Montag, 12. Juli 2010
 In ihrer Plenarsitzung am 9. Juli haben die Länder die Bundesregierung angehalten, sich international stärker für eine Umsetzung des Verbots der schlimmsten Formen von Kinderarbeit einzusetzen. Die Bundesregierung soll prüfen, inwieweit auf Ebene der WTO künftig Maßnahmen zum Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit getroffen werden können. Außerdem solle geprüft werden, ob Deutschland spezielle Sozialprogramme in den betroffenen Ländern unterstützen könne. Der Bundesrat verwies beispielhaft auf Programme in Mexiko und Brasilien, bei denen armen Familien Geldleistungen gewährt werden, die an den Schulbesuch der Kinder geknüpft sind. Der Bundesrat wies darauf hin, dass nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen weltweit immer noch 165 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren unter ausbeuterischen und sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten müssen.
Link zum Artikel: Bundesrat will Kinderschutz international verbessern
Donnerstag, 8. Juli 2010
Die Schweizer Regierung hat in Indonesien zusammen mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), dem indonesischen Ministerium für Arbeit und Migration und verschiedenen Unternehmensverbänden und Gewerkschaften ein neues Projekt initiiert. Das Programm nennt sich SCORE (Sustaining Competitive and Responsible Enterprises) und folgt dem Ziel, die Durchsetzung der Arbeitnehmerrechte in kleineren bis mittleren Unternehmen zu erreichen. Grundlegend orientiert man sich an den Grundprinzipien der ILO: Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen, Beseitigung der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit, Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf, sozialer Schutz und Arbeitssicherheit. Die Beteiligten sind die Kooperation eingegangen, weil sie davon überzeugt sind, dass es auch für Entwicklungsländer möglich ist, wettbewerbsfähig, aber gleichzeitig die Arbeitnehmerrechte einhaltend zu produzieren, weil eine bessere und sicherere Arbeitnehmersituation zu besseren Arbeitsabläufen führt.
Link zum Artikel: Schweiz für Arbeitnehmerrechte
Donnerstag, 17. Juni 2010
 Die botswanasche Regierung hat in Zusammenarbeit mit UNICEF und ChildLine eine Kampagne zur Vorbeugung und Bekämpfung von Kinderhandel in Botswana gestartet.
Durch die Kampagne soll sowohl Bildung für Kinder stärker ermöglicht werden, als auch der Kinderhandel im Land bekämpft werden. Indem man das Bewusstsein der Kinder stärkt, sollen diese dazu gebracht werden, potentielle Kinderhändler zu erkennen und sich vor ihnen zu schützen.
Botswana ratifizierte bereits verschiedene internationale Instrumente, um den Kinderhandel zu bekämpfen. So ratifizierte das Land die UN-Kinderrechtskonvention, das Palermoprotokoll und die ILO-Konvention Nr.138 und die Konvention Nr.182 über die schlimmsten Formen von Kinderarbeit.
Die Kampagne ist von großer Bedeutung, da Botswana eine Durchgangsstation für Kinderhändler aus anderen Ländern darstellt. Auch große Ereignisse wie die WM in Südafrika haben in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass die Nachfrage nach Sex stieg und damit der Kinderhandel zunahm.
Die botswanaschen Behörden haben nach eigenen Angaben während der WM die Zahl der Polizisten am Flughafen erhöht, um den Kinderhandel zu erschweren und zu bekämpfen.
