netzwerk ECPAT eine Protesttour durch 11 deutsche Städte gestartet. "Mit der Petition fordern wir die Bundesregierung und -länder dazu auf, Opfer von Kinderhandel kindgerecht zu unterstützen und gleichzeitig ein nationales Meldesystem aufzubauen", so Mechthild Mauerer, ECPAT-Geschäftsführerin. Die Unterschriften sollen im kommenden Jahr den Vereinten Nationen übergeben werden. Angestrebt werden auch gezielte Qualifizierungen von Polizisten und Mitarbeitern in Jugend- und Ausländerbehörden. ECPAT Deutschland, 2001 gegründet, hat es sich zum Ziel gesetzt, sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch Pornografie, Prostitution und Menschenhandel zu bekämpfen. Die Organisation wird durch 29 unabhängige Einrichtungen unterstützt, darunter missio. In 66 Ländern gibt es vergleichbare Aktionen gegen sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel.
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Bild: Thomas Schoch
Donnerstag, 15. Juli 2010
 In einer internen Studie des BKA für das erste Halbjahr 2010 heißt es: " Kinderpornografische Webseiten bleiben trotz aller Löschungsbemühungen eine zu lange Zeit abrufbar." Selbst nach einer Woche können solche Seiten per Mausklick auf den Computer geladen werden. Das Erschreckende: Bis zur kompletten Löschung gibt es der Untersuchung zufolge "immense Zugriffszahlen". Deshalb plädiert BKA-Präsident Jörg Ziercke für die Seitensperrung, zumal die Produzenten häufig über Kopien des Materials verfügen. Auch der Innenausschussvorsitzende im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU) fordert: "Wenn man aber nicht löschen kann, muss man wenigstens den Zugang durch Internetsperren erschweren. Dafür plädiert die Union energisch." Sie stößt dabei aber weiterhin auf heftigen Widerstand seitens der FDP.
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Dienstag, 13. Juli 2010
 Der Ludwigsburger Mineralienhändler Marco Schreier erarbeitet gemeinsam mit dem Verein "Fair Trade Minerals & Gems e.V." Kriterien für ein Gütesiegel zum fairen Handel mit Mineralien und Schmucksteinen. Eine anerkannte Fairtrade-Zertifizierung gibt es auf dem Sektor bisher nicht, nachdem die Handelswege der Steine intransparent sind und einzelne Verarbeitungsschritte getrennt voneinander durchgeführt werden. Über Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben informiert sich Marco Schreier regelmäßig persönlich mit seinem Team. Mitarbeiter kontrollieren auch vor Ort die Hauptlieferanten in Indonesien, China und Brasilien. Zusätzlich unterstützt er auch aktiv ein faires Opal-Abbau-Projekt in Honduras.
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Montag, 12. Juli 2010
 Seit Juli 2009 erobert eine neue Lifestyle-Limonade die Republik. Mit den Slogans :"Trinken hilft" und "Halb Limonade, halb Entwicklungshilfe", unterstützt LemonAid zwei Kleinbauernkooperativen in Brasilien und Paraguay. Die ceveren Erfinder der Marke, die Jungunternehmer Bethke und Berndt bieten einen biologischen Limettendirektsaft, abgerundet durch fair gehandelten Rohrzucker und Bio-Minze in edel und modern gestalteten Flaschen an. Kaufen kann man LemonAid in ausgewählten Läden und Szenekneipen. Das Produkt soll nicht zur Massenware verkommen, aber junge Konsumenten auch wegen seines guten Geschmacks und seiner Aufmachung dazu animieren, den fairen Handel zu unterstützen.
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