Donnerstag, 24. Juni 2010
Die Blumen für den späternen Export in Entwicklungsländern zu produzieren ist ein lukratives Geschäft: Die Auslagerung nach Afrika und Lateinamerika rechnet sich durch billige Arbeitskräfte und lockere Gesetze zum Schutz von Mensch und Umwelt im Gegensatz zur Produktion im eigenen Land. Leider sind die Plantagenarbeiter oft zu ausbeuterischen und unwürdigen Bedingungen angestellt und sich gewerkschaftlich zu organisieren wird ihnen verboten. Ausbeuterische Kinderarbeit ist nur ein Aspekt des Problems. Um diese Situation zu verbessern, hat die internationale Menschenrechtsorganisation FIAN im Rahmen ihrer fair flowers Kampagne eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, die faire Arbeitsbedingungen für die Betroffenen fördern soll. Die Petition wurde bereits von 33 Abgeordneten des Europäischen Parlaments unterzeichnet.
Die Petition ist auch online verfügbar unter: http://www.ipetitions.com/petition/fairflowers/
Link zum Artikel: Unterschriftenaktion für menschenwürdige Arbeitsbedingungen auf Blumenplantagen
Tags für diesen Artikel: afrika, aufruf, blumensiegel, chemikalien, entwicklungsländer, eu, landwirtschaft, lateinamerika, petition, recht, who
Dienstag, 22. Juni 2010
 Die Europäische Kommission arbeitet momentan an der Entwicklung einer einflussreichen neuen Richtlinie zur Berücksichtigung sozialer Belange bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. Laut der Fairtrade Labelling Organisations International (FLO) e.V. und dem Fair Trade Advocacy Office (FTAO) sieht die Richtlinie nur einen sehr restriktiven Einfluss sozialer Aspekte in die Auftragsvergabe vor. Tritt die Richtlinie in der bisher geplanten Form in Kraft, hätte dies großen Einfluss auf die Arbeit öffentlicher Beschaffer in Europa und würde einen starken Rückschlag für die Arbeit der Fair Trade Bewegung der letzten Jahre darstellen. Die FLO und FTAO versuchen daher, durch direkte Kontaktaufnahme mit der Europäischen Kommission in Form eines Briefes, welcher von möglichst vielen Organisationen verschickt werden soll, die Ausfertigung der Richtlinie aus Sicht der Fair Trade Bewegung positiv zu beeinflussen.
Donnerstag, 17. Juni 2010
 Aktuell bereitet die EU einen Gesetzesentwurf vor, um den Menschhandel in Europa effektiver zu bekämpfen und die Opfer besser zu unterstützen. Zu den Betroffenen zählen auch zahlreiche Kinder die dann im Land oftmals sexuell oder arbeitend ausgebeutet werden. Anlässlich hierfür fand ein Treffen verschiedener Abgeordneter und Experten statt, um die aktuelle Lage und mögliche Ansatzpunkte zu erörtern. Die bisherige Definition von Menschenhandel im Europarecht wurde erweitert. Problematisch wird vor allem die große Lukrativität des Menschengeschäftes gesehen, da Rahmenbedingungen und Risiko des menschenverachtenden Handels keine große Hürde für die Händler und Gehandelten darstellen. Schätzungsweise werde jährlich mehrere hunderdtausend Menschen in die EU oder innerhalb der EU verschleppt. Abschließend wurde noch betont, wie wichtig es ist dem Menschhandel genauso grenzüberschreitend gesamteuropäisch zu begegnen wie dieser operiert.
Link zum Artikel: Moderne Sklaverei, milliardenschweres Geschäft
Mittwoch, 19. Mai 2010
 Mit einer Neuerung der derzeitigen Herkunftsetiketten will das Parlament der Europäischen Union in Zukunft für die Konsumenten eine bessere Informationsgrundlage schaffen.
