Dienstag, 9. März 2010
 Kaffee genießen und dabei Gutes tun: Der Kaffeeröster Tchibo schenkt ab sofort ausschließlich nachhaltig erzeugten Kaffee aus. Zu den seit 2008 auf Fairtradeproduktion umgestellten Kaffeespezialitäten und Espressoerzeugnissen gesellt sich neu der Caffè Crema. Tchibos klassischer Filterkaffee stammt von nun an von Kaffeefarmen, die durch die Rainforest Alliance zertifiziert sind. Wesentliche Anliegen des Kaffeerösters sind die Sicherung von Ressourcen, Umweltschutz und die Verbesserung der sozialen Bedingungen in den Produktionsländern. Tchibo hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: 2015 soll jede vierte Bohne aus verantwortlichem Anbau stammen.
Auch Starbucks stellt auf Fairtrade-Erzeugnisse um: Ab sofort bietet die Kaffeekette europaweit nur noch zertifizierte Espressogetränke an. Der Kaffeeriese verpflichtet sich durch seine Kooperation zu nachhaltig produziertem und gehandeltem Kaffee: "Starbucks setzt neue Maßstäbe in der Kaffeeindustrie, indem es seine globale Größe dazu einsetzt, Gutes zu tun. So wird die Reichweite von Fairtrade vergrößert und der Einfluss auf zehntausende Bauern, die das Herz des Fairtrade Systems bilden, verstärkt.", so Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V.
Link zum Artikel (Tchibo)<Link zum Artikel (Starbucks)
Montag, 8. März 2010
 Am gestrigen Sonntag begann in San'a, der Hauptstadt des Jemen, ein fünftägiger Workshop, der darauf abzielt, ausgewählte Inspektoren zu Gesundheits- und Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit Kinderarbeit aufzuklären und sie bei ihrer Feldarbeit in den betroffenen Regionen zu unterstützen. Organisiert wird der Workshop vom Ministerium für Soziale Angelegenheiten und Arbeit in Zusammenarbeit mit der ILO. Den Teilnehmern wurde eine Liste mit Beschäftigungen ausgeteilt, die Kinder nicht ausführen dürfen. Dieser Workshop ist Teil eines nationalen Programms und eine weitere Intervention der Regierung, die institutionelle Seite im Kampf gegen Kinderarbeit zu stärken. Der nationale ILO-Repräsentant, Raidan Al-Saqqaf, gab an, dass die Organisation seit 2000 in Zusammenarbeit mit sozialen Partnern und der Regierung vor Ort präsent sei: "[...] Wir sehen einer weiteren Kooperation in der Zukunft entgegen, um ehrliche Arbeit für alle zu ermöglichen."
Offiziellen Schätzungen zufolge arbeiten 420.000 Kinder im Jemen.
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Mittwoch, 3. März 2010
 Unter Missachtung eines nationalen Gesetzes nehmen weiterhin zehnjährige Jungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten an Kamelrennen teil. Dies teilte die Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International mit, welche im vergangenen Monat auf die minderjährigen Jockeys in Abu Dhabi stieß. Vor fünf Jahren wurde ein Gesetz erlassen, welches unter 18jährigen die Teilnahme an Kamelrennen untersagt - einem traditionellen Sport in arabischen Ländern. Das Gesetz entstand unter anhaltendem internationalen Druck und wurde von einer Rückführungskampagne flankiert, welche (teils vierjährige) Kinderjockeys in ihre Heimatländer in Südasien und Afrika zurückbrachte. Das Rennen, bei welchem die zehnjährigen Jockeys auffielen, fand unter Anwesenheit von Polizeibeamten und Scheich Sultan bin Zayed Al-Nahyan, einem Mitglied der Königsfamilie, statt. "Kinder als Kameljockeys zu missbrauchen, bricht internationales Gesetz, welches unter 18jährige vor gefährlicher Arbeit schützen will, egal aus welchem Land sie stammen. [...] manche sind so verängstigt, dass sie versuchen, während des Rennens abzuspringen", so Catherine Turner, die Koordianatorin des Kinderarbeitsprogramms von Anti-Slavery International. Den Autoritäten in den Vereinigten Arabischen Emiraten fehle es am nötigen Willen, mit der Kinderjockey-Tradition zu brechen.
