Dienstag, 31. August 2010
 Der geldmarktnahe Rentenfonds "terrAssisi Renten I AMI" wurde im April 2009 auf Initiative der Missionszentrale der Franziskaner aufgelegt. Gemanagt wird der Fonds von Ampega Gerling, die Leitlinien stammen allerdings vom Franziskaner-Orden und orientieren sich an den geistigen Leitlinien des Gründers Franz von Assisi. Der Partner Oekom Research bewertet Unternehmen und Staaten anhand eines umfangreichen Katalogs ethischer, sozialer und ökologischer Kriterien. Danach greifen noch einmal die Ausschlusskriterien der Franziskaner, die sich z.B. gegen Staaten wenden, die Euthanasie erlauben oder Unternehmen ausschließen, die mit verbrauchender Embryonenforschung in Verbindung stehen.
Staaten, die gegen die ILO-Richtlinien gegen Kinderarbeit verstoßen, deren Rüstungsbudget über 3% des Gesamthaushalts verschlingt, die Atomwaffen besitzen, für Geldwäsche bekannt sind, die Todesstrafe praktizieren oder einen mangelnden Klimaschutz betreiben, sind automatisch vom Verkauf von Anleihen für den Fonds ausgeschlossen. Gleiches gilt für Unternehmen, die in den Bereichen Rüstung, Glücksspiel, Pornographie oder Tierversuchen tätig sind oder Kinderarbeit nutzen bzw. Menschen- oder Arbeitsrechte verletzen.
Trotz der ethischen Finanzierung des neuen Fonds müssen sich die Anleger allerdings ohne Hilfe von oben auf die momentan überall übliche niedrige Rendite einstellen.
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Mittwoch, 25. August 2010
 Die Produzenten von Saris aus der indischen Stadt Surat protestieren heftig gegen ihre Stigmatisierung durch die Berichte des US-Arbeitsministeriums. Dort heißt es, die Sari-Industrie würde auch von Kinderarbeit Gebrauch machen. Surat ist seit 150 Jahren das älteste und traditionsreichste Zentrum für die Herstellung von Saris. Ramanlal Jariwala, Präsident der Surat Sari Manufakturen-Vereinigung, möchte klarstellen, dass die Herstellung von Saris ein sehr spezialisiertes und kompliziertes Handwerk sei, das sehr viel Erfahrung benötige und deshalb nicht auf die Arbeitskraft von Kindern zurückgreife.
Aufmerksam gemacht wird auch auf den Fakt, dass in den vergangenen Jahren nicht ein einziges Mal ein Kind von Kontrolleuren des Arbeitsministeriums in den Sari-Manufakturen angetroffen wurde. Jariwala sieht das Missverständnis in der Tatsache, dass Kinder, die aber zur Schule gingen, innerhalb ihrer Familie oft bei der Arbeit mithelfen, was aber keinesfalls als Kinderarbeit zu werten sei.
Die Sari-Industrie ist gewillt zu zertifizieren, dass die traditionellen Kleidungsstücke ohne Kinderarbeit hergestellt werden und kritisiert das US-Ministerium für das schlechte Bild, welches nun auf sie geworfen wurde.
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Dienstag, 24. August 2010
 Die Nachfrage nach Diamanten steigt nach der Wirtschaftskrise wieder an: Neben dem weltweit größten Importeur USA zeigen Indien und China großes Interesse an Diamanten. Experten gehen sogar davon aus, dass China in der nächsten Dekade die USA als größten Diamantkonsumenten ablösen wird.
Trotz der steigenden Nachfrage erhöhen die führenden Produzenten wie De Beers, Alrosa und Rio Tinto allerdings nicht ihre Produktion- aus Angst vor Preisverfall.
Hier steuert nun der World Diamond Council gegen, indem er Simbabwe wieder erlaubt hat, Diamanten aus seinen Marange-Minen zu exportieren. Jahrelang war Simbabwe beschuldigt worden, Menschenrechtsverletzungen und Korruption in den Minen walten zu lassen, was schließlich 2008 zu einem Verbot des Diamanten-Exports führte. Die internationale Regulierungsbehörde beschloss nun, nach zwei freigegebenen Auktionen, dass sich die Bedingungen in den Marange-Minen auf einen Minimalstandard verbessert hätten. Kritiker prangern allerdings an, dass die Regierung lediglich den Diamantenhandel von Rebellengruppen verboten hat, Menschenrechtsverletzungen aber weiterhin nicht bekämpft würden.
