Freitag, 24. April 2009
Ein gutes Jahr hat es nun noch gedauert, seit die Bundesregierung Einlenken signalisierte. Mit der gestrigen Veröffentlichung des " Gesetz zu Modernisierung des Vergaberechts" im Bundesgesetzblatt tritt das neue Vergaberecht heute in Kraft. Ab dem heutigen Tag kann jeder öffentliche Auftraggeber in Deutschland unstrittig soziale oder ökologische Aspekte bei der Auftragsvergabe berücksichtigen, wie zum Beispiel Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit ablehnen.
Vor genau 6 Jahren ist das " Übereinkommen 182 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit" auch in der Bundesrepublik in Kraft getreten. Seitdem haben bereits über 140 Städte, Gemeinden und Landkreise sowie 7 Bundesländer beschlossen, Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit bei der eigenen Beschaffung abzulehnen. (Eine aktuelle Übersicht auf unserer Deutschlandkarte)
Auch wenn darunter über die Hälfte der deutschen Großstätte vertreten sind, ist das erst ein kleiner Teil der über 2000 deutschen Städte, 300 Landkreise und Bundesländer. EarthLink wird in den kommenden Monaten mit einem neuen Projekt "Kommunen aktiv gegen Kinderarbeit" deshalb gezielt die Gemeinden, Städte und Landkreise ansprechen, die noch keinen entsprechenden Beschluss gefasst haben und diesen Unterstützung anbieten.
Dienstag, 14. April 2009
 Am 22.04.2009 behandelt der Stadtrat von Dessau-Roßlau erneut den Antrag „Stadt Dessau-Roßlau gegen ausbeuterische Kinderarbeit“. Denn im Dezember 2008 wurde der Antrag vorerst zurückgestellt. Schon im Juni 2008 fasste das Land Sachsen-Anhalt einen Beschluss, für öffentliche Aufträge nur Materialien zu verwenden, die nicht unter ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt wurden. Nun wird dies auch von der Stadt gefordert. Eingereicht wurde der Antrag von der CDU- Politikerin Jacqueline Lohde. Vor allem auch die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), ein Sozialausschuss der CDU, setzt sich mit einer Kampagne „kind.gerecht“ gegen Kinderarbeit ein und übt zugleich Druck auf die Politik aus.
Montag, 16. März 2009
 Die nordrhein-westfälische Stadt Erkelenz ist eine weitere Stadt Deutschlands, die der ausbeuterischen Kinderarbeit entschieden den Kampf ansagt. Aufträge werden künftig nur noch an Anbieter vergeben, die die ILO-Kernarbeitsnorm einhalten und deren Produkte zertifiziert sind. Betroffen sind davon unter anderem Steine, Sportartikel, Teppiche und Kleidung, die aus Afrika, Asien und Südamerika stammen. Verstößt ein Unternehmen gegen diese Auflagen, wird es in Zukunft bei Vergabeverfahren nicht mehr berücksichtigt.
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Freitag, 13. Februar 2009
Langjährige Forderung der Kampagne "Aktiv gegen Kinderarbeit" umgesetzt
"Endlich ist es soweit: Unsere Steuergelder müssen nicht mehr für Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit ausgegeben werden!" begrüßt Bernhard Henselmann, Sprecher von EarthLink e.V. und Initiator der Kampagne „Aktiv gegen Kinderarbeit“ die heutige Zustimmung des Bundesrates zur Reform des Vergaberechts.
Nach jahrelangem Widerstand aus dem Bundeswirtschaftsministerium beschloss das Bundesparlament kurz vor Weihnachten letzten Jahres die Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Bis zuletzt war aber unklar, ob die Bundesländer die Novellierung des zustimmungspflichtigen Gesetzes nicht doch noch scheitern lassen.
Das novellierte Vergaberecht lässt nun ausdrücklich zu, dass neben rein wirtschaftlichen auch soziale und ökologische Aspekte bei der Vergabe eines öffentlichen Auftrages entscheidend sein dürfen. Behörden, die bei ihrem Einkauf zum Beispiel Produkte ablehnen, die unter Mißachtung der Menschenrechte hergestellt wurden oder klimafreundliche Herstellungsverfahren fördern möchten, können das nun, ohne Klagen fürchten zu müssen.
Die EU hatte dies bereits 2004 mit dem Erlaß einer Vergabe-Richtlinie von ihren Mitgliedsländern gefordert. Seitdem haben allein in Deutschland 130 Städte, Gemeinden und Landkreise , sowie einige Bundesländer ihre Vergaberichtlinien entsprechend geändert. Bei einem Gesamtbudget der öffentlichen Hand von 300 Mrd. Euro kann diese Änderung viel bewegen.
