Dienstag, 3. August 2010
 Nachbesserungen des "Nationalen Programms zur Eliminierung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit auf Kakaoplantagen" (NPECLC) in Ghana sollen dazu führen,dass bis Ende des Jahres alle 68 kakaoanpflanzenden Distrikte des Landes mit Maßnahmen erreicht werden.
Hauptanliegen des Programms ist es, ein auf den lokalen Gemeinden beruhendes Kontrollsystem für Kinderarbeit zu etablieren. Der stellvertretende Minister für Arbeit und soziale Fürsorge, Antwi Boasiako Sekyere verspricht sich von einem solchen Programm, durch eine kontinuierliche Datenerhebung und -auswertung, sowie durch die Berichte der Gemeinden eine langfristige Verhinderung von Kinderarbeit.
Das Konzept sieht eine gemeinsame Eigentümerschaft der Gemeinden an den Kakaoplantagen vor,sowie nachhaltige Bewirtschaftung und Mitwirkungsmöglichkeiten auf Gemeindeebene. Diese gemeinsame Kontrolle und Bewirtschaftung solle zur Reduzierung von Kinderarbeit führen.
Die Umsetzung gestaltet sich allerdings schwierig,da bis jetzt fast 80% des Budgets für Unkosten aufgewendet wurden und nur 20% zur tatsächlichen Ausführung des Programms. Abhilfe soll durch striktere Strukturierung geschaffen werden, sprich durch regelmäßige Kommunalversammlungen.
Stolz ist Boasiako Sekyere jedoch auch auf die Streichung Ghanas in den Bereichen Kakao und Bergbau von der US-Liste der Staaten,die Produkte aus Kinderarbeit vertreiben.
Trotz dieser ersten Früchte der Arbeit muss noch viel getan werden,um die Bedingungen der Kinder weiter zu verbessern,gerade im Fischereisektor liegt noch vieles im Argen.
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Montag, 2. August 2010
 In nur einer Woche hat die ghanaische Polizei im Rahmen einer neuen Vorgehensweise gegen Kinderarbeit gleich drei große Fälle von Kinderhandel unterbunden.
Der Anwalt für Kinderrechte, Bright Appiah, lobt die Zusammenarbeit von Polizei und dem Ministerium für Frauen- und Kinderangelegeneheiten. In zwei Fällen wurden insgesamt 402 Kinder vor dem Verkauf in die Voltaregion und das Assin bewahrt, des weiteren konnten zwei Männer beim versuchten Kinderhandel in den Süden Ghanas verhaftet werden.
Appiah fordert strengere Gesetze, die klarstellen, was Kinder leisten dürfen und was nicht; gerade im Hinblick auf das Image Ghanas müsse Kinderhandel und -arbeit streng verfolgt werden.
Interessensgruppen sind nun dazu aufgerufen, sich um das Wohl der abgefangenen Kinder zu kümmern und deren Interessen weiterhin zu vertreten, auch in Zusammenarbeit mit
im Bereich der Kinderarbeit erfahrenen, internationalen Organisationen.
Quelle
Dienstag, 13. Juli 2010
 Ein Artikel auf triplepundit.com behandelt die Zusammenarbeit zwischen Britischen Konzernen und den Organisationen Fairtrade und der Rainforest Alliance. Der Artikel kritisiert, dass die Kooperation häufig eher ein "greenwashing" darstellt, als ein ehrlicher Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen. Obwohl Fairtrade im Allgemeinen für bessere Arbeitsbedingungen steht, sind diese nicht garantiert. Ein investigativer Bericht von BBC hat kürzlich die katastrophalen Arbeitsbedingungen auf Kakaoplantagen in Ghana öffentlich gemacht, von denen Nestlé nachweislich seinen Fairtrade Kakao bezieht. Dort wird Kakao häufig von Kindern gepflückt, die nur 6 oder 7 Jahre alt sind, teilweise wurden sie verschleppt und erhalten keinen Lohn. Der Bericht räumt ein, dass die Kakaoplantagen in Ghana nur schwer zu kontrollieren sind, da Kakao nicht, wie häufig angenommen, auf ordentlichen Plantagen wächst, sondern im tiefen Jungle. Dennoch ist Kinderarbeit ein Problem, welches den großen Konzernen mit Sicherheit bekannt ist, denn viele millionen Dollar jährlich werden in Lobbyverbände wie die International Cocoa Initiative und die World Cocoa Foundation investiert, um Anschuldigungen der Kinderarbeit zu entkräften. Auf der anderen Seite benutzen Firmen in Werbekampagnen gezielt einzelne Arbeiter als Beispiele für gute Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern, ein Vorgehen welches triplepundit als heuchlerisch bezeichnet.
