Freitag, 30. Juli 2010
 Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Environmental Justice Foundation gibt an, dass bei der Baumwollernte 2009 in Usbekistan ca. eine Million Kinder ab zehn Jahre zum Pflücken zwangsverpflichtet wurden. Das Testmagazin Konsument befragte neun Großunternehmen der Textilbranche zur Herkunft der verarbeiteten Baumwolle in Bezug auf mögliche Kinderarbeit. Benetton, Fruit of the Loom und Land's End gingen nicht auf die Problematik ein; H&M und Nike erklärten, dass sich kinderarbeitsfreie Baumwolle nicht garantieren lasse; C&A gibt an, Verarbeitungbetriebe und Lieferanten zu kontrollieren. Keines der befragten Unternehmen macht auf den Etiketten das Herkunftsland der verarbeiteten Baumwolle transparent. Der Ethikexperte des Testmagazins, Peter Blazek, rät: "Für Konsumenten, die ohne Kinderarbeit erzeugte Baumwolle tragen möchten, bleibt der Einkauf bei den ,Großen' der Branche eine unsichere Angelegenheit.
Lediglich das Fairtrade-Logo bietet Sicherheit und garantiert u.a., dass keine Kinder dafür arbeiten mussten."
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Dienstag, 20. Juli 2010
 Die US Arbeitsministerium hat gestern einen neuen Bericht über Länder und Produkte, die vielleicht Kinderarbeit nutzen, herausgegeben. Es gibt 29 Produkte aus 21 Ländern, die in diesem Bericht aufgeführt sind. Hier sind ein paar Beispiele:
Myanmar: Bambus-Bohnen-Backsteine-Gummi-Reis-Zuckerrohr-Teak
Bolivien: Zuckerrohr-Paranussen
Nepal: Backsteine-Teppiche-Steine-Bestickte Textilen
Pakistan: Backsteine-Teppiche-Kohle
Elfenbeinküste: Kakao-Kaffee
Nigeria: Granit-Kies
China: Backsteine-Baumwolle-Spielzeuge-Elektronik
Indien: Backsteine-Baumwollsamen-Bestickte Textilen-Steine-Reis-Kleidung
Burkina Faso: Gold-Baumwolle
Das Zieldatum für die Beseitigung der meisten Kinderarbeit in der Welt ist 2016.
Link zum Artikel: New List of Country and Products that May Use Child Labor Is Out
Link zur Liste: KinderarbeitlisteTags für diesen Artikel: afrika, asien, baumwolle, bodenschätze, bolivien, china, elfenbeinküste, indien, kakao, landwirtschaft, mode, nepal, nigeria, pakistan, südamerika, teppichindustrie
Freitag, 25. Juni 2010
 Eine aktuell erschienene Meinungs-Kolumne kritisierte nun die vermeintliche „Charity-Fassade“ von Prominenten und Unternehmen. Im Fokus des kritischen Beitrags stand der Textildiscounter KIK und deren derzeitige Werbeikone Verona Pooth. Die schon häufig wegen „Unmenschlichkeit“ und Kinderarbeit in die Schlagzeilen geratene Firma nutze gezielt die Werbeindustrie und karitative Medienkampagnen, um ein  positives Image in der Öffentlichkeit festzusetzen. Dahinter stehe oftmals nur „heiße Luft“, da trotz allem die Arbeitsbedingungen und Löhne beim Baumwollanbau katastrophal sind. Zwar existiert ein "Code of Conduct", doch dieser ist wegen zu seltenen Kontrollen weit entfernt davon, für bessere und faire Arbeitsbedingungen zu sorgen. So sei KiK „in der Vermarktung ihrer bescheidenen Wohltaten ganz groß, doch in Sachen sozialer Verantwortung ganz klein.“ Das soziale Engagement bleibt nur oberflächlich, wobei sich nicht wirklich etwas an den menschenverachtenden Zuständen in den Produktionsländern ändert.
Auch die Kunden stehen in der Pflicht, hinter die „Charity-Fassade“ zu blicken und nicht nur „dort zu kaufen wo die Produkte nur billig, sondern ihren Preis für alle Beteiligten wert sind.“
Link zum Artikel: In der Billigfalle
Mittwoch, 2. Juni 2010
  Ein Berliner DJ, kombiniert mit sozialem und ökologischem Bewusstsein plus Streetstyle ergibt – das Label „500Godz“.
