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Donnerstag, 12. August 2010
 In der indischen Stadt Cantt wurden Minderjährige bei den Bauarbeiten einer Straße vorgefunden, die brisanterweise im Auftrag des öffentlichen Wohlfahrtsdezernats ausgeführt wurde.
Dies stellt eine eklatante und offensichtliche Verletzung des Child Labour Acts von 1986 dar, der die Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren in gefährlichen Jobs verbietet.
Kinder zwischen 11 und 14 Jahren, gekleidet in Lumpen, wurden bei schweren Arbeiten angetroffen, so trugen sie Ziegeln, brachen Steine oder entfernten schwere Äste von der Straße. Für die schwere und gefährliche, acht- bis zehnstündige Arbeit erhalten die Kinder 100 Rupien pro Tag, die ihnen eine Mahlzeit erlauben.
Das Wohlfahrtsdezernat gibt an, dass die Arbeit auf Vertragsbasis von einem anderen Unternehmen ausgeführt wird. Der Vize-Arbeitsbeauftragte S.P. Gupta versicherte, dass der Fall überprüft werde und erst einmal das Alter der Kinder festgestellt werde, bevor Maßnahmen ergriffen würden.
Das Problem ist die Kontrolle der Kinderarbeit, da sie für einen großen Teil der Bevölkerung den einzigen Weg darstellt, etwas Geld zum Kauf von Nahrungsmitteln zu verdienen. "Wenn Gabbar und Alka nicht arbeiten, wie würden sie dann Geld verdienen, wie könnten wir sie dann ernähren? Wir leben von der Hand in den Mund, wie können wir da über Bildung für unsere Kinder nachdenken?", fragt eine der Mütter der betroffenen Kinder.
Die Eltern jedenfalls haben keine Ahnung von eventuellen Gesetzen gegen Kinderarbeit und solange sich ihre Gesamtsituation nicht verbessert, werden auch ihre Kinder weiterhin als Arbeiter ohne Zugang zu Gesundheitsversorgung, guter Nahrung und Schulbildung aufwachsen.
Link zum Artikel (englisch)
Dienstag, 20. Juli 2010
 Die US Arbeitsministerium hat gestern einen neuen Bericht über Länder und Produkte, die vielleicht Kinderarbeit nutzen, herausgegeben. Es gibt 29 Produkte aus 21 Ländern, die in diesem Bericht aufgeführt sind. Hier sind ein paar Beispiele:
Myanmar: Bambus-Bohnen-Backsteine-Gummi-Reis-Zuckerrohr-Teak
Bolivien: Zuckerrohr-Paranussen
Nepal: Backsteine-Teppiche-Steine-Bestickte Textilen
Pakistan: Backsteine-Teppiche-Kohle
Elfenbeinküste: Kakao-Kaffee
Nigeria: Granit-Kies
China: Backsteine-Baumwolle-Spielzeuge-Elektronik
Indien: Backsteine-Baumwollsamen-Bestickte Textilen-Steine-Reis-Kleidung
Burkina Faso: Gold-Baumwolle
Das Zieldatum für die Beseitigung der meisten Kinderarbeit in der Welt ist 2016.
Link zum Artikel: New List of Country and Products that May Use Child Labor Is Out
Link zur Liste: KinderarbeitlisteTags für diesen Artikel: afrika, asien, baumwolle, bodenschätze, bolivien, china, elfenbeinküste, indien, kakao, landwirtschaft, mode, nepal, nigeria, pakistan, südamerika, teppichindustrie
Dienstag, 13. Juli 2010
 Der Ludwigsburger Mineralienhändler Marco Schreier erarbeitet gemeinsam mit dem Verein "Fair Trade Minerals & Gems e.V." Kriterien für ein Gütesiegel zum fairen Handel mit Mineralien und Schmucksteinen. Eine anerkannte Fairtrade-Zertifizierung gibt es auf dem Sektor bisher nicht, nachdem die Handelswege der Steine intransparent sind und einzelne Verarbeitungsschritte getrennt voneinander durchgeführt werden. Über Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben informiert sich Marco Schreier regelmäßig persönlich mit seinem Team. Mitarbeiter kontrollieren auch vor Ort die Hauptlieferanten in Indonesien, China und Brasilien. Zusätzlich unterstützt er auch aktiv ein faires Opal-Abbau-Projekt in Honduras.