Montag, 21. Juni 2010
 Die Prinzessin von Schweden ist mit ihrem Fitnesstrainer verheiratet, deswegen wurde eine Sonderschokolade verkauft, um die Hochzeit zu feiern. Das einzige Problem ist, dass diese Schokolade angeblich durch Kinderarbeit hergestellt wurde. Cloetta, die schwedische Schokoladefirma sagt, dass sie den Kakao in Deutschland und den Niederlanden gekauft habe. Sie sagt auch, dass sie den Kakao aus Ländern in Westafrika wie Ghana und der Elfenbeinküste gekauft haben. Kakao aus Westafrika ist dafür bekannt, im Zusammenhang mit Kinderarbeit zu stehen.
Link zum Artikel: A royal wedding cake, and child labor
Freitag, 11. Juni 2010
 Im Rahmen des Welttages gegen Kinderarbeit am 12. Juni hat die Regierung von Ghana einen nationalen Aktionsplan zusammengestellt, durch welchen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit bis 2015, also ein Jahr vor Ablauf von Unicef gesetzten Frist, beiseitigt werden sollen. Diese schlimmsten Formen werden laut dem Plan in neun Aktivitäten bezeichnet,darunter Kinderhandel, Fischen, Mienenarbeit, Arbeiten im Steinbruch, Sklaverei und kommerzielle sexuelle Ausbeutung. Der Plan umfasst ein 35-Mitglieder großes "National steering committee", um die Handlungen zu überwachen. Außerdem sollen Aufgaben dezentralisiert werden, d.h. kleinere Ministerien und Agenturen können Aufgaben entwickeln oder übernehmen, während sie den Nationalen Aktionsplan als Rahmenvorgabe beachten.
Link zum Artikel: Ghana to Eliminate Child Labour by 2015
Montag, 7. Juni 2010
 Obwohl Kinderarbeit zuletzt leicht zurückgegangen ist, äußerte die Internationale Arbeitsorganisation(ILO) Zweifel, dass das Ziel, Kinderarbeit bis 2016 zu eliminieren, erreicht werden könnte. Dies machte Francesco d’Ovidio, technischer Berater des Internationalen Programms zur Eliminierung der Kinderarbeit (IPEC) im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit in Accra klar.
D’Ovidio betonte, dass weiterhin viele Faktoren das Erreichen des internationalen Ziels erschweren, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit abzuschaffen. Er schlug vor, nationale Pläne gegen Kinderarbeit zu entwickeln, die Bildung, Schutz von armen Familien und Kindern sowie eine stärkere Durchsetzung des Gesetzes beinhalten. Desweiteren forderte er eine stärkere internationale Zusammenarbeit sowie eine bessere Kooperation mit sozialen Organisationen. Auch appellierte er an Journalisten, Kinderarbeit zu dokumentieren und an die Öffentlichkeit zu bringen.
Link zum Artikel: ILO fears the goal of eliminating child labour by 2016 may not be reached
Freitag, 14. Mai 2010
 Die Frauen und Kinder Kommission der „ East Gonja District Assembly“ ( Ghana) initiiert eine Kampagne gegen Kinderhandel. Ziel des Programms ist es, eine Orientierungsleistung zu erreichen, wobei die teilnehmenden Eltern darin geschult werden sollen, ein Bewusstsein für den notwendigen Schutz und die Verhinderung von allen Formen der Kinderbelästigung und des Kinderhandels zu erlangen. Die Veranstalter sind optimistisch dahingehend, dass das Programm die derzeitige Lage verbessern kann, da dass Problem sozusagen bereits an der Wurzel bekämpft wird: Kinderarbeit und Kinderhandel sind vor allem in dieser Region Ergebnis einer unzulänglichen Kindererziehung.
Auch die örtlichen politischen Instanzen versuchen mit verschiedenen Programmen Kinder und Jugendliche zu schützen. Man versucht Jugendliche in gemeinnützige und ungefährliche Arbeiten zu integrieren und beispielsweise durch neue Abwassersysteme zum Schutz vor ansteckenden Krankheiten beizutragen.
