Montag, 8. März 2010
 Der indische Staatsminister für Arbeit und Erwerbstätigkeit, Harish Rawat, lies heute verlauten, dass ein allgemeines und striktes Verbot von Kinderarbeit in Indien die Familien betroffener Kinder in zusätzliche Armut stürzen würde.
Rawat zufolge seien die zwei diesbezüglich wichtigsten Konventionen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aufgrund der in Indien 'einzigartigen sozioökonomischen Bedingungen' bisher nicht unterzeichnet worden. Namentlich sind dies zum einen Konvention Nr.182 zur ausdrücklichen Eliminierung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit und zum anderen Konvention Nr.138 zur Einführung eines Mindestalters für erwerbsmäßige Beschäftigung von 18 Jahren.
Nichtsdestoweniger ist die indische Regierung bemüht, beide Konventionen umzusetzen. Zu diesem Zweck ist jüngst eine eigene Arbeitsgruppe ins Leben gerufen worden, um zwischen verschiedenen relevanten Akteuren zu vermitteln.
Link zum Atikel von "The Hindu" (auf Englisch)
Montag, 1. März 2010

Die Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG Bau) tritt für ein Ende ausbeuterischer Kinderarbeit bei der Fertigung von Grabmalen in indischen Steinbrüchen ein.
Trotz einer Verbesserung der Lage in den letzten Jahren arbeiten noch in 5-10 Prozent der dortigen Steinbrüche Kinder. Ohne jegliche Schutzkleidung wird dabei gefährliche Arbeit an Presslufthämmern verrichtet. Die schwere Arbeit führt zu eklatanten gesundheitlichen Schäden, die sich insbesondere in der durchschnittlichen Lebenserwartung der dortigen Kinderarbeiter von bloß 35-38 Jahren äußert.
Durch die von der IG Bau nun geforderte Änderung der Friedhofssatzungen soll sichergestellt werden, dass nur noch Grabmale verkauft werden, die nachweislich nicht aus gesundheitsschädlicher und ausbeuterischer Kinderarbeit stammen.
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Donnerstag, 18. Februar 2010
 Zwei Jahre nachdem die Regierung des westindischen Bundesstaates Maharashtra versprach, Kinderarbeit bis zum Jahr 2010 auszulöschen, wurden die ersten Schritte diesbezüglich unternommen. Am Mittwoch entwickelte die Staatsanwaltschaft die notwendigen Richtlinien, die in Kürze die Bewilligung des Staatsministers erhalten werden, um die entsprechende Gesetzesänderung vorzunehmen.
Von nun an wird die Regierung die Kinder, welche aus den staatlichen Institutionen entlassen werden, in denen sie rehabilitiert wurden, weiterhin im Auge behalten. Somit soll gewährleistet werden, daß die Kinder nicht wieder zu arbeiten beginnen, wenn sie zu ihren Eltern zurückgehen. Der Beobachtungszeitraum, nach dem die Kinder aus staatlichen Heimen entlassen werden, soll mindestens zwei Jahre betragen. Laut indischer Sachverständiger würden 90% der Kinder wieder zu arbeiten beginnen, nachdem sie ins Elternhaus zurückkehren.
Link zum Artikel auf EnglischTags für diesen Artikel: indien
Montag, 29. Juni 2009
 Die Regierung Punjabs hat im Rahmen des "Child Labour Prohibition and Regulation Act" eine Kampagne gegen Kinderarbeit ins Leben gerufen. Um das Bewusstsein der Bevölkerung zu erhöhen, so Punjabs Arbeitsminister Tikshan Sood, seien einige Seminare und 902 Umfragen organisiert worden. In den zusätzlichen 107 "National Child Labour Projects," die von der Regierung initiiert wurden sind bereits 4350 Schüler erfolgreich in den Schulen der Bezirke Jallandhar, Ludhiana and Amritsar eingegliedert worden. Der Minister hat alle Bezirksoffiziere dazu aufgefordert, sicherzustellen, dass die Aktionen der Regierung adequat implementiert werden. Zudem soll darauf geachtet werden, dass besonders Kinder, die zur Arbeit gezwungen wurden rehabilitiert werden. Des weiteren sind vigilance committees in allen Bezirken eingerichtet worden, um dem Kampf gegen Kinderarbeit Nachdruck zu verleihen.
