Donnerstag, 1. Juli 2010
 Einer Meldung des britischen "Telegraph" zufolge setzen die Taliban in Afghanistan im Gebiet um die Stadt Sangin vermehrt Kinder ein, vor allem um für sie Bomben zu platzieren. Die Kinder sind teilweise nicht älter als fünf Jahre. Die dort stationierten britischen Truppen verfügen über moderne Überwachungstechnologie, um talibanische Teams zu indentifizieren, die Bomben bei sich haben um sie zu platzieren. Daher lassen die Taliban die Bomben von den Kindern austragen, denn sie wissen, dass ein Angriff auf Kinder den ethischen Grundsätzen der britischen Soldaten entgegenstehen würde. Die Briten bezeichnen die auf Krieg getrimmten Kinder als "Child Accessories" (Kinder-Zubehör), statt Kindersoldaten. Die Kinder sind auf die Zahlungen der Taliban für die Aufträge angewiesen und werden neben den Bombenplatzierungen auch zum Transport von anderen Waffen und Zünden der Bomben eingesetzt. Auch von jugendlichen Selbstmordattentätern wird berichtet. Bei den Bombeneinsätzen ist dem Telegraph zufolge bereits ein Kind ums Leben gekommen, zwei weitere wurden verletzt.
Link zum Artikel: Children, aged 5, used to plant Taliban bombs in Afghanistan
Donnerstag, 17. Juni 2010
Kinder und Krieg – dies sind eigentlich zwei Begriffe, die nie zusammen auftauchen sollten, doch die Realität sieht leider auf vielen Teilen der Welt ganz anders aus. Kinder werden nicht nur zufällig, sondern gezielt und mit Zwang in bewaffnete Konflikte hineingebracht, damit sie dort bewaffnete Kriege führen oder als Sex-Sklaven für Ablenkung sorgen.
Weltweit gibt es nach Schätzungen von Hilfsorganisationen rund 250.000 Kindersoldaten. Seit den 1990er Jahren ließen rund 2  Millionen Kinder ihr Leben auf dem Kriegsplatz, hinzu kommt das Dreifache an verstümmelten und verkrüppelten Kinderkörpern. Tausende von Mädchen fielen sexueller Ausbeutung zum Opfer.
Der UN-Sicherheitsrat verurteilte jüngst diese verheerenden Zustände aufs schärfste. Nun sollen verdächtige Gruppierungen, unter denen sich auch Regierungen befinden, an den Pranger gestellt werden und für ihre Taten bestraft werden.
Derzeit arbeiten Einsatzgruppen der Vereinten Nationen in 14 Ländern, um die Rekrutierung von Kindern als Soldaten zu verhindern und Kinder aus Armeen zu befreien. Nach Angaben von UNICEF sind vor allem die Länder Afghanistan, Kolumbien, Birma, Somalia, Sri Lanka und der Sudan betroffen. Dies alles sind erschreckende Tatsachen, wenn man bedenkt, dass bislang 120 Staaten das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet haben, das den Einsatz von Minderjährigen im Krieg verbietet.
Link zum Artikel: UN verurteilen Einsatz von Kindersoldaten
Tags für diesen Artikel: afghanistan, afrika, asien, kindersoldat, kindersoldaten, kolumbien, prostitution, recht, sri lanka, sudan, südamerika, unicef
Donnerstag, 29. April 2010
 Er war 15 Jahre alt, als ihn das US-Militär im Jahr 2002 in Afghanistan gefangennahm und nach Guantànamo brachte: Omar Khadr.
Mittlerweile ist der gebürtige Kanadier auch der einzige Häftling in dem berüchtigten Gefängnis, der aus einem westlichen Land stammt. Ende Juli soll ihm der Prozess gemacht werden. Strittig ist, ob die Anklage Geständnisse des Gefangenen im Prozess als Beweise vorlegen darf, die möglicherweise unter Folter abgepresst wurden - dies sollte in einer Anhörung am gestrigen Mittwoch geklärt werden, zu der zahlreiche Medienvertreter aus aller Welt eingeflogen worden waren. Als Hauptanklagepunkt gilt die Tötung eines US-Soldaten mit einer Handgranate.
Welche Rolle spielt Obama bei diesem Prozess?
Obamas Ankündigung, das umstrittene Gefangenenlager zu schließen, hat sich bisher nicht erfüllt. Weiterhin hält der Präsident auch an den Militärkommissionen fest, die er als Senator noch scharf kritisiert hatte, weil den Angeklagten hier weitaus weniger Rechte eingeräumt werden als vor normalen Militärgerichten. Allerdings reformierte er diese Kommissionen dahingehend, dass Geständnisse, die durch "grausame, inhumane oder erniedrigende Verhörmethoden" erzielt werden, nicht mehr als Belastungsmaterial zugelassen werden dürfen. Am Beispiel des Falles Khadr wird sich zeigen, welchen Auslegungsspielraum Obamas Reform in der Praxis zulässt.
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Donnerstag, 25. Juni 2009
Die politischen Unruhen und hohe Lebensmittelpreise in Afghanistan haben die Lebensgrundlage vieler Familien gefährdet. Aus diesem Grunde arbeiten hier viele Kinder. Wie in anderen Ländern ist Kinderarbeit ein Problem, welches aus der Armut und den sozialen Gegebenheiten entspringt. 30 Prozent der afghanischen Kinder zwischen fünf und vierzehn Jahren arbeiten bereits. Die dreizehnjährige Nafissa arbeitet an der Grenze in Torkham, wo sie Mehl aus Pakistan schmuggelt. Nafissa wäre gerne Lehrerin und hofft auf ein ruhiges Afghanistan, in dem jedes Kind eine gute Bildung bekommt. Ein Freund von ihr, der vierzehnjährige Masooma, will nur den Grenzbehörden entkommen. „Sie sind gemein und schlagen uns, weil wir das Mehl schmuggeln,“ sagt er.
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