Mittwoch, 1. September 2010
 In der Region Puno, in Peru ist das minimale Arbeitsalter bei 14 Jahren festgesetzt. In Ausnahmefällen dürfen Kinder auch schon ab 12 Jahren arbeiten. Die Bedingung dafür ist, dass ihre Aktivitäten nicht ihr Recht auf schulische Bildung, freie Entwicklung oder ihr gesundes Wachstum verletzten. Die arbeitenden Kinder haben außerdem die gleichen Rechte wie Erwachsene. Dazu gehört unter anderem die gleiche Bezahlung, Pausen und soziale Absicherung.
Um dies vollständig umzusetzen soll in den Schulen der Region Prävention vorgenommen werden. Eine Vielzahl Kinder sind in den Hochburgen der Bergarbeit beschäftigt. Aber auch Märkte, Transportfirmen, Ziegelbrenner und andere möglichen Arbeitsplätze für Minderjährige sollen nach den beschriebenen Vorgaben überprüft werden. Das Amt für Arbeit beaufsichtigt die Bezahlung und die Versicherungen der jungen Arbeiter während der Überprüfung auf Arbeitserlaubnis.
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Montag, 30. August 2010
 Die usbekische Seidenindustrie stützt sich noch immer auf die Arbeit von Kindern-obwohl die autoritäre Regierung Kinderarbeit als offiziell abgeschafft bezeichnet. Kinder wie die 15-jährige Dilorom Nishanova, die bei der Seidenproduktion mithilft seit sie acht Jahre alt war, glauben allerdings, dass es normal und eine Pflicht der Kinder sei, ihren Eltern bei der Arbeit zu helfen.
Usbekische Menschenrechtsgruppen halten dagegen und verwesen darauf, dass die anstrengende und arbeitsintensivste Zeit der Seidenraupenkokons im Mai liegt- gleichzeitig mit den Schulexamen.
Usbekistans Regierung hält das Staatsmonopol auf die Seidenproduktion und beruft sich auf die geschichtliche Tradition des Landes an der Seidenstraße. Bauern müssen bestimmte Quoten erfüllen, die so hoch sind, dass ihre Kinder bei der Arbeit mithelfen müssen, ansonsten drohen Strafgebühren oder der Verlust des Landes.
Die jährlichen Einnahmen aus dem Seidenverkauf erscheinen im Vergleich mit der einen Billion US-$ aus dem Baumwollanbau lächerlich, allerdings liegt die Produktion proportional zur Bevölkerugszahl weltweit am höchsten.
Während der Saison, in denen die Seidenraupen ihre Konkons spinnen, arbeiten die Familien ca. 25 Tage lang von 4 Uhr morgens bis Mitternacht, die Kinder verpassen so die Schule.
Die Behörden beharren aber auf ihrem Standpunkt:"Nur Erwachsene, keine Kinder sind in diese Arbeit involviert.", so Kakhhor Yavkashtiyev, Leiter des Seidendepartments des usbekischen Landwirtschaftsministeriums.
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Mittwoch, 25. August 2010
 Die Produzenten von Saris aus der indischen Stadt Surat protestieren heftig gegen ihre Stigmatisierung durch die Berichte des US-Arbeitsministeriums. Dort heißt es, die Sari-Industrie würde auch von Kinderarbeit Gebrauch machen. Surat ist seit 150 Jahren das älteste und traditionsreichste Zentrum für die Herstellung von Saris. Ramanlal Jariwala, Präsident der Surat Sari Manufakturen-Vereinigung, möchte klarstellen, dass die Herstellung von Saris ein sehr spezialisiertes und kompliziertes Handwerk sei, das sehr viel Erfahrung benötige und deshalb nicht auf die Arbeitskraft von Kindern zurückgreife.
Aufmerksam gemacht wird auch auf den Fakt, dass in den vergangenen Jahren nicht ein einziges Mal ein Kind von Kontrolleuren des Arbeitsministeriums in den Sari-Manufakturen angetroffen wurde. Jariwala sieht das Missverständnis in der Tatsache, dass Kinder, die aber zur Schule gingen, innerhalb ihrer Familie oft bei der Arbeit mithelfen, was aber keinesfalls als Kinderarbeit zu werten sei.
Die Sari-Industrie ist gewillt zu zertifizieren, dass die traditionellen Kleidungsstücke ohne Kinderarbeit hergestellt werden und kritisiert das US-Ministerium für das schlechte Bild, welches nun auf sie geworfen wurde.
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Donnerstag, 12. August 2010
 In der indischen Stadt Cantt wurden Minderjährige bei den Bauarbeiten einer Straße vorgefunden, die brisanterweise im Auftrag des öffentlichen Wohlfahrtsdezernats ausgeführt wurde.
