Donnerstag, 15. Juli 2010
 In einer internen Studie des BKA für das erste Halbjahr 2010 heißt es: " Kinderpornografische Webseiten bleiben trotz aller Löschungsbemühungen eine zu lange Zeit abrufbar." Selbst nach einer Woche können solche Seiten per Mausklick auf den Computer geladen werden. Das Erschreckende: Bis zur kompletten Löschung gibt es der Untersuchung zufolge "immense Zugriffszahlen". Deshalb plädiert BKA-Präsident Jörg Ziercke für die Seitensperrung, zumal die Produzenten häufig über Kopien des Materials verfügen. Auch der Innenausschussvorsitzende im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU) fordert: "Wenn man aber nicht löschen kann, muss man wenigstens den Zugang durch Internetsperren erschweren. Dafür plädiert die Union energisch." Sie stößt dabei aber weiterhin auf heftigen Widerstand seitens der FDP.
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Dienstag, 29. Juni 2010
 Die Stadt München engagiert sich gegen Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit auf städtischen Friedhöfen. Bei einer Pressekonferenz am 15. Juni präsentierten der Referent für Gesundheit und Umwelt, Joachim Lorenz, Ralf Merk, der Geschäftsführer der Steinmetz-Innung München, sowie Norbert Blüm, Vorsitzender des Vereins XertifiX die neue Broschüre "Gemeinsam für Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit". Die Broschüre weist darauf hin, dass ein großer Teil der Rohmaterials der heute produzierten Grabsteine aus Indien stammt, aus Steinbrüchen, in denen häufig Kinder unter Katastrophalen Bedingungen arbeiten. Die Billigpreise zu denen Grabsteine gegenwärtig häufig angeboten werden, sind demnach zu einem großen Teil durch die miserablen Arbeitsbedingungen auf den Steinbrüchen zu erklären, die nach den Worten Blühms "Mädchen und Buben ihrer Kindheit und ihrer Gesundheit aufs Brutalste beraubt."
Nachdem München sich bereits im Jahr 2002 auf kommunaler Ebene dazu verpflichtete keine Produkte aus Kinderarbeit einzukaufen, sollte auch die Friedhofsordung entsprechend angepasst werden, was am Widerstand eines nicht in der Innung organisierten Steinmetzes scheiterte. Dennoch hoffen die Initiatoren, dass die Broschüre das Bewusstsein bei Münchnern und Münchnerinnen schärft, dass gerade das Andenken an verstorbene Angehörige nicht auf dem Rücken von arbeitenden Kindern ruhen sollte.
Die Broschüre kann kostenlos beim Referat für Gesundheit und Umwelt, der Steinmetz-Innung München-Oberbayern, sowie den sechs weiteren Kooperationspartnern bezogen werden, oder auf der Internetseite der Stadt München heruntergeladen werden
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Freitag, 18. Juni 2010
 Die Folgen von Kinderpornographie und sexueller Ausbeutung hinterlassen oft tiefgreifende Wunden. Nicht nur mit körperlicher Schädigung sondern vor allem auch mit psychischen Langzeitschäden haben die missbrauchten Kinder oft ihr Leben lang zu kämpfen. Da durch das Internet verbreitete Inhalte vor nationalen Grenzen keinen Halt machen, diskutierte nun ein EU-Unterausschuss im Parlament über diese Problematik und sprach sich mehrheitlich für eine etwaige Internetsperrung aus. Jeder Mitgliedsstaat muss selbst dafür sorge tragen, dass eine konkrete Sperrung durchgesetzt wird. Gegner der Internetzensur weisen vor allem darauf hin, dass durch eine Sperrung das Problem nicht an der Wurzel gepackt wird, sondern dass dadurch das Übel lediglich verdeckt wird. Außerdem wird befürchtet, dass diese Sperrung Tür und Tor für weitere Inhaltszensuren öffnen könnte.
Link zum Artikel: Internetsperren als Mittel im Kampf gegen Kinderpornos?
