Montag, 2. August 2010
 In nur einer Woche hat die ghanaische Polizei im Rahmen einer neuen Vorgehensweise gegen Kinderarbeit gleich drei große Fälle von Kinderhandel unterbunden.
Der Anwalt für Kinderrechte, Bright Appiah, lobt die Zusammenarbeit von Polizei und dem Ministerium für Frauen- und Kinderangelegeneheiten. In zwei Fällen wurden insgesamt 402 Kinder vor dem Verkauf in die Voltaregion und das Assin bewahrt, des weiteren konnten zwei Männer beim versuchten Kinderhandel in den Süden Ghanas verhaftet werden.
Appiah fordert strengere Gesetze, die klarstellen, was Kinder leisten dürfen und was nicht; gerade im Hinblick auf das Image Ghanas müsse Kinderhandel und -arbeit streng verfolgt werden.
Interessensgruppen sind nun dazu aufgerufen, sich um das Wohl der abgefangenen Kinder zu kümmern und deren Interessen weiterhin zu vertreten, auch in Zusammenarbeit mit
im Bereich der Kinderarbeit erfahrenen, internationalen Organisationen.
Quelle
Dienstag, 20. Juli 2010
 Um eine Petition gegen Kinderhandel zu erreichen, hat das Netzwerk ECPAT eine Protesttour durch 11 deutsche Städte gestartet. "Mit der Petition fordern wir die Bundesregierung und -länder dazu auf, Opfer von Kinderhandel kindgerecht zu unterstützen und gleichzeitig ein nationales Meldesystem aufzubauen", so Mechthild Mauerer, ECPAT-Geschäftsführerin. Die Unterschriften sollen im kommenden Jahr den Vereinten Nationen übergeben werden. Angestrebt werden auch gezielte Qualifizierungen von Polizisten und Mitarbeitern in Jugend- und Ausländerbehörden. ECPAT Deutschland, 2001 gegründet, hat es sich zum Ziel gesetzt, sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch Pornografie, Prostitution und Menschenhandel zu bekämpfen. Die Organisation wird durch 29 unabhängige Einrichtungen unterstützt, darunter missio. In 66 Ländern gibt es vergleichbare Aktionen gegen sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel.
Link zum artikel
Bild: Thomas Schoch
Montag, 19. Juli 2010
 In Malaysia wurden 8 Kinder aus den Fängen von Menschenhändlern gerettet. Drei der Kinder waren Babys, das Jüngste erst 23 Tage alt. Insgesamt wurden 16 Personen festgenommen. Eine indonesische Frau wurde überführt, als sie ein Baby an eine Zivilpolizistin verkaufen wollte. In einer späteren Aktion wurden dann noch weitere Kinder gerettet. Ein Sprecher der malaysischen Polizei kündigte an, dass es wahrscheinlich eine Zusammenarbeit von malaysischen und indonesischen Behörden im Laufe der weiteren Untersuchungen geben werde. Es ist bereits der zweite große Erfolg der malaysichen Behörden im Kampf gegen Kinderhandel in weniger als einem Jahr. Der Menschenhandelsring arbeitete damit, jungen Frauen eine Abtreibung auszureden und ihnen stattdessen die Kinder nach der Geburt abzukaufen. Kinderhandel ist also nicht nur die Folge von Armut, sondern auch von Mängeln in den Rechten, dem Selbstbewusstsein und der Gesundheitsversorgung von Frauen.
Link zum Artikel: Eight Children Rescued from Traffickers
Mittwoch, 30. Juni 2010
 Die österreichische Kriminalpolizei startet eine Informationsoffensive, um verborgene Fälle von Kinderhandel im eigenen Land aufzudecken. Gleichzeitig sollen durch internationale Kooperationen die Hinterleute im Ausland ausspioniert werden. Der Focus richtet sich auf Kinderprostituierte und minderjährige Einbrecher.