Dies stellt eine eklatante und offensichtliche Verletzung des Child Labour Acts von 1986 dar, der die Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren in gefährlichen Jobs verbietet.
Kinder zwischen 11 und 14 Jahren, gekleidet in Lumpen, wurden bei schweren Arbeiten angetroffen, so trugen sie Ziegeln, brachen Steine oder entfernten schwere Äste von der Straße. Für die schwere und gefährliche, acht- bis zehnstündige Arbeit erhalten die Kinder 100 Rupien pro Tag, die ihnen eine Mahlzeit erlauben.
Das Wohlfahrtsdezernat gibt an, dass die Arbeit auf Vertragsbasis von einem anderen Unternehmen ausgeführt wird. Der Vize-Arbeitsbeauftragte S.P. Gupta versicherte, dass der Fall überprüft werde und erst einmal das Alter der Kinder festgestellt werde, bevor Maßnahmen ergriffen würden.
Das Problem ist die Kontrolle der Kinderarbeit, da sie für einen großen Teil der Bevölkerung den einzigen Weg darstellt, etwas Geld zum Kauf von Nahrungsmitteln zu verdienen. "Wenn Gabbar und Alka nicht arbeiten, wie würden sie dann Geld verdienen, wie könnten wir sie dann ernähren? Wir leben von der Hand in den Mund, wie können wir da über Bildung für unsere Kinder nachdenken?", fragt eine der Mütter der betroffenen Kinder.
Die Eltern jedenfalls haben keine Ahnung von eventuellen Gesetzen gegen Kinderarbeit und solange sich ihre Gesamtsituation nicht verbessert, werden auch ihre Kinder weiterhin als Arbeiter ohne Zugang zu Gesundheitsversorgung, guter Nahrung und Schulbildung aufwachsen.
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Mittwoch, 11. August 2010
 Eine aktuelle Studie der US-Organisation CHF International belegt, dass von 11 Millionen jemenitischen Kindern momentan fünf Millionen arbeiten.
3/5 der arbeitenden Kinder gehen nebenbei nicht zur Schule, während die restlichen zwei Millionen neben der Arbeit noch die Schule besuchen. Laut der Studie liegt für 40 % der Kinder das Eintrittsalter in den Arbeitsmarkt zwischen sieben und vierzehn Jahren. 80 % der arbeitenden Kinder verrichten gefährliche und schwere Arbeiten, wovon 60% gefährliche Werkzeuge benutzen und 30% berichten, während der Arbeit verletzt oder krank geworden zu sein.
Auch unterschiedliche Arten des Missbrauchs wurden untersucht, so gelten 20% der Kinder als physisch und emotional, 10% als sexuell missbraucht.
Manche Eltern versuchen sogar, ihre Kinder nach Saudi-Arabien zu schmuggeln, wo sie bis zu 400 US-$ im Monat verdienen können, ein Vielfaches des Lohns im Jemen. Die jemenitische Rechtsgruppe SEYAJ berichtet von hunderten Kindern in den nordwestlichen Provinzen Hajja und Al-Hudaydah, die im Drogenhandel nach Saudi-Arabien eingesetzt werden.
"Neue Studie über Ausmaß der Kinderarbeit im Jemen" vollständig lesen
Donnerstag, 5. August 2010
 Scharfe Kritik seitens der Parlamentsmitglieder musste sich das südafrikanische Arbeitsministerium während des letzten Ressorttreffens anhören. Der Ministeriumsdirektor für Arbeitsmarktpolitik, Les Kettledas, sprach von fast 2 Millionen Kindern, die mindestens zwölf Stunden "wirtschaftliche Arbeit" pro Woche verrichten. Die Parlamentsmitglieder werfen dem Ministerium jedoch vor, die realen Ausmaße der ausbeuterischen Kinderarbeit im Land nicht zu kennen. Wieviele Kinder wirklich betroffen sind ist nicht bekannt,da veraltete Statistiken benutzt würden.
Neue Zielvorgaben für die Abschaffung der Kinderarbeit werden nun benötigt.
Die Parlamentarierin des African National Congress, Alina Rantsolase, nennt konkrete Probleme: das Wasserholen von sehr weit entferneten Stellen,das es den Kindern nicht erlaubt nach der Schule zu lernen; die fehlende Unterstützung von Kindern,die nach dem Tod der Eltern ihre kleinen Geschwister versorgen müssen sowie die Ausweisproblematik,da diese nicht kostenlos sind und auch Kinder keine Zuschüsse für Ausweise erhalten.
Dass viele Eltern auch sonntags arbeiten,ist ein weiteres Problem,da die Kinder dann alleine zu Hause sind und die gesamten Haushaltsaufgaben übernehmen müssen.
