Mittwoch, 3. März 2010
Nicht das erste Mal sieht sich nun auch Apple wieder mit schweren Verstößen gegen (sowieso nicht sonderlich Arbeitnehmer freundliche) Arbeitsrechte in Asien und speziell in China konfrontiert. Dass Apple das selbst veröffentlicht ist mutig und anerkennenswert, aber natürlich ist es auch die richtige Kommunikationsstrategie, die den Konzern vor noch härterer Kritik an seinem Geschäftsgebahren bewahren hilft.
"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - Apple´s Sündenfall" vollständig lesen
Montag, 1. März 2010
Niedersachsens Innenministerium hat in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt eine Strategie gegen Kinderpornografie im Netz entwickelt. Künftig soll das BKA eine sogenannte Hash-Datei mit (teilweise jehrzehntealten) kinderpornografischen Bildern und Videos führen, die an Suchmaschinen weitergegeben werden, um sie aufspüren und aus dem Netz verbannen zu können. Die Kinderschutzorganisation CareChild hält das Projekt als flankierende Maßnahme für sinnvoll, sieht darin aber keine Strategie. Michael Kappe, Sprecher von CareChild: "Es ist zwar wünschenswert, dass auch 40 Jahre altes Material aus dem Netz verschwindet, jedoch sollte die maximale Energie darauf verwendet werden, den aktuellen Missbrauch von Kindern, der gegenwärtig stattfindet, zu verhindern.". CareChild weist darauf hin, dass Kinderpornografie heute nicht mehr offen auf Webseiten abgelegt wird, sondern innerhalb von privaten Gruppen getauscht und neu produziert wird, um den Bedarf zu decken. Suchmaschinen haben keinen Zugriff auf diese Form der Verbreitung. CareChild fordert deshalb dringend mehr gut ausgebildetes Personal und eine schnelle internationale Vernetzung, um Kinderpornografie effektiv bekämpfen zu können.
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Dienstag, 16. Juni 2009
 Am Montag sprach sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy gegen die Effekte der Globalisierung aus. Er sagte, dass eine Revolution in den Arbeitsgesetzten die Rechte der Arbeiter und Bürger gegen die Effekte sichern würde. In einer Rede an die Internationale Arbeitsorganisation ( ILO) in Genf schimpfte Sarkozy gegen die globale Wirtschaft, die den Kampf statt die Zusammenarbeit, wirtschaftliche Entwicklung statt soziale Verbesserung und internationale Konkurrenz für Jobs und Finanzmarke fördert. Diese erhöhen den Lebensstandard oder verbessern das Wohlbefinden nicht.
Sarkozy schlägt eine Reform des Justizwesens der World Trade Organisation vor, sodass Arbeit und die Umwelt in gewerblichen Disputen eine Stimme haben könnten. „Es wird nicht mehr der Handelsschiedrichter sein, der die Entscheidungen trifft und das gewerbliche Gesetz wird nicht mehr über alles siegen,“ sagte Sarkozy.
"Sarkozy kritisiert Arbeitsbedingung in einer globalisierten Welt" vollständig lesen
Mittwoch, 10. Juni 2009
In den letzten Jahren haben sich immer mehr Unternehmen für ein soziales Verantwortungsbewusstsein ausgesprochen - auch bekannt unter dem englischen Begriff Corporate Social Responsibility (CSR). Aus Angst vor Imageverlust stecken sie Millionen in Werbekampagnen, die beweisen sollen, dass das eigene Unternehmen zu seiner sozialen und ökologischen Verantwortung steht. Meistens haben sie auch einen Code of Conduct, einen Verhaltenskodex. Darin werden z.B. Richtlinien in Bezug auf Arbeits- und Menschenrechte, Umweltschutz oder Kinderarbeit festgelegt. Viele Unternehmen unterstützen neben ihrem laufendem Betrieb soziale Projekte auf der ganzen Welt. So soll der Verbraucher ein Bild von dem Unternehmen "als Teil der Gesellschaft" erhalten. Klingt gut, aber wie nachhaltig ist dieses Engagement?
