Mittwoch, 21. Juli 2010
 Werden in Deutschland palästinensische Jugendliche und Kinder als Drogenkuriere missbraucht? Vor Erscheinen des schon jetzt polarisierenden Buches der kürzlich verstorbenen Jugendrichterin Heisig wurden Passagen daraus bereits im "Spiegel" abgedruckt. Sie stellt die These auf, dass in Deutschland ca ein Dutzend arabische Clans mit Tausenden Mitgliedern in kriminell ausgerichteten Strukturen leben, die ihre Kinder den deutschen Behörden entziehen. Diese Kinder wüchsen in ein System hinein, welches Straftaten jeglicher Bandbreite abdecke: von Drogendelikten bis hin zu Mord. Hinzu kommen staatenlose Kinder aus palästinensischen Flüchtlingslagern, die mithilfe der arabischen Drogenmafia in die Bundesrepublik geschleust und durch Landsleute in den Drogenhandel eingewiesen würden. Heisig fordert in ihrem Buch schärfere Einreisekontrollen und geschlossene Einrichtungen, um staatenlose Kinder vor den Gefahren einer dergestalt organisierten Kriminalität zu schützen.
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und Süddeutsche Zeitung vom 20. Juli 2010, Panorama: "Abrechnung mit den Clans"
Donnerstag, 8. Juli 2010
 Einer neuen UNICEF-Studie zufolge will Deutschland rund 5000 Kinder aus Roma-Familien und anderen ethischen Minderheiten, die mit Ihren Familien in Deutschland Zuflucht gefunden haben, zurück in den Kosovo abschieben bzw. rückführen. Für die meisten der Kinder bedeutet dies das Ende ihrer schulischen Ausbildung, 75% brechen im Kosovo die Schule ab und leben in extremer Armut. Die Roma gehören zur ärmsten Bevölkerungsgruppe im einem der ärmsten Länder Südosteuropas. Die Kinder sind in Deutschland gut integriert und könnten sich im Kosovo größtenteils nicht einmal verständigen. Laut Tom Koenigs, UNICEF-Vorstandsmitglied, verstößt die Abschiebung der Kinder gegen die UN-Kinderrechtskonvention und den Kindern sollte ein dauerhaftes Bleiberecht eingeräumt werden. Für diese Studie wurden im Auftrag von UNICEF in den ersten Monaten des Jahres 2010 Roma in Kosovo und Deutschland, Experten und politische Verantwortliche befragt, um Empfehlungen für Politiker und Behörden zu erarbeiten.
Link zum Artikel: Kinder ohne Chance
Dienstag, 29. Juni 2010
Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den pakistanischen Taliban und der Regierung hat vor allem im Nord-Westen des Landes verheerende Auswirkungen auf das Leben der Kinder dort. Seit 2008 wurden über 2 Millionen Kinder gezwungen, ihr Zuhause zurückzulassen und zu fliehen und laut dem Norwegian Refugee Council’s Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) konnten immer noch ca. 800 000 nicht in ihre Heimat zurückkehren. Diese Situation hat sowohl für die Zurückgekehrten, als auch für vertriebene Kinder weitreichende Folgen: Sie verpassen monatelang die Schule, viele Bildungseinrichtungen sind völlig zerstört und können ohne Hilfe von außen nicht wieder aufgebaut werden. Laut dem IDMC-Bericht sind die vertriebenen Kinder besonders gefährdet, zu früher Heirat und Arbeit gezwungen zu werden, da ihre Eltern ihre Existenz verloren haben und damit auf ihre Kinder als zusätzliche Einnahmequelle angewiesen sind.
Link zum Artikel: Children missing school and risk being exploited
Montag, 3. Mai 2010
 Die Regierung von Bangladesch hat eine Politik versprochen, die das "Kind" neudefiniert als jemanden mit einem Alter geringer als 18 Jahre.
Laut einer Statistik des Jahres 2003 gibt es in Bangladesch 3,2 Millionen Kinder, die arbeiten. Davon verrichten 1,29 Millionen gefährliche Arbeiten. "Die neue Politik hätte direkten Einfluß auf diese Kinder", so der Daily Star am Sonntag. Sie würde körperliche Bestrafung in Bildungseinrichtungen ausschließen und zusätzlich darauf abzielen, daß Flüchtlingskinder und behinderte Kinder mehr Rechte erhalten. Dieser Politikwechsel wäre "ein Schritt in Richtung einer besseren menschlichen Entwicklung", so Salma Ali, Direktorin des nationalen Verbands der Frauenanwälte.
