Montag, 21. Juni 2010
 Der Kreistag der Stadt Northeim hat einstimmig einem Antrag der SPD und FDP Fraktionen zugestimmt, der von Lieferanten des Landkreises und seiner Eigenbetriebe Zertifikate oder Selbstverpflichtungserklärungen vorweisen, um sicherzustellen das entsprechende Produkte nicht aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen. In der Antragsbegründung verwies Simon Hartmann von der SPD auf Zahlen der ILO, nach dem Weltweit etwa 218 Millionen Kinder unter 15 jahren arbeiten, davon etwa 126 Millionen unter ausbeuterischen Bedingungen. Potentiell seien auch viele der in Northeim beschafften Produkte von Kindern gefertigt.
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Mittwoch, 16. Juni 2010

Die Fraktion Bündinis 90/die Grünen hat im Grefrather Stadtrat einen Antrag gestellt, der das Ziel hat Produkte die aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen bei öffentlichen Aufträgen nicht zu berücksichtigen. Unter Bezug auf die (von Deutschland ratifizierten) Sozialstandards der IAO stellen der Einkauf von Produkten aus Kinderarbeit einen Bruch von internationalem Recht dar welcher „Ausbeutung Vorschub leistet und Menschenhandel, Zwangsarbeit und Schuldknechtschaft legalisiert.“ Neben Produkten wie Fußbällen und Textilien, Nahrungsmitteln und Papier liegt ein besonderer Fokus des Antrags auf Grabsteinen, dessen Rohmaterial aktuell zu einem großen Teil unter unwürdigen Bedingungen von Kindern abgebaut wird. Deshalb fordert die Fraktion eine exklusive Beschaffung von Produkten welche eines der anerkannten Zertifikate gegen Kinderarbeit tragen. Desweiteren fordert die Fraktion eine Anpassung der Friedhofsordnung um eine alleinige Zulassung von zertifizierten Grabsteinen zu erreichen.
Der Antrag wird am 21. Juni beraten.
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Montag, 17. Mai 2010
 Auch die Gemeinde Ostfildern macht sich im Kampf gegen Kinderarbeit stark. Der Gemeinderat hat einstimmig den Beschluss gefällt, künftig auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu verzichten. Eine unabhängige Organisation soll entsprechende Herstellungsbedingungen in Afrika, Asien und Lateinamerika garantieren.
Nachdem noch unklar ist, inwieweit sich der Beschluss auf die Stadtfinanzen auswirken wird, sollen in zwei Jahren die Regelungen erneut diskutiert werden.
Mit der Gemeinde Ostfildern sind nun 181 Gemeinden, Städte und Landkreise sowie 8 Bundesländer auf der Deutschlandkarte gegen ausbeuterischer Kinderarbeit verzeichnet.
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Donnerstag, 1. April 2010
 Der Gemeinderat von Reichenbach an der Fils – eine kleine Gemeinde südöstlich von Stuttgart gelegen – entschied sich mehrheitlich für den Einstieg in die faire Beschaffung von Produkten und Materialen, jedoch nur sofern eine praktikable Lösung gefunden werden könne. So sei es leicht fair hergestellte Blumen zu erkennen, doch bei Computern sehe das schon wieder anders aus. Von einer Amtsleiterrunde soll nun geklärt werden, welche Produkte in Frage kommen.
Link zum Artikel: Fair gehandelte Waren im Auge
Freitag, 24. April 2009
Ein gutes Jahr hat es nun noch gedauert, seit die Bundesregierung Einlenken signalisierte. Mit der gestrigen Veröffentlichung des " Gesetz zu Modernisierung des Vergaberechts" im Bundesgesetzblatt tritt das neue Vergaberecht heute in Kraft. Ab dem heutigen Tag kann jeder öffentliche Auftraggeber in Deutschland unstrittig soziale oder ökologische Aspekte bei der Auftragsvergabe berücksichtigen, wie zum Beispiel Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit ablehnen.
Vor genau 6 Jahren ist das " Übereinkommen 182 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit" auch in der Bundesrepublik in Kraft getreten. Seitdem haben bereits über 140 Städte, Gemeinden und Landkreise sowie 7 Bundesländer beschlossen, Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit bei der eigenen Beschaffung abzulehnen. (Eine aktuelle Übersicht auf unserer Deutschlandkarte)
Auch wenn darunter über die Hälfte der deutschen Großstätte vertreten sind, ist das erst ein kleiner Teil der über 2000 deutschen Städte, 300 Landkreise und Bundesländer. EarthLink wird in den kommenden Monaten mit einem neuen Projekt "Kommunen aktiv gegen Kinderarbeit" deshalb gezielt die Gemeinden, Städte und Landkreise ansprechen, die noch keinen entsprechenden Beschluss gefasst haben und diesen Unterstützung anbieten.