Link zum Artikel
Freitag, 9. Juli 2010
 Kinderarbeit in Indischen Minen ist mitlerweile ein bekanntes Phänomen. Besonders in dem Bundesstaat Megalahya, der sich für einen Großteil der Indischen Stein- und Kohleproduktion verantwortlich zeichnet ist, werden die Steine häufig immernoch von Kinderarbeitern abgebaut. Obwohl Kinderarbeit in Indien verboten ist, ist die Durchsetzung der Gesetzte sehr schwierig, da die politische Posten zu einem Großteil von den machtvollen Minenbesitzern gehalten werden, die natürlich nur ein begrenztes Interesse daran haben sich selbst ihrer unschlagbar kostengünstigen Arbeitskräfte zu berauben. Die Arbeit von Kindern, Frauen und Wanderarbeitern ist deutlich preiswerter als der Einsatz von Maschinen, weswegen die Arbeiter mit nur minimaler Ausrüstung und häufig komplett fehlenden Sicherheitsmaßnahmen in den Steinbrüchen und Kohleminen zu tausenden arbeiten. Aufgrund der harten und gefährlichen Arbeit und des Fehlens medizinischer Versorgung in den Abbaugebieten sind schwere Verletzungen und sogar Todesfälle keine Seltenheit. Auch chronische Krankheiten (Staublunge) sind sehr weit verbreitet. Die in Shilong, der Hauptstadt des Bundesstaates Megalahya beheimatete NGO Impulse Network, welche sich für die Rechte von Kinderarbeitern in Indischen Steinbrüchen einsetzt, berichtet, dass allein in Meghalaya rund 70.000 Kinder in den Steinbrüchen arbeiten.
Originalartikel im Englischen Guardian
Mittwoch, 28. April 2010
 Liest man den Bericht „Das Mädchen Beravin“ auf der heutigen „Seite Drei“ der Süddeutschen Zeitung, möchte man nicht glauben, was man da liest. Ein 15-jähriges Mädchen – eine Kurdin – sitzt in einem Gefängnis in der Türkei, nur weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort war und weil sich das Gericht mit zweifelhaften Beweisen zufrieden gab.
Das Mädchen, das schon seit seinem neunten Lebensjahr arbeiten musste um die Familie zu unterstützen, wollte jediglich ihre Cousine besuchen. Als sie aus dem Bus stieg, fand sie sich selbst in einem Menschenauflauf wieder. Es wurden Steine geworfen. Als es das Mädchen mit der Angst zu tun bekam, rannte sie los – die Polizei hinter ihr her. Sie schlugen das Mädchen zu Boden, behandelten sie wie einen Schwerverbrecher, und nahmen sie fest. Bei ihrer Verhandlung am 26. Januar wird das Mädchen unter anderem wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation und Propaganda für diese (gemeint ist die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK) zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Als Beweis diente ein Foto, auf dem ein Schuh zu erkennen war, der Berivans Schuhen glich. Dazu kommen die Aussagen der Polizisten.
Verurteilt zu fast acht Jahren Haft wegen eines angeblichen Steinwurfs?! Das klingt wie ein unglaublicher Einzelfall – ist es aber nicht!
"Schockierend – Hunderte Kinder sitzen in der Türkei im Gefängnis" vollständig lesen
Freitag, 23. April 2010
 Durch die Initiative des nordrhein-westfälischen Arbeitsministers Karl-Josef Laumann geht die Landesregierung nun mit gutem Beispiel voran und verabschiedete einen Erlass, der sich aktiv gegen Kinderarbeit wehrt. Auf seiner Indienreise im Januar 2010 gingen die Eindrücke vor Ort so tief, dass sich nun Nordrhein-Westfalen dazu selbstverpflichtet hat, keine öffentlichen Aufträge mehr auszugeben, bei denen Produkte aus Kinderarbeit verwendet werden. „Ich habe dort die Steinbrüche gesehen, in denen die Kinder unter erbarmungswürdigen Umständen mit primitiven Werkzeugen die Steine bearbeiten müssen“, so Laumann. Er hofft, dass auch die Kommunen und Kommunalverbände nachziehen und in Zukunft fair kaufen.
