Dienstag, 24. August 2010
 Die Nachfrage nach Diamanten steigt nach der Wirtschaftskrise wieder an: Neben dem weltweit größten Importeur USA zeigen Indien und China großes Interesse an Diamanten. Experten gehen sogar davon aus, dass China in der nächsten Dekade die USA als größten Diamantkonsumenten ablösen wird.
Trotz der steigenden Nachfrage erhöhen die führenden Produzenten wie De Beers, Alrosa und Rio Tinto allerdings nicht ihre Produktion- aus Angst vor Preisverfall.
Hier steuert nun der World Diamond Council gegen, indem er Simbabwe wieder erlaubt hat, Diamanten aus seinen Marange-Minen zu exportieren. Jahrelang war Simbabwe beschuldigt worden, Menschenrechtsverletzungen und Korruption in den Minen walten zu lassen, was schließlich 2008 zu einem Verbot des Diamanten-Exports führte. Die internationale Regulierungsbehörde beschloss nun, nach zwei freigegebenen Auktionen, dass sich die Bedingungen in den Marange-Minen auf einen Minimalstandard verbessert hätten. Kritiker prangern allerdings an, dass die Regierung lediglich den Diamantenhandel von Rebellengruppen verboten hat, Menschenrechtsverletzungen aber weiterhin nicht bekämpft würden.
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Donnerstag, 5. August 2010
 Wer schmückt sich nicht gern mit einem guten Gewissen? Erstmals wird in Kolumbien zertifiziertes Fairtrade-Gold gewaschen. Im Westen Kolumbiens, in Tado, wurde die Organisation "Oro Verde" auf die traditionelle, umweltschonende Goldwaschpraxis der Einwohner aufmerksam und machte aus dem geschürften Edelmetall eine Marke. Der Verein garantiert höhere Einkommen (2 % über dem Marktwert) und sorgt dafür, dass 13% aus dem Goldverkauf in Entwicklungsprojekte vor Ort fließen. Dies kommt auch anderen Einwohnern zugute: "Viele Menschen profitieren von dem Programm, selbst wenn sie nicht direkt im Geschäft mit Gold sind", so der Goldwäscher Mosquera. Um Umweltschutzkriterien zu gewährleisten, gibt es regelmäßige Kontrollen des Vereins Asocasan vor Ort: So werden Wassertiere geschützt, der Gebrauch von Quecksilber vermieden und die Böden nach den Grabungen wieder bepflanzt. Fairtrade vergibt nun ihr Logo an Oro Verde und an ein Dutzend vergleichbarer südamerikanischer Initiativen. Der Marktanteil von Fairtrade Gold soll langfristig global auf 5 % steigen.
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Dienstag, 20. Juli 2010
 Die US Arbeitsministerium hat gestern einen neuen Bericht über Länder und Produkte, die vielleicht Kinderarbeit nutzen, herausgegeben. Es gibt 29 Produkte aus 21 Ländern, die in diesem Bericht aufgeführt sind. Hier sind ein paar Beispiele:
Myanmar: Bambus-Bohnen-Backsteine-Gummi-Reis-Zuckerrohr-Teak
Bolivien: Zuckerrohr-Paranussen
Nepal: Backsteine-Teppiche-Steine-Bestickte Textilen
Pakistan: Backsteine-Teppiche-Kohle
Elfenbeinküste: Kakao-Kaffee
Nigeria: Granit-Kies
China: Backsteine-Baumwolle-Spielzeuge-Elektronik
Indien: Backsteine-Baumwollsamen-Bestickte Textilen-Steine-Reis-Kleidung
Burkina Faso: Gold-Baumwolle
Das Zieldatum für die Beseitigung der meisten Kinderarbeit in der Welt ist 2016.