"Soziale Verantwortung von Unternehmen - mehr Schein als Sein?" vollständig lesen
Dienstag, 2. Juni 2009
Auf einem eigens eingerichteten Internetportal des Auswärtigen Amtes können sich Kinder über verschiedene politische Themen informieren. Umweltschutz, Menschenrechte oder Frieden sollen hier in kindgerechter Sprache leicht und nachvollziehbar erklärt werden. Die Gründe für die Armut in Afrika sind demnach: Streitigkeiten verschiedener "Völker", eigennütziger Herrscher und Grenzziehungen aus der Kolonialzeit. Plausibel dargestellt, aber nicht ganz der Realität entsprechend sind die Gründe somit ausschließlich in der Vergangenheit und innerhalb der Bevölkerung zu suchen. Über die Auswirkungen ökonomischer Machtinteressen wird kein Wort verloren. Was soll man die Kinder auch mit komplizierten Zusammenhämgen über globale Wirtschaftssysteme und deren westlich-orientierten Regelwerke belasten, wenn die Lösung vieler Probleme doch so offensichtlich erscheint: Das deutsche Militär - als weltweit engagierter Friedensstifter. So ist die Website des Auswärtigen Amtes nicht nur eine Darstellung der eurozentrischen Sichtweise auf weltweite Missstände, sondern gleichzeitig eine verfälschte Darstellung des Militärdienstes. Mit Hilfe der digitalen Medien wird versucht, den Krieg für Kinder und Jugendliche hoffähig zu gestalten.
"Internetseite macht Kindern den Militärdienst schmackhaft" vollständig lesen
Dienstag, 26. Mai 2009
Zahlreiche Grabsteine, die auf deutschen Friedhöfen stehen, sind mit Hilfe von Kindern in indischen Steinbrüchen entstanden. Neben der geringen Entlohnung sind die Heranwachsenden der ständigen Gefahr von Unfällen und Krankheiten ausgesetzt. Gibt es keine Möglichkeiten, Friedhöfe ohne Einfluss von Kinderarbeit zu gestalten? Diese Frage versuchen derzeit auch die deutschen Kirchen zu klären. Einfach scheint ihnen dies allerdings nicht zu fallen. In einigen Friedhofsverordnunden ist zwar verankert, dass nur Grabsteine mit Zertifikaten aufgestellt werden sollen, die Umsetzung gestaltet sich aber als schwierig. Ein Lösungsvorschlag seitens der reformierten Kirche ist, ausschließlich zertifizierte Grabsteine zuzulassen - als Nachweis dafür, dass an der Herstellung des Grabsteins kein Kind mitgewirkt hat. Ob und wie diese Auszeichnung letztendlich überprüft werden würde sei dahingestellt. Weiterhin denkbar wäre, statt Grabsteinen vermehrt nur noch kleine Gedenktafeln anzubringen. Immer mehr Städte und Kommunen haben sich in letzter Zeit bereits dazu verpflichtet, keine Waren mehr aus Kinderarbeit anzunehmen. Den größten Einfluss haben allerdings immernoch die Konsumenten. Vielleicht sollten daher die Angehörigen der Verstorbenen die eigenen Bedürfnisse zu Gunsten der Kinder noch einmal überdenken. Dem "Nutznießer" dieser Ware dürfte es schließlich wenig ausmachen, ob sein Name auf einem indischen Granitstein oder auf einer Messingtafel steht.
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Montag, 18. Mai 2009
Laut einer Umfrage sind 92 Prozent der Bürger für das Gesetz der Internet-Sperrung von Kinderpornograpfie. Des Weiteren befürworten 84 Prozent der Bürger eine allgemeine Kontrolle von strafbaren Inhalten im Internet durch den Staat. Aus Sorge um die Informations- und Meinungsfreiheit hatte eine Online-Petition gegen die allgemeine Sperrung der kriminellen Inhalte in der Rekordzeit von vier Tagen mehr als 50.000 Unterstützer gefunden. Diese Kritiker der Internet-Sperrung sind der Meinung, eine Entscheidung seitens des Bundeskriminalamtes über die Sperrung von Internet-Seiten sei ein Angriff auf die Informationsfreiheit an sich anstatt die Bekämpfung von kriminellen Inhalten wie Kinderpornograpfie. Die Mehrheit der Bürger sind klar gegen Kinderpornografie, jedoch befinden sie das Mittel der Internet-Sperrung als das falsche Mittel. Link zum Artikel
Dienstag, 12. Mai 2009
Der Direktor des Hasso-Plattners Instituts hat sich gegen Internetseiten, die Kinderpornographie zeigen, ausgesprochen. Der Professor für Internet-Technologien und -Systeme Christoph Meinel sagte, dass bei gedruckten Medien die Öffentlichkeit längst akzeptiert habe, dass Strafbares dort nicht veröffentlicht werden dürfe, und verstehe das nicht als Angriff gegen Meinungsfreiheit. Stimmen gegen die Sperrung der Kinderpornographie-Seiten sagen aus, dass die Sperrung der Kinderpornographie-Seiten das Vorbild für weitere Angriffe gegen das Grundrecht der Informationsfreiheit setze. Prof. Meinel betonte, dass diese Meinungen nur irrationale Ängste seien. Eine Online-Petition gegen das Gesetz zur Sperrung dieser Seiten hatte in vier Tagen mehr als 50.000 Unterstützer gefunden.