Dienstag, 14. April 2009
 Am 22.04.2009 behandelt der Stadtrat von Dessau-Roßlau erneut den Antrag „Stadt Dessau-Roßlau gegen ausbeuterische Kinderarbeit“. Denn im Dezember 2008 wurde der Antrag vorerst zurückgestellt. Schon im Juni 2008 fasste das Land Sachsen-Anhalt einen Beschluss, für öffentliche Aufträge nur Materialien zu verwenden, die nicht unter ausbeuterischer Kinderarbeit hergestellt wurden. Nun wird dies auch von der Stadt gefordert. Eingereicht wurde der Antrag von der CDU- Politikerin Jacqueline Lohde. Vor allem auch die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), ein Sozialausschuss der CDU, setzt sich mit einer Kampagne „kind.gerecht“ gegen Kinderarbeit ein und übt zugleich Druck auf die Politik aus.
Montag, 16. März 2009
 Die nordrhein-westfälische Stadt Erkelenz ist eine weitere Stadt Deutschlands, die der ausbeuterischen Kinderarbeit entschieden den Kampf ansagt. Aufträge werden künftig nur noch an Anbieter vergeben, die die ILO-Kernarbeitsnorm einhalten und deren Produkte zertifiziert sind. Betroffen sind davon unter anderem Steine, Sportartikel, Teppiche und Kleidung, die aus Afrika, Asien und Südamerika stammen. Verstößt ein Unternehmen gegen diese Auflagen, wird es in Zukunft bei Vergabeverfahren nicht mehr berücksichtigt.
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Freitag, 13. Februar 2009
Langjährige Forderung der Kampagne "Aktiv gegen Kinderarbeit" umgesetzt
"Endlich ist es soweit: Unsere Steuergelder müssen nicht mehr für Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit ausgegeben werden!" begrüßt Bernhard Henselmann, Sprecher von EarthLink e.V. und Initiator der Kampagne „Aktiv gegen Kinderarbeit“ die heutige Zustimmung des Bundesrates zur Reform des Vergaberechts.
Nach jahrelangem Widerstand aus dem Bundeswirtschaftsministerium beschloss das Bundesparlament kurz vor Weihnachten letzten Jahres die Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Bis zuletzt war aber unklar, ob die Bundesländer die Novellierung des zustimmungspflichtigen Gesetzes nicht doch noch scheitern lassen.
Das novellierte Vergaberecht lässt nun ausdrücklich zu, dass neben rein wirtschaftlichen auch soziale und ökologische Aspekte bei der Vergabe eines öffentlichen Auftrages entscheidend sein dürfen. Behörden, die bei ihrem Einkauf zum Beispiel Produkte ablehnen, die unter Mißachtung der Menschenrechte hergestellt wurden oder klimafreundliche Herstellungsverfahren fördern möchten, können das nun, ohne Klagen fürchten zu müssen.
Die EU hatte dies bereits 2004 mit dem Erlaß einer Vergabe-Richtlinie von ihren Mitgliedsländern gefordert. Seitdem haben allein in Deutschland 130 Städte, Gemeinden und Landkreise , sowie einige Bundesländer ihre Vergaberichtlinien entsprechend geändert. Bei einem Gesamtbudget der öffentlichen Hand von 300 Mrd. Euro kann diese Änderung viel bewegen.
"Bundesrat stimmt Reform des Vergaberechts zu" vollständig lesen
Freitag, 30. Januar 2009
 Die Gemeinde Fridolfing (Traunstein) beschließt bei zukünftigen Vergaben der öffentlichen Hand keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu erwerben. Es müssen künftig unabhängige Zertifizierungen der beteiligten Firmen eingefordert werden. Fehlt eine solche, stellt das einen Ausschlussgrund bei Vergabeverfahren dar. Kritikpunk war allerdings die Schwierigkeit für Lieferanten eine lückenlose Rückverfolgbarkeit zu garantieren. Der Bürgermeister bestätigte das Problem, dass die Dokumentation möglicherweise nicht bis ins letzte Detail zu erreichen ist. Deshalb forcierte er auch, dass auf Produkte aus der Region zurückgegriffen wird.
Mit diesem Beschluss soll auch der Verbraucher für das Thema Kinderarbeit sensibilisiert werden.
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Donnerstag, 22. Januar 2009
 Im Kampf gegen Kinderarbeit haben sich die ökumenischen Arbeitskreise „Dritte Welt“ aus 53 Gemeinden rund um die Hansestadt Breckerfeld zu der Initiative „Netzwerk faire Kulturhauptstadt 2010“ zusammengeschlossen. In diesem Rahmen fordern sie ihre Stadt- und Gemeinderäte dazu auf, der „Magna Charta Ruhr 2010“ beizutreten. Diese beinhaltet unter anderem, bei der öffentlichen Beschaffung auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu verzichten. Bisher haben sich deutschlandweit etwa 130 Räte gegen ausbeuterische Kinderarbeit ausgesprochen.
Link zum Artikel in Der Westen
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