Freitag, 27. August 2010
 Hessen könnte eine Vorbildrolle im Kampf gegen Grabsteine aus Kinderarbeit einnehmen. Die Fraktion der Grünen im Hessischen Landtag stellt in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Familie und Gesundheit den entscheidenden Antrag. Wenn dieser gebilligt wird, werden hessische Kommunen die Möglichkeit erhalten in ihren Friedhofssatzungen ein entsprechendes Verbot festzuschreiben.
Kordula Schulz-Asche, stellvertretende Fraktions-Vorsitzende, erklärt, dass die Grünen sich hierbei auf das "Übereinkommen über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Form der Kinderarbeit" beziehen, welches auch Deutschland unterzeichnet hat. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müsse man Grabsteine boykottieren, die von Kindern unter schlimmsten Bedingungen in Schwerstarbeit und ohne jeglichen Schutz gegen den Staub und den Lärm gefertigt würden.
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Dienstag, 29. Juni 2010
 Die Stadt München engagiert sich gegen Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit auf städtischen Friedhöfen. Bei einer Pressekonferenz am 15. Juni präsentierten der Referent für Gesundheit und Umwelt, Joachim Lorenz, Ralf Merk, der Geschäftsführer der Steinmetz-Innung München, sowie Norbert Blüm, Vorsitzender des Vereins XertifiX die neue Broschüre "Gemeinsam für Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit". Die Broschüre weist darauf hin, dass ein großer Teil der Rohmaterials der heute produzierten Grabsteine aus Indien stammt, aus Steinbrüchen, in denen häufig Kinder unter Katastrophalen Bedingungen arbeiten. Die Billigpreise zu denen Grabsteine gegenwärtig häufig angeboten werden, sind demnach zu einem großen Teil durch die miserablen Arbeitsbedingungen auf den Steinbrüchen zu erklären, die nach den Worten Blühms "Mädchen und Buben ihrer Kindheit und ihrer Gesundheit aufs Brutalste beraubt."
Nachdem München sich bereits im Jahr 2002 auf kommunaler Ebene dazu verpflichtete keine Produkte aus Kinderarbeit einzukaufen, sollte auch die Friedhofsordung entsprechend angepasst werden, was am Widerstand eines nicht in der Innung organisierten Steinmetzes scheiterte. Dennoch hoffen die Initiatoren, dass die Broschüre das Bewusstsein bei Münchnern und Münchnerinnen schärft, dass gerade das Andenken an verstorbene Angehörige nicht auf dem Rücken von arbeitenden Kindern ruhen sollte.
Die Broschüre kann kostenlos beim Referat für Gesundheit und Umwelt, der Steinmetz-Innung München-Oberbayern, sowie den sechs weiteren Kooperationspartnern bezogen werden, oder auf der Internetseite der Stadt München heruntergeladen werden
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Mittwoch, 16. Juni 2010

Die Fraktion Bündinis 90/die Grünen hat im Grefrather Stadtrat einen Antrag gestellt, der das Ziel hat Produkte die aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen bei öffentlichen Aufträgen nicht zu berücksichtigen. Unter Bezug auf die (von Deutschland ratifizierten) Sozialstandards der IAO stellen der Einkauf von Produkten aus Kinderarbeit einen Bruch von internationalem Recht dar welcher „Ausbeutung Vorschub leistet und Menschenhandel, Zwangsarbeit und Schuldknechtschaft legalisiert.“ Neben Produkten wie Fußbällen und Textilien, Nahrungsmitteln und Papier liegt ein besonderer Fokus des Antrags auf Grabsteinen, dessen Rohmaterial aktuell zu einem großen Teil unter unwürdigen Bedingungen von Kindern abgebaut wird. Deshalb fordert die Fraktion eine exklusive Beschaffung von Produkten welche eines der anerkannten Zertifikate gegen Kinderarbeit tragen. Desweiteren fordert die Fraktion eine Anpassung der Friedhofsordnung um eine alleinige Zulassung von zertifizierten Grabsteinen zu erreichen.
