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Mittwoch, 8. September 2010
 Die 26-jährige iranische Aktivistin Shiva Nazar-Ahari ist des "Kriegführens gegen Gott" angeklagt, im Iran gilt dies als eines der schwersten Verbrechen. Was im Gerichtsprozess genau passiert und was mit der 26-Jährigen geschehen wird ist unbekannt. "Ihr Verfahren ist wie das aller politischer Gefangenen nicht öffentlich.", so Faraz Sanei von Human Rights Watch. Nazar-Ahari ist wegen zwei Vergehen gegen die nationale Sicherheit angeklagt und der "moharebeh", des Kriegführens oder der Feindseligkeit gegenüber Gott. Im Iran bedeutet eine Verurteilung wegen "moharebeh" die Todesstrafe.
Nachgesagt werden der Aktivistin Kontakte zu der von der iranischen Regierung als terroristisch eingestuften Gruppe People's Mujahadeen of Iran, die sie selbst aber vehement abstreitet. Vielmehr wird ihre Rolle als Gründungsmitglied des Committee of Human Rights Reporters der Grund für ihre Inhaftierung sein. Die iranische Organisation agiert bereits aus dem Exil heraus, Nazar-Ahari ist dort Expertin für Frauenrechte, Kinderarbeit und politische Gefangene, die die Menschenrechtsverletzungen der iranischen Regierung aufdeckte.
Das Urteil des Gerichtes und somit das Schicksal von Shiva Nazar-Ahari wird wohl erst in über einem Monat bekannt werden.
Link zum Artikel (englisch)
 BBC veröffentlichte einen Bericht über Bachabaze - eine afghanische Tradition bei der Jungen im Alter von unter 10-12 Jahren von ihren Familien verkauft werden um auf Parties für Männer zu tanzen und oft auch zur Prostitution gezwungen werden. Frauen ist es verboten in der Öffentlichkeit zu tanzen. Deshalb werden Jungs Frauenkleider angezogen - oftmals auch mit künstlichen Brüsten- und dazu gebracht für die Anwesenden zu tanzen. Bei diesen handelt es sich meist um ältere, reiche und einflussreiche Männer, die sie sich manchmal anschließend mit auf die Hotelzimmer nehmen und sie sexuell missbrauchen. Es kommt auch vor, dass sich die Männer mehrere Jungs als Statussymbole "halten". Oft werden eben solche Jungs auf der Straße ausgesucht, die eher weiblich aussehen und in ärmsten Verhältnissen leben und dadurch sehr vulnerabel sind. Für sie ist es oft die einzige Möglichkeit ein bisschen Geld für etwas zu Essen zu verdienen.
"Bachabaze - in Afghanistan werden Jungs verkauft um für reiche Männer zu tanzen" vollständig lesen
 Die holländische Bekleidungskette C&A, die, 140 Jahre nach Eröffnung des ersten Shops durch die Brüder Clemens & August, noch immer im Besitz der Familie Brenninkmeijer ist, verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit. Das Unternehmen selbst beharrt auf einem strengen ethischen Code, den es durch viele unangekündigte Kontrollen seiner Fabriken und Zulieferer aufrecht erhalte. Der jüngste Bericht der niederländischen Zeitung "De Volkskrant" zeichnet allerdings ein anderes Bild von C&A. Bekannt geworden ist, dass C&A Klamotten der KPR Mill Fabrik bezieht, in der 9000 Arbeiterinnen gefangen gehalten wurden, die ein Viertel ihres Lohnes als "Grundersparnisse" erst nach drei Jahren ausgezahlt bekamen, sowie keine Arbeitsverträge oder Gewerkschaftsvertretung zugestanden bekamen. C&A dementierte schleunigst jegliche Zusammenarbeit mit KPR Mill.
