Donnerstag, 11. März 2010
 Das Maskottchen zur FIFA WM 2010 sollte von einer Firma in Shanghai Produziert werden. Nachdem jedoch Berichte über die dortigen miserablen Arbeitsbedingungen, unter anderem soll man dort auf Kinderarbeit zurückgegriffen haben, bekannt wurden, entzog man dem Unternehmen die Lizenz wieder. Der Weltverband inspizierte daraufhin die Fabrik. Seitdem wurden dort einige Verbesserungen vorgenommen, sodass weiterproduziert werden darf.
Link zur Meldung: Fussball: Beste Fabriken
Dienstag, 9. März 2010
 Kaffee genießen und dabei Gutes tun: Der Kaffeeröster Tchibo schenkt ab sofort ausschließlich nachhaltig erzeugten Kaffee aus. Zu den seit 2008 auf Fairtradeproduktion umgestellten Kaffeespezialitäten und Espressoerzeugnissen gesellt sich neu der Caffè Crema. Tchibos klassischer Filterkaffee stammt von nun an von Kaffeefarmen, die durch die Rainforest Alliance zertifiziert sind. Wesentliche Anliegen des Kaffeerösters sind die Sicherung von Ressourcen, Umweltschutz und die Verbesserung der sozialen Bedingungen in den Produktionsländern. Tchibo hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: 2015 soll jede vierte Bohne aus verantwortlichem Anbau stammen.
Auch Starbucks stellt auf Fairtrade-Erzeugnisse um: Ab sofort bietet die Kaffeekette europaweit nur noch zertifizierte Espressogetränke an. Der Kaffeeriese verpflichtet sich durch seine Kooperation zu nachhaltig produziertem und gehandeltem Kaffee: "Starbucks setzt neue Maßstäbe in der Kaffeeindustrie, indem es seine globale Größe dazu einsetzt, Gutes zu tun. So wird die Reichweite von Fairtrade vergrößert und der Einfluss auf zehntausende Bauern, die das Herz des Fairtrade Systems bilden, verstärkt.", so Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V.
Link zum Artikel (Tchibo)<Link zum Artikel (Starbucks)
Donnerstag, 4. März 2010
 Laut ILO haben derzeit informelle Gespräche begonnen, wie man Arbeitsrechte und -standards mit internationalen Handelsrichtlinien sinnvoll verbinden kann. Diese Handelsrichtlinien werden von der Welthandelsorganisation (WTO) festgelegt. In letzter Zeit gab es immer mehr große multinationale Firmen, die sich an die ILO wandten, um Arbeitsrechte im Produktionsprozeß und entlang der Lieferkette durchzusetzen.
Laut Karen Curtis, stellvertretende Direktorin für internationale Arbeitsstandards bei der ILO, müsse die WTO endlich aufwachen und erkennen, daß Arbeitsrechte nicht isoliert von internationalem Handel betrachten werden können. 1998 gab die ILO einen Schriftsatz zur Förderung grundsätzlicher Arbeitsrechte heraus. Dieser Schriftsatz ist auf sämtliche Staaten anwendbar, unabhängig davon, ob sie die ILO-Konventionen ratifiziert haben und unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. "Einer der Gründe, warum die ILO diese Deklaration veröffentlichte war, daß die WTO den Erwartungen ihrer Mitgliedstaaten damals nicht gerecht wurde und die ILO somit selbst universell anwendbare Richtlinien zur Sicherung von Arbeitsrechten verfasste", so Curtis. Nun gibt es mehr und mehr Firmen, die Hilfestellung bei der ILO suchen, wenn es um Arbeitsrechte entlang der Lieferkette und in deren Versorgernetzwerken geht. Laut Curtis gäbe es einen ansteigenden Trend von Firmen, Arbeitsrechte ernstzunehmen und sie als Teil ihrer gemeinsamen, sozialen Verantwortung zu sehen. "Die Firmen wissen nun, daß die Aufrechterhaltung grundsätzlicher Arbeitsrechte gut für ihr Image ist. Sie wissen, daß dies wichtig für ihre Geldbeutel ist", so Curtis.