Link zum Artikel: Child trafficking campaign launched
Mittwoch, 16. Juni 2010
Brasilien und die USA haben sich im Kampf gegen Kinderarbeit in Haiti zusammengeschlossen und die erste “Dreiecks-Vereinbarung” über Nord-Süd-Süd-Kooperation geschlossen. Die Vereinbarung wurde mit Unterstützung der ILO unterzeichnet. Sie betont die Wichtigkeit, Kinderarbeit in Haiti abzuschaffen und vorzubeugen und die Einhaltung internationaler Standards zu überwachen, vor allem in der Zeit nach dem schweren Erdbeben am 12. Januar 2010.Sie soll Maßnahmen der haitianischen Behörden und der Gesellschaft unterstützen. Dabei soll insbesondere die Erfahrung Brasiliens im Kampf gegen Kinderarbeit eingebracht werden. Die „Dreiecks-Vereinbarung“ beinhaltet Aktivitäten, um Kinderhandel, sexueller Ausbeutung und Kinderarbeit, speziell auch bei den Wiederaufbauarbeiten an Gebäuden und Straßen, vorzubeugen. Die Ziele der Vereinbarung korrelieren mit den Zielen der ILO in Haiti und bauen auf bereits existierenden Aktivitäten gegen Kinderarbeit auf.
"Abkommen gegen Kinderarbeit in Haiti" vollständig lesen
Dienstag, 15. Juni 2010
Die Studie des Malawischen Arbeitsministeriums liefert einen aktuellen Überblick über die Verbreitung von Kinderarbeit in Malawi und den Umgang der Bevölkerung mit dieser Entwicklung. Demzufolge ist die Situation in ländlichen Gegenden besonders ernst, wo 78% der Kinder zwischen 10 und 14 Jahren mindestens teilzeitlich auf den Farmen der ihrer Eltern arbeiten. Neben der Arbeit in der Landwirtschaft weist der Bericht auf ausgeprägte Kinderarbeit im Bereich des häusliches Dienstes (speziell bei Mädchen) hin. Laut dem Artikel hat die Malawische Regierung verschiedene Anstrengungen unternommen, um auf die ausgeprägte Kinderarbeit im Land aufmerksam zu machen und sie einzudämmen. Im Jahr 2008 wurden hierfür Mittel in Höhe von 2 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Weiterhin ist Malawi laut dem Bericht am ILO-IPEC-Projekt gegen gefährliche Landarbeit von Kindern beteiligt und konnte so die Anstellung von 3942 Kindern verhindern. Die aktuellen Zahlen sind jedoch weiterhin alarmierend, zu stärkeren Kontrollen fehlen die nötigen Ressourcen und der hohe ländliche Analphabetismus und Armut verstärken das Problem.
Link zum Artikel: 1.4 Million Child Workers in Malawi-Report
Mittwoch, 9. Juni 2010
 Die Kindernothilfe ruft anlässlich des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit den haitanischen Staat auf, die Kinder besser zu schützen und zu fördern. Laut den Vereinten Nationen arbeitet in Haiti jedes fünfte Kind unter 14 Jahren, das sind ungefähr 750.000 Jungen und Mädchen. Rund 300.000 Kinder leben als Hausangestellte in sklavenähnlichen Zuständen. Durch das Erdbeben vom 12. Februar hat sich die Situation der Kinder drastisch verschärft.
Dabei besitzt Haiti eine vorbildliche Jugend- und Sozialgesetzgebung. So hat sich das Land 2007 zur Einhaltung der ILO-Konvention 182 verpflichtet, die die schlimmsten Formen von Kinderarbeit verbietet. Außerdem hat Haiti 2003 per Gesetz beschlossen, alle Formen von ausbeuterischer Arbeit zu bekämpfen.
Bei der Durchsetzung dieser Gesetze allerdings sieht es schlecht aus.
Daher sind Investitionen in Bildungs- und Aufklärungsprogramme sowie in den Kinderschutz von großer Bedeutung, um strukturelle Veränderungen für den Schutz von Haitis Kindern herbeizuführen.
Link zum Artikel: Haiti tritt die Rechte seiner Kinder mit Füßen
Der Welttag gegen Kinderarbeit wurde 2002 von der Internationalen Arbeitsorganisation ILO eingeführt. An diesem Tag finden rund um den Globus in über 60 Ländern verschiedenste Aktionen statt, um dem von der ILO erklärten Ziel, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit bis 2016 zu eliminieren, ein Stück näher zu kommen. Das Thema des diesjährigen Welttags gegen Kinderarbeit lautet ganz im Sinne dieses Ziels und der zeitgleich stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft "Go for the Goal-end Child Labour". Viele der Veranstaltungen am 12. Juni werden die WM als Rahmenthema in ihre Aktionen mit einbeziehen.
