Freitag, 13. August 2010
 Der englische Schokoladenhersteller Cadbury bringt ab sofort auch auf dem kanadischen Markt seinen beliebten Schokoriegel "Dairy Milk" in Fair Trade-Qualität heraus. Das Besondere an dieser Entscheidung ist allerdings, dass dem Verbraucher keine höheren Kosten entstehen, wenn er sich für die Fair Trade Sorte entscheidet. Cadbury hat Investitionen bereitgestellt, um den Preis für die Schokolade aus fairem Handel nicht erhöhen zu müssen und beruft sich dabei auf seine Quäkerwurzeln: "Wir glauben gut zu leben, wenn wir Gutes tun.", so Alison Ward, die Verantwortliche für soziale Verantwortlichkeit des Unternehmens.
In Kanada etabliert sich nach und nach eine große Bandbreite an Fair Trade Produkten in den verschiedensten Kategorien, wie TransFair Canada, die diese Produkte zertifizieren, feststellt.
Die Bewegung startete mit motivierten und interessierten Einzelkonsumenten und kleinen Spezialläden, heute fordern immer mehr Verbraucher Produkte aus fairem Handel in den Regalen der Supermärkte.
Dirk Matten, Dozent für soziale Verantwortlichkeit von Unternehmen an der Schulich School of Business in Toronto, erklärt, dass große, multinationale Konzerne erheblich zum Erfolg und zur Bekanntheit von Fair Trade beitragen.
Letztendlich ist die Initiative von Cadbury, ein Fair Trade Produkt ohne Preisaufschlag anzubieten, ein Schritt in die richtige Richtung: Konsumenten können ihre Kaufentscheidung nun auf Grund von ethischen und nicht rein finanziellen Überlegungen treffen.
Link zum Artikel (englisch)
Dienstag, 3. August 2010
 Nachbesserungen des "Nationalen Programms zur Eliminierung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit auf Kakaoplantagen" (NPECLC) in Ghana sollen dazu führen,dass bis Ende des Jahres alle 68 kakaoanpflanzenden Distrikte des Landes mit Maßnahmen erreicht werden.
Hauptanliegen des Programms ist es, ein auf den lokalen Gemeinden beruhendes Kontrollsystem für Kinderarbeit zu etablieren. Der stellvertretende Minister für Arbeit und soziale Fürsorge, Antwi Boasiako Sekyere verspricht sich von einem solchen Programm, durch eine kontinuierliche Datenerhebung und -auswertung, sowie durch die Berichte der Gemeinden eine langfristige Verhinderung von Kinderarbeit.
Das Konzept sieht eine gemeinsame Eigentümerschaft der Gemeinden an den Kakaoplantagen vor,sowie nachhaltige Bewirtschaftung und Mitwirkungsmöglichkeiten auf Gemeindeebene. Diese gemeinsame Kontrolle und Bewirtschaftung solle zur Reduzierung von Kinderarbeit führen.
Die Umsetzung gestaltet sich allerdings schwierig,da bis jetzt fast 80% des Budgets für Unkosten aufgewendet wurden und nur 20% zur tatsächlichen Ausführung des Programms. Abhilfe soll durch striktere Strukturierung geschaffen werden, sprich durch regelmäßige Kommunalversammlungen.
Stolz ist Boasiako Sekyere jedoch auch auf die Streichung Ghanas in den Bereichen Kakao und Bergbau von der US-Liste der Staaten,die Produkte aus Kinderarbeit vertreiben.
Trotz dieser ersten Früchte der Arbeit muss noch viel getan werden,um die Bedingungen der Kinder weiter zu verbessern,gerade im Fischereisektor liegt noch vieles im Argen.
Link zum Artikel
Dienstag, 20. Juli 2010
 Die US Arbeitsministerium hat gestern einen neuen Bericht über Länder und Produkte, die vielleicht Kinderarbeit nutzen, herausgegeben. Es gibt 29 Produkte aus 21 Ländern, die in diesem Bericht aufgeführt sind. Hier sind ein paar Beispiele:
Myanmar: Bambus-Bohnen-Backsteine-Gummi-Reis-Zuckerrohr-Teak
Bolivien: Zuckerrohr-Paranussen
Nepal: Backsteine-Teppiche-Steine-Bestickte Textilen
Pakistan: Backsteine-Teppiche-Kohle
Elfenbeinküste: Kakao-Kaffee
Nigeria: Granit-Kies
China: Backsteine-Baumwolle-Spielzeuge-Elektronik
Indien: Backsteine-Baumwollsamen-Bestickte Textilen-Steine-Reis-Kleidung
Burkina Faso: Gold-Baumwolle
Das Zieldatum für die Beseitigung der meisten Kinderarbeit in der Welt ist 2016.
