Mittwoch, 25. August 2010
 Die Produzenten von Saris aus der indischen Stadt Surat protestieren heftig gegen ihre Stigmatisierung durch die Berichte des US-Arbeitsministeriums. Dort heißt es, die Sari-Industrie würde auch von Kinderarbeit Gebrauch machen. Surat ist seit 150 Jahren das älteste und traditionsreichste Zentrum für die Herstellung von Saris. Ramanlal Jariwala, Präsident der Surat Sari Manufakturen-Vereinigung, möchte klarstellen, dass die Herstellung von Saris ein sehr spezialisiertes und kompliziertes Handwerk sei, das sehr viel Erfahrung benötige und deshalb nicht auf die Arbeitskraft von Kindern zurückgreife.
Aufmerksam gemacht wird auch auf den Fakt, dass in den vergangenen Jahren nicht ein einziges Mal ein Kind von Kontrolleuren des Arbeitsministeriums in den Sari-Manufakturen angetroffen wurde. Jariwala sieht das Missverständnis in der Tatsache, dass Kinder, die aber zur Schule gingen, innerhalb ihrer Familie oft bei der Arbeit mithelfen, was aber keinesfalls als Kinderarbeit zu werten sei.
Die Sari-Industrie ist gewillt zu zertifizieren, dass die traditionellen Kleidungsstücke ohne Kinderarbeit hergestellt werden und kritisiert das US-Ministerium für das schlechte Bild, welches nun auf sie geworfen wurde.
Link zum Artikel (englisch)
Dienstag, 24. August 2010
 Die Nachfrage nach Diamanten steigt nach der Wirtschaftskrise wieder an: Neben dem weltweit größten Importeur USA zeigen Indien und China großes Interesse an Diamanten. Experten gehen sogar davon aus, dass China in der nächsten Dekade die USA als größten Diamantkonsumenten ablösen wird.
Trotz der steigenden Nachfrage erhöhen die führenden Produzenten wie De Beers, Alrosa und Rio Tinto allerdings nicht ihre Produktion- aus Angst vor Preisverfall.
Hier steuert nun der World Diamond Council gegen, indem er Simbabwe wieder erlaubt hat, Diamanten aus seinen Marange-Minen zu exportieren. Jahrelang war Simbabwe beschuldigt worden, Menschenrechtsverletzungen und Korruption in den Minen walten zu lassen, was schließlich 2008 zu einem Verbot des Diamanten-Exports führte. Die internationale Regulierungsbehörde beschloss nun, nach zwei freigegebenen Auktionen, dass sich die Bedingungen in den Marange-Minen auf einen Minimalstandard verbessert hätten. Kritiker prangern allerdings an, dass die Regierung lediglich den Diamantenhandel von Rebellengruppen verboten hat, Menschenrechtsverletzungen aber weiterhin nicht bekämpft würden.
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Donnerstag, 12. August 2010
 In der indischen Stadt Cantt wurden Minderjährige bei den Bauarbeiten einer Straße vorgefunden, die brisanterweise im Auftrag des öffentlichen Wohlfahrtsdezernats ausgeführt wurde.
Dies stellt eine eklatante und offensichtliche Verletzung des Child Labour Acts von 1986 dar, der die Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren in gefährlichen Jobs verbietet.
Kinder zwischen 11 und 14 Jahren, gekleidet in Lumpen, wurden bei schweren Arbeiten angetroffen, so trugen sie Ziegeln, brachen Steine oder entfernten schwere Äste von der Straße. Für die schwere und gefährliche, acht- bis zehnstündige Arbeit erhalten die Kinder 100 Rupien pro Tag, die ihnen eine Mahlzeit erlauben.
Das Wohlfahrtsdezernat gibt an, dass die Arbeit auf Vertragsbasis von einem anderen Unternehmen ausgeführt wird. Der Vize-Arbeitsbeauftragte S.P. Gupta versicherte, dass der Fall überprüft werde und erst einmal das Alter der Kinder festgestellt werde, bevor Maßnahmen ergriffen würden.