Link zum Artikel: New List of Country and Products that May Use Child Labor Is Out
Link zur Liste: KinderarbeitlisteTags für diesen Artikel: afrika, asien, baumwolle, bodenschätze, bolivien, china, elfenbeinküste, indien, kakao, landwirtschaft, mode, nepal, nigeria, pakistan, südamerika, teppichindustrie
Freitag, 9. Juli 2010
 Kinderarbeit in Indischen Minen ist mitlerweile ein bekanntes Phänomen. Besonders in dem Bundesstaat Megalahya, der sich für einen Großteil der Indischen Stein- und Kohleproduktion verantwortlich zeichnet ist, werden die Steine häufig immernoch von Kinderarbeitern abgebaut. Obwohl Kinderarbeit in Indien verboten ist, ist die Durchsetzung der Gesetzte sehr schwierig, da die politische Posten zu einem Großteil von den machtvollen Minenbesitzern gehalten werden, die natürlich nur ein begrenztes Interesse daran haben sich selbst ihrer unschlagbar kostengünstigen Arbeitskräfte zu berauben. Die Arbeit von Kindern, Frauen und Wanderarbeitern ist deutlich preiswerter als der Einsatz von Maschinen, weswegen die Arbeiter mit nur minimaler Ausrüstung und häufig komplett fehlenden Sicherheitsmaßnahmen in den Steinbrüchen und Kohleminen zu tausenden arbeiten. Aufgrund der harten und gefährlichen Arbeit und des Fehlens medizinischer Versorgung in den Abbaugebieten sind schwere Verletzungen und sogar Todesfälle keine Seltenheit. Auch chronische Krankheiten (Staublunge) sind sehr weit verbreitet. Die in Shilong, der Hauptstadt des Bundesstaates Megalahya beheimatete NGO Impulse Network, welche sich für die Rechte von Kinderarbeitern in Indischen Steinbrüchen einsetzt, berichtet, dass allein in Meghalaya rund 70.000 Kinder in den Steinbrüchen arbeiten.
Originalartikel im Englischen Guardian
Dienstag, 29. Juni 2010
 Einem Report über Menschenhandel zufolge, der vergangene Woche durch das US Departement of State veröffentlicht wurde, werden weiterhin Minderjährige in den umstrittenen Diamantenfeldern von Marange eingesetzt. Weitere Berichte über Soldaten, die in Zwangsarbeit, Folter und Schläge involviert waren, liegen Human Rights Watch vor. Das Ministerium für innere Angelegenheiten in Simbabwe streitet die Vorwürfe ab. Polizei sei in den fraglichen Gebieten präsent gewesen - weite Gebiete stehen unter militärischer Kontrolle. Simbabwes Regierung bricht das Versprechen, den Missbrauch auf den Diamantenfeldern zu beenden. Damit soll das Land offiziell aus dem Kimberley-Prozess ausgeschlossen werden, welches seine Mitglieder verpflichtet, den Handel mit Blutdiamanten zu stoppen. Es liegen keine Berichte über Anklagen oder Verurteilungen bezüglich Zwangsarbeit vor. Begrenzte Möglichkeiten des Polizei- und Justizapparates behindern die Gesetzesdurchsetzung. So fehle es an menschlichen und finanziellen Ressourcen, um Ermittlungen sauber ausführen zu können.
Link zum Artikel (englisch)
Link zum Artikel (deutsch)
Dienstag, 22. Juni 2010
 Ein neuer Report von Impulse Network, einer Hilforganisation, die gegen Menschenhandel kämpft, sagt, dass 70.000 Kinder in indischen Kohlegruben arbeiten. Diese Kohlegruben sind in Meghalaya, einem indischen Bundestaat im Nordosten Indiens. Die Kindern wurden durch Bangladesch und Nepal geschmuggelt. Die Organisation sagt, dass der Nordosten Indiens viele Probleme mit Menschenhandel hat. Sie sagt auch, dass Kinder viel billiger geschmugelt werden können.
Link zum Artikel: Meghalaya Coal Mines’ 70,000 children toiling as bonded labourers
Mittwoch, 12. Mai 2010
Die „TrauringManufaktur“ in Hamburg lockt nachhaltig denkende Ehewillige mit einem besonderen Angebot: hochwertige und individuelle Trauringe, die aus ökologisch gefördertem Gold oder Recycling Gold hergestellt werden. Die Ringe für den vermeintlich schönsten Tag im Leben werden aus Rohstoffen gefertigt, die auf ökologisch- und sozialgerechte Weise abgebaut, weiterverarbeitet und gehandelt wurden oder aus Recyclingsystemen stammen. Problematische Folgen bei der gewöhnlichen Produktion von Schmuck, wie das Verwenden von giftigen Chemikalien wie Quecksilber und Zyanid, Kinderarbeit, sowie der hohe und klimaschädliche Energieverbrauch können durch die ökologische Variante nahezu ausgeschlossen werden. Bei der Herstellung der „Öko-Fairen Trauringe“ legt man zudem besonders viel Wert auf direkte Zusammenarbeit mit den Arbeitern und Händlern vor Ort, damit die Quelle der Ressourcen nachvollzogen werden kann. Beim Kauf eines fairen Trauringes erhält man als Nachweis seiner Herkunft und Einzigartigkeit ein „Öko-Faire Zertifikat“. Und das Beste: der Preis für diese besonderen Ringe ist nur geringfügig höher.
