Die zunehmende Vernetzung der Welt bietet nicht nur viele Chancen sondern zwingt viele Branchen dazu, sich auch international zu vernetzen und zu agieren, um effektiv zu arbeiten. So organisiert sich auch der "Wirtschaftszweig" der kriminellen Netzwerke zunehmend über Ländergrenzen hinweg. Stichworte wie Menschenhandel, Prostitution und Kinderarbeit beschreiben die negativen Seiten der internationalen Zusammenrückung, die durch die weltweiten Verbindungen zunehmend schwerer fassbar und vor allem kaum verfolgbar werden. Doch im Kreislauf der international operierenden Kriminalität existiert ein mächtiger Mitspieler – der Verbraucher. Mit ihm steht und fällt das Geschäft von illegalem Handel, Produktion unter ausbeuterischen Bedingungen und menschenverachtenden Vorgehensweisen. Leider ist es uns – dem mächtigen Mitspieler – nicht wirklich bewusst, welche Einflussmöglichkeiten wir haben. Zugespitzt formuliert: durch unüberlegten Konsum, unterstützen wir die organisierte Kriminalität. Hinzu kommt, dass die staatlichen Behörden zusehend „überrollt“ werden von der Menge an illegalen Produkten und dem Schmuggelhandel von Menschen. Um die Lukrativität der organisierten Kriminalität einzudämmen muss an vielen Bereichen gearbeitet werden: bei Gesetzen, Kontrollen und der internationalen Justizzusammenarbeit besteht genauso Handlungsbedarf wie beim Gewissen der Konsumenten.
Zum Thema soziale und ökologische Unternehmensverantwortung wurde eine neue Studie der Otto Brenner Stiftung publiziert. Untersuchungsgegenstand war ein Instrument der Unternehmensverantwortung, der sog. Global Compact (GC), der aus zehn unterschiedlichen Prinzipien besteht, deren Einfluss auf die jeweilige Unternehmenspolitik bisher wenig erforscht ist. Diese zehn Grundprinzipien beziehen sich auf Menschenrechte, Sozialstandards, Ökologie und Korruptionsbekämpfung und bilden für die Mitgliedsfirmen einen unverbindlichen Referenzrahmen. Die Studie untersucht die Wirkung/Wirksamkeit der Prinzipien exemplarisch an 4 Mitgliedsunternehmen: Arcandor AG (Handel), Faber Castell (Konsumgüter), Henkel KgaA (Chemie) und Volkwagen AG (Automobilbau).
Sowohl Übereinstimmungen zwischen den GC-Prinzipien und der jeweiligen Firmenpolitik, als auch Abweichungen werden ermittelt. Die Autoren sind Brigitte Hamm und Hannes Koch.
Am Montag sprach sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy gegen die Effekte der Globalisierung aus. Er sagte, dass eine Revolution in den Arbeitsgesetzten die Rechte der Arbeiter und Bürger gegen die Effekte sichern würde. In einer Rede an die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf schimpfte Sarkozy gegen die globale Wirtschaft, die den Kampf statt die Zusammenarbeit, wirtschaftliche Entwicklung statt soziale Verbesserung und internationale Konkurrenz für Jobs und Finanzmarke fördert. Diese erhöhen den Lebensstandard oder verbessern das Wohlbefinden nicht.
Sarkozy schlägt eine Reform des Justizwesens der World Trade Organisation vor, sodass Arbeit und die Umwelt in gewerblichen Disputen eine Stimme haben könnten. „Es wird nicht mehr der Handelsschiedrichter sein, der die Entscheidungen trifft und das gewerbliche Gesetz wird nicht mehr über alles siegen,“ sagte Sarkozy.
Aufgrund der Finanzkrise werden mehr Kinder der Gefahr der Kinderprostitution oder des Soldatendaseins ausgesetzt, warnen Sprecher der US-Regierung. „Zum ersten Mal seit 1930 erleben wir eine globale Rezession. Arbeitslosigkeit und Lebensmittelpreise steigen. Verzweifelte Menschen machen verzweifelte Sachen um zu überleben, einschließlich Kinder zu ausbeuterische Arbeit zwingen,“ sagte US Senator Tom Harkin bei einer Versammlung in Washington, D.C., die im Rahmen Welttags gegen Kinderarbeit von der US Labor Secretary Hilda Solis initiiert wurde. In schweren finanziellen Zeiten ignorieren Regierungen oft die Arbeitgesetze. Solis merkte an, dass das US Labor Department mehr als $60 Millionen ausgeben werde, um Programme zu finanzieren, die Kindern und Eltern helfen um Alternativen zu finden, sodass sie ihre Kinder nicht zur Arbeit schicken müssen. Laut der UN Labor Agency arbeiten 218 Millionen Kinder weltweit. Fast die Hälfte sind Mädchen und mehr als die Hälfte dieser Mädchen verrichten gefährliche Arbeit, von Minen bis zur Prostitution.