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 Ein unvorstellbares Szenario – aber für den Skandalsender RTL offensichtlich eine weitere Möglichkeit, Zuschauerzahlen und Werbeeinnahmen zu steigern. Am 3. Juni startet die mittlerweile abgedrehte und ethisch höchst bedenkliche Dokureihe, in der Teenager vier Tage lang das Elternsein auf Probe üben dürfen: Fremde Babys und Kleinkinder werden ihnen dabei als Versuchsobjekte zur Verfügung gestellt. Zwar betont der Sender, die leiblichen Eltern könnten das Geschehen rund um die Uhr beobachten, das Experiment jederzeit abbrechen und zur Unterstützung stünden ihnen mit einer Kinderkrankenschwester, einer Kinderpsychologin und einer Erzieherin Expertinnen zur Seite. Dennoch fordert der Kinderschutzbund RTL auf, die Serie nicht auszustrahlen, da sich Kinder im Alter von 9 bis 14 Monaten in einer hochsensiblen Phase befänden und auf fremde Personen mit Angst und Abwehr reagieren würden. Die Gefahr einer Bindungsstörung sei zu groß. „Diese Sendung setzt die Kinder einem hohen Risiko aus, ist somit Kindeswohlgefährdung und nicht hinnehmbar“, so die Bundesgeschäftsführerin des Kinderschutzbundes Paula Honkanen-Schobarth. Auch Karl-Heinz Brisch, Psychosomatiker am Haunerschen Kinderspital in München warnt vor einer posttraumatischen Belastungsstörung: „Ich überlege, Anzeige gegen RTL und die Eltern zu erstatten wegen Kindesmisshandlung. [...] Die Babys werden weinen, rufen, jammern und enormem Stress ausgesetzt sein.“ Dies würde sicherlich auch die Teenager unter massiven Druck setzen.
Doch schreiende Babys und der Kitzel eines Gefährdungspotentials durch gestresste Jugendliche – was kann sich RTL mehr wünschen, um den Voyeurismus der Zuschauer zu bedienen?
Link zum Artikel und Süddeutsche Zeitung vom 12. Mai 2009
Dienstag, 7. April 2009
In den letzten Tagen sorgte der Adoptionsantrag von Popprinzessin Madonna für ein 3-jähriges Mädchens in Malawi für Aufregung. Er wurde mit der Begründung abgelehnt, dass sich der Antragsteller im Voraus 24 Monate im Land aufhalten müsse. Für dauerreisende Stars wie Madonna oder Angelina Jolie unmöglich. Die schnelle Abwicklung der Adoptionen auf Grund des Bekanntheitsstatusses sorgen für Kritik. Denn kinderlose Eltern warten häufig bis zu Jahren auf die Erlaubnis einer Adoption. Reiche Prominenz jettet mal eben in das Land und holt sich, was grade als niedlich erscheint, so sieht es für Außenstehende zumindest aus. Kinder werden hier zur Ware. Und ob ein Leben zwischen Blitzlichtgewitter, ohne festen Wohnsitz und fernab von Verwandten und Kultur wirklich eine bessere Alternative ist, bleibt fraglich. Vielleicht wär das Geld in sinnvollen Projekten besser angelegt...
Quelle: sueddeutsche.de
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