Zusammen mit einem Kollegen hat der Berliner Daniel Schramm jüngst dieses neue Ökolabel auf den Markt gebracht. Das Angebot der ethisch-denkenden Unternehmer umfasst Kleidung aus Baumwolle, die garantiert aus ökologischem Anbau stammt. Zudem kann man beim Kauf dieser Mode Kinderarbeit oder ähnliche soziale Ausbeute unter Garantie ausschließen. Geachtet wird auch darauf, dass die szenischen Streetstyle-Motive mit chemikalienfreien Farben auf die Kleidung gelangen. Noch eine Besonderheit: die Prints auf den Kleidungsstücken sind immer limitiert, d. h. ein solches Shirt sieht man nicht an jeder Ecke.
Wer sich demzufolge fair und individuell kleiden möchte, wird bei diesem Label bestimmt fündig.
Link zum Artikel: Das gute Gewissen trägt man jetzt auf der Brust
Link zur offiziellen Homepage des Labels
Mittwoch, 12. Mai 2010
Eine gute Nachricht für alle Konsumenten, die beim Einkauf auf nachhaltige Produkte setzen: Mit dem neuen Berliner Label „MR. Nelson ecowear“ erweitert sich die Liste der ökologischen Textilbranche. Das kleine Label steigt mit zwei bedruckten T-Shirts auf den Markt ein. Diese sind aus 100% fair angebauter und gehandelter Bio-Baumwolle. Die Produktionsorte sind Italien und die Türkei, bedruckt wird mit Farben auf Wasserbasis in Berlin. Die erste Kollektion trägt den Namen „Happy B.“ und greift die Gründungsinspiration „Was du heute denkst, wirst du morgen sein“ (Buddha) auf. Als handgezeichnete Motive findet sich diese dann auf den Shirts.
Hintergrund der Gründung sind die extrem-negativen Seiten des konventionellen Baumwoll-Anbaus: eine starke Umweltbelastung durch übermäßige Düngung und die extreme Verwendung von hochgiftigen Insektiziden und Pestiziden. Zudem ist die Arbeit in der Textilbranche oft geprägt von. Misshandlungen, Kinderarbeit und schlechte Gesundheits- und Arbeitsbedingungen an den Arbeitsplätzen.
Anders das MR. Nelson ecowear Label: dieses achtet sowohl auf ökologische als auf humane Produktionsbedingungen und arbeitet nur mit Produzenten die diese Kriterien erfüllen können.
Link zum Artikel: Bio T-Shirts für den gesunden Hautkontakt
Dienstag, 13. April 2010
Der Modehändler Adler wird ab sofort deutschlandweit T-Shirts und Polo-Shirts aus fairgehandelter Baumwolle verkaufen. In Saarbrücken stellte heute Transfair-Chef Dieter Overath die erste große Aktion eines Händlers zum Thema FairTrade-Textilien vor. In 125 Geschäften wird fortan Bekleidung geführt, die mit dem FairTrade-Siegel gekennzeichnet ist.
Der Rohstoff für die Ware kommt von der Kooperative Agrocel aus Indien, die bereits 2005 mit FairTrade zertifiziet wurde. Der erhöhte Umsatz aus dem Verkauf dieser Produke kommt den dortigen Bauern zugute und wird für die Durchführung weiterer Projekte verwendet. Adler-Chef Schäfer schloss eine Erweiterung des Sortiments in diesem Bereich nicht aus, sollte sich die Kollektion als erfolgreich erweisen, was jedoch abzuwarten bleibt.
Link zum Artikel
Donnerstag, 4. Juni 2009
In der Provinz Ferenga in Usbekistan haben die Lehrer ihren Schülern eine merkwürdige Hausaufgabe aufgegeben. Jeder Schüler musste aus Papier 200 Trichter basteln, mit Erdreich und Baumwollsamen befüllen und einpflanzen. In Usbekistan ist Baumwolle eines der wichtigsten Exportgüter, deshalb stellte die Regierung dieses Experiment vor. Die Schulen sind hier von September bis Dezember während der Erntezeit geschlossen, somit wird den Kindern für die Baumwollernte frei gegeben. Kinderarbeit ist in Usbekistan verboten, aber für die verstaatlichte Baumindustrie ist es billiger Kinder, anstatt Erwachsenen einzustellen. Karim Bozorboev, ein Menschenrechtler in einer anderen Region Usbekistans, sagte, dass nach seinen Informationen ein Regierungssprecher behauptet habe, dass jeder, der sein Kind nicht auf die Baumwollplantagen schicke, zum Staatsfeind erklärt werde.