Im vergangenen Jahr wurden 80 junge Moldawier Opfer einer mittlerweile ausgehebelten Organisation, die sie zum Einbrechen schickte. Die Ermittlungen in Fällen von sexueller Ausbeutung Minderjähriger gestalten sich komplizierter, da die jungen Mädchen höchstens für ein bis zwei Tage "auf Bestellung" ins Land gebracht werden und die Polizei wenig Handlungsspielraum hat, in die entsprechenden Kreise hineinzukommen. Deshalb hofft das Bundeskriminalamt auf eine Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden auf internationaler Ebene auf der einen Seite und Polizei, Jugendwohlfahrt und NGOs innerhalb Österreichs auf der anderen Seite.
Auch Hinweisen aus der Bevölkerung wird nachgegangen. Und die Sensibilisierung für das Thema steigt: So wurden vergangenes Jahr 32 Anzeigen nach Paragraf 104a des Strafgesetzbuchs - Menschenhandel - erstattet. Darunter fallen neben sexueller Ausbeutung auch die Ausbeutung der Arbeitskraft sowie Organhandel. Bisher gibt es noch keinen eigenen Kinderhandelsparagrafen in Österreich.
Link zum Artikel
Mittwoch, 23. Juni 2010
 Die zunehmende Vernetzung der Welt bietet nicht nur viele Chancen sondern zwingt viele Branchen dazu, sich auch international zu vernetzen und zu agieren, um effektiv zu arbeiten. So organisiert sich auch der "Wirtschaftszweig" der kriminellen Netzwerke zunehmend über Ländergrenzen hinweg. Stichworte wie Menschenhandel, Prostitution und Kinderarbeit beschreiben die negativen Seiten der internationalen Zusammenrückung, die durch die weltweiten Verbindungen zunehmend schwerer fassbar und vor allem kaum verfolgbar werden. Doch im Kreislauf der international operierenden Kriminalität existiert ein mächtiger Mitspieler – der Verbraucher. Mit ihm steht und fällt das Geschäft von illegalem Handel, Produktion unter ausbeuterischen Bedingungen und menschenverachtenden Vorgehensweisen. Leider ist es uns – dem mächtigen Mitspieler – nicht wirklich bewusst, welche Einflussmöglichkeiten wir haben. Zugespitzt formuliert: durch unüberlegten Konsum, unterstützen wir die organisierte Kriminalität. Hinzu kommt, dass die staatlichen Behörden zusehend „überrollt“ werden von der Menge an illegalen Produkten und dem Schmuggelhandel von Menschen. Um die Lukrativität der organisierten Kriminalität einzudämmen muss an vielen Bereichen gearbeitet werden: bei Gesetzen, Kontrollen und der internationalen Justizzusammenarbeit besteht genauso Handlungsbedarf wie beim Gewissen der Konsumenten.
Link zum Artikel: Der Verbraucher als Helfer des Verbrechers
Dienstag, 22. Juni 2010
 Ein neuer Report von Impulse Network, einer Hilforganisation, die gegen Menschenhandel kämpft, sagt, dass 70.000 Kinder in indischen Kohlegruben arbeiten. Diese Kohlegruben sind in Meghalaya, einem indischen Bundestaat im Nordosten Indiens. Die Kindern wurden durch Bangladesch und Nepal geschmuggelt. Die Organisation sagt, dass der Nordosten Indiens viele Probleme mit Menschenhandel hat. Sie sagt auch, dass Kinder viel billiger geschmugelt werden können.
Link zum Artikel: Meghalaya Coal Mines’ 70,000 children toiling as bonded labourers
Donnerstag, 17. Juni 2010
 Die botswanasche Regierung hat in Zusammenarbeit mit UNICEF und ChildLine eine Kampagne zur Vorbeugung und Bekämpfung von Kinderhandel in Botswana gestartet.
Durch die Kampagne soll sowohl Bildung für Kinder stärker ermöglicht werden, als auch der Kinderhandel im Land bekämpft werden. Indem man das Bewusstsein der Kinder stärkt, sollen diese dazu gebracht werden, potentielle Kinderhändler zu erkennen und sich vor ihnen zu schützen.
Botswana ratifizierte bereits verschiedene internationale Instrumente, um den Kinderhandel zu bekämpfen. So ratifizierte das Land die UN-Kinderrechtskonvention, das Palermoprotokoll und die ILO-Konvention Nr.138 und die Konvention Nr.182 über die schlimmsten Formen von Kinderarbeit.
