Montag, 8. März 2010
 Am gestrigen Sonntag begann in San'a, der Hauptstadt des Jemen, ein fünftägiger Workshop, der darauf abzielt, ausgewählte Inspektoren zu Gesundheits- und Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit Kinderarbeit aufzuklären und sie bei ihrer Feldarbeit in den betroffenen Regionen zu unterstützen. Organisiert wird der Workshop vom Ministerium für Soziale Angelegenheiten und Arbeit in Zusammenarbeit mit der ILO. Den Teilnehmern wurde eine Liste mit Beschäftigungen ausgeteilt, die Kinder nicht ausführen dürfen. Dieser Workshop ist Teil eines nationalen Programms und eine weitere Intervention der Regierung, die institutionelle Seite im Kampf gegen Kinderarbeit zu stärken. Der nationale ILO-Repräsentant, Raidan Al-Saqqaf, gab an, dass die Organisation seit 2000 in Zusammenarbeit mit sozialen Partnern und der Regierung vor Ort präsent sei: "[...] Wir sehen einer weiteren Kooperation in der Zukunft entgegen, um ehrliche Arbeit für alle zu ermöglichen."
Offiziellen Schätzungen zufolge arbeiten 420.000 Kinder im Jemen.
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Freitag, 26. Februar 2010
 Die Lokalregierung des kolumbianischen Departamentos El Magdalena plant, am kommenden Dienstag ihre neue Strategie im Kampf gegen Kinderarbeit zu veröffentlichen. Dabei geht es vorrangig um die Bekämpfung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit, mit dem Hauptziel, Maßnahmen zu finden, diesem Problem entgegenzuwirken. Für die ILO ist weiterhin die Armut einer der Hauptgründe für das Entstehen von Kinderarbeit.
Im Rahmen der neuen Strategie werden zunächst alle 30 kolumbianischen Departamentos besucht, um der jeweiligen Lokalregierung das Problem näherzubringen und später zu einer gemeinsamen Vorgehensweise zu gelangen. El Magdalena ist das erste kolumbianische Bundesland, das sich verpflichtet, eine neue Methode im Kampf gegen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit einzusetzen. Obwohl keine offiziellen Zahlen bekannt sind, wird vermutet, daß allein in El Magdalena ca. 32.000 Kinder arbeiten.
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Dienstag, 16. Februar 2010
 Die 15jährige Thet arbeitet 14 Stunden täglich in einer Bekleidungsfabrik in Rangun, sieben Tage die Woche, für umgerechnet 35 US$ im Monat. "Unter einem Dach zu arbeiten ist besser, als auf den Reisfeldern in der Sonne oder im Regen. Ich fühle mich hier nicht erschöpft", so Thet. In der Sekundarstufe wurde sie von ihrer Mutter aus der Schule genommen, um ihre jüngere Schwester zu betreuen. Nachdem die Mutter gestorben war und der Vater die Familie verlassen hatte, war sie gezwungen, auf den Reisfeldern zu arbeiten, um den Lebensunterhalt zu sichern, konnte aber ihre Großmutter überzeugen, sie in eine Bekleidungsfabrik zu schicken, in der auch schon ihre Tante arbeitete. Die Arbeitsbedingungen in vielen Fabriken lassen sich nicht mit den ILO-Standards bezüglich Gesundheit, Sicherheit, Kinderarbeit, Arbeitszeiten und Entlohnung in Einklang bringen. Obwohl die ILO in Myanmar durchaus präsent ist, ist sie an strenge Auflagen der Militärregierung gebunden und konzentriert sich hauptsächlich auf die Themen Zwangsarbeit, Kindersoldaten und das Recht auf Versammlungsfreiheit, so Steve Marshall, ILO-Beauftragter in Rangun. Er spricht von einem Zwiespalt: "Wir haben eine Menge Erfahrung, die wir unterstützend einbringen könnten, aber aufgrund der momentanen Rechtssituation sind uns die Hände gebunden." Thet träumt unterdessen davon, wieder die Schule besuchen zu können: "Ich vermisse meine Schulfreunde. Wenn ich nicht arbeiten müsste, würde ich lernen wollen."
