Mittwoch, 3. März 2010
 Ein neue Ausstellung namens "Humanity in War" zieht bereits große Menschenmengen an. Die Ausstellung, die derzeit in Genf stattfindet, soll Besuchern nicht nur die Schrecken des Krieges näherbringen, sondern auch die Menschlichkeit derer, die in diese Kriege unfreiwillig verwickelt sind. Dabei werden 150 Jahre Konflikt dokumentiert, größtenteils mit Fotos aus dem Archiv des Roten Kreuzes, das letztes Jahr seinen 150sten Geburtstag feierte. Heutzutage ist die große Mehrheit derjenigen, die in Kriegen zu Tode kommen, nicht diejenige in Uniform, sondern die Zivilbevölkerung.
So gibt es Fotos eines jungen Mädchens in Liberia, das als Kindersoldatin rekrutiert wurde und Waffen, fast größer als sie selbst, trägt. Ein weiteres Foto zeigt zwei Jungen in Ruanda, die ihren Eltern entrissen wurden, bei dem Versuch, sich gegenseitig zu trösten. Und es gibt ein Bild eines Mädchens aus der Demokratischen Republik Kongo, ein Beispiel für ein Opfer sexueller Gewalt.
Mit solch ausdrucksstarken Fotografien hofft das Rote Kreuz, Menschen zu motivieren, mehr im Kampf gegen kriegerische Auseinandersetzungen zu unternehmen.
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Montag, 29. Juni 2009
Sind so kleine Hände, winz`ge Finger dran. / Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann. / Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei. / Darf man niemals quälen, geh`n kaputt dabei. / Ist so`n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht. / Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht./ Grade klare Menschen, wär`n ein schönes Ziel. / Leute ohne Rückgrat, hab`n wir schon zuviel. –Bettina Wagner, „Sind so kleine Hände“
Das Textilmuseum „Die Scheune“ in Hinsbeck zeigt eine Ausstellung mit dem Titel „Kinderarbeit in der Textilverarbeitung, früher in unserer Region—heute, weltweit“. Die Ausstellung versucht Antworten auf verschiedene Fragen zu finden: Wie war das damals, als vierjährige Kinder in den Hauswebereien arbeiten mussten und bei jedem kleinen Fehler mit Schlägen rechnen mussten? Wie haben sich die Eltern gefühlt, die ihre Kinder zur Arbeit schicken mussten? Wann gab es die ersten Gesetze, die Kinder in der Arbeit schützen? Was können wir heute tun, um Kinderarbeit zu beenden?
Die Ausstellung geht bis zum 23. August. Link: Informationen zur AusstellungLink zum Artikel
Dienstag, 23. Juni 2009
90 Prozent der angebotenen Textilien in Deutschland werden im Ausland hergestellt, oft unter schrecklichen Bedingungen wie Niedriglöhnen und Kinderarbeit. Diese Textilien enthalten unter anderem Chemikalien, die gefährliche sind für Mensch und Umwelt. Seit neuestem gibt aber eine große Anzahl an Ökomarken, die ökologische und soziale Herstellungskriterien fordern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt das Label „IVN zertifiziert Naturtextil best“. Es kennzeichnet Naturfasern, die umweltschonend und sozialverträglich produziert werden. Die Hersteller der Textilien müssen nachweisen, dass ihre Produkte nicht durch Zwangs- oder Kinderarbeit erstellt wurden und es in ihren Betrieben geregelte Arbeitszeiten gibt und Diskriminierung ausgeschlossen wird.
Weitere Informationen finden Sie unter den folgenden Links:
Mehr Informationen zu den verschiedenen Marken Soziale und/oder ökologische Modelabels
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Dienstag, 16. Juni 2009
Nach Saarbrücken darf sich nun auch Neuss als Fairtrade-Stadt bezeichnen. Neuss ist somit eine von über 630 Fairtrade-Towns weltweit. Um die Auszeichnung zu erhalten, muss eine Stadt fünf Kriterien erfüllen, die von TransFair e.V. überprüft werden. Dazu gehört unter anderem die Verwendung von Fairtrade-Erzeugnissen in öffentlichen Einrichtungen und eine Mindestverfügbarkeit von Fairtrade-Produkten in Einzelhandel und Gastronomie. Die Urkunde wird am 22. Juni überreicht.
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Donnerstag, 4. Juni 2009
 „Norbert Blüm lässt sich nicht verbieten, zu sagen, was er in Indien mit eigenen Augen gesehen hat“, so Benjamin Pütter, der Geschäftsführer von Xertifix. Der ehemalige Bundesarbeitsminister, der im Vorstand des Freiburger Vereins sitzt, war von einem Merkendorfer Grabsteinhändler verklagt worden, der sich durch Blüms Menschenrechtsaktivitäten bedroht sieht. Xertifix habe mehrere Friedhofsverwaltungen dazu gebracht, nur Grabsteine mit dem vom Verein vergebenen Unbedenklichkeitssiegel zu genehmigen, was sich geschäftsschädigend ausgewirkt habe. Mittlerweile haben sich bundesweit 18 Steinmetzbetriebe zusammengeschlossen, um gegen Xertifix vorzugehen. Pütter vermutet, dass der Verein durch Rechtsstreitigkeiten finanziell in die Enge getrieben werden soll. Erst vor wenigen Wochen wurde vor dem Landgericht Darmstadt die Klage eines Bensheimer Natursteinhändlers gegen Xertifix verhandelt. Dem Verein ist es weiterhin gestattet, Kinderarbeit anzuprangern; Kommunen dürfen jedoch nicht mehr zur Änderung ihrer Friedhofssatzung aufgefordert werden. Xertifix regt bis zum Berufungsbescheid Gemeinden dazu an, bei den Landesregierungen auf eine gesetzliche Regelung zu drängen.
