Die nigerianische „National Agency for Prohibition of Traffic in Persons“ (NAPTIP) hat ein innerstaatliches Aufklärungsprogramm gegen Menschenhandel und Kinderarbeit gestartet.
Gemäß einer Studie der „International Labour Organisation“ (ILO) sind mehr als zwölf Millionen nigerianische Kinder in Kinderarbeit verstrickt und weiterhin über zehntausend junge Nigerianerinnen in der italienischen Prostitution tätig, die meisten von ihnen sind Opfer von Menschenhandel.
Nach NAPTIP sind die Hauptprobleme, die junge Nigerianer in Kinderarbeit und Prostitution treiben, neben der hohen Armut und einer großen Zahl von Schulabbrechern, vor allem ein weit verbreiteter Analphabetismus und Ahnungslosigkeit vor dem Geschäft der Menschenhändler.
Im Norden von Thailand gibt es häufig Missernten, die ganze Dörfer und Familien in die Existenznot treiben. Wenn die Armut besonders groß ist, dann kommen die „Mamma-Sans“. Schlepper, den Familien Geld für ihre Töchter bieten. Die „Mamma-Sans“ versprechen, dass diese als Haushaltshilfen in Bangkok eingestellt werden. In Wahrheit arbeiten sie jedoch nicht selten in der Sex-Industrie. Im Jahre 1995 wurde im Pan Pacific Hotel in Bangkok das Youth Career Development Program gegründet. Dessen Ziel ist es, den Kinderhandel, sexuellen Missbrauch und Sextourismus in Thailand zu beenden. Von UNICEF unterstützt, werden Ausbildungsprogramme für Jugendliche in den thailändischen Schulen angeboten. Hiermit soll unter anderem verhindert werden, dass die „Mamma-Sans“ weiter Opfer finden.
Jedes Jahr werden in gefährdeten Gegenden Chinas unzählige Kinder zu Opfern umherstreifender organisierter Banden. Während es in den vergangene Dekaden große ökonomische und soziale Fortschritte gab, bleibt die Zahl verschleppter Kinder alarmierend hoch. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die fragwürdige Ein-Kind-Politik des Landes und gravierende Einkommensunterschiede. Die Nachfrage ist groß: So sollen manche Kinder Frauen im Haushalt oder Bettler unterstützen, andere werden in die Prostitution oder Zwangsarbeit verkauft. In ländlichen Gegenden führen ein Mangel an öffentlicher und medialer Aufmerksamkeit und traditionelle Strukturen dazu, dass sich die Eltern des Problems erst bewusst werden, wenn es schon zu spät ist. Chinas Ministerium für öffentliche Sicherheit berichtet von 2.566 möglichen Kinderhandelsfällen im Jahr 2008.
Als Schutzmaßnahme gegen Kinderhandel wurde das Prinzip „Eine Person--ein Pass“ von der EU eingeführt. Jetzt ist die erste Generation dieser Pässe fertiggestellt worden. Alle Kinderpässe sind ab 15. Juni diesen Jahres mit einem Chip ausgestattet. Bisher war der Datenträger optional, ab sofort wird jeder Kinderpass die gleichen Informationen wie der gedruckte Reisepass für Erwachsene enthalten. Das Miteintragen von Kindern im Pass der Eltern ist somit nicht mehr möglich. Mit dem 15. Juni 2012 verlieren alle Miteintragungen ihre Gültigkeit.
Kinderarbeit ist in Afrika an der Tagesordnung. Kinder werden als billige Arbeitskräfte angesehen, die sich aus Angst vor Misshandlungen nicht wehren. Das ist die Geschichte von Shyima, die in California als Haushalterin arbeitete. Shyima war neun Jahre alt, als ihre Familie sie zu Amal Motelib und Nasser Ibrahim, ein reiches ägyptische Paar, dass in Kairo wohnte, verkaufte. Wegen den Behandlungskosten ihres Vaters musste Shyimas Familie Motelib und Ibrahim um Geld bitten. Das Paar sagte, dass das Geld nur dadurch zurückgezahlt werden können, dass Shyima mit ihnen in die Vereinigten Staaten umziehe. Ihre Familie stimmte zu und 2000 zog Shyima mit ihnen nach Irvine, California, wo sie bis zu 20 Stunden pro Tag arbeitete, um das riesige Haus ohne Pausen oder Ruhtage Instand zu halten. Ihr Gehalt war USD$45 pro Monat und ihre Wohnung eine fensterlose Garage ohne Licht.
Die Kinder, die als Haushalter in den Vereinigten Staaten arbeiten, wandern mit vielen reichen Afrikaner ein, die Kinder in ihre Heimatländer als Haushalter anstellen. Sobald die Kinder in ihrem Haus in dem U.S.A. sind, gehen sie nie zur Schule und sind ihnen hilflos ausgesetzt. Shyima dachte nie daran, wegzulaufen. „Ich glaubte, dass es normal war“, sagte sie.