„Mehr wissen! Mehr tun!“ – unter diesem Motto startete die Deutsche Unesco-Kommission eine Website zum Thema nachhaltige Entwicklung. Im Rahmen der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zielt dieser Internetauftritt vor  allem darauf ab, Menschen zu aktivieren, damit sie selbst etwas für nachhaltige Entwicklung tun. Durch verschiedene Ideen, Projekte und Aktionen soll das Bewusstsein für Nachhaltigkeit geschärft werden und zum konkreten Handeln anregen. Weiterhin lädt die Seite zu unterhaltsamen Aktivitäten ein, wie beispielsweise sein bereits vorhandenes Wissen bei verschiedenen Tests zu überprüfen und seinen persönlichen „Wasser-Fußabdruck“ zu berechnen. Nachhaltige Entwicklung kann laut Unesco nur funktionieren, wenn sich jeder für eine menschenwürdige Gesellschaft einsetzt.
Wer sich nicht nur für seine persönliche Zukunft interessiert, sondern auch für die Zukunft der Welt und ihrer Bewohner etwas tun will, sollte im Netz einfach mal vorbeischauen.
Link zum Artikel: UNESCO-Kommission startet Website zu Nachhaltigkeit
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Mittwoch, 16. Juni 2010
Brasilien und die USA haben sich im Kampf gegen Kinderarbeit in Haiti zusammengeschlossen und die erste “Dreiecks-Vereinbarung” über Nord-Süd-Süd-Kooperation geschlossen. Die Vereinbarung wurde mit Unterstützung der ILO unterzeichnet. Sie betont die Wichtigkeit, Kinderarbeit in Haiti abzuschaffen und vorzubeugen und die Einhaltung internationaler Standards zu überwachen, vor allem in der Zeit nach dem schweren Erdbeben am 12. Januar 2010.Sie soll Maßnahmen der haitianischen Behörden und der Gesellschaft unterstützen. Dabei soll insbesondere die Erfahrung Brasiliens im Kampf gegen Kinderarbeit eingebracht werden. Die „Dreiecks-Vereinbarung“ beinhaltet Aktivitäten, um Kinderhandel, sexueller Ausbeutung und Kinderarbeit, speziell auch bei den Wiederaufbauarbeiten an Gebäuden und Straßen, vorzubeugen. Die Ziele der Vereinbarung korrelieren mit den Zielen der ILO in Haiti und bauen auf bereits existierenden Aktivitäten gegen Kinderarbeit auf.
"Abkommen gegen Kinderarbeit in Haiti" vollständig lesen
Montag, 26. April 2010
 Das Bundesministerium hat einen Entwurf zur Löschung kinderpornografischer Seiten fertiggestellt. Die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, dass der Entwurf umfassende Melde-, Kontroll- und Dokumentationspflichten des BKA vorsehe. Dabei soll das BKA den Informationaustausch verbessern, sowohl zwischen Bundes- und Länderbehörden und den Behörden anderer Staaten, als auch mit der weltweiten Internetwirtschaft.
Nachdem kinderpornografische Inhalte in erster Linie auf Servern in Staaten mit ausgebauter Internet-Infrastruktur zu finden seien, gehe man von einer schnellen Löschung aus, heißt es in der Begründung des Entwurfs.
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Freitag, 23. April 2010
 Die Stadt Nürnberg hat in ihrer Stadtratssitzung vom 10. März 2010 beschlossen, Verfassungsbeschwerde gegen den Beschluss des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs vom 27. Juli 2009 zu erheben. Laut diesem Beschluss ist die Stadt Nürnberg nicht berechtigt, in ihrer Bestattungs- und Friedhofssatzung ein Verbot von Grabsteinen aus Kinderarbeit festzulegen. Bereits im April 2009 hatte die Stadt eine entsprechende Friedhofssatzung erlassen. Aufgrund der Klage eines betroffenen Steinmetzes, der in Folge der Satzungsänderung einen Nachweis für kinderarbeitsfreie Grabsteine zu erbringen hatte, wurde das Verbot vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof wieder aufgehoben. Nun kämpft Nürnberg vor nächst höherer Instanz gegen Kinderarbeit.
