Dienstag, 24. August 2010
 Die Nachfrage nach Diamanten steigt nach der Wirtschaftskrise wieder an: Neben dem weltweit größten Importeur USA zeigen Indien und China großes Interesse an Diamanten. Experten gehen sogar davon aus, dass China in der nächsten Dekade die USA als größten Diamantkonsumenten ablösen wird.
Trotz der steigenden Nachfrage erhöhen die führenden Produzenten wie De Beers, Alrosa und Rio Tinto allerdings nicht ihre Produktion- aus Angst vor Preisverfall.
Hier steuert nun der World Diamond Council gegen, indem er Simbabwe wieder erlaubt hat, Diamanten aus seinen Marange-Minen zu exportieren. Jahrelang war Simbabwe beschuldigt worden, Menschenrechtsverletzungen und Korruption in den Minen walten zu lassen, was schließlich 2008 zu einem Verbot des Diamanten-Exports führte. Die internationale Regulierungsbehörde beschloss nun, nach zwei freigegebenen Auktionen, dass sich die Bedingungen in den Marange-Minen auf einen Minimalstandard verbessert hätten. Kritiker prangern allerdings an, dass die Regierung lediglich den Diamantenhandel von Rebellengruppen verboten hat, Menschenrechtsverletzungen aber weiterhin nicht bekämpft würden.
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Dienstag, 20. Juli 2010
 Die US Arbeitsministerium hat gestern einen neuen Bericht über Länder und Produkte, die vielleicht Kinderarbeit nutzen, herausgegeben. Es gibt 29 Produkte aus 21 Ländern, die in diesem Bericht aufgeführt sind. Hier sind ein paar Beispiele:
Myanmar: Bambus-Bohnen-Backsteine-Gummi-Reis-Zuckerrohr-Teak
Bolivien: Zuckerrohr-Paranussen
Nepal: Backsteine-Teppiche-Steine-Bestickte Textilen
Pakistan: Backsteine-Teppiche-Kohle
Elfenbeinküste: Kakao-Kaffee
Nigeria: Granit-Kies
China: Backsteine-Baumwolle-Spielzeuge-Elektronik
Indien: Backsteine-Baumwollsamen-Bestickte Textilen-Steine-Reis-Kleidung
Burkina Faso: Gold-Baumwolle
Das Zieldatum für die Beseitigung der meisten Kinderarbeit in der Welt ist 2016.
Link zum Artikel: New List of Country and Products that May Use Child Labor Is Out
Link zur Liste: KinderarbeitlisteTags für diesen Artikel: afrika, asien, baumwolle, bodenschätze, bolivien, china, elfenbeinküste, indien, kakao, landwirtschaft, mode, nepal, nigeria, pakistan, südamerika, teppichindustrie
Dienstag, 13. Juli 2010
 Der Ludwigsburger Mineralienhändler Marco Schreier erarbeitet gemeinsam mit dem Verein "Fair Trade Minerals & Gems e.V." Kriterien für ein Gütesiegel zum fairen Handel mit Mineralien und Schmucksteinen. Eine anerkannte Fairtrade-Zertifizierung gibt es auf dem Sektor bisher nicht, nachdem die Handelswege der Steine intransparent sind und einzelne Verarbeitungsschritte getrennt voneinander durchgeführt werden. Über Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben informiert sich Marco Schreier regelmäßig persönlich mit seinem Team. Mitarbeiter kontrollieren auch vor Ort die Hauptlieferanten in Indonesien, China und Brasilien. Zusätzlich unterstützt er auch aktiv ein faires Opal-Abbau-Projekt in Honduras.