Das Problem ist die Kontrolle der Kinderarbeit, da sie für einen großen Teil der Bevölkerung den einzigen Weg darstellt, etwas Geld zum Kauf von Nahrungsmitteln zu verdienen. "Wenn Gabbar und Alka nicht arbeiten, wie würden sie dann Geld verdienen, wie könnten wir sie dann ernähren? Wir leben von der Hand in den Mund, wie können wir da über Bildung für unsere Kinder nachdenken?", fragt eine der Mütter der betroffenen Kinder.
Die Eltern jedenfalls haben keine Ahnung von eventuellen Gesetzen gegen Kinderarbeit und solange sich ihre Gesamtsituation nicht verbessert, werden auch ihre Kinder weiterhin als Arbeiter ohne Zugang zu Gesundheitsversorgung, guter Nahrung und Schulbildung aufwachsen.
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Montag, 9. August 2010
Indien beschleunigt endlich seine Bemühungen im Kampf gegen Kinderarbeit, indem es nun plant, den Child Labour Act von 1986 zu ratifizieren. Arbeitsminister Harish Rawat kündigte an, dass Indien einen Plan auf den Weg gebracht habe, die ILO-Konvention 182 zu ratifizieren, die die schlimmsten Formen der Kinderarbeit von Kindern unter 18 Jahren verbietet.
Das größte, und bisher vernachlässigste, Problem in Indien stellt Kinderarbeit in der Landwirtschaft dar. JR Sharan von der NGO Bachpan Bachao Andolan (BBA) gibt sich optimistisch, dass eine strenge Befolgung der ILO-Konvention sicher tausende Kinder im gesamten Land vor gefährlicher und ausbeuterischer Arbeit retten könnte. Außerdem fordert die ILO nach Unterzeichnung die sofortige Ergreifung von effektiven Maßnahmen, sowie die Behandlung der Thematik als absolut dringlich.
Indien sehe sich nun hoffentlich gezwungen, anderen Ländern und deren Standards entsprechend zu handeln, hofft Sharan.
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Montag, 2. August 2010
 Kinderarbeit ist traurige Realität in Indien. Insbesondere in der Textilindustrie garantiert ausbeuterische Kinderarbeit Bekleidung zu Dumpingpreisen. Dennoch zeigte sich das Indische Apparel Export Promotion Council (APEC) "schockiert" darüber, dass das Amerikanische Arbeitsministerium Bekleidung aus Indien in die 'Executive Order 13126 List' aufnahm, welche Produkte auflistet, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Kinderarbeit stammen. Die Indische Bekleidungslobby hatte in den vergangenen Monaten intensiv versucht diesen Schritt zu verhindern. Die APEC behauptete, dass die Daten, auf welche das Department of Labor seine Analyse basierte, veraltet seien. Als Konsequenz kündigte die APEC die Einführung eines eigenen Verhaltenskodexes und "unabhängiger" Untersuchungen an. Der Kodex, welcher vorraussichtlich im August veröffentlicht wird, soll den Kleidungsherstellern in einer Reihe von Seminaren nähergebracht werden. Aufgrund der tiefen Verwurzelung von Kinderarbeit in der Indischen Wirtschaft, ist es allerdings mehr als zweifelhaft, ob diese Initiative einen Effekt haben wird und ob die Intention der APEC über eine pure Imagekampagne hinausgeht. Es wird vermutet, dass die getroffenen Maßnahmen im wesentlichen auf die Reevaluierung des 'Trafficking Victims Protection Reauthorisation Act', eine weitere Liste die Kinderarbeit anprangert, abzielen.
Quelle: Economic Times of India
Dienstag, 27. Juli 2010
 In Indien wurden erneut innerhalb einer Woche Minderjährige befreit, die in Restaurants und Geschäften unter unwürdigen Bedingungen beschäftigt waren. Die zehn Teenager waren vor einigen Monaten aus ihren Dörfern nach Wadala gebracht worden und mussten 12 bis 15 Stunden am Tag arbeiten, so schildert es ein Mitglied des Befreiungsteams der NGO Balprafulta, die sich vorrangig um Straßenkinder kümmert.