Organisationen wie die Clean Clothes Campaign und die Fair Wear Foundation kritisieren auch das mangelnde Vertrauen zwischen Inspektoren und Arbeitern. Mit ihnen wird nicht über kritische Themen wie niedrige Löhne, Überstunden, das Einbehalten der Pässe oder sexuelle Einschüchterung gesprochen. Angezweifelt wird auch die tatsächliche Unabhängigkeit der Firma SOCAM, die von C&A selbst gegründet wurde und seitdem für alle Kontrollen zuständig ist.
Link zum Artikel (englisch)
 Einem Artikel vom 03. September zufolge werden noch immer mehr als 80% aller Kinder mit einer der vielen Formen von Gewalt konfrontiert.
Die Gewalt kann unter anderem von Vorgesetzten arbeitender Kinder, aber auch von nahe stehenden Personen wie Lehrern oder Familienmitgliedern ausgehen. Bei kleinen Kindern besteht die Gefahr, die Übergriffe nicht zu überleben, sagt ein UNICEF Repräsentant aus Kambodscha, größere Kinder hingegen sind häufiger von sexuellen Übergriffen betroffen. Dies bestätigt eine Untersuchung im Jahr 2006 geführt von der NGO Save The Children in Cambodia.
Gewalt gegen Kinder ist in allen Erdteilen ein großes Problem, egal wo die Kinder geboren wurden oder wie die Lebenssituation ihrer Familie aussieht. Gerade die Existenz von häuslicher Gewalt wird immer öffentlicher. Zusätzlich beeinflussen erlebte Kriegsgeschehnisse die psychische und physische Entwicklung der Kinder.
Vielleicht wird vergessen, dass unsere Zukunft in den Kindern liegt, von denen so viele unter dem Einfluss von Gewalt aufwachsen.
 Ein 10 x 15 m großer Raum, Backsteinwände und ein niedriges Blechdach: Hier lernen zwölf Kinder, alle um die fünf Jahre alt, gerade das Alphabet, während im Hintergrund große Buchstabenplakate in Englisch und Kannada zu sehen sind.
Ein regulärer Schultag an der von der Regierung betriebenen Zeltschule in Krishnappa Garden, Bengaluru im indischen Bundesstaat Karnataka. Migranten aus dem ländlichen Karnataka und ein paar aus Tamil Nadu bewohnen hier eine kleine, 300 Hütten umfassende Kolonie die zwar noch nicht über alle Annehmlichkeiten wie Wasser- und Stromversorgung verfügt, aber dennoch über eine Schule. Hier leben überwiegend Bauarbeiter und Tagelöhner, deren Kinder früher tagsüber sich selbst überlassen wurden. Nun gehen alle Kinder täglich von 9.30 Uhr bis 15.30 Uhr zur Schule, in der auch die kleinen Kinder betreut werden. Jedes Jahr besuchen 12 bis 15 Kinder nach Abschluss der ersten beiden Klassen in Krishnappa Garden die allgemeine Schule in Sadgundapalya. Neben einer regulären Schulbildung bekommen die Kinder auch noch warme Mahlzeiten und in anderen Campschulen spezielle berufliche Qualifikationen mit auf den Weg gegeben. Das Konzept hat sich als erfolgreich erwiesen, die Schüler von Kinderarbeit fernzuhalten und ihnen eine Perspektive zu geben, zumal auch regelmäßige Gesundheitsaufklärung stattfindet.
Link zum Artikel (englisch)
Dienstag, 7. September 2010
Unicef und seine Partner haben in Mosambik landesweit 200 Kinderschutzzentren errichtet, an die sich Kinder wenden können. Vorwiegend werden hier Mädchen betreut, welche häuslicher Gewalt ausgesetzt waren.
Die rund um die Uhr geöffneten Häuser befinden sich immer an Krankenhäuser oder Polizeistationen angegliedert.
Eine vorübergehende Beherbgung der Schutzsuchenden,sowie juristische und psychologische Betreuung werden enenfalls angeboten.
Bereits im letzten Jahr wurden 3500 Kinder von den Angestellten betreut.