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Donnerstag, 24. Juni 2010
 Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft hat das International Labor Rights Forum (ILRF) einen umfassenden Bericht veröffentlicht, der die teilweise katastrophalen Umstände bei der Produktion von Fußbällen beleuchtet. Da die Fußballproduktion in den 1990er Jahren häufig im Zentrum der Kritik von internationalen Kinderschutzorganisationen stand, wurde im Jahr 1997 das Atlanta- Abkommen zwischen der ILO, UNICEF und den entsprechenden Interessengruppen in Pakistan, dem damaligen Hauptproduktionsstandort von Fußbällen geschlossen, um Kinderarbeit zu bekämpfen. Der Report des ILRF zeigt jedoch, dass Kinderarbeit weiterhin in allen großen Produktionsländern von Fußbällen (China, Pakistan, Indien und Thailand) ein Problem ist. Was die Überwachung von Mindeststandards stark erschwert, sind die Tatsachen, dass ein großer Teil der Fußbälle nicht in Fabriken genäht wird, sondern in Heimarbeit, und dass ein Großteil der Arbeiter keine permanenten Arbeitsverträge hat, sondern in vielen Fällen nur tempörär bei Subunternehmern angestellt ist. Die zentrale Aussage des Berichtes ist jedoch, dass Kampagnen, die exklusiv auf die Verhinderung von Kinderarbeit abzielen, eindeutig zu kurz greifen. Auch ausserhalb des Problemfeldes der Kinderarbeit, welches in der Öffentlichkeit relativ viel Beachtung erhält, sind die Arbeitsbedingungen und Löhne in dem Sektor meist katastrophal. Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden am Tag, und Löhne die häufig unter dem Existenzminimum liegen, zwingen Kinder oft zum Familieneinkommen beizutragen. Eine allgemeine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist deshalb die notwendige Voraussetzung für eine effektive Bekämpfung von Kinderarbeit.
Auch die Zertifizierung von Fußbällen, etwa durch Social Accountability 8000 oder das FairTrade Label wird nicht unkritisch betrachtet. Mangelnde Transparenz im Produktionsprozess erschwert auch die Arbeit der Zertifizierer, auch mangelnde Koordination und Korruption vermindern deren Effektivität.
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Mittwoch, 2. Juni 2010
 " Kindersoldaten. Eine Performance", so heißt das Stück, welches vom Landestheater Schwaben am Freitag, 4. Juni, 20 Uhr erstmals auf die Bühne gebracht wird. Schauplatz der Uraufführung - inspiriert durch die Erlebnisse der ehemaligen Kindersoldatin China Keitetsi - ist ein ehemaliger Hangar am Allgäu Airport. "Kindersoldaten" ist kein Theaterstück im herkömmlichen Sinn: Nüchterne Dialoge wechseln sich mit fiktiven, emotionslosen Befragungen und dargestellten Erlebnissen ab, daneben gibt es Klang- und Rauminstallationen, die beim Zuschauer bewusst Irritation auslösen sollen.
"Wir äußern uns als Künstler zu diesem Thema. Wir wollen aufklären und in einer Art politischem Dokumentationstheater Stellung beziehen.", so Intendant Walter Weyers.
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Foto: Andreas Praefcke
Dienstag, 25. Mai 2010
 Ein trauriges Kapitel der modernen chinesischen Geschichte: Kinderraub steht in der Volksrepublik an der Tagesordnung. Jedes Jahr werden 30.000 bis 60.000 Babys, Kinder und Jugendliche entführt. Sie landen häufig als Kindersklaven in Werkstätten oder als Prostituierte in Bordellen. Um die Kinder am Schreien zu hindern, werden sie betäubt. Eine riskante Methode: Chinas Medien berichten immer wieder von Kinderleichnamen in Bussen oder Eisenbahnen. Kinderhandel aus Profitgier oder Tradition? Söhne sind sowohl auf dem Land als auch in der Großstadt begehrt. Und es finden sich immer Abnehmer für gestohlene Kinder. 4.000 Euro können die Händler für einen Jungen verlangen - für ein Mädchen muss man die Hälfte bezahlen. Nachdem die Entführungsfälle nicht abreißen, hat die Polizei eine Spezialtruppe geschaffen, die jedoch nur mäßig erfolgreich agiert. Niemand stellt Fragen, wenn plötzlich ein neues Kind im Dorf auftaucht. Das liegt neben der weit verbreiteten Korruption an den engen Sippenverbänden. Wird ein entführtes Kind aufgespürt, so gelingt es den Behörden nur selten, die leiblichen Eltern zu finden. Diese Kinder landen im Waisenhaus. Verzweifelte Eltern wenden sich deshalb zunehmend an NGOs, die mithilfe von Websites Familien zusammenführen wollen. Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab.