Link zum Artikel (englisch)
Montag, 25. Mai 2009
 Die Baumwollindustrie in Usbekistan gehört zu den ausbeuterischsten der Welt. Zur alljährlichen Erntesaison werden hundert Tausende von Kindern aus den Schulen geholt und zwangsmobilisiert, um in sengender Hitze, zu Niedrigstlöhnen und unter unmenschlichen Bedingungen Baumwolle zu ernten. Usbekistan ist drittgrößter Exporteur des weißen Goldes, das dem Staat eine Milliarde US$ einbringt. In den letzten Wochen haben Großunternehmen der Textilbranche, u.a. Tesco, Wal-Mart und Gap, die Regierung unter Druck gesetzt, die ILO-Konvention zum Mindestbeschäftigungsalter von Kindern zu ratifizieren, indem sie sich aus dem zentralasiatischen Markt zurückgezogen haben. Steve Trent, Direktor der Environmental Justice Foundation (EJF): „Dies ist ein großer Schritt. Offenbar konnte bisher die Regierung durch nichts überzeugt werden, ihren Kurs zu ändern. Aber die Bemühungen von Händlern und Aktivisten zeigen endlich Wirkung. Bleibt die Schlüsselfrage, ob die Regierung die Konventionen befolgen wird. Sie muss unabhängige Überwachungsinstanzen erlauben [...]“ In London wird diese Woche eine Konferenz zum Thema abgehalten, in der weitere Übersee-Händler dazu ermutigt werden, sich aus dem usbekischen Markt zurückzuziehen.
"Usbekistan: Internationale Händler zwingen Baumwollindustrie, Kinderarbeit zu stoppen" vollständig lesen
Donnerstag, 16. April 2009
 Mitarbeiter des kürzlich gegründeten Usbekisch-Deutschen Menschenrechtsforums machen auf das Problem der Kinderarbeit während der Baumwollernte in Usbekistan aufmerksam. Doch die Arbeit vor Ort erweist sich als schwierig: „Momentan ist es unmöglich, sich für die Einhaltung von Menschenrechten in Usbekistan einzusetzen“, so eine der Gründerinnen des Forums, Umida Niyazova. Die Organisation wurde im Februar ins Leben gerufen und wird von deutschen Politikern und Menschenrechtsorganisationen, auch auf internationaler Ebene, unterstützt. Das Forum konzentriert sich auf drei Anliegen. Es will die Legalität und Unabhängigkeit des usbekischen Justizsystems stärken, sich für Rede- und Pressefreiheit einsetzen und ausbeuterische Kinderarbeit, vornehmlich in der Baumwollernte, abschaffen.
"Kinderarbeit in Usbekistan bleibt unbeachtet" vollständig lesen
Freitag, 3. Oktober 2008
Nur zwei Wochen nachdem der usbekische Regierungschef Schawkat eine Verordnung unterschrieben hat die besagt, dass keine Schüler bei der Baumwollernte mehr eingesetzt werden dürfen, ist bekannt geworden, dass weiterhin Schüler auf den Baumwollfeldern arbeiten.
Die Verantwortlichen versuchen diese Entwicklung geheim zu halten, indem sie den Einheimischen verbieten mit ausländischen Journalisten zu sprechen. 
Der Anreiz für die usbekischen Bauern weiterhin Kinder auf den Baumwollfeldern zu beschäftigen ist, dass sich dadurch ihre Gewinne deutlich erhöhen lassen. Außerdem sind viele Familien in Usbekistan auf den Lohn der Kinder angewiesen. Experten gehen deshalb davon aus, dass das Problem nur durch den Einsatz von Baumwollpflückmaschinen lösbar wäre. Diese würden jedoch die Qualität der usbekischen Baumwolle mindern. Daher gilt der Einsatz der Maschinen unter Experten als unwahrscheinlich.
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