Der Entwurf für diese Politik soll nun baldmöglichst dem Kabinett vorgelegt werden.
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Mittwoch, 17. März 2010
 Nichtregierungsorganisationen warnen vor einer erhöhten Gefahr der Kinderprostitution im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Sie schätzen, dass ein Viertel der 150.000 südafrikanischen Prostituierten Kinder sein könnten. Südafrika gilt als internationale Hochburg für Menschen- und Kinderhandel: Einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration zufolge werden Minderjährige aus Angola, Botswana, dem Kongo und Lesotho - aber auch aus Thailand oder Russland - ins Land geschmuggelt. Die illegale Einreise von Flüchtlingen und Menschenhändlern wird durch fehlende Grenzkontrollen erleichtert. David Bayever von Südafrikas Drogenbehörde warnt: "Die WM 2010 zieht Prostitution, Menschenhandel und Kindesmissbrauch an." So gebe es bereits erste Berichte aus südafrikanischen Dörfern, in denen Kinder aus armen Familien angesprochen worden seien, denen man Jobs und gutes Geld während der WM versprochen habe.
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Freitag, 22. Mai 2009
 Menschenrechtsgruppen befürchten nach dem Ende des Bürgerkriegs in Sri Lanka einen Rachefeldzug durch paramilitärische Gruppierungen. So habe es z.T. aufgrund von Lösegeldforderungen Entführungen von tamilischen Kindern gegeben. Teils seien ehemalige Kindersoldaten aber auch wegen vermuteter Verbindungen zur Rebellenorganisation LTTE entführt worden. Am Donnerstag wies die Regierung von Colombo Vorwürfe zurück, sie gewähre den Rebellengruppen ungehindert Zugang zu Flüchtlingslagern. Die Regierung betonte, sie wolle die entsprechenden Lager auflösen, um die Flüchtlinge wieder in ihren Heimatorten anzusiedeln. Vermutlich 280.000 Zivilisten sind in der monatelangen Offensive gegen die LTTE vertrieben worden. Unabhängige Informationen sind kaum zu erhalten, da den Hilfsorganisationen der Einblick in die Flüchtlingslager erschwert sei, wenn nicht gar unmöglich gemacht werde. UN-Generalsekretär Ben Ki-moon will sich am heutigen Freitag für einen ungehinderten Zugang zu den Lagern einsetzen.
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Mittwoch, 20. Mai 2009
Der Name wirkt harm-, ja fast belanglos: Alleinreisende Kinder und Jugendliche, kurz Alreju. Diese sechs Buchstaben stehen für ein Heim in Brandenburg, in dem Unbegleitete Minderjährige Flüchtline (UMF) aufgenommen werden. Es handelt sich hier also nicht um Jugendliche, die sich freiwillig auf ein Reise-Abenteuer einlassen, sondern um Kinder, die in ihren Heimatländern teilweise die schlimmsten Kriegsverbrechen miterlebten. Manche wurden dazu gezwungen, selbst Menschen zu töten und zu zerstückeln, andere mussten mit ansehen, wie ihre Eltern gefoltert und ermordet wurden. Wenn diesen Kindern die Flucht aus ihrem Heimatland gelingt und sie sich nach Deutschland durchschlagen können, werden sie in Heime wie das Alreju aufgenommen. Das Alreju gibt es seit mittlerweile 16 Jahren; zur Zeit wohnen dort ca. 50 Flüchtlingskinder gemeinsam und bekommen so die Chance, zur Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu machen. Obwohl die meistern der Kinder und Jugendlichen durch ihre schrecklichen Erfahrungen schwer traumatisiert sind, reden nur sehr wenige über ihre Erlebnisse. "Das ist ein Schutzmechanismus", sagt Mathilde Killisch, Leiterin des Alreju, zum Beispiel über den heute 20-jährigen Tim Okello aus dem Sudan. Tim lächelt ständig, egal was er gerade sagt oder zu wem er spricht. Als 10-Jähriger wurde er als Kindersoldat rekrutiert; erst vier Jahre später gelang ihm die Flucht. Was in diesen vier Jahren passierte, darüber spricht Tim nicht. Das Schicksal der Heimbewohner ist in den meisten Fällen ungewiss. Manche werden abgeschoben, andere hingegen würden gerne wieder nach Hause zurückkehren, jedoch wird ihnen die Einreise verweigert. In den meisten Fällen aber haben die Jugendlichen einfach nur Angst vor der Rückkehr in ihre Heimat.
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