Freitag, 9. April 2010
Auch die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft zeigen vorbildliches Engagement im Kampf gegen Kinderarbeit, wie die Aktionen der Klasse 6b der Ederseeschule in Herzhausen sowie der Klasse 9d des St. Willibrord Gymnasiums in Bitburg zeigen. Ein Film über Kinderarbeiter in Indien bewegte die Schülerinnen und Schüler der Ederseeschule so sehr, dass sie anschließend einen Verkauf von alten jedoch gut erhaltenem Spielzeug in den Schulpausen organisierten. Die so gewonnenen Spendengelder sollen nun nach Indien geschickt werden. Die Bitburger 9.Klässler beschäftigten sich mit dem Thema „ Kinderarbeit“ im Englischunterricht. Durch Information über Formen, Ausmaß und die Situation in den einzelnen Ländern machen sie nun ihre Mitschüler auf das heikle Thema aufmerksam.
Link zum Artikel (Ederseeschule)
Link zum Artikel (St.Willibrord Gymnasium)
Donnerstag, 8. April 2010
 Juristen der Verbraucherzentrale Hamburg, unterstützt vom European Center for Constitutional and Human Rights und der Kampagne für Saubere Kleidung, haben eine Klage gegen den Discounter beim Landgericht Heilbronn eingereicht. Sie beruht auf den eklatanten Missständen in den Zuliefererbetrieben der Dritten Welt und auf der irreführenden Werbung Lidls diesbezüglich – das Unternehmen wirbt für offensiv für seinen Einsatz für „sozialverträgliche Arbeitsbedingungen…vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern“.
Wie sich nun zeigt sieht die Realität jedoch anders aus: Bei Kontrollen in drei bengalischen Textilfabriken Lidls wurden mehrfache Verstöße gegen die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie des Europäischen Programms für Sozialstandarts (BSCI) – zu dem sich Lidl eigentlich bekennt – offensichtlich.
"Klage gegen Lidl" vollständig lesen
Dienstag, 6. April 2010
 In der autonomen Region Somaliland gibt es einen beunruhigenden Anstieg von Menschenhandel. Ein führender Regierungsvertreter sagte, dass vor allem der Handel mit Kindern in dieser Region durch das Fehlen einer stabilen Regierung begünstigt wird. Lul Hassan Matan, Direktor für Kinderschutz in Somalilands Nationaler Menschenrechtskommission berichtet: „Die Kinder werden auf verschiedendste Weise ausgebeutet, insbesondere als Kinderarbeiter in Somaliland. Wann immer man auf weinende Kinder in der Straße trifft, erzählen sie, ohne ihre Eltern zum Arbeiten hierher gebracht worden zu sein.“ Sie werden mit falschen Versprechungen aus ihren Familien gelockt und dazu genötigt, die Informationen mit niemandem zu teilen. Sind die Kinder dann erstmal fernab ihrer Heimat, so sind sie ausbeuterischer Arbeit und Prostitution schutzlos ausgeliefert. Aufklärung und Prävention will das Ministerium für Familie und Soziales durch Diskussionsforen, Debatten und Seminare leisten. Auch Poster entlang der Grenzen und Flughäfen sollen auf die schwerwiegende Problematik aufmerksam machen. Erschwerend auf die Wirksamkeit der Maßnahmen der Regierung wirkt sich zudem jedoch aus, dass es keine verlässlichen Zahlen und Statistiken über das Ausmaß von Menschenhandel in Somalia gibt.
Link zum Artikel (englisch)
Dienstag, 23. März 2010
 Hunderte Kinder in Bolivien – manche nicht älter als 10 Jahre – verrichten schwerste körperliche Arbeit in den Silberminen von Cerro Rico, einem Berg in den Anden bei Potosí. Roberto Fernandez, Gründer der NGO „Yachay Mosoj“, die sich dafür einsetzt, Kinder von den Minen fernzuhalten und ihnen stattdessen eine Schulbildung zu ermöglichen, schätzt die Zahl der minderjährigen Minenarbeiter auf ungefähr 800. 2004 berichtete UNICEF von ca. 4000 unter 18-jährigen Arbeitern in den Bergwerken. Seitens der bolivianischen Regierung gibt es hier gar keine oder nur halbherzige Interventionen – zu viel politische Macht besitzen die Minenbetreiber. Zudem gibt es kein soziales Sicherungsnetz, so dass Familien wie die von Agustin Villanca Menacho (14 Jahre), der seit dem Tod seines Vaters täglich die gefährliche Arbeit im Bergwerk verrichtet, keinen anderen Ausweg sehen als ihre Kinder in die Silberminen von Cerro Rico zu schicken.
Link zum Artikel: Child Miners in Bolivia
Montag, 22. März 2010
 Der illegale Goldabbau in der südphilippinischen Provinz „Zamboanga del sur“ führt neben seinen Risiken für die Umwelt und Gesundheit der Bewohner zu einem Anstieg von Kinderarbeit und Kinderhandel. Der Polizeichef Arnel Galaben nennt Kinderhandel und Prostitution ein „großes Problem“ der Region. Kinderarbeit sei dort üblich, viele Kinder – manche nicht älter als 7 Jahre – helfen ihren Vätern in den illegalen Bergwerken anstatt zur Schule zu gehen – und verdienen hierbei nicht einmal 50 Cent am Tag. Desweiteren werden viele Kinder von den Minenarbeitern zur Prostitution gezwungen.
Ofelia, Betreiberin einer Mine in Balabag nennt die Arbeit in den illegalen Bergwerken „ihr Zuhause, ihr Leben und ihre Zukunft“, sie habe ihr ermöglicht ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dies alles jedoch für den zu hohen Preis des Wohls der ausgebeuteten Kinder der Region.
Link zum Artikel: Illegal mining breeds child labor, prostitution in Diplahan
Montag, 1. März 2010

Die Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG Bau) tritt für ein Ende ausbeuterischer Kinderarbeit bei der Fertigung von Grabmalen in indischen Steinbrüchen ein.
Trotz einer Verbesserung der Lage in den letzten Jahren arbeiten noch in 5-10 Prozent der dortigen Steinbrüche Kinder. Ohne jegliche Schutzkleidung wird dabei gefährliche Arbeit an Presslufthämmern verrichtet. Die schwere Arbeit führt zu eklatanten gesundheitlichen Schäden, die sich insbesondere in der durchschnittlichen Lebenserwartung der dortigen Kinderarbeiter von bloß 35-38 Jahren äußert.
Durch die von der IG Bau nun geforderte Änderung der Friedhofssatzungen soll sichergestellt werden, dass nur noch Grabmale verkauft werden, die nachweislich nicht aus gesundheitsschädlicher und ausbeuterischer Kinderarbeit stammen.
Link zum Artikel
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