Experten zufolge stammen zwischen 30% und 60% aller neu errichteten Grabsteine aus Indien. Aller Bemühungen zum Trotz bleibt Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen weiterhin traurige Realität, oft verknüpft mit Schuldknechtschaft, menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und einer geringen Lebenserwartung.
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Mittwoch, 27. Mai 2009
 Arbeiter in der Computerproduktion sind extremen Belastungen ausgesetzt. Die Organisation World Economy, Ecology & Development (Weed) deckte vergangenes Jahr skandalöse Arbeitsbedingungen bei chinesischen Zulieferunternehmen von Markenfirmen auf. So würden etwa 370 monatliche Arbeitsstunden erzwungen, der Arbeitsschutz sei unzureichend, was zu Hautverletzungen, Augenschäden und Vergiftungen durch Chemikalien führe und gewerkschaftliche Organisation würde unterbunden. Nachdem sich namhafte Computerhersteller weigern, mit Gewerkschaften und NGOs zusammenzuarbeiten, hat Weed den Beschaffungsleitfaden „Buy it fair“ entwickelt, um es den Konsumenten zu erleichtern, direkt verbindliche Maßnahmen einzufordern. „Wir müssen für verbindliche politische Instrumente eintreten, mit denen transnationale Unternehmen [...] verpflichtet werden, die Menschenrechte sowie international anerkannte soziale und ökologische Normen einzuhalten“, so der Verdi-Vorsitzende Franz Bsirske. Der entwickelte Leitfaden könnte sich durchaus als wirksam erweisen: Öffentliche Einrichtungen beschaffen jährlich ein Fünftel aller in Deutschland verkauften IT-Geräte. Das neue deutsche Vergaberecht ermöglicht es ausdrücklich, soziale Kriterien bei der Auftragsvergabe zu berücksichtigen. Die Einhaltung der Mindestanforderungen der ILO erweist sich allerdings als schwer kontrollierbar, da bislang in der Computerindustrie unabhängige Sozialsiegel fehlen. Der Leitfaden empfiehlt deshalb, ausführlich beschriebene Zwischenschritte zur Einhaltung besserer Arbeitbedingungen einzufordern.
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Dienstag, 19. Mai 2009
In den kommenden Tagen sollen die Ergebnisse einer Ermittlungskomission zum Thema Kindesmissbrauch in Irland veröffentlicht werden. Besonders erschreckend ist der Kindesmissbrauch innerhalb kirchlicher Institutionen. Allein in der Diözese Dublin sollen rund 500 Priester involviert sein. Nachdem ursprünglich angenomen wurde, dass es sich um rund 10.000 Opfer handelt, stellte sich nun heraus, dass es bis zu 150.000 sein werden. Im Jahr 2003 wurden den Opfern deshalb von der Regierung Entschädigungszahlungen in Aussicht gestellt. Aus den damals kalkulierten 750 Millionen Britischen Pfund werden aufgrund der neuen Zahlen nun jedoch etwa 10,5 Milliarden.
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Freitag, 15. Mai 2009
Auf dem Dokumentarfilmfestival (Dokfest) in München wurden vergangene Woche zwei Filme gezeigt, die sich differenziert mit dem jeweils besonderen Alltag indischer Kinder auseinandersetzen.
„Gandhis Children“, so heißt der Film von David Mc Dougall (Australien 2008), der sich mit dem Leben in einer Sozialstation in Neu-Delhi beschäftigt, in der traumatisierte Waisen und obdachlose Kinder und Jugendliche Zuflucht finden. Die Kinder, die von ihren Familien verlassen wurden oder vor unerträglichen Lebensumständen geflohen sind, zeichnen sich durch besondere Hilfsbereitschaft, Charakterstärke und Unabhängigkeit aus.
Der zweite Film, „Children of the Pyre“ von Rajesh S. Jala (Indien 2008), konzentriert sich auf Manikarnika Ghat, die bekannteste Einäscherungsstätte in der heiligen Bestattungsstadt Varanasi. Hier leben die Kinder der Unberührbaren, der Domra (Verbrenner), die von klein auf mit dem Tod konfrontiert wurden, der allgegenwärtig ist. Sie stehlen den Toten ihre bestickten Tücher, um sie zu verkaufen, kiffen und gehen ihren - meist betrunkenen und aggressiven - Eltern aus dem Weg.
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Dienstag, 5. Mai 2009
 Durchschnittlich verspeist jeder Deutsche knapp zehn Kilogramm Schokolade jährlich. Für diesen Genuss müssen, nach Angaben der britischen
Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International, rund 200.000 Kinder auf Kakaoplantagen schuften. Diese werden oftmals für nur 20 Euro von Menschenhändlern an Kakaoproduzenten verkauft. Ein Beispiel dafür ist der zehnjährige Richard, der als Kindersklave an der Elfenbeinlüste bis zu 14 Studen pro Tag hochgiftige Pestizide über Kakaopflanzen versprühen muss. Link zum Artikel
Mittwoch, 8. April 2009
 Zur Osterzeit steigt der Konsum von Schokolade. Vor allem bestehen unsere Schokohasen und Eier aus Kakao und Zucker, Rohstoffe, die wir aus den sogenannten Entwicklungsländern beziehen. Dort auf den Feldern wiederum werden sie unter anderem von Kindern unter extremen Bedingungen für uns geerntet. Wer ausschließen möchte, dass für seine Naschereien Kinder schuften, sollte daher beim Einkauf auf das Fair-Trade-Siegel achten. Dieses garantiert eine faire Bezahlung, die den Bauern ein menschenwürdiges Leben ermöglicht und verbietet zudem ausbeuterische Kinderarbeit.
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