Link zum Artikel: New List of Country and Products that May Use Child Labor Is Out
Link zur Liste: KinderarbeitlisteTags für diesen Artikel: afrika, asien, baumwolle, bodenschätze, bolivien, china, elfenbeinküste, indien, kakao, landwirtschaft, mode, nepal, nigeria, pakistan, südamerika, teppichindustrie
Dienstag, 13. Juli 2010
 Ein Artikel auf triplepundit.com behandelt die Zusammenarbeit zwischen Britischen Konzernen und den Organisationen Fairtrade und der Rainforest Alliance. Der Artikel kritisiert, dass die Kooperation häufig eher ein "greenwashing" darstellt, als ein ehrlicher Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen. Obwohl Fairtrade im Allgemeinen für bessere Arbeitsbedingungen steht, sind diese nicht garantiert. Ein investigativer Bericht von BBC hat kürzlich die katastrophalen Arbeitsbedingungen auf Kakaoplantagen in Ghana öffentlich gemacht, von denen Nestlé nachweislich seinen Fairtrade Kakao bezieht. Dort wird Kakao häufig von Kindern gepflückt, die nur 6 oder 7 Jahre alt sind, teilweise wurden sie verschleppt und erhalten keinen Lohn. Der Bericht räumt ein, dass die Kakaoplantagen in Ghana nur schwer zu kontrollieren sind, da Kakao nicht, wie häufig angenommen, auf ordentlichen Plantagen wächst, sondern im tiefen Jungle. Dennoch ist Kinderarbeit ein Problem, welches den großen Konzernen mit Sicherheit bekannt ist, denn viele millionen Dollar jährlich werden in Lobbyverbände wie die International Cocoa Initiative und die World Cocoa Foundation investiert, um Anschuldigungen der Kinderarbeit zu entkräften. Auf der anderen Seite benutzen Firmen in Werbekampagnen gezielt einzelne Arbeiter als Beispiele für gute Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern, ein Vorgehen welches triplepundit als heuchlerisch bezeichnet.
Mittwoch, 23. Juni 2010
 Die Entwicklungsorgansisation Erklärung von Bern (EvB) hat darauf hingewiesen, dass in einem Großteil der aus der Schweiz stammenden Schokolade Kakao verarbeitet sein dürfte, der mit Hilfe von Kinderarbeit produziert sein dürfte. Etwa 60% der Weltweit gehandelten Schokolade stammt aus Westafrika, wo Kinderarbeit eine Normalität darstellt. Die EvB hat deshalb bei den 18 großen "Schoggiherstellern" in der Schweiz angefragt, und um Offenlegung ihrer Preis- und Beschaffungspolitik, sowie etwaiger Maßnahmen gegen Kinderarbeit gebeten. Während in einer Umfrage im Jahr 2009 von den angefragten 18 Firmen nur eine einzige Firma antwortete, antworteten in diesem Jahr immerhin zehn, vier weitere bezogen Stellung. Während ein Teil der Firmen sich um soziale Verbesserungen sowie eine transparente Preisgestaltung bemühen, zeigt sich ein weiterer Teil weiterhin ignorant der Problematik gegenüber. Welche dies sind kann in einer umfassenden Datenbank der EvB erfahren werden. Laut EvB stellen intransparente Lieferketten das größte Hindernis dar, um Kinderarbeit effektiv zu bekämpfen. Die Kernforderungen die EvB an die Schokoladenfabrikanten stellt sind deshalb die Schaffung von transparenten Lieferketten, die Zahlung von fairen Preisen für Kakao, und die Schaffung von nachhaltigen Partnerschaften um Bauern Planugssicherheit zu verschaffen.
Quelle
Montag, 21. Juni 2010
 Die Prinzessin von Schweden ist mit ihrem Fitnesstrainer verheiratet, deswegen wurde eine Sonderschokolade verkauft, um die Hochzeit zu feiern. Das einzige Problem ist, dass diese Schokolade angeblich durch Kinderarbeit hergestellt wurde. Cloetta, die schwedische Schokoladefirma sagt, dass sie den Kakao in Deutschland und den Niederlanden gekauft habe. Sie sagt auch, dass sie den Kakao aus Ländern in Westafrika wie Ghana und der Elfenbeinküste gekauft haben. Kakao aus Westafrika ist dafür bekannt, im Zusammenhang mit Kinderarbeit zu stehen.