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Dienstag, 30. März 2010
 Der am vergangenen Montag in Brüssel vorgestellte Entwurf zur europaweiten Sperrung von Websites mit kinderpornografischem Inhalt stößt auf Bundesebene auf mehrfachen Widerstand.
Wie aus einem Artikel auf Spiegel-Online hervorgeht, sträubt sich vor allem die FDP gegen eine Sperrung von Internetseiten, die Blockaden seien wirkungslos. Besser wäre demnach statt dessen eine europaweite Regelung bezüglich der Löschung von betreffenden Inhalten.
Auch SPD und Grüne folgen diesem Ansatz.
Union und Kinderschutzverbände hingegen unterstützen die Pläne der EU-Kommission.
Durch eine europaweite, rechtsverbindliche und durch die Mitgliedsländer in geltendes Recht umgesetzte Regelung werde ein einheitlicher Standard geschaffen, um das nicht nur einzelne Länder betreffende Problem der Kinderpornografie EU-weit zu bekämpfen.
Link zum Artikel auf Spiegel-Online
Montag, 29. März 2010
 Gemäß einem Artikel von „ Spiegel-Online“ fordert die EU-Kommission die Mitgliedsstaaten auf, ein Gesetz zur Sperrung von Websites mit kinderpornografischen Inhalten in ihr jeweiliges Staatsrecht zu integrieren.
Die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström will diesbezüglich am Montag, den 29.3. in Brüssel einen Entwurf vorstellen, welcher Teil einer umfassenden Eu-Richtlinie zum Kinderschutz ist.
Im Zuge dessen warnt das Bundeskriminalamt, dass in Deutschland die Gefahr bestünde, dass eine Art Rechtsfreier Raum im Internet entsteht. Auch wenn das Besitzen und verbreiten von Kinderpornografie ganz explizit verboten sind, so könnte entsprechendes Material derzeit jedoch im Internet konsumiert werden ohne es direkt auf dem Computer zu speichern, was in den allermeisten Fällen keine strafrechtlichen Konsequenzen nach sich zieht.
Ein allgemeines Verbot auf europäischer Ebene, durch die Mitgliedsländer umgesetzt, könnte durchaus nachhaltig einen großen Beitrag dazu leisten, Kinderpornografie in ganz Europa einzudämmen.
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Montag, 1. März 2010
Niedersachsens Innenministerium hat in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt eine Strategie gegen Kinderpornografie im Netz entwickelt. Künftig soll das BKA eine sogenannte Hash-Datei mit (teilweise jehrzehntealten) kinderpornografischen Bildern und Videos führen, die an Suchmaschinen weitergegeben werden, um sie aufspüren und aus dem Netz verbannen zu können. Die Kinderschutzorganisation CareChild hält das Projekt als flankierende Maßnahme für sinnvoll, sieht darin aber keine Strategie. Michael Kappe, Sprecher von CareChild: "Es ist zwar wünschenswert, dass auch 40 Jahre altes Material aus dem Netz verschwindet, jedoch sollte die maximale Energie darauf verwendet werden, den aktuellen Missbrauch von Kindern, der gegenwärtig stattfindet, zu verhindern.". CareChild weist darauf hin, dass Kinderpornografie heute nicht mehr offen auf Webseiten abgelegt wird, sondern innerhalb von privaten Gruppen getauscht und neu produziert wird, um den Bedarf zu decken. Suchmaschinen haben keinen Zugriff auf diese Form der Verbreitung. CareChild fordert deshalb dringend mehr gut ausgebildetes Personal und eine schnelle internationale Vernetzung, um Kinderpornografie effektiv bekämpfen zu können.
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