Kommt ein Fall von Kinderarbeit an die Öffentlichkeit, erleidet das betroffene Unternehmen große Ansehensverluste und Gewinneinbußen. Maik Pflaume, Referent für Entwicklungspolitik bei der christlichen Initiative Romero, erklärt warum sie trotzdem noch vorkommt und in welchem Maße, Unternehmen dafür verantwortlich gemacht werden können.
Die meisten großen Konzerne verfügen über einen Verhaltenskodex, in dem sich für gute Arbeitsbedingungen und einen Mindestlohn ausgesprochen wird. Allerdings reicht dieser Mindestlohn zum einen oft nicht dafür aus eine Familie zu ernähren, zum anderen finden keine ausreichenden Kontrollen zur Einhaltungen der Richtlinien statt. Durch den Preisdruck, den Firmen an ihre Zulieferer weitergeben, werden diese indirekt dazu gedrängt geringere Löhne auszuzahlen und somit auch auf minderjährige Arbeitskräfte zurückzugreifen.
Pflaume ist sich allerdings auch bewusst, dass Hersteller heutzutage für ein Produkt auf mehrere Hundert, wenn nicht Tausende Zulieferer angewiesen sind. Eine Kontrolle aller involvierten Akteure erweist sich deshalb als außerordentlich schwierig. "Mit einer vernünftigen Auftragsvergabe und strikten Kontrollen", so Pflaume, aber nicht als unmöglich.
Nach Angaben der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) müssen weltweit 250 Millionen Kinder arbeiten gehen - darunter zwischen drei und fünf Millionen in Brasilien. Sie stammen meist aus armen Familien und leben in den Vororten der Städte, den Favelas. Sie arbeiten tagsüber, um abends etwas zu essen zu haben. Aussicht auf eine bessere Zukunft haben sie nicht. Es fehlt ihnen nicht nur an Bildung, sondern die tägliche Arbeit auf der Straße oder in Fabriken birgt auch gesundheitliche Risiken. Nur mit Appellen an Arbeitgeber und Eltern ist dieser Missstand allerdings nicht aufzuheben. Kinderarbeit ist kein Produkt von bösem Willen, sondern ein Ergebnis von gesellschaftlichen Missständen und einem weltweitem ökonomischen Ungleichgewicht. Um Kinderarbeit dauerhaft zu vermeiden ist die schulische Ausbildung der Heranswachsenden unerlässlich. Da die Ausbeutung von Kindern für viele Familien aber die einzige Möglichkeit ist Geld zu verdienen, sind Schulbesuche oftmals undenkbar. Daher hat die Stadt Sao Paolo ein Programm gestartet, dass Familien dazu bringen soll, ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Der ehemalige James-Bond Darsteller und UNICEF Botschafter für Kinderschutz Roger Moore kämpft gegen Sexualverbrecher. Die Täter müssten über Landesgrenzen hinweg verfolgt werden können, sagte er in Berlin. Laut dem neuen UNICEF-Report, „Stoppt sexuelle Ausbeutung" werden weltweit 150 Millionen Mädchen und 73 Millionen Jungen zum Sex gezwungen. Sexueller Missbrauch von Kindern tritt vor allem in Ländern auf in denen keine oder geringe Strafverfolgung von der Regierung ausgeht. Auf den Philippen beispielsweise werden jedes Jahr bis zu 100.000 Kinder als Prostituierte ausgebeutet und in Kenia sind zwei Drittel der Sex-Kunden Touristen aus Entwicklungsländern, meldete die UNICEF.
„Täglich werden weltweit 200 neue Kinderporno-Bilder ins Internet gestellt,“ sagte auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die derzeit für ein Gesetz derInternet-Sperrung von Kinderpornografie plädiert. Sie gibt sich optimistisch, dass Berlin in vier Wochen Standort des Zustandkommens eines entsprechenden Gesetzes sein wird.
