Montag, 30. August 2010
 In der am 02.08.2010 veröffentlichten Erklärung des Grefrather Bürgermeisters Herr Lommetz, des Rates und der Verwaltung der Gemeinde Grefrath, wird in Bezugnahme eines Antrag des Bündnis 90/Die Grünen festgehalten, dass in der Gemeinde Grefrath keine Verwendung für Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit besteht.
„Rat und Verwaltung der Gemeinde Grefrath bitten alle Grefrather Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen dringend, nur Produkte zu beschaffen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden. Jeder sollte sich dafür einsetzen, dass möglichst keine derartigen Waren in den Handel gelangen, um langfristig soziale Gerechtigkeit herzustellen.“
Die Bürger werden auf die zur Orientierung dienenden offiziellen Gütesiegel einzelner Produkte hingewiesen. Die Gemeinde möchte sowohl für private VerbraucherInnen als auch für Unternehmen eine Vorbildfunktion einnehmen und setzt sich öffentlich für die Bekämpfung von ausbeuterischer Kinderarbeit ein.
Freitag, 27. August 2010
 Hessen könnte eine Vorbildrolle im Kampf gegen Grabsteine aus Kinderarbeit einnehmen. Die Fraktion der Grünen im Hessischen Landtag stellt in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Familie und Gesundheit den entscheidenden Antrag. Wenn dieser gebilligt wird, werden hessische Kommunen die Möglichkeit erhalten in ihren Friedhofssatzungen ein entsprechendes Verbot festzuschreiben.
Kordula Schulz-Asche, stellvertretende Fraktions-Vorsitzende, erklärt, dass die Grünen sich hierbei auf das "Übereinkommen über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Form der Kinderarbeit" beziehen, welches auch Deutschland unterzeichnet hat. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müsse man Grabsteine boykottieren, die von Kindern unter schlimmsten Bedingungen in Schwerstarbeit und ohne jeglichen Schutz gegen den Staub und den Lärm gefertigt würden.
Link zur Pressemitteilung
Mittwoch, 21. Juli 2010
 Werden in Deutschland palästinensische Jugendliche und Kinder als Drogenkuriere missbraucht? Vor Erscheinen des schon jetzt polarisierenden Buches der kürzlich verstorbenen Jugendrichterin Heisig wurden Passagen daraus bereits im "Spiegel" abgedruckt. Sie stellt die These auf, dass in Deutschland ca ein Dutzend arabische Clans mit Tausenden Mitgliedern in kriminell ausgerichteten Strukturen leben, die ihre Kinder den deutschen Behörden entziehen. Diese Kinder wüchsen in ein System hinein, welches Straftaten jeglicher Bandbreite abdecke: von Drogendelikten bis hin zu Mord. Hinzu kommen staatenlose Kinder aus palästinensischen Flüchtlingslagern, die mithilfe der arabischen Drogenmafia in die Bundesrepublik geschleust und durch Landsleute in den Drogenhandel eingewiesen würden. Heisig fordert in ihrem Buch schärfere Einreisekontrollen und geschlossene Einrichtungen, um staatenlose Kinder vor den Gefahren einer dergestalt organisierten Kriminalität zu schützen.
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und Süddeutsche Zeitung vom 20. Juli 2010, Panorama: "Abrechnung mit den Clans"
Dienstag, 20. Juli 2010
 Um eine Petition gegen Kinderhandel zu erreichen, hat das Netzwerk ECPAT eine Protesttour durch 11 deutsche Städte gestartet. "Mit der Petition fordern wir die Bundesregierung und -länder dazu auf, Opfer von Kinderhandel kindgerecht zu unterstützen und gleichzeitig ein nationales Meldesystem aufzubauen", so Mechthild Mauerer, ECPAT-Geschäftsführerin. Die Unterschriften sollen im kommenden Jahr den Vereinten Nationen übergeben werden. Angestrebt werden auch gezielte Qualifizierungen von Polizisten und Mitarbeitern in Jugend- und Ausländerbehörden. ECPAT Deutschland, 2001 gegründet, hat es sich zum Ziel gesetzt, sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch Pornografie, Prostitution und Menschenhandel zu bekämpfen. Die Organisation wird durch 29 unabhängige Einrichtungen unterstützt, darunter missio. In 66 Ländern gibt es vergleichbare Aktionen gegen sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel.
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Bild: Thomas Schoch
Montag, 12. Juli 2010
 In ihrer Plenarsitzung am 9. Juli haben die Länder die Bundesregierung angehalten, sich international stärker für eine Umsetzung des Verbots der schlimmsten Formen von Kinderarbeit einzusetzen. Die Bundesregierung soll prüfen, inwieweit auf Ebene der WTO künftig Maßnahmen zum Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit getroffen werden können. Außerdem solle geprüft werden, ob Deutschland spezielle Sozialprogramme in den betroffenen Ländern unterstützen könne. Der Bundesrat verwies beispielhaft auf Programme in Mexiko und Brasilien, bei denen armen Familien Geldleistungen gewährt werden, die an den Schulbesuch der Kinder geknüpft sind. Der Bundesrat wies darauf hin, dass nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen weltweit immer noch 165 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren unter ausbeuterischen und sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten müssen.
