
Die Baumwollindustrie in Usbekistan gehört zu den ausbeuterischsten der Welt. Zur alljährlichen Erntesaison werden hundert Tausende von Kindern aus den Schulen geholt und zwangsmobilisiert, um in sengender Hitze, zu Niedrigstlöhnen und unter unmenschlichen Bedingungen Baumwolle zu ernten.
Usbekistan ist drittgrößter Exporteur des weißen Goldes, das dem Staat eine Milliarde US$ einbringt. In den letzten Wochen haben Großunternehmen der Textilbranche, u.a. Tesco, Wal-Mart und Gap, die Regierung unter Druck gesetzt, die
ILO-Konvention zum Mindestbeschäftigungsalter von Kindern zu ratifizieren, indem sie sich aus dem zentralasiatischen Markt zurückgezogen haben. Steve Trent, Direktor der Environmental Justice Foundation (EJF): „Dies ist ein großer Schritt. Offenbar konnte bisher die Regierung durch nichts überzeugt werden, ihren Kurs zu ändern. Aber die Bemühungen von Händlern und Aktivisten zeigen endlich Wirkung. Bleibt die Schlüsselfrage, ob die Regierung die Konventionen befolgen wird. Sie muss unabhängige Überwachungsinstanzen erlauben [...]“ In London wird diese Woche eine Konferenz zum Thema abgehalten, in der weitere Übersee-Händler dazu ermutigt werden, sich aus dem usbekischen Markt zurückzuziehen.