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Donnerstag, 5. August 2010
 Das Institut für Handelsforschung (IHF) in Köln hat in seiner neuesten Studie das Kaufverhalten von Konsumenten untersucht. Faire Arbeitsbedingungen,soziale Mindesstandards,Herstellung ohne Kinderarbeit und Umweltverträglichkeit- all dies sind Aspekte auf die viele Konsumenten beim Kauf von Produkten achten. So erachten laut der IHF-Studie 23,9% der Verbraucher diese Aspekte für wichtig,54,5% sogar für sehr wichtig.
Nun könnte daraus gefolgert werden,dass die deutschen Verbraucher in großer Mehrheit auf fair produzierte Waren zurückgreifen, die diesen Ansichten entsprechen. Hier aber klafft eine große Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit:Der durchschnittliche Anteil der Konsumausgaben für Schuhe und Bekleidung sinkt beispielsweise kontinuierlich (aktuell 5,3%). Der Preismarkt wächst zu Lasten des Qualitätsmarkts, das Discounterkonzept ist seit mehreren Jahren auf dem Vormarsch. So hat sich der Marktanteil der günstigen Sparte von Textilien seit 2002 auf mittlerweile 12% verdoppelt. Trotz wiederholter öffentlicher Kritik gewinnen Discounter immer mehr Zulauf und zwar nicht nur durch Kundschaft aus niedrigen Einkommenskreisen. Moralische und ethische Forderungen an die Produktion und den Handel sind die eine Seite, auf der anderen Seite steht das tatsächliche Kaufverhalten dieser Leute im starken Gegensatz dazu.
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Dienstag, 3. August 2010
 Nachbesserungen des "Nationalen Programms zur Eliminierung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit auf Kakaoplantagen" (NPECLC) in Ghana sollen dazu führen,dass bis Ende des Jahres alle 68 kakaoanpflanzenden Distrikte des Landes mit Maßnahmen erreicht werden.
Hauptanliegen des Programms ist es, ein auf den lokalen Gemeinden beruhendes Kontrollsystem für Kinderarbeit zu etablieren. Der stellvertretende Minister für Arbeit und soziale Fürsorge, Antwi Boasiako Sekyere verspricht sich von einem solchen Programm, durch eine kontinuierliche Datenerhebung und -auswertung, sowie durch die Berichte der Gemeinden eine langfristige Verhinderung von Kinderarbeit.
Das Konzept sieht eine gemeinsame Eigentümerschaft der Gemeinden an den Kakaoplantagen vor,sowie nachhaltige Bewirtschaftung und Mitwirkungsmöglichkeiten auf Gemeindeebene. Diese gemeinsame Kontrolle und Bewirtschaftung solle zur Reduzierung von Kinderarbeit führen.
Die Umsetzung gestaltet sich allerdings schwierig,da bis jetzt fast 80% des Budgets für Unkosten aufgewendet wurden und nur 20% zur tatsächlichen Ausführung des Programms. Abhilfe soll durch striktere Strukturierung geschaffen werden, sprich durch regelmäßige Kommunalversammlungen.
Stolz ist Boasiako Sekyere jedoch auch auf die Streichung Ghanas in den Bereichen Kakao und Bergbau von der US-Liste der Staaten,die Produkte aus Kinderarbeit vertreiben.
Trotz dieser ersten Früchte der Arbeit muss noch viel getan werden,um die Bedingungen der Kinder weiter zu verbessern,gerade im Fischereisektor liegt noch vieles im Argen.
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 Die 75-Gramm Packungen der zuckrigen Geleebohnen der Firma Jelly Beans werden ab sofort nur noch mit Fairtrade Zucker hergestellt. Die Geschmacksrichtungen "Gourmet Mix", "Berry Burst Mix", "Fruit Cocktail Mix" und "Tropical Bonanza Mix" tragen nun das Fairtrade-Gütesiegel, womit nach Angabe von Jelly Belly Entwicklungsländer unterstützt werden sollen.
Ob noch weitere Sorten und Packungsgrößen auf Fairtradezucker umgestellt werden sollen,steht allerdings nicht fest.