Link zum Artikel: World Day against Child Labour
Montag, 7. Juni 2010
 Obwohl Kinderarbeit zuletzt leicht zurückgegangen ist, äußerte die Internationale Arbeitsorganisation(ILO) Zweifel, dass das Ziel, Kinderarbeit bis 2016 zu eliminieren, erreicht werden könnte. Dies machte Francesco d’Ovidio, technischer Berater des Internationalen Programms zur Eliminierung der Kinderarbeit (IPEC) im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit in Accra klar.
D’Ovidio betonte, dass weiterhin viele Faktoren das Erreichen des internationalen Ziels erschweren, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit abzuschaffen. Er schlug vor, nationale Pläne gegen Kinderarbeit zu entwickeln, die Bildung, Schutz von armen Familien und Kindern sowie eine stärkere Durchsetzung des Gesetzes beinhalten. Desweiteren forderte er eine stärkere internationale Zusammenarbeit sowie eine bessere Kooperation mit sozialen Organisationen. Auch appellierte er an Journalisten, Kinderarbeit zu dokumentieren und an die Öffentlichkeit zu bringen.
Link zum Artikel: ILO fears the goal of eliminating child labour by 2016 may not be reached
Mittwoch, 26. Mai 2010
 Auf Initiative des Arbeitsministers Amir Nawab, sollen im Sindh, einem von vier pakistanischen Provinzen, nun gezielte Schritte eingeleitet werden, um die Situation der Kinderarbeit in Pakistan zu überprüfen und zu verbessern. Die Regierung will in einem Pilotprojekt eines der 23 Distrikte zur „Kinderarbeits-Freizone“ erklären und diese später auf den ganzen Sindh ausdehnen. Der Sindh baute als die erste Provinz Pakistans, in Zusammenarbeit mit der ILO, eine „Arbeitseinheit der Provinz“ auf, was letztendlich zur völligen Ausrottung von Kinderarbeit führen soll. Hierfür sollen auch die Arbeits- und Lebensbedingungen insgesamt verbessert werden, da laut Nawab die Armut der Eltern der häufigste Grund für Kinderarbeit ist. Eine generelle soziale Sicherheit für die Menschen, sowie eine Verbesserung des Bildungs- und Gesundheitszustandes sind der Schlüssel um die „Kinderarbeits-Tür“ fest abzuschließen. Die pakistanische Politik hat bereits begonnen zu Handeln: sie verbot Arbeitsverhältnisse mit Kindern in allen bedenklichen Industriebereichen und bezahlt Abgaben für die soziale Sicherung von Arbeiterinnen. Nach Abschluss aller noch umzusetzenden Punkte geht die Provinz, laut Arbeitsminister, gestärkt aus der Situation hervor und ist bereit auch andere Probleme der dort lebenden Menschen anzugehen.
Link zum Artikel auf Englisch: Steps being taken to check child labor in Sindh
Freitag, 7. Mai 2010
 Organisiert von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) findet am 10. und 11. Mai eine internationale Konferenz zum Thema ausbeuterische Kinderarbeit in Den Haag statt. Ziel ist es Regierungen, Arbeitgeber und Gewerkschaften für das Thema zu sensibilisieren und zu einem verstärkten Vorgehen gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit aufzurufen. Beteiligen wird sich auch das internationale Kinderhilfswerk „ terre des hommes“, welches entschiedenes Handeln der Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fordert. „Kinder, die verkauft, versklavt und ausgebeutet werden, leiden Tag für Tag“, so Barbara Küppers, Kinderarbeitsexpertin bei „terre des hommes". Auch den tiefgreifenden Veränderungen in den Entwicklungsländern durch die Wirtschaftskrise müsse Rechnung getragen werden und in die Überlegungen bei der Hilfe miteinbezogen werden.
Link zum Artikel: terre des hommes fordert entschiedenes Handeln gegen Ausbeutung von Kindern
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