Der Antrag wird am 21. Juni beraten.
Link zum Antrag
Donnerstag, 10. Juni 2010
 Am Dienstag, den 15. Juni wird die neue Broschüre „Grab- und Natursteine fair einkaufen- ausbeuterische Kinderarbeit verhindern“ bei einer Pressekonferenz mit dem XertifiX- Vorsitzenden und ehemaligen Bundesarbeitsminister Dr. Norbert Blüm in der Grütznerstube vorgestellt. Blüm engagiert sich im XertifiX für den Verkauf von sauberen und fairen Grabsteinen und gegen Kinderarbeit. Die neue Broschüre soll den Münchnern als Leitfaden dienen, um bewusst Grab- und Natursteine einzukaufen, die ohne Kinderarbeit hergestellt wurden. Das Heft, an dem sechs Kooperationspartner beteiligt sind, wurde auf Initiative des Referats für Gesundheit und Umwelt sowie der Steinmetz Innung München Oberbayern erstellt. Die Pressekonferenz in der Grütznerstube im Rathaus beginnt um 11 Uhr.
Anmeldung unter: referentenbuero.rgu@muenchen.de
Quelle: Referat für Gesundheit und Umwelt, Landeshauptstadt München
Donnerstag, 20. Mai 2010
 Just in diesem Augenblick wird der neue Flyer „Aktiv gegen Kinderarbeit – Erinnerung mit Grabsteinen ohne Kinderarbeit bewahren!“ in Bonn vorgestellt. Der Flyer entstand aus einer Zusammenarbeit von „Earthlink e.V.“, dem „Amt für Stadtgrün“ der Bundesstadt Bonn und der „Bildhauer- und Steinmetzinnung Bonn-Rhein-Sieg-Oberbergischer Kreis“. Ziel der Initiatoren ist es über die verheerenden Missstände und ausbeuterischen Umstände von Kindern, die in südostasiatischen Steinbrüchen beschäftigt sind, aufzuklären. Dort werden von den Kindern sowohl Pflastersteine als auch alle übrigen Produkte der Natursteinindustrie, wie Grabsteine hergestellt. Im Folgenden erhält man auch Informationen zu Alternativen und Tipps die beim Kauf helfen. Mit einer Auflage von 20.000 Exemplaren ist der Flyer bei den Steinmetzbetrieben der Region, den Bestattern in Bonn und dem Amt für Stadtgrün erhältlich.
Link zum Flyer
Links zu den Beteiligten:
www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de
Bundesstadt Bonn Amt für Stadtgrün
Bildhauer- und Steinmetzinnung
Freitag, 23. April 2010
 Die Stadt Nürnberg hat in ihrer Stadtratssitzung vom 10. März 2010 beschlossen, Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs vom 27. Juli 2009 zu erheben. Laut diesem Beschluss ist die Stadt Nürnberg nicht berechtigt, in ihrer Bestattungs- und Friedhofssatzung ein Verbot von Grabsteinen aus Kinderarbeit festzulegen. Bereits im April 2009 hatte die Stadt eine entsprechende Friedhofssatzung erlassen. Aufgrund der Klage eines betroffenen Steinmetzes, der in Folge der Satzungsänderung einen Nachweis für kinderarbeitsfreie Grabsteine zu erbringen hatte, wurde das Verbot vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof wieder aufgehoben. Nun kämpft Nürnberg vor nächst höherer Instanz gegen Kinderarbeit.