"Bundesrat stimmt Reform des Vergaberechts zu" vollständig lesen
Freitag, 30. Januar 2009
 Die Gemeinde Fridolfing (Traunstein) beschließt bei zukünftigen Vergaben der öffentlichen Hand keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu erwerben. Es müssen künftig unabhängige Zertifizierungen der beteiligten Firmen eingefordert werden. Fehlt eine solche, stellt das einen Ausschlussgrund bei Vergabeverfahren dar. Kritikpunk war allerdings die Schwierigkeit für Lieferanten eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zu garantieren. Der Bürgermeister bestätigte das Problem, dass die Dokumentation möglicherweise nicht bis ins letzte Detail zu erreichen ist. Deshalb forcierte er auch, dass auf Produkte aus der Region zurückgegriffen wird.
Mit diesem Beschluss soll auch der Verbraucher für das Thema Kinderarbeit sensibilisiert werden.
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Donnerstag, 22. Januar 2009
 Im Kampf gegen Kinderarbeit haben sich die ökumenischen Arbeitskreise „Dritte Welt“ aus 53 Gemeinden rund um die Hansestadt Breckerfeld zu der Initiative „Netzwerk faire Kulturhauptstadt 2010“ zusammengeschlossen. In diesem Rahmen fordern sie ihre Stadt- und Gemeinderäte dazu auf, der „Magna Charta Ruhr 2010“ beizutreten. Diese beinhaltet unter anderem, bei der öffentlichen Beschaffung auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu verzichten. Bisher haben sich deutschlandweit etwa 130 Räte gegen ausbeuterische Kinderarbeit ausgesprochen.
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Dienstag, 20. Januar 2009
 Der Stadtrat des rheinland-pfälzischen Alzey hat in seiner Sitzung am 19. Januar einstimmig beschlossen, in Zukunft in der Vergabe- und Beschaffungspraxis auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu verzichten. Angeboten bei Ausschreibungen der Stadt muss in Zukunft, sofern die Produkte aus Asien, Afrika oder Lateinamerika stammen, die Zertifizierung einer unabhängigen Organisation beigefügt werden, die Kinderarbeit ausschließt. Der Beschluss kam auf Initiative einer örtlichen Gymnasialklasse zustande, die auf Einladung des Bürgermeisters das Problem in der Stadtratssitzung darlegen durfte und die die Stadt dazu aufforderte, dem Bündnis gegen ausbeuterische Kinderarbeit beizutreten.
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Donnerstag, 8. Januar 2009
 Nachdem bereits im Oktober der Ausschuss für Bürgerkultur und Stadtmarketing der Gemeinde Markt Schierling im Landkreis Regensburg beschloss, in der öffentlichen Beschaffung Produkte aus Kinderarbeit auszuschließen, wurde dies nun auch durch den Gemeinderat bestätigt. Von nun an sollen Beschaffungspartner Eigenerklärungen abgeben, denen zufolge auf Produkte, die durch ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden, verzichtet wird. Der Gemeinderat ebenso wie der Ausschuss kamen einstimmig zu diesem Beschluss und setzen so ein eindeutiges Zeichen gegen Kinderarbeit.
Bundesweit haben sich inzwischen über 130 Gemeinden, Städte, Landkreise und Bundesländer zu ähnlichem entschlossen.
Quelle: Gemeindeverwaltung Markt Schierling
Aktuelle Liste der Städte die aktiv gegen ausbeuterische Kinderarbeit vorgehen
Montag, 5. Januar 2009
 In seiner letzten Sitzung des Jahres 2008 hat der Rat der Stadt Ibbenbüren einstimmig beschlossen, in Zukunft im Rahmen der Möglichkeiten darauf hinzuwirken, dass Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit bei der Stadt Ibbenbüren keine Verwendung finden. Der Antrag war vor einigen Monaten von der örtlichen Arbeitsgruppe des Kinderhilfswerks terre des hommes eingebracht worden. Laut der Organisation bleibe abzuwarten, ob auch andere Städte und Gemeinden des Kreises Steinfurt dem positiven Beispiel der Stadt Ibbenbüren folgen.
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 Jahrelang haben auch sächsische Kommunen beim Einkauf allein auf den Preis geachtet. Die Initiative "Sachsen kauft fair", ein Bündnis aus Entwicklungspolitischem Netzwerk Sachsen e.V., der Evangelischen Akademie Meißen, der Grünen Liga und dem DGB Sachsen, wirbt für die Beachtung sozialer und ökologischer Aspekte in der öffentlichen Beschaffung.
Ziel der Ende November offiziell gestarteten Kampagne ist es, das Thema auf die Agenda zu setzen und zu helfen, Umsetzungsprozesse anzuregen.
„Sachsen kauft fair“ prangert in einer gemeinsamen Verlautbarung an: „Nach wie vor werden viele Produkte unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen hergestellt. Pflastersteine aus Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen, Diskriminierung von Arbeiterinnen in Textilfabriken, ungeschützter Umgang mit Giftstoffen in der Computerproduktion und auf Blumenplantagen – unvorstellbare Zustände, die immer noch zur Tagesordnung gehören."
Die beiden Großstädte Chemnitz und Leipzig haben bereits entsprechende Beschlüsse gefasst. Um die Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern signifikant verbessern zu können müssten aber noch viel mehr Städte, Gemeinden und Landkreise nachziehen.
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