Montag, 8. März 2010
 Am gestrigen Sonntag begann in San'a, der Hauptstadt des Jemen, ein fünftägiger Workshop, der darauf abzielt, ausgewählte Inspektoren zu Gesundheits- und Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit Kinderarbeit aufzuklären und sie bei ihrer Feldarbeit in den betroffenen Regionen zu unterstützen. Organisiert wird der Workshop vom Ministerium für Soziale Angelegenheiten und Arbeit in Zusammenarbeit mit der ILO. Den Teilnehmern wurde eine Liste mit Beschäftigungen ausgeteilt, die Kinder nicht ausführen dürfen. Dieser Workshop ist Teil eines nationalen Programms und eine weitere Intervention der Regierung, die institutionelle Seite im Kampf gegen Kinderarbeit zu stärken. Der nationale ILO-Repräsentant, Raidan Al-Saqqaf, gab an, dass die Organisation seit 2000 in Zusammenarbeit mit sozialen Partnern und der Regierung vor Ort präsent sei: "[...] Wir sehen einer weiteren Kooperation in der Zukunft entgegen, um ehrliche Arbeit für alle zu ermöglichen."
Offiziellen Schätzungen zufolge arbeiten 420.000 Kinder im Jemen.
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Freitag, 5. März 2010
 Das Internationale Rescue Committee (IRC) baut auf seinen kürzlichen Erfolg im Kampf gegen Kinderarbeit im Norden Ugandas. Das IRC startet ein neues Programm, um gegen die Armut vorzugehen, die viele Familien zwingt, ihre Kinder arbeiten zu schicken. Dabei sollen zusammen mit lokalen Beamten 60 neue Spar- und Kreditverbände geschaffen werden. Somit soll armen Familien die Möglichkeit gegeben werden, sich finanziell beraten zu lassen und Kredite zu niedrigen Zinsraten aufzunehmen. Diese Spar- und Kreditverbände werden jeweils einzelnen Dörfern angegliedert.
Durch den sich lange hinziehenden Bürgerkrieg im Norden des Landes sind viele Familien in starke Armut geraten und hatten somit keine andere Wahl, als ihre Kinder zum Arbeiten zu schicken.
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Donnerstag, 4. März 2010
 Laut einer Unicef-Studie ist die Zahl der arbeitenden Kinder in Venezuela zurückgegangen. Derzeit gibt es ungefähr 80.770 Kinder im Alter zwischen 10 und 15 Jahren, die dort arbeiten müssen. Die Studie bestätigt die altbekannten Gründe für Kinderarbeit. In den meisten Fällen sind es Armut, die Wirtschaftskrise, der fehlende Zugang zu Bildung und die kulturellen Bedingungen im Land. Die Regierung Venezuelas hat zusammen mit Unicef einen Aktionsplan für die Zeit von 2009 bis 2013 unterschrieben. Dabei geht es um Maßnahmen zur Bekämpfung von Kinderarbeit.
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 Laut ILO haben derzeit informelle Gespräche begonnen, wie man Arbeitsrechte und -standards mit internationalen Handelsrichtlinien sinnvoll verbinden kann. Diese Handelsrichtlinien werden von der Welthandelsorganisation (WTO) festgelegt. In letzter Zeit gab es immer mehr große multinationale Firmen, die sich an die ILO wandten, um Arbeitsrechte im Produktionsprozeß und entlang der Lieferkette durchzusetzen.
Laut Karen Curtis, stellvertretende Direktorin für internationale Arbeitsstandards bei der ILO, müsse die WTO endlich aufwachen und erkennen, daß Arbeitsrechte nicht isoliert von internationalem Handel betrachten werden können. 1998 gab die ILO einen Schriftsatz zur Förderung grundsätzlicher Arbeitsrechte heraus. Dieser Schriftsatz ist auf sämtliche Staaten anwendbar, unabhängig davon, ob sie die ILO-Konventionen ratifiziert haben und unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Entwicklung. "Einer der Gründe, warum die ILO diese Deklaration veröffentlichte war, daß die WTO den Erwartungen ihrer Mitgliedstaaten damals nicht gerecht wurde und die ILO somit selbst universell anwendbare Richtlinien zur Sicherung von Arbeitsrechten verfasste", so Curtis. Nun gibt es mehr und mehr Firmen, die Hilfestellung bei der ILO suchen, wenn es um Arbeitsrechte entlang der Lieferkette und in deren Versorgernetzwerken geht. Laut Curtis gäbe es einen ansteigenden Trend von Firmen, Arbeitsrechte ernstzunehmen und sie als Teil ihrer gemeinsamen, sozialen Verantwortung zu sehen. "Die Firmen wissen nun, daß die Aufrechterhaltung grundsätzlicher Arbeitsrechte gut für ihr Image ist. Sie wissen, daß dies wichtig für ihre Geldbeutel ist", so Curtis.
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Mittwoch, 3. März 2010
 Unter Missachtung eines nationalen Gesetzes nehmen weiterhin zehnjährige Jungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten an Kamelrennen teil. Dies teilte die Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International mit, welche im vergangenen Monat auf die minderjährigen Jockeys in Abu Dhabi stieß. Vor fünf Jahren wurde ein Gesetz erlassen, welches unter 18jährigen die Teilnahme an Kamelrennen untersagt - einem traditionellen Sport in arabischen Ländern. Das Gesetz entstand unter anhaltendem internationalen Druck und wurde von einer Rückführungskampagne flankiert, welche (teils vierjährige) Kinderjockeys in ihre Heimatländer in Südasien und Afrika zurückbrachte. Das Rennen, bei welchem die zehnjährigen Jockeys auffielen, fand unter Anwesenheit von Polizeibeamten und Scheich Sultan bin Zayed Al-Nahyan, einem Mitglied der Königsfamilie, statt. "Kinder als Kameljockeys zu missbrauchen, bricht internationales Gesetz, welches unter 18jährige vor gefährlicher Arbeit schützen will, egal aus welchem Land sie stammen. [...] manche sind so verängstigt, dass sie versuchen, während des Rennens abzuspringen", so Catherine Turner, die Koordianatorin des Kinderarbeitsprogramms von Anti-Slavery International. Den Autoritäten in den Vereinigten Arabischen Emiraten fehle es am nötigen Willen, mit der Kinderjockey-Tradition zu brechen.