Link zum Artikel auf Englisch: East Gonja District Assembly to embark on anti-child trafficking campaign
Freitag, 26. März 2010
 Wie die Nachrichtenplattform „ Food Ingredients First“ online verlauten lässt, wurde am Abend des 24.03. ein BBC-Bericht über die Gegebenheiten der Kakaoproduktion in Ghana und an der Elfenbeinküste ausgestrahlt.
Laut der Zusammenfassung des Berichts auf „Food Ingredients First“ stellen Ghana und die Elfenbeinküste zusammen 60% (!) des global produzierten Kakaos her, wovon über 10 Millionen Menschen ihr Einkommen sichern können.
Trotzdem allerdings, so der Bericht weiter, könne es mit unter dazu kommen, dass trotz eines Fairtrade-Siegels der betroffene Kakao zumindest teilweise in Kinderarbeit (nach den ILO-Richtlinien) produziert wird, da nicht alle der vielen Arbeitsschritte immer lückenlos kontrolliert werden können.
Im Zuge dessen kommt der Nestle-Konzern zu Wort, welcher inzwischen auch KitKat aus fairem Handel vertreibt und verlauten lässt, dass die Sorgen über Kinderarbeit geteilt werden würden, und dass der Konzern sich aktiv im Rahmen verschiedener Initiativen und Zuschüsse für die sozialen Belange der Arbeiter in den Produktionsländern einsetze.
Der in den Fairtrade-Produkten von Nestle verwendete Kakao stamme aus zertifizierten und geprüften Betrieben, die verpflichtet seien, die von Nestle gezahlten Zuschüsse zur Verbesserung der sozialen und finanziellen Lebensumstände ihrer Bauern und Arbeiter zu verwenden.
Link zum Artikel auf "Food-Ingredients-First"
Dienstag, 23. März 2010
 Laut einem Artikel des UN-Informationsdienstes IRIN sind zahlreiche Familien in Ghana gezwungen, ihre Kinder zu verkaufen.
Gemäß eines Sprechers der International Organisation for Migration (IOM), die mit der Ghanaischen Regierung zusammenarbeitet, sei der wesentliche Faktor dafür ein drastisch hoher Grad an Armut.
Zusammen mit dem Ghanaischen „National Board for Small-Scale Industries“ werden demnach durch die IOM Zahlungen in Höhe von 160 USD pro Kind an arme Familien geleistet, um Kinderhandel zu unterbinden und den Kindern eine schulische Ausbildung zu ermöglichen. Des weiteren werden Eltern in kleinindustriellen (Handwerks)berufen wie der Schneiderei oder Tieraufzucht ausgebildet, um ihr Einkommen aufzubessern.
Der Schwerpunkt der Kampagne liege auf der Herstellung einer nachhaltigen finanziellen Sicherheit der Eltern, so Daniel Kwaku Sam, Anti-Kinderhandelskoordinator der IOM,
anders könne das Problem Kinderhandel in der Region nicht gelöst werden.
Link zum Artikel (Auf Englisch)
Donnerstag, 18. Juni 2009
Am internationalen Tag gegen Kinderarbeit ließ der ghanaische Minister für Arbeit und soziale Sicherheit Antwi Boasiako Sekezere verlauten, dass es das Ziel der Regierung Ghanas sei, Kinderarbeit in der Kakaoindustrie zu beenden. Er sprach über einen Bericht, der letztes Jahr veröffentlicht wurde und das Thema der Mädchen in der Kakaoindustrie aufgreift. Laut dem Bericht besuchen 92 Prozent der Kinder, die in der Kakaoindustrie arbeiten eine Schule. Allerdings können lediglich 56 Prozent der Mädchen schreiben oder lesen. 44,5 Prozent der Kinder, die auf Kakaoplantagen arbeiten sind weiblich und 34,6 Prozent dieser Mädchen arbeiten nebenher noch auf anderen Plantagen.Der Minister meldete, dass die Regierung einige Reformen eingeführt habe, um die schlimmsten Fälle der Kinderarbeit in der Kakaoindustrie auszuschalten. Dabei unterstützt die Regierung schon fast 500 Mädchen in 11 Provinzen, die eine formale Berufsausbildung zur Friseurin oder Schneiderin absolvieren. Er forderte die Bürger auf, die Regierung in diesem Ziel zu unterstützen, damit die Kinder Ghanas eine bessere Zukunft mit Hoffnung und Zuversicht genießen können.
Link zum Artikel (englisch)
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