Link zum Artikel: Hochzeit mit ‚Oeko-Faire Trauringen’
Link zur Homepage der Manufaktur
Freitag, 30. April 2010
 Die neue Studie des internationalen Kinderhilfswerkes „terre des hommes“ bringt erschütternde Zahlen ans Licht: hunderttausende von Kindern arbeiten unter niederträchtigsten Bedingungen im indischen Bergbau!
Die Branche nutzt die finanzielle Notsituation in indischen Familien schamlos aus, da sie Kinder unter menschenunwürdigen Umständen für einen Hungerlohn beschäftigt. Außerdem fehlt den Kindern in der Folge eine Schulbildung, da ein Schulbesuch mit der täglichen Arbeit nur schwer zu vereinbaren ist. Vor allem für den kindlichen Körper sind die extremen Anforderungen von hochgiftigen Chemikalien und harter körperlicher Arbeit eine Tortur. Partnerorganisationen von terre des hommes haben die Studie erarbeitet und fordern von der indischen Regierung die konsequente Durchsetzung des Verbotes ausbeuterischer Kinderarbeit und die Respektierung grundlegender Arbeitsrechte. Auch der deutsche Konsument ist gefordert beim Kauf darauf zu achten, dass keine Abbauprodukte wie Erze, Kohle, Diamanten und Natursteinen aus indischer Kinderarbeit in den Produkten verarbeitet wurden.
Link zum Artikel: Hunderttausende Kinder schuften im indischen Bergbau
 Von außen ist der Unterschied nicht zu erkennen, doch an Jörg Eggimanns Schmuck klebt kein Kinderschweiß! Der schweizerische Goldschmied erhielt unlängst den Swiss Ethics Award, da in seinem kleinen Atelier in Bern ausschließlich Gold, Silber und Edelsteine aus fairem Handel verarbeitet werden. Damit stellt er eine Ausnahme in seiner Branche dar, da leider zumeist Rohstoffe aus Raubbau und menschlicher Ausbeutung verwendet werden. «Ich bin mit Leibe und Seele Goldschmied, aber nur, wenn ich mit Materialien unbedenklicher Herkunft arbeiten kann», so Eggimann. Über einen deutschen Geologen ist es ihm möglich, Edelsteine und -metalle aus Fair Trade Quellen zu beziehen. Leider stellt sein menschen- und umweltwürdiges Verhalten noch einen Sonderfall dar, da der Bedarf an Rohstoffen derzeit nicht durch die fairen Quellen gedeckt werden kann. Dennoch könnte durch ein Umdenken in der Schmuckbranche Druck auf die Minenbetreiber ausgeübt werden und sie zu fairem Handeln zwingen. Als Kunde muss man für fairen Schmuck längere Wartezeiten und höhere Preise in Kauf nehmen, doch was ist das im Vergleich zu einem reinen Gewissen und eventuell einem Kinderlachen mehr auf dieser Welt.
Link zum Artikel: Berner Goldschmied schwimmt gegen den Strom
Montag, 22. März 2010
 Der illegale Goldabbau in der südphilippinischen Provinz „Zamboanga del sur“ führt neben seinen Risiken für die Umwelt und Gesundheit der Bewohner zu einem Anstieg von Kinderarbeit und Kinderhandel. Der Polizeichef Arnel Galaben nennt Kinderhandel und Prostitution ein „großes Problem“ der Region. Kinderarbeit sei dort üblich, viele Kinder – manche nicht älter als 7 Jahre – helfen ihren Vätern in den illegalen Bergwerken anstatt zur Schule zu gehen – und verdienen hierbei nicht einmal 50 Cent am Tag. Desweiteren werden viele Kinder von den Minenarbeitern zur Prostitution gezwungen.
Ofelia, Betreiberin einer Mine in Balabag nennt die Arbeit in den illegalen Bergwerken „ihr Zuhause, ihr Leben und ihre Zukunft“, sie habe ihr ermöglicht ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dies alles jedoch für den zu hohen Preis des Wohls der ausgebeuteten Kinder der Region.
Link zum Artikel: Illegal mining breeds child labor, prostitution in Diplahan
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