Die Kampagne ist von großer Bedeutung, da Botswana eine Durchgangsstation für Kinderhändler aus anderen Ländern darstellt. Auch große Ereignisse wie die WM in Südafrika haben in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass die Nachfrage nach Sex stieg und damit der Kinderhandel zunahm.
Die botswanaschen Behörden haben nach eigenen Angaben während der WM die Zahl der Polizisten am Flughafen erhöht, um den Kinderhandel zu erschweren und zu bekämpfen.
Link zum Artikel: Child trafficking campaign launched
 Aktuell bereitet die EU einen Gesetzesentwurf vor, um den Menschhandel in Europa effektiver zu bekämpfen und die Opfer besser zu unterstützen. Zu den Betroffenen zählen auch zahlreiche Kinder die dann im Land oftmals sexuell oder arbeitend ausgebeutet werden. Anlässlich hierfür fand ein Treffen verschiedener Abgeordneter und Experten statt, um die aktuelle Lage und mögliche Ansatzpunkte zu erörtern. Die bisherige Definition von Menschenhandel im Europarecht wurde erweitert. Problematisch wird vor allem die große Lukrativität des Menschengeschäftes gesehen, da Rahmenbedingungen und Risiko des menschenverachtenden Handels keine große Hürde für die Händler und Gehandelten darstellen. Schätzungsweise werde jährlich mehrere hunderdtausend Menschen in die EU oder innerhalb der EU verschleppt. Abschließend wurde noch betont, wie wichtig es ist dem Menschhandel genauso grenzüberschreitend gesamteuropäisch zu begegnen wie dieser operiert.
Link zum Artikel: Moderne Sklaverei, milliardenschweres Geschäft
Mittwoch, 16. Juni 2010
Brasilien und die USA haben sich im Kampf gegen Kinderarbeit in Haiti zusammengeschlossen und die erste “Dreiecks-Vereinbarung” über Nord-Süd-Süd-Kooperation geschlossen. Die Vereinbarung wurde mit Unterstützung der ILO unterzeichnet. Sie betont die Wichtigkeit, Kinderarbeit in Haiti abzuschaffen und vorzubeugen und die Einhaltung internationaler Standards zu überwachen, vor allem in der Zeit nach dem schweren Erdbeben am 12. Januar 2010.Sie soll Maßnahmen der haitianischen Behörden und der Gesellschaft unterstützen. Dabei soll insbesondere die Erfahrung Brasiliens im Kampf gegen Kinderarbeit eingebracht werden. Die „Dreiecks-Vereinbarung“ beinhaltet Aktivitäten, um Kinderhandel, sexueller Ausbeutung und Kinderarbeit, speziell auch bei den Wiederaufbauarbeiten an Gebäuden und Straßen, vorzubeugen. Die Ziele der Vereinbarung korrelieren mit den Zielen der ILO in Haiti und bauen auf bereits existierenden Aktivitäten gegen Kinderarbeit auf.
"Abkommen gegen Kinderarbeit in Haiti" vollständig lesen
Freitag, 11. Juni 2010
 Im Rahmen des Welttages gegen Kinderarbeit am 12. Juni hat die Regierung von Ghana einen nationalen Aktionsplan zusammengestellt, durch welchen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit bis 2015, also ein Jahr vor Ablauf von Unicef gesetzten Frist, beiseitigt werden sollen. Diese schlimmsten Formen werden laut dem Plan in neun Aktivitäten bezeichnet,darunter Kinderhandel, Fischen, Mienenarbeit, Arbeiten im Steinbruch, Sklaverei und kommerzielle sexuelle Ausbeutung. Der Plan umfasst ein 35-Mitglieder großes "National steering committee", um die Handlungen zu überwachen. Außerdem sollen Aufgaben dezentralisiert werden, d.h. kleinere Ministerien und Agenturen können Aufgaben entwickeln oder übernehmen, während sie den Nationalen Aktionsplan als Rahmenvorgabe beachten.
Link zum Artikel: Ghana to Eliminate Child Labour by 2015
|