Kinderarbeit ist in Afrika an der Tagesordnung. Kinder werden als billige Arbeitskräfte angesehen, die sich aus Angst vor Misshandlungen nicht wehren. Das ist die Geschichte von Shyima, die in California als Haushalterin arbeitete. Shyima war neun Jahre alt, als ihre Familie sie zu Amal Motelib und Nasser Ibrahim, ein reiches ägyptische Paar, dass in Kairo wohnte, verkaufte. Wegen den Behandlungskosten ihres Vaters musste Shyimas Familie Motelib und Ibrahim um Geld bitten. Das Paar sagte, dass das Geld nur dadurch zurückgezahlt werden können, dass Shyima mit ihnen in die Vereinigten Staaten umziehe. Ihre Familie stimmte zu und 2000 zog Shyima mit ihnen nach Irvine, California, wo sie bis zu 20 Stunden pro Tag arbeitete, um das riesige Haus ohne Pausen oder Ruhtage Instand zu halten. Ihr Gehalt war USD$45 pro Monat und ihre Wohnung eine fensterlose Garage ohne Licht.
Die Kinder, die als Haushalter in den Vereinigten Staaten arbeiten, wandern mit vielen reichen Afrikaner ein, die Kinder in ihre Heimatländer als Haushalter anstellen. Sobald die Kinder in ihrem Haus in dem U.S.A. sind, gehen sie nie zur Schule und sind ihnen hilflos ausgesetzt. Shyima dachte nie daran, wegzulaufen. „Ich glaubte, dass es normal war“, sagte sie.
Einst von der Welthandelsorganisation (WTO) angepriesen, führte der
Abbau globaler Handelsbarrieren augenscheinlich nicht zum Wohlstand
aller Beteiligten. Vielmehr entstand ein ungleicher Wettbewerb zwischen
den Industrie- und Entwicklungsländern. Letztere haben regelmäßig das
Nachsehen und zahlen den Preis in Form von miserablen
Arbeitsbedingungen und sozialen Katastrophen aller Art. Trotzdem setzt
die WTO weiter auf das "freie Spiel der Kräfte", in dem Staaten zu
"Standorten" umfunktioniert werden, die um niedrige Steuern, Sozial-
und Umweltstandards konkurrieren. Die globale Wirtschaftskrise hat die
Forderung nach einheitlichen Regeln und Rahmenbedingungen zwar wieder
salonfähig gemacht, doch beschränken sich die bisherigen Vorschläge in
erster Linie auf eine Domestizierung der Finanzmärkte. Wäre es nicht
sinnvoller, über eine weltweite Sozialpolitik nachzudenken? Eine, die
sich nicht nur auf die Behebung grober Missstände beschränkt, sondern
darauf abzielt, aus den Benachteiligten des Welthandels
gleichberechtigte Partner zu machen. Ob und wie so etwas funktionieren
könnte hat Felix Ekardt, Juraprofessor an der Universität Rostock, im
Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung untersucht.
In China können Kinder eine ausgezeichnete Schulbildung genießen. Neben dem Erlernen von Rechnen und Englisch, wird den Schülern auch etwas über das Ausland beigebracht. Wo steht das Brandenburger Tor und wie klingt Beethoven.
Doch auf der anderen Seite müssen Millionen von Kindern weltweit schwer arbeiten. Das ist leider in vielen Ländern noch immer alltäglich. UNICEF schätzt, dass jedes siebte Kind zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten muss. Von den betroffenen 158 Millionen Kindern, helfen die meisten ihren Eltern in der Landwirtschaft, arbeiten als Straßenverkäufer, Dienstboten oder als Zuarbeiter in kleinen Werkstätten. In den Genuss, die Schule zu besuchen, kommen die meisten niemals. Obwohl doch Bildung die wichtigste Voraussetzung ist, sich aus der Armut befreien zu können.
Im Zuge der Globalisierung haben viele westliche Konzerne, vor allem in vielen asiatischen Ländern, ihre Fabriken aufgebaut. Die Arbeitskräfte sind dort billiger, was heißt, dass die Produkte kostengünstiger hergestellt werden können und somit der Profit des Unternehmens steigt. Das lässt den Verdacht zu, dass in solchen Fabriken Kinder schuften müssen. Einen dementsprechenden Beweis lieferte in den 90er Jahren der US-Konzern Nike, der in IndonesienSchuhe von Kindern für einen Hungerlohn fertigen ließ.