Link zum Artikel (Englisch)
Freitag, 19. Juni 2009
Kinderrechtsaktivisten kritisieren, dass in Indien immer noch mehr als 12 Millionen Kinder arbeiten. Bereits im Oktober 2006 wurde dort ein Gesetz verabschiedet, welches Kinderarbeit in Haushalten und Gastronomie verbietet. Bei Verstoßen drohen Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren. Dennoch seien nach wie vor in vielen Teilen Indiens Kinder anzutreffen, die als Bedienungen oder Verkäufer arbeiten und es habe noch keine einzige Verurteilung gegeben. "Es finden einfach keine umfangreichen Kontrollen statt", meint Kailash Satyarthi von der Kinderrechtsbewegung Bachpan Bachao Andolan. Ein weiterer Grund dafür, dass es keine Verurteilungen gebe, seien Schwierigkeiten, das Alter der Kinder genau zu bestimmen, so Priya Subramanian von Save the Children India. "Viele der Kinder kommen aus ländlichen Gegenden und besitzen keinen Ausweis. Dadurch liegt die Beweislast oft nicht bei den Arbeitgebern und diese können auf unschuldig plädieren."
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Dienstag, 16. Juni 2009
 Nicht nur der Arbeitgeber, auch die involvierten Vermittlungsagenturen und Familienangehörigen sollten in Fällen von Kinderarbeit im Haushaltsbereich zur Verantwortung gezogen werden, so die Einschätzung eines Gerichts in Neu Delhi. Bisher wurden lediglich potentielle Arbeitgeber darauf hingewiesen, dass die Einstellung von Minderjährigen ohne Altersnachweis Strafen nach sich ziehen könnte. Zwei pensionierte Regierungsangestellte waren angeklagt worden, ein 15jähriges Mädchen als Hausangestellte eingesetzt und schlecht behandelt zu haben. Das Paar hatte Berufung eingelegt mit der Begründung, die zuständige Vermittlungsagentur habe das Alter des Mädchens mit 18 Jahren angegeben. Nun droht der Agentur die Lizenzentziehung, das angeklagte Paar wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.
Link zum Artikel in Times of India (englisch)
Dienstag, 9. Juni 2009
Der vierzehnjährige Manan Ansari kommt aus einer Kleinstadt in Indien, am 12. Juni, dem internationalen Tag gegen Kinderarbeit, wird er eine Rede bei der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf halten. 2007 wurde Ansari aus den Glimmerminen von einer Organisation mit dem Namen „Bachpan Bachao Andolan“ gerettet. Danach wohnte er für ein Jahr in einem Rehabilitationszentrum, woraufhin er zu einer Berufschule geschickt worden ist. Er erlernte dort das Schweißen und das Zimmerhandwerk. Im Moment studiert er auf der Sohtana Highschool in Jaipur, Rajasthan. Sanja Mishra, ein Offizier der Organisation, meinte, dass er wegen seiner rednerischen Fähigkeiten und seiner guten schulischen Leistungen dafür auserkoren wurde. „Es freut uns, dass ein Junge mit einem solchen sozialen Hintergrund, ein ehemaliger Kinderarbeiter aus Koderma, schon heute auf seinem Weg nach Genf ist, um dort eine Rede zu halten.“
"Ehemaliger Kinderarbeiter in Indien spricht in Genf" vollständig lesen
Mittwoch, 27. Mai 2009
 Die Bundesregierung verfolgt eine Reihe von Ansätzen, um dem weltweiten Problem von Kinderarbeit entgegenzuwirken. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion zur Kinderarbeit in indischen Steinbrüchen gab sie an, dass sie sich, als Basis für einen regelmäßigen Dialog mit Indien, für die Aufnahme von Menschenrechtsfragen in den EU-Indien-Aktionsplan eingesetzt habe. Außerdem fördere die Bundesregierung seit Beginn der 1990er Jahre das Programm der ILO, um in Indien Projekte der Entwicklungszusammenarbeit zu implementieren, die auch flankierende Maßnahmen beträfen, so etwa Grund- und Ausbildung, Sensibilisierung und Aufklärung und die Schaffung alternativer Einkommensmöglichkeiten.