Nach der Befreiung wurden die Kinder in einem Heim untergebracht und anschließend dem Child Welfare Committee vorgestellt. Um die Unternehmer bestrafen zu können, muss das exakte Alter der Kinder ermittelt werden.
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Mittwoch, 21. Juli 2010
 In Mumbay wurden innerhalb von 24 Stunden 21 Kinder von der Polizei aus Zwangsarbeit befreit. In einer ersten Aktion wurden 11 Jungen aus einer Bäckerei gerettet und in eine Einrichtung für Kinder gebracht. In einer zweiten Aktion wurden 10 Jungen, die in Restaurants in der Nähe eines Bahnhofs arbeiteten, von der Polizei und Mitarbeitern einer NGO gerettet. Die Polizei versucht jetzt, das exakte Alter der Kinder durch medizinische Untersuchungen festzustellen. Nur wenn die Kinder jünger als 14 Jahre sind, kann Anklage gegen die Arbeitgeber erhoben werden. Bisher gab es noch keine Festnahmen.
Link zum Artikel: 21 child labourers rescued
Dienstag, 20. Juli 2010
 Das US- Arbeitsministerium hat einen deutlichen Rückgang von Kinderarbeit in der indischen Teppichindustrie festgestellt. Daher müssen die föderalen Beschaffungsämter nun nicht mehr garantieren, dass die Produkte frei von Kinderarbeit sind. Der Rückgang der Kinderarbeit wurde aufgrund von Informationen über die Überwachung registrierter Webstühle festgestellt. Das Ministerium stellte aber klar, dass eine endgültige Entscheidung darüber, für Teppiche keine Garantie mehr zu verlangen, erst dann getroffen werde, wenn auch detaillierte Informationen über Kinderarbeit und Zwangsarbeit an unregistrierten Webstühlen vorliegen.
Link zum Artikel: US sees big drop in child labour use by Indian carpet-makers
 Die US Arbeitsministerium hat gestern einen neuen Bericht über Länder und Produkte, die vielleicht Kinderarbeit nutzen, herausgegeben. Es gibt 29 Produkte aus 21 Ländern, die in diesem Bericht aufgeführt sind. Hier sind ein paar Beispiele:
Myanmar: Bambus-Bohnen-Backsteine-Gummi-Reis-Zuckerrohr-Teak
Bolivien: Zuckerrohr-Paranussen
Nepal: Backsteine-Teppiche-Steine-Bestickte Textilen
Pakistan: Backsteine-Teppiche-Kohle
Elfenbeinküste: Kakao-Kaffee
Nigeria: Granit-Kies
China: Backsteine-Baumwolle-Spielzeuge-Elektronik
Indien: Backsteine-Baumwollsamen-Bestickte Textilen-Steine-Reis-Kleidung
Burkina Faso: Gold-Baumwolle
Das Zieldatum für die Beseitigung der meisten Kinderarbeit in der Welt ist 2016.
Link zum Artikel: New List of Country and Products that May Use Child Labor Is Out
Link zur Liste: KinderarbeitlisteTags für diesen Artikel: afrika, asien, baumwolle, bodenschätze, bolivien, china, elfenbeinküste, indien, kakao, landwirtschaft, mode, nepal, nigeria, pakistan, südamerika, teppichindustrie
Dienstag, 13. Juli 2010
 In Indien ist ein neuer Kurzfilm vorgestellt worden, der das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bildung für Kinder fördern soll. Der viereinhalb Minuten lange Film wurde von dem bekannten Werbespezialisten Dorai Swamy produziert und zeigt die Lebensbedingungen von Kindern ohne Schulbildung, die auf Farmen, als Mechaniker, Diener oder Hotelarbeiter arbeiten. Er möchte damit auch zeigen, dass Kinderarbeit oft eine Folge von mangelnder Schulbildung ist. Die Menschenrechtskommission von Hyderabat stellte den Film mit dem Titel `Bhavi Bharata Bhagya Vidhatalu’ am Montag vor.
Link zum Artikel: "Depicting the plight of streetchildren"
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