Link zum Artikel (englisch)Tags für diesen Artikel: ilo
Freitag, 12. Februar 2010
 Eine am Donnerstag veröffentlichte Studie gab bekannt, daß in Indonesien schätzungsweise 4 Millionen Kinder arbeiten, 1,76 Mio davon mit sehr langen Arbeitszeiten von bis 40 Stunden in der Woche. Die Studie wurde von der National Statistics Agency (BPS) in Zusammenarbeit mit der ILO durchgeführt. Von insgesamt 58,8 Millionen Kindern im Alter zwischen 5 und 17 Jahren befinden sich 4,05 Millionen in einem Anstellungsverhältnis. Dies inkludiert jedoch keine Kinder, die ihren Müttern bei häuslichen Aktivitäten zur Hand gehen müssen.
Im Studienbericht veranschaulicht deutlich, daß Kinderarbeit in Indonesien ein ernstzunehmendes Problem darstellt.
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Donnerstag, 2. Juli 2009

In Chile haben am vergangenen Dienstag der Minister für Arbeit und Soziales und das Bündnis für Produktion und Handel die Unterzeichnung eines Abkommens bekanntgegeben. Hierin sprechen sich beide Parteien für den Kampf gegen Kinderarbeit in ihrem Land aus. Dies wurde während des Seminars " Chile ohne Kinderarbeit" verkündet, welches von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) organisiert wurde. Auslöser war gewesen, dass derzeit in Chile Kinder zwischen 15 und 18 Jahren arbeiten.
"Chile: Abkommen zwischen Regierung und Arbeitnehmerverbänden kommt zustande" vollständig lesen
Donnerstag, 25. Juni 2009
 Die UNICEF drängte heute die bolivianische Regierung dazu verstärkte Maßnahmen im Kampf gegen Kinderarbeit zu ergreifen. Der Vertreter der UNICEF Boliviens, Gordon Jonathan Lewis, forderte den Regierungschef Evo Morales auf, sich dem Thema mit mehr Engagement und finanziellen Mitteln zu widmen. So solle, nach seinem Wortlaut, die Regierung gegen Kinderarbeit mit dem gleichen politischen und finanziellen Engagement vorgehen, mit dem sie der Bekämpfung der chronischen Unterernährung Minderjähriger nachgeht. Die Herausforderung bestehe darin, sich diesen Kindern in vergleichbaren Situationen mit dem gleichen Verantwortungsgefühl zu begegnen. Problematisch sei dabei, dass Daten lediglich aus dem Jahr 2001 vorliegen. Der Vertreter der International Labor Organisation (ILO) in Bolivien, César Mosquera, ließ verlauten, dass allerdings die nächsten Statistiken im kommenden August erscheinen sollen.
Link zum Artikel (Spanisch)
Donnerstag, 18. Juni 2009
 Die International Labor Organization (ILO) hat verlauten lassen, dass die Finanzkrise möglicherweise Kinder, insbesondere Mädchen, zur Kinderarbeit zwingt. Dies meldete eine Nachrichtenagentur aus Nigeria am gestrigen Mittwoch. Einem Bericht des Generalsekretärs der ILO, Juan Somavia, zufolge droht die internationale Finanzkrise den Fortschritt bis dato auzuhöhlen. "We have seen some real progress in reducing child labor, however, the policies chosen in the present crisis will be a test of national and global commitment to take this fight forward," sagte er. Laut dem Bericht deuten neuste globale Schätzungen, auf über 100 Millionen Mädchen hin, die arbeiten. Viele von ihnen werden den schlimmsten Formen der Kinderarbeit ausgesetzt. In Zeiten der weltweiten Finanzkrise besteht die Gefahr besonders darin, dass in vielen Ländern und Kulturen die Bildung männlicher Familienmitglieder Vorrang hat. Zunehmende Armut zwingt die Familien zu selektieren und Opfer zu bringen. Faktoren, die zur Verschärfung dieser Problematik beitragen, sind auch Kürzungen in den Budgets für Bildung der ärmeren Länder. Aus diesen Gründen sei in Verbindung mit dem 10. Jahrestag der ILO Konvention No. 182, der internationale Tag gegen Kinderarbeit am 10 Juni 2009 den Mädchen gewidmet worden, teilte Somavia mit. Alles in allem betont der Bericht wie wichtig es sei in Bildung zu investieren, um effektiv Armut bekämpfen zu können. Link zum Artikel (Englisch)
Dienstag, 16. Juni 2009
 Am Montag sprach sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy gegen die Effekte der Globalisierung aus. Er sagte, dass eine Revolution in den Arbeitsgesetzten die Rechte der Arbeiter und Bürger gegen die Effekte sichern würde. In einer Rede an die Internationale Arbeitsorganisation ( ILO) in Genf schimpfte Sarkozy gegen die globale Wirtschaft, die den Kampf statt die Zusammenarbeit, wirtschaftliche Entwicklung statt soziale Verbesserung und internationale Konkurrenz für Jobs und Finanzmarke fördert. Diese erhöhen den Lebensstandard oder verbessern das Wohlbefinden nicht.