Die FDP-Fraktion wollte weiterhin wissen, inwieweit die Bundesregierung die Einführung eines Siegels für faire Steinprodukte fördert. Die Regierung antwortete daraufhin, dass im Natursteinsektor kein gemeinsamer Ansatz verschiedener Interessengruppen existiere. Auch seien privatwirtschaftliche Unternehmen nicht bereit gewesen, finanzielle Beiträge zu leisten, was eine Finanzierung von Seiten der Bundesregierung über das Public-Private-Partnership Instrumentarium unterbinde. Die Regierung wolle aber mögliche Projektansätze für Zertifizierungssysteme und Sozialsiegel im Natursteinsektor prüfen.
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Dienstag, 26. Mai 2009
Zahlreiche Grabsteine, die auf deutschen Friedhöfen stehen, sind mit Hilfe von Kindern in indischen Steinbrüchen entstanden. Neben der geringen Entlohnung sind die Heranwachsenden der ständigen Gefahr von Unfällen und Krankheiten ausgesetzt. Gibt es keine Möglichkeiten, Friedhöfe ohne Einfluss von Kinderarbeit zu gestalten? Diese Frage versuchen derzeit auch die deutschen Kirchen zu klären. Einfach scheint ihnen dies allerdings nicht zu fallen. In einigen Friedhofsverordnunden ist zwar verankert, dass nur Grabsteine mit Zertifikaten aufgestellt werden sollen, die Umsetzung gestaltet sich aber als schwierig. Ein Lösungsvorschlag seitens der reformierten Kirche ist, ausschließlich zertifizierte Grabsteine zuzulassen - als Nachweis dafür, dass an der Herstellung des Grabsteins kein Kind mitgewirkt hat. Ob und wie diese Auszeichnung letztendlich überprüft werden würde sei dahingestellt. Weiterhin denkbar wäre, statt Grabsteinen vermehrt nur noch kleine Gedenktafeln anzubringen. Immer mehr Städte und Kommunen haben sich in letzter Zeit bereits dazu verpflichtet, keine Waren mehr aus Kinderarbeit anzunehmen. Den größten Einfluss haben allerdings immernoch die Konsumenten. Vielleicht sollten daher die Angehörigen der Verstorbenen die eigenen Bedürfnisse zu Gunsten der Kinder noch einmal überdenken. Dem "Nutznießer" dieser Ware dürfte es schließlich wenig ausmachen, ob sein Name auf einem indischen Granitstein oder auf einer Messingtafel steht.
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Dienstag, 19. Mai 2009
Im Rahmen eines neuen staatlichen Einsatzplan ("Action Plan") in Indien für die Bekämpfung von Kinderarbeit im Staat Gujarat wurden fünf neue Stellen für zusätzliche Kommissare eingerichtet, meldet der Indian Express. Die Staatliche Kommissarin für Arbeit Vatsala Vasudeva sagte, dass das Hauptanliegen des Einsatzplanes sei, Kinder in der Altergruppe von fünf bis vierzehn Jahren zu finden, sie zu retten und gesellschaftlich und erzieherisch zu rehabilitieren. Der Einsatzplan wird auch den Familien der Kinder Hilfe zusprechen. Laut dem Einsatzplan gibt es in Gujarat in fast jedem Ort Kinderarbeiter. Unter den Staatsregionen hat Dahod die höchste Zahl arbeitender Kinder (46.085), gefolgt von Banaskantha (43.667), Surat (36.824), Vadodara (35.731) und Ahmedabad (29.291). Wie in dem Einsatzplan verienbart, schuf die Regierung ein Zentral-Kommitte von acht Mitgliedern, um Kinderarbeit in dem Staat zu finden und ihre Arbeitgeber zu bestrafen. Der Einsatzplan informierte die Vorsitzenden der Wohnbaugenossenschaften, dass sie keine Kinder als Hausdiener anstellen dürfen.
Link zum Artikel (englisch)
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