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Freitag, 26. Februar 2010
 Die Lokalregierung des kolumbianischen Departamentos El Magdalena plant, am kommenden Dienstag ihre neue Strategie im Kampf gegen Kinderarbeit zu veröffentlichen. Dabei geht es vorrangig um die Bekämpfung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit, mit dem Hauptziel, Maßnahmen zu finden, diesem Problem entgegenzuwirken. Für die ILO ist weiterhin die Armut einer der Hauptgründe für das Entstehen von Kinderarbeit.
Im Rahmen der neuen Strategie werden zunächst alle 30 kolumbianischen Departamentos besucht, um der jeweiligen Lokalregierung das Problem näherzubringen und später zu einer gemeinsamen Vorgehensweise zu gelangen. El Magdalena ist das erste kolumbianische Bundesland, das sich verpflichtet, eine neue Methode im Kampf gegen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit einzusetzen. Obwohl keine offiziellen Zahlen bekannt sind, wird vermutet, daß allein in El Magdalena ca. 32.000 Kinder arbeiten.
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 In Uganda herrscht seit 23 Jahren Krieg zwischen der Lord´s Resistance Army (LRA) und der Regierung von Uganda, von dem vor allem der nördliche Teil des Landes betroffen ist. Die amerikanische Non-Profit-Organisation "Invisible Children" setzt sich dafür ein, die Einberufung von Kindern in die LRA zu verhindern. Manche dieser Kinder sind gerade mal zwei Jahre alt. Im Mittelpunkt steht dabei der Anführer der LRA, Joseph Kony. Der amerikanische Senat zieht mittlerweile einen Gesetzesentwurf in Betracht, mit dem drei verschiedene Ziele erreicht werden sollen: Die Gefangennahme von Joseph Kony, die Erneuerung der vom Krieg zerstörten Gebiete und der Friedensprozess in Norduganda. Invisible Children möchte die Verabschiedung dieses Gesetzes vorantreiben.
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 Nach 14 Jahren wird Pakistans Regierung in Zusammenarbeit mit der ILO eine neue "National Child Labour Survey" durchführen. Dies teilte der Staatsminister für Arbeit dem pakistanischen Parlament am Donnerstag mit. Die damalige Studie, die durch das Statistische Bundesamt koordiniert wurde, ergab, daß von 40 Millionen Kindern im Alter zwischen 5 und 14 Jahren ungefähr 3,3 Millionen arbeiten müssen.
Zusätzlich teilte der Arbeitsminister dem Senat mit, daß 2008 knapp 12.000 Kinder aus ihren ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen befreit wurden. Die ILO hat in den letzten sechs Jahren ca. 285.000 US-Dollar ausgegeben, um Kinderarbeit aus Pakistan zu verbannen. Dieses Geld wurde vor allem für die Stärkung von sogenannten "Child Labour Units" verwendet, in den Provinzen Sindh und Baloachistan. Im April 2010 wird Pakistan eine neue Richtlinie zum Schutz der Rechte von Arbeitern verkünden.
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Donnerstag, 25. Februar 2010
 Die Philanthropen (Menschenfreunde), die britische Waisenkinder zu Bauernhöfen in Australien und Kanada schickten, dachten, sie täten dies für einen wohltätigen Zweck. Zwischen 1920 und 1960 wurden knapp 150.000 Kinder in Pflegeheime und andere Institutionen nach Übersee verfrachtet, um dort ein besseres Leben im unterbevölkerten Commonwealth zu beginnen. Wohltätigkeitsvereine wie Barnardo´s, die katholische Kirche und die britischen Behörden halfen damals, diese "Emigration" zu organisieren. Meistens erzählte man den betroffenen Kindern, dass ihre Eltern gestorben wären. In Wahrheit waren viele von ihnen Kinder von alleinstehenden Müttern, die gezwungen wurden, ihre Kinder zur Adoption freizugeben. In der damaligen Zeit war der Status von alleinerziehenden Frauen mit einem ernsthaften sozialem Stigma behaftet.
"Nach australischem Premier entschuldigt sich auch Gordon Brown für die damalige Deportation von Kindern" vollständig lesen
Dienstag, 23. Februar 2010
 Die British Medical Association (BMA) hat die gefährlichen Umstände aufgezeigt, die bei der Herstellung von Operationsbesteck in Pakistan herrschen. Diese Werkzeuge werden vom National Health Service (NHS) erworben, den es in England, Schottland und Wales gibt. Zu Beginn der zweiwöchigen Fairtrade Fortnight forderte die BMA die schottische NHS auf, neue Richtlinien bezüglich einer moralisch einwandfreien Beschaffung zu formulieren. In England wird in Kooperation zwischen BMA und NHS bereits an solchen Richtlininen gearbeitet. Nun ist die schottische Regierung aufgefordert, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen.
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"Britische BMA drängt auf das Ende von Kinderarbeit bei der Herstellung von Operationsbesteck" vollständig lesen
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