Link zum Artikel auf spiegel online
Donnerstag, 15. April 2010
Nachdem der Computerriese Apple vor einigen Wochen wegen unmenschlicher Arbeitsbedingungen in die öffentliche Kritik geraten war, sieht sich nun auch Microsoft massiven Vorwürfen zu ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit in chinesischen Fabriken ausgesetzt. Das Nationale Arbeits-Kommitee (NLC) veröffentlichte diese Woche einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass eine chinesische Zulieferfirma für Microsoft regelmäßig hunderte von sogenannten Werkstudenten zwischen 16 und 17 Jahren rekrutiert, die in 15-stündigen Schichten sechs bis sieben Tage in der Woche arbeiten müssen. Der Bericht, der nach einer dreijährigen Investigationsphase erstellt wurde, spricht auch von sexuellem Missbrauch weiblicher Arbeiter durch Sicherheitskräfte. Weiterhin wurde aufgedeckt, dass Reden, Musikhören oder ein Toilettengang während der Arbeitszeit verboten sind. Erschreckend ist die Zahl der Selbstmorde, die von Arbeitern verübt wurden, welche Sanktionen fürchteten. "Es scheint, als leben wir nur, um zu arbeiten. Wir arbeiten nicht, um zu leben", so ein Arbeiter im Gespräch mit der Menschenrechtsorganisation NLC.
Link zum Artikel auf englisch
Dienstag, 30. März 2010
 China – Chinesische Behörden haben bekannt gegeben, dass sie acht Kinderhändler in der Küstenprovinz Fujian festgenommen haben. Erst kürzlich wurden ein Mann und drei Frauen bei einer Straßensperre festgehalten, wegen des Verdachts von Kinderhandel. Tatsächlich gaben die Beschuldigten an, die kleinen Mädchen für je 1.471 US-Dollar gekauft zu haben, und erwarteten einen Preis von 2.197 US-Dollar pro Kind zu erzielen.
Zwei Faktoren führen vor allem zu einem unglaublich hohen Prozentsatz an weiblichen Opfern von Kindestötungen, Abtreibungen und Kinderhandel: Zum einen die chinesische Tradition, dass der männliche Nachkomme für die Pflege der Eltern im Alter zuständig ist und zum anderen die „Ein-Kind-Politik“ Chinas, die Eltern in städtischen Gegenden nur ein bzw. auf dem Land zwei Kinder erlaubt. Dazu kommt vor allem in den armen ländlichen Regionen die Verlockung des für die Kleinkinder gebotenen Geldes. In diesem System sind die Mädchen die Verlierer!
Link zum Artikel: Chinese Child Traffickers Detained
"Chinesische Kinderhändler inhaftiert" vollständig lesen
Mittwoch, 3. März 2010
Nicht das erste Mal sieht sich nun auch Apple wieder mit schweren Verstößen gegen (sowieso nicht sonderlich Arbeitnehmer freundliche) Arbeitsrechte in Asien und speziell in China konfrontiert. Dass Apple das selbst veröffentlicht ist mutig und anerkennenswert, aber natürlich ist es auch die richtige Kommunikationsstrategie, die den Konzern vor noch härterer Kritik an seinem Geschäftsgebahren bewahren hilft.
"Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - Apple´s Sündenfall" vollständig lesen
Montag, 1. März 2010

Der amerikanische Computerriese Apple lieferte vergangenes Wochenende einen selbstanklagenden Report ab, der bekannt gab, dass es in Fabriken der Zulieferer von Apple zum Teil zu massiven Verstößen gegen geltende Arbeitsbestimmungen kam.
Demzufolge wurden elf Arbeiter unter 15 Jahre registriert, obwohl ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben war. Zudem wurde die maximale Arbeitszeit von 60 Wochen pro Stunde überschritten und 24 Fabriken bezahlten ihren Mitarbeitern weniger als den Mindestlohn.
Neben irregulären Arbeitsbedingungen kam es ferner zu Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften und den notwendigen Umweltstandards.
Die Zulieferer von Apple unterhalten Fabriken in China, Taiwan, Singapur, den Philippinen, Thailand, Malaysia, Tschechien und in den USA.
Dieser Skandal bestätigt ein weiteres Mal, dass es gerade in Entwicklungsländern zu massiven Verletzungen der Arbeitsbestimmungen kommt.
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