Sarkozy schlägt eine Reform des Justizwesens der World Trade Organisation vor, sodass Arbeit und die Umwelt in gewerblichen Disputen eine Stimme haben könnten. „Es wird nicht mehr der Handelsschiedrichter sein, der die Entscheidungen trifft und das gewerbliche Gesetz wird nicht mehr über alles siegen,“ sagte Sarkozy.
"Sarkozy kritisiert Arbeitsbedingung in einer globalisierten Welt" vollständig lesen
Montag, 15. Juni 2009
 Aufgrund der Finanzkrise werden mehr Kinder der Gefahr der Kinderprostitution oder des Soldatendaseins ausgesetzt, warnen Sprecher der US-Regierung. „Zum ersten Mal seit 1930 erleben wir eine globale Rezession. Arbeitslosigkeit und Lebensmittelpreise steigen. Verzweifelte Menschen machen verzweifelte Sachen um zu überleben, einschließlich Kinder zu ausbeuterische Arbeit zwingen,“ sagte US Senator Tom Harkin bei einer Versammlung in Washington, D.C., die im Rahmen Welttags gegen Kinderarbeit von der US Labor Secretary Hilda Solis initiiert wurde. In schweren finanziellen Zeiten ignorieren Regierungen oft die Arbeitgesetze. Solis merkte an, dass das US Labor Department mehr als $60 Millionen ausgeben werde, um Programme zu finanzieren, die Kindern und Eltern helfen um Alternativen zu finden, sodass sie ihre Kinder nicht zur Arbeit schicken müssen. Laut der UN Labor Agency arbeiten 218 Millionen Kinder weltweit. Fast die Hälfte sind Mädchen und mehr als die Hälfte dieser Mädchen verrichten gefährliche Arbeit, von Minen bis zur Prostitution.
"Die Finanzkrise, Armut und Kinderarbeit" vollständig lesen
Freitag, 12. Juni 2009
Santiago de Chile -
Heute veröffentlicht die ILO das Buch "Hacia un Chile sin trabajo infantil", zu deutsch: "Bis zu einem Chile ohne Kinderarbeit"
Es handelt sich um eine gebührenfreie Publikation, die das Bewußtsein über die Wichtigkeit dieses Problems in der Bevölkerung steigern soll.
Das Projekt wurde im Rahmen des internationalen Tages gegen Kinderarbeit ins Leben gerufen.
Obwohl die Situation in Chile im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Staaten nachweislich besser geworden ist, arbeiten dort immer noch ca. 200.000 Kinder (von denen die Hälfte Mädchen sind). 42.000 verrichten Arbeiten im eigenen Heim und annähernd 3.000 sind Opfer sexueller Ausbeutung. Laut ILO geht es hier um ein kulturelles Problem, da die chilenische Gesellschaft die Kinderarbeit nach wie vor toleriert.
"In Chile empört es niemanden, wenn er Kinder auf der Straße arbeiten sieht, und noch viel weniger, wenn Kinder sich beispielsweise um pflegebürftige Erwachsene oder Geschwister kümmern müssen." erklärt Consuelo Contresas, eine der Initiatioren des Buchprojekts.
Abgesehen davon, daß Chile im Jahr 2000 das Abkommen Nr. 182 der ILO, welches die Notwendigkeit der Auslöschung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit festhält, unterzeichnet hat, gibt es noch keinen offiziellen Plan, der dieser Vereinbarung Rechnung trägt.
Laut Contreras hat eine Regierungskommission im Jahr 2001 einen nationalen Plan zur Ausrottung von Kinderarbeit verfasst, jedoch gibt es bis zum heutigen Tag keine abgesegnete Finanzierung, die dessen Durchführung möglich machen würde.
"Obwohl die Obrigkeit im öffentlichen Diskurs immer wieder ihre Besorgnis über dieses Thema zum Ausdruck bringt, gibt es in Wahrheit keinen politischen Willen, um dieses Problem zu lösen." prangert Contreras an.
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