Link zu den Sitzungsunterlagen
Dienstag, 30. März 2010
 Der Nordrhein-Westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann teilte am Freitag mit, dass das Land NRW in Zukunft keine Produkte aus Kinderarbeit mehr kaufen werde: „Die Landesregierung setzt alles daran, dass öffentliche Auftraggeber keine Produkte beschaffen dürfen, die nachweislich durch die schlimmsten Formen von Kinderarbeit hergestellt wurden. Die öffentliche Hand geht mit gutem Beispiel voran“. Laumann reiste im Januar selbst nach Indien und besichtigte dort Steinbrüche in denen Grabsteine für den europäischen Markt hergestellt werden. Durch seine Berichte darüber, fühlte sich das Kabinett veranlasst einen entsprechenden Erlass zu verabschieden, der darauf abzielt die Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen so zu ändern, dass keine Produkte aus Kinderarbeit mehr gekauft werden. Von nun an müssen die Bieter in öffentlichen Vergabeverfahren schon bei der Eignungsprüfung belegen, dass ihre Produkte frei von Kinderarbeit sind.
Link zum Artikel: Minister Karl-Josef Laumann: "Nordrhein-Westfalen kauft fair!"
Freitag, 19. März 2010

Die Verhandlung zwischen der EU-Kommission und der indischen Regierung über ein Handelsabkommen, das 90 Prozent der Warenexporte- und importe betreffen soll, dauern nun schon zwei Jahre an.
Grund dafür ist, dass im Zuge des Lissabon- Vertrages das Europaparlament solch einem Vetragsabschluss zustimmen muss. Zudem müssen alle neuen Handelsabkommen ein Sozialkapitel enthalten, wobei es dabei vor allem um Kinderarbeit geht. Nach dem österreichischen Europaabgeordneten Jörg Leichtfried (SPÖ) "gehe es darum, dass keine Waren in die EU geliefert werden sollten, die durch Kinderarbeit produziert werden. Zwar ist Kinderarbeit in Indien offiziell verboten, doch gibt es reichlich Hinweise, dass Minderjährige weiterhin in der Textilindustrie oder im Steinmetzhandwerk beshäftigt werden."
Die indische Rergierung reagiert mit Empörung auf die Sozialnormen im Handelsabkommen und der Staatssekretär Rahul Khullar erteilte bereits eine klare Absage.
Die Stockungen in den Verhandlungen über ein Handelsabkommen bringen die EU-Kommssion in eine missliche Lage, da sich Indien als Handelspartner in den letzten Jahren durchaus als sehr positiv erwiesen hat und der EU weiterhin viele Vorteile einbringen könnte. Somit steigt der Druck auf die EU-Abgeordneten, der eine Zustimmung des Abkommens ohne Sozialnormen zur Folge haben könnte.
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Montag, 1. März 2010

Die Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG Bau) tritt für ein Ende ausbeuterischer Kinderarbeit bei der Fertigung von Grabmalen in indischen Steinbrüchen ein.
Trotz einer Verbesserung der Lage in den letzten Jahren arbeiten noch in 5-10 Prozent der dortigen Steinbrüche Kinder. Ohne jegliche Schutzkleidung wird dabei gefährliche Arbeit an Presslufthämmern verrichtet. Die schwere Arbeit führt zu eklatanten gesundheitlichen Schäden, die sich insbesondere in der durchschnittlichen Lebenserwartung der dortigen Kinderarbeiter von bloß 35-38 Jahren äußert.
Durch die von der IG Bau nun geforderte Änderung der Friedhofssatzungen soll sichergestellt werden, dass nur noch Grabmale verkauft werden, die nachweislich nicht aus gesundheitsschädlicher und ausbeuterischer Kinderarbeit stammen.
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Mittwoch, 10. Juni 2009
 Nachdem der Freiburger Verein Xertifix, dessen Vorsitzender Norbert Blüm ist, Friedhofsverwaltungen dazu aufgefordert hatte, nur Grabsteine zuzulassen, die nachweislich frei von Kinderarbeit sind, hatte ein Steinmetzbetrieb gegen den Verein geklagt. Er sah sich durch die Xertifix-Initiative in seiner Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt. Der Verein hat nun vor Gericht eine Niederlage erlitten, aber Berufung gegen das Urteil angekündigt, das er als "Maulkorb" empfinde. Er werde weiterhin für unbedenkliche Grabsteine werben, dabei aber auf das Urteil des Ansbacher Landgerichts hinweisen.
Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 10. Juni 2009
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