Link zum Artikel: Bundesrat will Kinderschutz international verbessern
Donnerstag, 8. Juli 2010
 Einer neuen UNICEF-Studie zufolge will Deutschland rund 5000 Kinder aus Roma-Familien und anderen ethischen Minderheiten, die mit Ihren Familien in Deutschland Zuflucht gefunden haben, zurück in den Kosovo abschieben bzw. rückführen. Für die meisten der Kinder bedeutet dies das Ende ihrer schulischen Ausbildung, 75% brechen im Kosovo die Schule ab und leben in extremer Armut. Die Roma gehören zur ärmsten Bevölkerungsgruppe im einem der ärmsten Länder Südosteuropas. Die Kinder sind in Deutschland gut integriert und könnten sich im Kosovo größtenteils nicht einmal verständigen. Laut Tom Koenigs, UNICEF-Vorstandsmitglied, verstößt die Abschiebung der Kinder gegen die UN-Kinderrechtskonvention und den Kindern sollte ein dauerhaftes Bleiberecht eingeräumt werden. Für diese Studie wurden im Auftrag von UNICEF in den ersten Monaten des Jahres 2010 Roma in Kosovo und Deutschland, Experten und politische Verantwortliche befragt, um Empfehlungen für Politiker und Behörden zu erarbeiten.
Link zum Artikel: Kinder ohne Chance
Dienstag, 6. Juli 2010
 Unter der Schirmherrschaft von Christina Rau läuft erneut die bundesweite Kampagne "Action!Kidz - Kinder gegen Kinderarbeit" an. Um auf ausbeuterische Kinderarbeit aufmerksam zu machen, übernehmen Kinder aus ganz Deutschland kleinere Arbeiten in Haushalt und Garten, bei Verwandten und Freunden. Die dabei eingenommenen Spenden kommen einem Projekt der Kindernothilfe gegen ausbeuterische Kinderarbeit in Haiti zugute. Es winken außerdem ein Preisgeld für die Klassenkasse sowie ein exklusiver Schulauftritt der Berliner Band Culcha Candela.
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Anmeldung unter: actionkidz@d-fc.de
Mittwoch, 30. Juni 2010
 In dem kürzlich veröffentlichten UNICEF Jahresbericht 2010 stellte das Kinderhilfswerk fest, dass Kinder in Schwellen- und Entwicklungsländern zu den größten Verlieren der globalen Wirtschaftskrise gehören. Armut, Hunger und Krankheiten seien in großem maße angestiegen, was ein Erreichen der Milleniums- Entwicklungsziele stark erschwere und viele Kinder in Ausbeutung und Abhängigkeit treibe. Allein im Jahr 2010 sei die Zahl der Menschen die in extremer Armut leben um 64 Millionen angestiegen. Der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Dr. Jürgen Heraeus sagte dazu:
„Wenn Milliarden verfügbar sind, um Banken zu retten, Unternehmen zu stabilisieren und Subventionen für technische Entwicklungen zu gewähren, dann darf die finanzielle Unterstützung für die ärmsten Kinder nicht verringert werden. Gerade hier haben wir die Gewissheit, dass Mittel für Ernährung, Bildung und Gesundheit einen hohen Ertrag bringen: für die Kinder und die Länder, in denen sie aufwachsen. Wir brauchen einen Aufschwung mit menschlichem Gesicht“
Der gesamte Bericht ist als Taschenbuch im Fischer-Verlag erschienen und über den Buchhandel zu beziehen.
Quelle
Montag, 28. Juni 2010
Lenin Raghuvanshi, ein indischer Aktivist für Menschenrechte aus Varanasi wird mir dem diesjährigen "Human Rights Prize" in Weimar ausgezeichnet. Lenin ist der Gründer des Peoples
Vigilance Committee on Human Rights (PVCHR) und setzt sich seit 15 Jahren für Frauen-und Kinderrechte ein. Unter Anderem dokumentierte er auch Fälle von Kinderarbeit. Für diesen Einsatz empfängt er den internationalen Preis in der Kultustadt Weimar am internationalen Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezwmber 2010.
Link zum Artikel: Local Activist to get International Award
Im Landkreis Nordwestmecklenburg wird zukünftig bei Ausschreibungen und öffentlichen Auftragsvergaben verstärkt darauf geachtet werden, keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu erwerben. Initiiert wurde diese Maßnahme durch die linke Fraktionsgruppe, deren Antrag "Keine Kinderarbeit für den Kreis Nordwestmecklenburg" von den Mitgliedern des Kreistags einstimmig angenommen wurde. Um die Einhaltung des Beschlusses sicherzustellen, soll beim Kauf verstärkt auf die relevanten Gütesiegel geachtet werden. Der Landkreis möchte durch diese Aktion ein Zeichen setzen und auch private Verbraucher auffordern, beim eigenen Konsum auf ensprachende Nachweise zu achten.
Link zum Artikel: Kreistagsmitglieder gegen Kinderarbeit
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