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Dienstag, 2. März 2010
 Die Stadt Hannover will künftig mehr Produkte aus fairem Handel einsetzen. Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit sollen dabei vollständig verbannt werden. Die Stadtverwaltung hat diesbezüglich den Ratsmitgliedern ein neues Beschaffungskonzept vorgelegt. Bei Veranstaltungen öffentlicher Einrichtungen sollen Getränke wie Kaffee, Tee oder Orangensaft nur aus fairem Handel bezogen werden. Auch die öffentliche Beschaffung von Produkten wie Arbeitskleidung, Spielwaren, Sportbällen und Pflastersteinen liegt künftig den neuen Kriterien zugrunde. Nachgewiesen wird die Herkunft über entsprechende Siegel oder durch Selbstverpflichtungserklärungen und unabhängige Kontrollen.
Das neue Konzept beruht auf der einstimmig beschlossenen Milleniumserklärung des deutschen Städtetags. Seit 2005 existiert bereits ein Grundsatzbeschluss der Stadt Hannover, Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit in der Stadtverwaltung auszuschließen. Auf dem neuen Vergaberecht vom April 2009 basierend, legt das Konzept nun Details dazu fest.
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Montag, 1. März 2010
Niedersachsens Innenministerium hat in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt eine Strategie gegen Kinderpornografie im Netz entwickelt. Künftig soll das BKA eine sogenannte Hash-Datei mit (teilweise jehrzehntealten) kinderpornografischen Bildern und Videos führen, die an Suchmaschinen weitergegeben werden, um sie aufspüren und aus dem Netz verbannen zu können. Die Kinderschutzorganisation CareChild hält das Projekt als flankierende Maßnahme für sinnvoll, sieht darin aber keine Strategie. Michael Kappe, Sprecher von CareChild: "Es ist zwar wünschenswert, dass auch 40 Jahre altes Material aus dem Netz verschwindet, jedoch sollte die maximale Energie darauf verwendet werden, den aktuellen Missbrauch von Kindern, der gegenwärtig stattfindet, zu verhindern.". CareChild weist darauf hin, dass Kinderpornografie heute nicht mehr offen auf Webseiten abgelegt wird, sondern innerhalb von privaten Gruppen getauscht und neu produziert wird, um den Bedarf zu decken. Suchmaschinen haben keinen Zugriff auf diese Form der Verbreitung. CareChild fordert deshalb dringend mehr gut ausgebildetes Personal und eine schnelle internationale Vernetzung, um Kinderpornografie effektiv bekämpfen zu können.
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Donnerstag, 25. Februar 2010
 Unter dem Motto "Kinderarbeit vermeiden. Na klar - aber wie?" werden am Donnerstag, den 4. März 2010, von 15 bis 18 Uhr in der Münchner Stadtinformation im Rathaus Fragen rund um das Thema Kinderarbeit beantwortet. Heinz Schulze von der lokalen Agenda 21 koordiniert den Themennachmittag der Kinder- und Familieninformation. Fragen können auch schon vorab an "www.kinder-familieninformation@muenchen.de" geschickt werden.
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Mittwoch, 24. Februar 2010
 Viel Wirbel gab es im vergangenen Jahr um das geplante Internetsperrengesetz für Seiten mit kinderpornografischem Inhalt. Trotz massiver Proteste von Datenschützern und Usern wurde es hart erkämpft, letzte Woche vom Bundespräsidenten unterschrieben und trat am 22. Februar in Kraft, um zeitgleich durch das Innenministerium wieder gestoppt zu werden. Schon im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP war vereinbart worden, das Gesetz ein Jahr lang nicht anzuwenden. Statt der Sperrung soll nun eine neue Regelung getroffen werden: Unter Druck geraten erarbeitet die Bundesregierung bereits ein Gesetz zur Löschung entsprechender Webseiten, das als wesentlich erfolgversprechendere Maßnahme angesehen wird. In einem Erlass des Innenministeriums heißt es nun eindeutig, es seien "weder Sperrlisten zu erstellen noch Sperrlisten an die Internetserviceprovider zu übermitteln".