Die Regierung in Großbritannien muss stärkere Maßnahmen gegen Kinderhandel durchsetzen. Dies hat ein Komitee in einer einjährigen Ermittlung befunden. Das Komitee hat herausgefunden, dass die Kinderhändler staatliche Kinderpflegeheime so lange benutzen würden, bis sie bereit wären, die Kinder wieder abzuholen und mit ihnen zu handeln. Laut dem Bericht sollte die Grenzenpolizei besser ausgebildet werden, um Menschenhandel zu erkennen, und der Staat sollte sicherere Heime zu bauen, um diese Kinder vor den Händlern zu schützen. Des Weiteren sollten die vor kurzem eingeführten Etat-Kürzungen der Polizei rückgängig gemacht werden. Letzte Woche sind mindestens 77 chinesische Kinder, die vermutlich Opfer vor Kinderhandel waren, aus einem staatlichen Kinderheim in der Nähe des Flughafens Heathrow in London weggelaufen.
Durchschnittlich verspeist jeder Deutsche knapp zehn Kilogramm Schokolade jährlich. Für diesen Genuss müssen, nach Angaben der britischen
Menschenrechtsorganisation Anti-Slavery International, rund 200.000 Kinder auf Kakaoplantagen schuften. Diese werden oftmals für nur 20 Euro von Menschenhändlern an Kakaoproduzenten verkauft. Ein Beispiel dafür ist der zehnjährige Richard, der als Kindersklave an der Elfenbeinlüste bis zu 14 Studen pro Tag hochgiftige Pestizide über Kakaopflanzen versprühen muss.
Am gestrigen Montag konnten vietnamesische Grenzbeamte mithilfe von chinesischen Soldaten mehrere Kinderhändler in der Provinz Ha Giang (Vietnam) verhaften. Die Behörden hatten die Verdächtigen bereits seit Wochen beobachtet und nun zugeschlagen. Bei der Aktion konnten sieben Kinder und fünf junge Frauen davor bewahrt werden, über die chinesische Grenze verschleppt zu werden. Allerdings sind vermutlich noch immer über 30 Kinder und zehn junge Mädchen aus der Region in der Hand von Menschenhändlern. „Kidnapping ist schon lange ein Problem in den drei Kommunen des Meo Vac-Bezirks, Xin Cai, Son Vi and Thuong Phung an der Grenze zu China“ sagt Nguyen Xuan Hong, Kommandeur der Ha Giang Grenzwächter. Ernüchternd sei, dass viele der Kinderhändler Verwandte der Opfer seien. Aus Geldnot verkaufen sie Kinder und junge Mädchen an chinesische Familien oder an Bordelle.
Ein Lichtblick ist jedoch, dass seit der Zerschlagung eines Kinderhändlerrings Ende letzten Jahres, die Zahl der verschleppten Kinder und Jugendlichen deutlich zurückgegangen sei. Dennoch sind die Grenzwächter häufig nicht zufrieden mit ihren Ergebnissen. „Die Täter zu fassen ist nicht so wichtig, wie die vermissten Menschen zu finden“, sagt Hong.
Der Handel mit Kindern aus Entwicklungsländern nach Großbritannien nimmt zu. Die Opfer stammen meist aus Asien, Afrika und dem Mittleren Osten. Britische Häfen und Flughäfen sind in zunehmenden Maße von illegaler Einschleusung betroffen. Zwischen April 2008 und dem Jahresende wurden allein über 400 Kinder aus Afghanistan und 200 Kinder aus Afrika von den Behörden aufgegriffen. Man vermutet, dass die Kinder sexuell ausgebeutet oder als Dienstmädchen missbraucht werden sollen. Nachdem sie in die Obhut der Behörden gelangt sind, kommt es in einem von acht Fällen zu Vermissten: Die Kinder verschwinden, ohne Spuren zu hinterlassen. Dahinter wird ein kriminelles Netz der Kinderhändler vermutet. Hilfsorganisationen kritisieren, dass die Auffangmöglichkeiten gering sind und die Behörden zu wenig Verantwortung und Engagement zeigen. In Kent, wo zahlreiche verschleppte Kinder ankommen, gibt es nur ein Zentrum mit einer Kapazität, zwei Dutzend Kinder aufzunehmen. „Wir sind natürlich betroffen angesichts der Situation. Wir tun alles mögliche, um das zu verhindern“, so Leyland Ridings, Kabinett-Mitglied für Kinder, Familie und Bildung. Link zum Artikel (englisch)
Eric Peasa, Berater der International Organization of Migration (IOM), hat in Monrovia, der Hauptstadt Liberias, darauf aufmerksam gemacht, dass der zunehmende Menschen- und Kinderhandel in afrikanischen Ländern häufig auf Nichtwissen, Armut und Analphabetismus zurückzuführen sei. Er ist der Ansicht, dass Kinder in Liberia hauptsächlich unter dem Vorwand der Adoption gehandelt werden und somit der Menschenhandel im Land aufrecht erhalten wird. Des Weiteren bekräftigte Peasa, dass ein Ende des illegalen Tauschgeschäfts mit Menschen von größtem Interesse für Afrika und die Menschen, die dort leben, sei.