Das größte Problem allerdings,so Ministeriumsdirektor Kettledas,seien immer noch die viel zu niedrigen Bußgelder für Kinderarbeit, die die Missetäter sofort wieder zur ausbeuterischen Praxis zurückkehren ließen.
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Donnerstag, 22. Juli 2010
 Die Bundeswehr beteiligt sich zur Zeit an einer EU-Militärmission, die darauf abzielt, Somalias Übergangsregierung dabei zu unterstützen, Sicherheits- und Ordnungsstandards zu entwickeln. Innerhalb eines Jahres bilden bis zu 20 Bundeswehrsoldaten somalische Rekruten aus. Nachdem bekannt wurde, dass Human Rights Watch und die Vereinten Nationen den Truppen der Übergangsregierung Menschen- und Kriegsvölkerrechtsverletzungen vorwerfen, konnte das Außenministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion hin nicht ausschließen, dass im Zuge der Militärausbildung auch Minderjährige rekrutiert würden. Hinzu käme die Gefahr, dass die frisch Ausgebildeten zu den somalischen Milizen überliefen. Die EU prüft die Rekruten im Vorfeld lediglich auf ihre gesundheitliche Eignung hin, die Verantwortung läge bei der Übergangsregierung. Somalia hat - neben den USA - bisher nicht die Kinderrechtskonventionen unterzeichnet.
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Freitag, 16. Juli 2010
 Augsburg wird als erste bayrische Großstadt „Fairtrade Stadt“. Die Organisation „Transfair“ verleiht die Auszeichnung am Samstag im Rahmen eines Festaktes auf dem Rathausplatz. Damit gehört Augsburg zu den über 800 Fairtrade-Städten weltweit. In Augsburg gibt es in über 80 Geschäften und 28 Gaststätten fair gehandelte Produkte zu kaufen, außerdem setzen sich 18 Schulen, 30 Kirchengemeinden und acht Vereine für fairen Handel ein. Der Augsburger Stadtrat hatte im Februar den Beschluss gefasst, dass man Fairtrade werden wolle.
Link zum Artikel: Augsburg bekommt den Titel „Fairtrade Stadt“
Mittwoch, 14. Juli 2010
Auf kasachischen Tabakplantagen, die für das Unternehmen Philip Morris International produzieren, ist es Human Rights Watch zufolge zu zahlreichen Fällen von Kinderarbeit sowie zu Zwangsarbeit und Ausbeutung von Wanderarbeitern gekommen. So wurde davon berichtet, dass einige Arbeitgeber die Pässe der Wanderarbeiter einbehielten, ihnen keine schriftlichen Verträge gaben und sie nicht regelmäßig entlohnten. Außerdem arbeiteten bereits zehnjährige Kinder auf den Tabakplantagen, obwohl diese Arbeit gerade für Kinder sehr gefährlich ist. Human Rights Watch dokumentierte für das Jahr 2009 insgesamt 72 Fälle von Kinderarbeit auf den Tabakplantagen. Die Arbeit auf den Tabakplantagen gilt Experten zufolge als eine der schlimmsten Formen von Kinderarbeit, bei der Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht eingesetzt werden sollen, da sie beim Umgang mit Rohtabak und Pestiziden besonders hohen Risiken ausgesetzt sind. Die Kinder verrichten über Monate hinweg schwere körperliche Arbeit und werden hohen Nikotinmengen ausgesetzt. Außerdem fehlen die Kinder durch die Arbeit auf den Plantagen jedes Jahr mehrere Monate in der Schule.
Nachdem Human Rights Watch den Bericht Philip Morris International vorlegte, versprach das Unternehmen, 2010 eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen, um Missbrauch zu verhindern und zu beseitigen. Dies kann nach Ansicht von Human Rights Watch allerdings nur durch regelmäßige, unabhängige Kontrollen und anhaltende Bemühungen gelingen.
Link zum Artikel: Kasachstan: Wanderarbeiter auf Tabakplantagen betrogen und ausgebeutet
Dienstag, 13. Juli 2010
 In Indien ist ein neuer Kurzfilm vorgestellt worden, der das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Bildung für Kinder fördern soll. Der viereinhalb Minuten lange Film wurde von dem bekannten Werbespezialisten Dorai Swamy produziert und zeigt die Lebensbedingungen von Kindern ohne Schulbildung, die auf Farmen, als Mechaniker, Diener oder Hotelarbeiter arbeiten. Er möchte damit auch zeigen, dass Kinderarbeit oft eine Folge von mangelnder Schulbildung ist. Die Menschenrechtskommission von Hyderabat stellte den Film mit dem Titel `Bhavi Bharata Bhagya Vidhatalu’ am Montag vor.
Link zum Artikel: "Depicting the plight of streetchildren"
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