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Dienstag, 23. Februar 2010
 Nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation sind seit August vergangenen Jahres 187 Kinder bei Kämpfen zwischen Armee und schiitischen Aufständischen im Norden des Jemen getötet worden. Die jemenitische Kinderschutzorganisation SEYAJ, die in Zusammenarbeit mit UNICEF eine Studie erstellt, beklagte am Montag, dass 71% der getöteten Kinder bei Kämpfen, die restlichen aus Nahrungs- oder Medikamentenmangel ums Leben kamen. Laut SEYAJ hätten sowohl die Houthi-Rebellen als auch die Pro-Regierungsmiliz hunderte Kindersoldaten in dem sechs Jahre dauernden Konflikt eingesetzt. Nachdem Rebellenführer Abdulmalik al-Houthi im September 2004 die Nachfolge seines Bruders angetreten hatte, waren in den folgenden Jahren 150.000 Menschen vertrieben worden.
Am 12. Februar wurde eine Waffenstillstand vereinbart.
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Donnerstag, 18. Februar 2010
 Die in New York ansässige Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch prangert an, dass hunderttausende Kinder unter unmenschlichen und gefährlichen Bedingungen in der US-amerikanischen Landwirtschaft beschäftigt seien. "Statistiken der US-Regierung zeigen, dass nur knapp die Hälfte [dieser Kinder] die High-School beendet. Der nationalen Sicherheitsbehörde zufolge ist landwirtschaftliche Beschäftigung der zweitgefährlichste Arbeitssektor in den USA...", so Human Rights Watch. Aktuelle Kinderarbeitsgesetze erlauben es Kindern in der Landwirtschaft, mehr Stunden, in jüngerem Alter und unter gefährlicheren Bedingungen zu arbeiten, als in jedem anderen Sektor. So dürfen in diesem Bereich Kinder schon im Alter von 12 Jahren ohne zeitliche Einschränkung vor und nach der Schule beschäftigt werden. Human Rights Watch fordert US-Bürger auf, im Hinblick auf eine Erneuerung der Gesetze und zur Unterstützung des Children Act For Responsible Employment (CARE-act) ihre Kongressabgeordneten zu kontaktieren. CARE-act hat es sich zum Ziel gesetzt, einen legalen Schutzrahmen für Kinder zu schaffen, die in der Landwirtschaft beschäftigt sind, das Mindestarbeitsalter auf 16 Jahre zu erhöhen und eine zivil- und strafrechtliche Verfolgung von Arbeitgebern voranzutreiben, die Kinder ausbeuten.
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Dienstag, 16. Februar 2010
 Die 15jährige Thet arbeitet 14 Stunden täglich in einer Bekleidungsfabrik in Rangun, sieben Tage die Woche, für umgerechnet 35 US$ im Monat. "Unter einem Dach zu arbeiten ist besser, als auf den Reisfeldern in der Sonne oder im Regen. Ich fühle mich hier nicht erschöpft", so Thet. In der Sekundarstufe wurde sie von ihrer Mutter aus der Schule genommen, um ihre jüngere Schwester zu betreuen. Nachdem die Mutter gestorben war und der Vater die Familie verlassen hatte, war sie gezwungen, auf den Reisfeldern zu arbeiten, um den Lebensunterhalt zu sichern, konnte aber ihre Großmutter überzeugen, sie in eine Bekleidungsfabrik zu schicken, in der auch schon ihre Tante arbeitete. Die Arbeitsbedingungen in vielen Fabriken lassen sich nicht mit den ILO-Standards bezüglich Gesundheit, Sicherheit, Kinderarbeit, Arbeitszeiten und Entlohnung in Einklang bringen. Obwohl die ILO in Myanmar durchaus präsent ist, ist sie an strenge Auflagen der Militärregierung gebunden und konzentriert sich hauptsächlich auf die Themen Zwangsarbeit, Kindersoldaten und das Recht auf Versammlungsfreiheit, so Steve Marshall, ILO-Beauftragter in Rangun. Er spricht von einem Zwiespalt: "Wir haben eine Menge Erfahrung, die wir unterstützend einbringen könnten, aber aufgrund der momentanen Rechtssituation sind uns die Hände gebunden." Thet träumt unterdessen davon, wieder die Schule besuchen zu können: "Ich vermisse meine Schulfreunde. Wenn ich nicht arbeiten müsste, würde ich lernen wollen."
Link zum Artikel (englisch)Tags für diesen Artikel: ilo
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