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Dienstag, 13. Juli 2010
 Ein Artikel auf triplepundit.com behandelt die Zusammenarbeit zwischen Britischen Konzernen und den Organisationen Fairtrade und der Rainforest Alliance. Der Artikel kritisiert, dass die Kooperation häufig eher ein "greenwashing" darstellt, als ein ehrlicher Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen. Obwohl Fairtrade im Allgemeinen für bessere Arbeitsbedingungen steht, sind diese nicht garantiert. Ein investigativer Bericht von BBC hat kürzlich die katastrophalen Arbeitsbedingungen auf Kakaoplantagen in Ghana öffentlich gemacht, von denen Nestlé nachweislich seinen Fairtrade Kakao bezieht. Dort wird Kakao häufig von Kindern gepflückt, die nur 6 oder 7 Jahre alt sind, teilweise wurden sie verschleppt und erhalten keinen Lohn. Der Bericht räumt ein, dass die Kakaoplantagen in Ghana nur schwer zu kontrollieren sind, da Kakao nicht, wie häufig angenommen, auf ordentlichen Plantagen wächst, sondern im tiefen Jungle. Dennoch ist Kinderarbeit ein Problem, welches den großen Konzernen mit Sicherheit bekannt ist, denn viele millionen Dollar jährlich werden in Lobbyverbände wie die International Cocoa Initiative und die World Cocoa Foundation investiert, um Anschuldigungen der Kinderarbeit zu entkräften. Auf der anderen Seite benutzen Firmen in Werbekampagnen gezielt einzelne Arbeiter als Beispiele für gute Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern, ein Vorgehen welches triplepundit als heuchlerisch bezeichnet.
Montag, 12. Juli 2010
 Seit Juli 2009 erobert eine neue Lifestyle-Limonade die Republik. Mit den Slogans :"Trinken hilft" und "Halb Limonade, halb Entwicklungshilfe", unterstützt LemonAid zwei Kleinbauernkooperativen in Brasilien und Paraguay. Die ceveren Erfinder der Marke, die Jungunternehmer Bethke und Berndt bieten einen biologischen Limettendirektsaft, abgerundet durch fair gehandelten Rohrzucker und Bio-Minze in edel und modern gestalteten Flaschen an. Kaufen kann man LemonAid in ausgewählten Läden und Szenekneipen. Das Produkt soll nicht zur Massenware verkommen, aber junge Konsumenten auch wegen seines guten Geschmacks und seiner Aufmachung dazu animieren, den fairen Handel zu unterstützen.
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Freitag, 9. Juli 2010
 Seit dem 1. Juli ist Jack Wolfskin Mitglied in der Fair Wear Foundation (FWF). Diese Organisation hat das Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie zu verbessern.
Durch den Beitritt ist Jack Wolfskin nun an den Arbeitsverhaltenskodex der FWF gebunden. Dieser enthält Punkte wie freiwillige Beschäftigungsverhältnisse, keine Diskriminierungen, keine Kinderarbeit, die Auszahlung von existenzsichernden Löhnen sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.
Link zum Artikel: Franchise-System Jack Wolfskin wird Mitglied bei der Fear Wear Foundation
Mittwoch, 7. Juli 2010
Puma hat in Zusammenarbeit mit dem Eine Welt Netzwerk Bayern einen fair produzierten, wettkampftauglichen Fußball auf den Markt gebracht. Das Fair-Trade-Zertifikat soll gerechte Arbeitsbedingungen für die Näher im pakistanischen Zulieferbetrieb garantieren. Allerdings reagiert Puma zögerlich auf die Forderung, künftig mehr Fair-Trade-Produkte im Sortiment aufzunehmen. Adidas hingegen will auch in Zukunft vollständig auf eine Fair-Trade-Zertifizierung verzichten. Alexander Fonari vom Eine Welt Netzwerk Bayern kritisiert, dass sich die Hersteller zwar um Mindeststandards bemühen, es aber immer wieder Berichte darüber gebe, dass die Arbeiter nicht so gut behandelt würden, wie der Hersteller verspricht. Das Projekt des „fairen“ Fußballs wird auch von der bayrischen Staatsregierung unterstützt. Dass ein Fair-Trade-Ball irgendwann auch offiziell eingesetzt wird, ist aber eher zu bezweifeln. Zwar hat der Ball durchaus WM-Tauglichkeit, jedoch verhindern die Regularien der FIFA einen Einsatz. Laut FIFA-Regelwerk darf auf dem Ball kein drittes Logo neben dem Logo des Verbandes und des Herstellers vorhanden sein.
Link zum Artikel: Bayern unterstützt Projekt des wettkampftauglichen Fair-Trade-Balls
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