Donnerstag, 18. Juni 2009
 Die International Labor Organization (ILO) hat verlauten lassen, dass die Finanzkrise möglicherweise Kinder, insbesondere Mädchen, zur Kinderarbeit zwingt. Dies meldete eine Nachrichtenagentur aus Nigeria am gestrigen Mittwoch. Einem Bericht des Generalsekretärs der ILO, Juan Somavia, zufolge droht die internationale Finanzkrise den Fortschritt bis dato auzuhöhlen. "We have seen some real progress in reducing child labor, however, the policies chosen in the present crisis will be a test of national and global commitment to take this fight forward," sagte er. Laut dem Bericht deuten neuste globale Schätzungen, auf über 100 Millionen Mädchen hin, die arbeiten. Viele von ihnen werden den schlimmsten Formen der Kinderarbeit ausgesetzt. In Zeiten der weltweiten Finanzkrise besteht die Gefahr besonders darin, dass in vielen Ländern und Kulturen die Bildung männlicher Familienmitglieder Vorrang hat. Zunehmende Armut zwingt die Familien zu selektieren und Opfer zu bringen. Faktoren, die zur Verschärfung dieser Problematik beitragen, sind auch Kürzungen in den Budgets für Bildung der ärmeren Länder. Aus diesen Gründen sei in Verbindung mit dem 10. Jahrestag der ILO Konvention No. 182, der internationale Tag gegen Kinderarbeit am 10 Juni 2009 den Mädchen gewidmet worden, teilte Somavia mit. Alles in allem betont der Bericht wie wichtig es sei in Bildung zu investieren, um effektiv Armut bekämpfen zu können. Link zum Artikel (Englisch)
Montag, 15. Juni 2009
 Aufgrund der Finanzkrise werden mehr Kinder der Gefahr der Kinderprostitution oder des Soldatendaseins ausgesetzt, warnen Sprecher der US-Regierung. „Zum ersten Mal seit 1930 erleben wir eine globale Rezession. Arbeitslosigkeit und Lebensmittelpreise steigen. Verzweifelte Menschen machen verzweifelte Sachen um zu überleben, einschließlich Kinder zu ausbeuterische Arbeit zwingen,“ sagte US Senator Tom Harkin bei einer Versammlung in Washington, D.C., die im Rahmen Welttags gegen Kinderarbeit von der US Labor Secretary Hilda Solis initiiert wurde. In schweren finanziellen Zeiten ignorieren Regierungen oft die Arbeitgesetze. Solis merkte an, dass das US Labor Department mehr als $60 Millionen ausgeben werde, um Programme zu finanzieren, die Kindern und Eltern helfen um Alternativen zu finden, sodass sie ihre Kinder nicht zur Arbeit schicken müssen. Laut der UN Labor Agency arbeiten 218 Millionen Kinder weltweit. Fast die Hälfte sind Mädchen und mehr als die Hälfte dieser Mädchen verrichten gefährliche Arbeit, von Minen bis zur Prostitution.
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Freitag, 5. Juni 2009
Ethische Investments erweisen sich in Zeiten der Finanzkrise als zunehmend beliebte Möglichkeit der Geldanlage. Es handelt sich hierbei um Fonds, bei denen z.B. Kinderarbeit, Glücksspiel und Rüstungsunternehmen ausgeschlossen, oder gezielt soziale und ökologische Projekte unterstützt werden. Neben einem reinen Gewissen bietet diese Anlageform marktgerechte Gewinne und weist gerade heute eine erstaunliche Krisensicherheit auf. Da bei der Auswahl der Beteiligungen besonders auf die Nachhaltigkeit geachtet wird, unterliegen ethische Investments derzeit nicht den extremen, konjunkturellen Schwankungen.
Zum Artikel bei Bayern 2
Montag, 11. Mai 2009
Laut Expertenmeinung sind gerade in politischen und wirtschaftlichen Krisen Kinder besonders durch Anwendung köperlicher Gewalt oder deren Androhung gefährdet. Speziell in von Armut gekennzeichneten Gegenden wie dem Eastern Cape in Südafrika werde ein solcher Gewaltanstieg vermutet. "Es gibt definitiv ein Muster bei Kindesmisshandlungen, das sich in schwierigen Zeiten abzeichnet", sagt Dalene Ritter, Direktorin von Child Welfare South Africa in Eastern Cape, die sich seit 45 Jahren für den Schutz von Kindern einsetzt. Wenn große finanzielle Probleme aufträten, ließen manche Eltern ihre Frustrationen leider an ihren Kindern aus. "Kinder sind einfache Ziele. Schubsen, Schütteln und Schlagen sind die häufigsten Handlungen, in denen der Frust zum Vorschein kommt." Jedoch dürfe laut Paulin Mbecke vom Centre for Scientific and Industrial Research nicht übersehen werden, dass viele verschiedene Faktoren zu Kindesmisshandlungen führen könnten. Während eine Verbindung zwischen Armut und körperlicher Gewalt gegenüber Kindern zwar bestehe, müsse man auch vorsichtig sein, diese Beziehung nicht überzubewerten.
Link zum Artikel (englisch)
Mittwoch, 5. November 2008
Die öffentliche Entwicklungshilfe der Industriestaaten ist von 104,4 Milliarden US-Dollar im Jahre 2006 auf 103,7 Milliarden zurückgegangen. Das Ziel 0,7 % des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe auszugeben erfüllt Deutschland mit 0,37 % nicht und liegt damit nur auf Rang 12 der 22 Geberstaaten. Zwar ist ein Aufwärtstrend für Entwicklungshilfe im Bundeshaushalt sichtbar, trotzdem müsste das Budget nochmals um 1,6 Milliarden Euro pro Jahr steigen, um die Verpflichtungen ganzheitlich zu erfüllen.
Die Welthungerhilfe und terre des hommes kritisieren diesen allgemeinen Rückgang. Außerdem befürchten sie, dass die Finanzkrise, die in diesen Tagen auf die Realwirtschaft übergreift, diesen negativen Trend noch verstärken könnte. Entwicklungsländer sind ebenso davon betroffen wie Industriestaaten. Allerdings seien erstere besonders verwundbar und sollen aus diesem Grunde besonders hart und vor allem langfristig getroffen sein, so Hans-Joachim Preuß, Generalsekretär der Welthungerhilfe.
Mitteilung bei terre des hommes
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