Link zum Artikel: A royal wedding cake, and child labor
Freitag, 14. Mai 2010
 Laut dem “ Oekom Corporate Responsibility Review 2010”, in dem eine internationale Bestandsaufnahme der Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung gemacht wurde, belegt Österreich den vorletzten Platz – nur die Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung in den USA war noch schlechter. Auf den vorderen Plätzen finden sich Spanien, die Niederlande und Italien. Ein Mitglied der PWC (Unternehmen zur Prüfung und Beratung im wirtschaftlichen Bereich) führt das auf ein mangelndes Anreizsystem seitens der Politik zurück. Unternehmen die sich dem CSR („Corporate Social Responsibility“) verpflichtet haben und somit in ihrer Produktionskette auf Nachhaltigkeit achten, müssten echte Wettbewerbsvorteile bekommen.
Doch Vorsicht!
"Österreich hat Nachholbedarf bei der Nachhaltigkeit" vollständig lesen
Freitag, 7. Mai 2010
 Am kommenden Sonntag, den 9. Mai ist Muttertag! Mütter aller Welt freuen sich auf ihren Ehrentag, der in den meisten Fällen mit einem üppigen Blumenstrauß und einer Schachtel Pralinen beginnt.
Doch Vorsicht! Der Tag könnte einen unangenehmen Beigeschmack bekommen, wenn man nicht genau weiß, wo das doch so lieb gemeinte Geschenk herkommt. Um alle Ungewissheit auszuschließen achtet man am bestem schon beim Kauf auf gute und vor allem faire Qualität. Viele wissen nicht, dass Blumen oftmals mit ausbeuterischer Kinderarbeit angebaut werden oder dass auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste Kinder unter schlimmsten Bedingungen für unsere Pralinen schuften.
Doch als Verbraucher kann man aktiv werden!
Bestimmte Siegel und Zertifikate helfen bei der Auswahl im Supermarkt und bescheren ein faires Geschenk.
So wird der Muttertag ein fairer Festtag!
Link zu: www.fairflowers.de
Link zu: www.transfair.org
Freitag, 30. April 2010
 Eine Mannheimer Initiative versucht bereits den Jüngsten unserer Gesellschaft eine soziale und ökologische Sichtweise zu vermitteln.
Auf spielerische und interessante Weise wird Kindern das Themengebiet „Nachhaltigkeit“ näher gebracht. Dabei geht es vom Klimaschutz bis zu den Menschenrechten. Es gehe nicht darum, die Kinder zu missionieren, so eine Veranstalterin, sondern Zusammenhänge zu erkennen. Mit Fragen wie "Wo kommt Schokolade her?" werden die Erwachsenen von Morgen mit Themen wie Kinderarbeit und dessen Alternativen wie dem fairen Handel vertraut gemacht.
Am Ende wird an jedes Kind, das erfolgreich teilgenommen hat, ein Diplom überreicht. Mittlerweile haben rund 800 Kinder dieses erhalten.
Das nun bereits zum siebten Mal stattfindende Programm beinhaltet Aktivitäten für Kinder von acht bis zwölf Jahren. 96 abwechslungsreiche Aktionen an rund 150 Terminen werden vom 20. Mai bis 25. September angeboten. Eine Anmeldung ist erforderlich aufgrund begrenzter Teilnehmerzahlen.
Mitmachen lohnt sich – vor allem für die Zukunft!
Link zum Artikel: Zwischen Tümpel und Theater
Link zur offiziellen Homepage
Dienstag, 27. April 2010
 Das vergangene Jahr hat gezeigt, daß in Deutschland immer mehr Produkte aus fairem Handel gekauft werden, z.B. Kaffee, Schokolade oder Säfte. Insgesamt belief sich der Umsatz von FairTrade-Waren 2009 auf 267 Millionen Euro, ein Umsatzplus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut Transfair-Geschäftsführer Dieter Overath geht der Handel mittlerweile aggressiver vor und stellt die Produkte offensichtlicher in die Verkaufsregale. Es wird davon ausgegangen, das der Umsatz auch im nächsten Jahr wieder steigen wird. Vor fünf Jahren noch wurden FairTrade-Waren im Wert von lediglich 50 Millionen Euro umgesetzt.
Link zum Artikel
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