Link zum Artikel: Landesregierung aktiv gegen Kinderarbeit
Mittwoch, 3. Februar 2010
 Am 3. Oktober werden im Jawaharlal-Stadion von Neu-Dehli die Commonwealth-Spiele eröffnet. Bis dahin wird die Infrastruktur rund um das Stadion erneuert. Tausende Kinder arbeiten jeden Tag auf den Baustellen – zum Teil sind sie erst fünf Jahre alt. Für einen kargen Lohn müssen sie unter unmenschlichen Bedingungen Steine schleppen und Gräben ausheben.
Auch wenn seit 1986 in Indien Kinderarbeit offiziell verboten ist, arbeiten in dem südasiatischen Staat laut Regierung ca. 13 Millionen Kinder. Kinderschützer gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl bei 60 Millionen liegen könnte.
Link zum Artikel
Dienstag, 2. Februar 2010
 Bevor in den 1960ern diese Praktik verboten wurde, zwangen Behörden mehr als 130.000 britische Kinder, nach Australien zu ziehen und dort ein neues Leben ohne ihre Eltern zu beginnen. Drei Jahre nachdem diese Vorgehensweise als illegal erklärt wurde, waren der 11 Jahre alte Rex Wade und sein kleiner Bruder Kevin die letzten Beiden, die ans andere Ende der Welt geschickt wurden. Als Rex damals in Tasmanien ankam, wurde er gezwungen, teilweise unter Schlägen, zu arbeiten und letztendlich nach einem Fluchtversuch ins Gefängnis gesteckt. Als er im Alter von 26 schließlich befreit wurde, verkaufte er all sein Hab und Gut, um sich ein Ticket nach Hause zu kaufen. Jetzt, mit 51 Jahren, erhielt er endlich ein Entschuldigung von den britischen Behörden, die ihn damals fortgeschickt hatten.
Link zum Artikel auf Englisch
"Briten entschuldigen sich für die Deportation zahlreicher Kinder" vollständig lesen
Dienstag, 10. November 2009
 Es geschieht in der Politik höchst selten, dass alle Parteien an einem Strang ziehen. Aber wenn es um Grabsteine geht, die durch Kinderarbeit in Indien gefertigt wurden, sind sich alle Politiker einig, dass da etwas geschehen muss. Zur gleichen Zeit, als vor dem Oberlandesgericht die Gerichtsverhandlung um Gütesiegel für Grabsteine stattfand, hat sich auch im Plenum des bayerischen Landtages etwas getan: Die Staatsregierung wurde jetzt in einem Beschluss aufgefordert, sich auf Bundesebene für eine Rechtsgrundlage einzusetzen, die es Gemeinden ermöglicht, ihre Friedhofssatzungen so zu ändern, dass nur faire, also zertifizierte Grabsteine aufgestellt werden dürfen. Damit sind solche Steine gemeint, die nachweislich in der gesamten Wertschöpfungskette ohne Kinderarbeit hergestellt worden sind.
"Im Kampf gegen Kinderarbeit: Landtag bringt den Stein ins Rollen" vollständig lesen
Montag, 26. Oktober 2009
 Derzeit kommen immer noch 80% der Natursteine, die in Deutschland verkauft werden aus Asien und werden dort zum größten Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen und durch Kinderarbeit hergestellt. Aus diesem Anlass findet am heutigen Montag im Stuttgarter Rathaus eine internationale Konferenz statt, die sich mit den sozialen und ökologischen Standards in Steinbrüchen auseinandersetzt und darüber diskutiert, wie diese Standards durchgesetzt werden können. Zu dem Treffen werden mehr als 40 Experten aus Entwicklungsinitiativen, Baustoffhandel, Steinmetzbetrieben sowie Städten und Gemeinden erwartet.
Link zu: Stuttgarter Zeitung
"Am Pflasterstein klebt Blut" vollständig lesen
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