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Montag, 1. März 2010

Die Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG Bau) tritt für ein Ende ausbeuterischer Kinderarbeit bei der Fertigung von Grabmalen in indischen Steinbrüchen ein.
Trotz einer Verbesserung der Lage in den letzten Jahren arbeiten noch in 5-10 Prozent der dortigen Steinbrüche Kinder. Ohne jegliche Schutzkleidung wird dabei gefährliche Arbeit an Presslufthämmern verrichtet. Die schwere Arbeit führt zu eklatanten gesundheitlichen Schäden, die sich insbesondere in der durchschnittlichen Lebenserwartung der dortigen Kinderarbeiter von bloß 35-38 Jahren äußert.
Durch die von der IG Bau nun geforderte Änderung der Friedhofssatzungen soll sichergestellt werden, dass nur noch Grabmale verkauft werden, die nachweislich nicht aus gesundheitsschädlicher und ausbeuterischer Kinderarbeit stammen.
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Der amerikanische Computerriese Apple lieferte vergangenes Wochenende einen selbstanklagenden Report ab, der bekannt gab, dass es in Fabriken der Zulieferer von Apple zum Teil zu massiven Verstößen gegen geltende Arbeitsbestimmungen kam.
Demzufolge wurden elf Arbeiter unter 15 Jahre registriert, obwohl ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben war. Zudem wurde die maximale Arbeitszeit von 60 Wochen pro Stunde überschritten und 24 Fabriken bezahlten ihren Mitarbeitern weniger als den Mindestlohn.
Neben irregulären Arbeitsbedingungen kam es ferner zu Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften und den notwendigen Umweltstandards.
Die Zulieferer von Apple unterhalten Fabriken in China, Taiwan, Singapur, den Philippinen, Thailand, Malaysia, Tschechien und in den USA.
Dieser Skandal bestätigt ein weiteres Mal, dass es gerade in Entwicklungsländern zu massiven Verletzungen der Arbeitsbestimmungen kommt.
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Freitag, 19. Februar 2010
 Gemäß der Trendscan Wirtschafts-Studie 2009 haben nur 15 Prozent aller mittelständischen Unternehmen Corporate Social Responsibility (CSR) in ihrer Unternehmensführung verankert. Die Umfrage bei bundesweit 503 Unternehmen aus verschiedenen Branchen ergab weiterhin, daß ein Großteil des bereitgestellten Geldes nicht gezielt verwendet wird. Folglich werden die Chancen, die sich durch CSR eröffnen, nicht optimal genutzt. Für die Verbraucher steht das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen hinter dem Preis und der Qualität an dritter Stelle.
Vor zwei Jahren haben sich acht Brandenburger zum Netzwerk "CeSaR Mark Brandenburg" zusammengeschlossen, um CSR stärker gesellschaftlich zu etablieren und die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, besser auszuschöpfen. Dieses Netzwerk geht nun in die zweite Runde.
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 Gerade bei den großen Markenartikeln seien fair gehandelte Produkte noch immer selten, so Claudia Brück, Sprecherin der Siegelinitiative Transfair.
Zwar würden Großkonzerne wie Nestle, Mars und Kraft-Foods vermehrt auf Fairtrade-Produkte setzen, jedoch geschehe dies vor allem aus Eigennutz. Vorrangiges Interesse sei die zukünftige Sicherung der Ressource Kakao.
Obwohl Bestrebungen der Großkonzerne in Richtung Fairtrade erkennbar seien, so ist laut Claudia Brück jedoch noch viel Luft nach oben.
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Montag, 6. Juli 2009
Immer wieder schaffen es junge Unternehmer mit cleveren und sozial verantwortlichen Geschäftsideen zum großen Erfolg. Schon seit ein paar Jahren gibt es Fairliebt, ein Hamburger Label, dass fair gehandelte Mode ohne Kinderarbeit herstellt. Bei MyMuesli kann man sich im Internet sein Müsli ganz individuell aus biologischen Zutaten zusammenstellen und dann per Post zuschicken lassen.