Ausgangspunkt des am Dienstag gefassten Beschlusses war, dass man beim Kauf eines Textilproduktes ein Recht darauf habe zu erfahren wo dieses produziert wurde. Darum sind Textilimporte aus Drittländern nun verpflichtet, eine klare Herkunftskennzeichnung zu tragen. Durch den Blick aufs Etikett soll nun eindeutig klar sein, ob das Textil aus einem Mitgliedsstaat der EU komme oder nicht. Laut Evelyne Gebhardt (SPD) gehe es auch darum, unter welchen Bedingungen Textilien in manchen Ländern hergestellt würden, denn „in einigen Ländern sind weiter Kinderarbeit und Sklaverei zu beklagen“.
Deutsche Wirtschaftsverbände befürchten, dass dies nur der erste Streich war. Die aktuelle Diskussion biete nämlich Anlass zu einer neue Debatte über ein „Made in EU“-Label. Dies könnte in der Folge zu einem nahen Ende der bewährten Marke „Made in Germany“ führen. Andere Länder, wie beispielsweise Italien, begrüßen ein solches „Allgemeinlabel“, da die eigenen Produkte dadurch eine Aufwertung erfahren könnten.
Link zum Artikel: EU-Parlament will „Made in EU“ den Weg ebnen
Mittwoch, 28. April 2010
 Die neunten Verhandlungsgespräche zwischen Indien und der Europäischen Union über das freie Handelsabkommen kamen erneut ins Stocken. Grund hierfür war die Forderung der EU-Abgeordneten, zunächst über Themen zu sprechen, die nicht den freien Handel direkt betreffen. „Heiße“ Themen wie Menschenrechte, Kinderarbeit und Umwelt sollten besprochen werden, da diese laut einer Abgeordneten zu Verhandlungen über den Handel dazugehörten. Diese Themen hätten für die EU eine hohe Priorität und darum werden hierbei auch keine Kompromisse gemacht, so die Abgeordnete weiter. Indien argumentierte, dass diese Gesprächsthemen an diese Stelle nicht hingehörten und so „durch die Hintertür geschleust“ würden. Trotz genannter Reibungspunkte wollen beide Seiten ihre Handelsbeziehungen ausbauen und vertiefen. Das Handelsabkommen wird wahrscheinlich noch in diesem Jahr unterzeichnet werden.
Link zum Artikel auf Englisch: FTA with EU stuck on non-trade barriers
Freitag, 23. April 2010
 Mit der Stellungnahme des Ausschuss der Regionen (AdR) bei der Europäischen Union vom 10. und 11. April 2010 soll in Zukunft der faire Handel gestärkt und die Nachhaltigkeit gesichert werden. Der Ausschuss ruft dazu auf, durch gezielte Zusammenarbeit von lokalen und regionalen Behörden, den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission dem gemeinsamen Ziel näher zu kommen. Zudem wird die Notwendigkeit einer europäischen Strategie und eines Aktionsplanes unterstrichen.
Link zu den Sitzungsdokumenten
Dienstag, 17. Februar 2009
Das Europaparlament sieht strengere Maßnahmen im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern vor. Auf Antrag der italienischen Abgeordneten Roberta Angelilli, der nahezu einstimmig angenommen wurde, soll künftig jede Form sexuellen Missbrauchs an Kindern unter Strafe gestellt werden.
Insbesondere die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet soll härter bestraft werden. Ein Augenmerk des Parlaments liegt dabei auf dem „grooming“, einer neuen Form der Annäherung an Kinder zu sexuellen Zwecken über das Internet. Auch die Anbieter und Nutzer von pädophilen Internetseiten sollen strafrechtlich verfolgt werden. Zudem sind Wirtschaftsunternehmen wie Internetanbieter, Suchmaschinenbetreiber und Kreditkartenherausgeber aufgefordert, aktiv im Kampf gegen Kinderpornografie mitzuwirken.
Neben diesem Schwerpunkt befasste sich das Parlament im Rahmen des Beschlusses auch mit dem länderübergreifenden Verbot von Sextourismus mit Kindern. Auch dies soll zukünftig für EU Bürger ein Straftatbestand sein, auch wenn dieser in Drittländern ausgeführt wurde.
Die EU sicherte darüber hinaus die Finanzierung von Präventionsprogrammen zu. Berufstätige, die häufig mit Kindern Kontakt haben, sollen besser geschult und auf Indizien zu sexueller Gewalt aufmerksam gemacht werden.
"EU Erlass gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern" vollständig lesen
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