Unicef Homepage
Montag, 6. September 2010
 In der Hauptstadt Nicaraguas, Managua, sind schon fünfjährige Kinder auf der Straße betteln oder verkaufen zwischen Autos und Abgasen.
Momentan wird an der Ausarbeitung einer nationalen Strategie gefeilt, das Ziel zu erreichen im Jahre 2015 die schlimmsten Formen der Kinderarbeit bekämpft und die Kinderarbeit im Jahre 2020 vollständig unterbunden zu haben.
Unter anderem das “Programm Amor” (Kinder von der Straße und vor ausbeuterischer Arbeit zu schützen) aus dem Jahr 2005 dient als stütze der Strategieentwicklung. Es ist für wohltätige Zwecke gegenüber Kindern zuständig und hat bis zum Juli letzten Jahres elftausend Straßenkindern medizinische Versorgung und Schulmaterialien zur Verfügung gestellt. Noch immer sind in Nicaragua ca. eine halbe Million Kinder im schulfähigen Alter nicht in das Schulsystem integriert und auch die Mangelernährung ist trotz sinkender Tendenz weiterhin ein Problem.
Wir sind gespannt, wie die ausgearbeiteten Strategien des Staates aussehen werden.
Link zum Artikel (spanisch)
 Die NHRC (National Human Rights Commission) aus Indien forderte die Regierung des indischen Bundesstaates Meghalaya auf, einen Report über die Arbeitsumstände in Kohleminen zu verfassen. Laut dem NGO Netzwerk Impulse aus Shillong arbeiten rund 70 000 Kinder aus Nepal, Bangladesch und Indien unter schlimmsten Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in den privaten Kohleminen der Jaintia-Berge. Die Kinder müssen 8-10 Stunden täglich ohne medizinische Versorgung oder Sicherheitsstandards Kohle abbauen. Oftmals werden die Minen aufgrund starker Regenfälle geflutet, wobei schon mehrere Kinder ertranken. Die Arbeitgeber informieren dann weder die Polizei noch die Eltern, um keine Abfindung zahlen zu müssen.
Das Problem ist, dass die indische Verfassung der indigenen Bevölkerung exklusive Rechte über ihr Land einräumt, inklusive dem Betreiben von Minen. Dies ist grundsätzlich auch nicht illegal, die Methoden wie erzwungene Arbeit oder Kinderarbeit allerdings schon.
Die bundesstaatliche Regierung hat bisher noch nicht den Versuch unternommen, dem Kinderschmuggel aus Nachbarländern und den inhumanen Arbeitsbedingungen einen Riegel vorzuschieben.
Link zum Artikel (englisch)
 Der Oberste Gerichtshof von Bangladesch hat der Regierung die Weisung gegeben, innerhalb eines Jahres Kinderarbeit in bestimmten Industrien zu eliminieren.
Die zuständigen Richter sahen ein öffentliches Interesse an diesem Prozess gegeben und wiesen somit das Arbeitsministerium an, beispielsweise die Produktion von beedi (traditionell handgefertigte, kleine, billige Zigaretten) im nördlichen Rangpur-Distrikt zu stoppen, in der Kinder zum Drehen der Zigaretten eingesetzt werden.
Das Urteil, das auf einer Petition von lokalen Menschenrechtsorganisationen beruht, schreibt eine Ergänzung des Bangladesh Labour Act von 2006 vor. So ist das Programm zum verpflichtenden Schulbesuch nicht ausreichend, um Kinder von der Arbeit fernzuhalten. Im März 2001 ratifizierte Bangladesch bereits eine Konvention der ILO und begann mit der Durchsetzung des Internationalen Programms zur Eliminierung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit. Laut dem Bangladesh Shishu Adhikar Forum führen Kinder in Bangladesch rund 430 verschiedenen Arbeiten aus von denen 67 als hochgefährlich gelten. Ein Anfang, wenigstens einen Teil von diesen zu verbieten, ist mit dem Gerichtsurteil nun hoffentlich gelegt.
Link zum Artikel (englisch)
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