Oft noch während des Studiums kommen junge Menschen auf frische Ideen. Sie kennen die aktuellen Trends, wollen Geld verdienen und dabei Gutes tun. Weil den Medien die Kombination aus jung und sozial verantwortlich gefällt und Unternehmergeist gefragt ist, kommen diese Unternehmen auch ohne Werbebudget an große Abnehmerzahlen. Zeitungen und Fernsehsender berichten über die guten Ideen und machen somit glaubwürdige und vor allem kostenfreie Werbung.
Unter dem Motto "Trinken hilft" verkaufen die zwei Hamburger Schulfreunde Paul Bethke und Jakob Berndt neuerdings faire und biologische Erfrischungsgetränke unter so klangvollen Namen wie "LemonAid" und "ChariTea". Spiegel Online widmete den beiden einen ganzen Artikel.
Donnerstag, 2. Juli 2009
 Der Kaffee-Riese Starbucks gab am Wochenende bekannt, fairtrade-zertifizierten Kaffee auf den britischen und irischen Markt bringen zu wollen. Dieser Schritt sei Teil einer Firmeninitiative, in Ost-Afrika nachhaltige Anbaumethoden anzuregen und die soziale Entwicklung vor Ort voranzutreiben. „Ich bin sehr stolz darauf, bekannt geben zu dürfen, dass wir ab kommendem Februar eine Auswahl qualitativ hochwertigen Kaffees aus Ruanda anbieten können, der fairtrade-zertifiziert ist.“, so Howard Schultz, Starbucks Vorstandsvorsitzender. Ruandas tropisches Klima und vulkanischer Boden bieten ideale Anbaubedingungen. Nachdem Ruandas Wirtschaft seit dem Genozid in den 90er Jahren im Aufbruch begriffen ist, stellt Kaffee das größte Exportgut dar. Ein Zentrum in Kigali ist in Planung, in welchem die Farmer Unterstützung erfahren sollen. Schultz zufolge würden die firmeninternen Produktionsstandards in Kombination mit Fairtrade-Zielen zu einer Verfestigung einer fairen und nachhaltigen Preispolitik führen, von der sowohl ruandische Farmer als auch die Konsumenten auf dem europäischen Markt profitieren könnten.
Quelle: Reuters Africa (englisch)
Freitag, 12. Juni 2009
Kommt ein Fall von Kinderarbeit an die Öffentlichkeit, erleidet das betroffene Unternehmen große Ansehensverluste und Gewinneinbußen. Maik Pflaume, Referent für Entwicklungspolitik bei der christlichen Initiative Romero, erklärt warum sie trotzdem noch vorkommt und in welchem Maße, Unternehmen dafür verantwortlich gemacht werden können.
Die meisten großen Konzerne verfügen über einen Verhaltenskodex, in dem sich für gute Arbeitsbedingungen und einen Mindestlohn ausgesprochen wird. Allerdings reicht dieser Mindestlohn zum einen oft nicht dafür aus eine Familie zu ernähren, zum anderen finden keine ausreichenden Kontrollen zur Einhaltungen der Richtlinien statt. Durch den Preisdruck, den Firmen an ihre Zulieferer weitergeben, werden diese indirekt dazu gedrängt geringere Löhne auszuzahlen und somit auch auf minderjährige Arbeitskräfte zurückzugreifen.
Pflaume ist sich allerdings auch bewusst, dass Hersteller heutzutage für ein Produkt auf mehrere Hundert, wenn nicht Tausende Zulieferer angewiesen sind. Eine Kontrolle aller involvierten Akteure erweist sich deshalb als außerordentlich schwierig. "Mit einer vernünftigen Auftragsvergabe und strikten Kontrollen", so Pflaume, aber nicht als unmöglich.
Link zum Artikel im Handelsblatt
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