Donnerstag, 22. Juli 2010
 Die Bundeswehr beteiligt sich zur Zeit an einer EU-Militärmission, die darauf abzielt, Somalias Übergangsregierung dabei zu unterstützen, Sicherheits- und Ordnungsstandards zu entwickeln. Innerhalb eines Jahres bilden bis zu 20 Bundeswehrsoldaten somalische Rekruten aus. Nachdem bekannt wurde, dass Human Rights Watch und die Vereinten Nationen den Truppen der Übergangsregierung Menschen- und Kriegsvölkerrechtsverletzungen vorwerfen, konnte das Außenministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion hin nicht ausschließen, dass im Zuge der Militärausbildung auch Minderjährige rekrutiert würden. Hinzu käme die Gefahr, dass die frisch Ausgebildeten zu den somalischen Milizen überliefen. Die EU prüft die Rekruten im Vorfeld lediglich auf ihre gesundheitliche Eignung hin, die Verantwortung läge bei der Übergangsregierung. Somalia hat - neben den USA - bisher nicht die Kinderrechtskonventionen unterzeichnet.
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Donnerstag, 1. Juli 2010
 Einer Meldung des britischen "Telegraph" zufolge setzen die Taliban in Afghanistan im Gebiet um die Stadt Sangin vermehrt Kinder ein, vor allem um für sie Bomben zu platzieren. Die Kinder sind teilweise nicht älter als fünf Jahre. Die dort stationierten britischen Truppen verfügen über moderne Überwachungstechnologie, um talibanische Teams zu indentifizieren, die Bomben bei sich haben um sie zu platzieren. Daher lassen die Taliban die Bomben von den Kindern austragen, denn sie wissen, dass ein Angriff auf Kinder den ethischen Grundsätzen der britischen Soldaten entgegenstehen würde. Die Briten bezeichnen die auf Krieg getrimmten Kinder als "Child Accessories" (Kinder-Zubehör), statt Kindersoldaten. Die Kinder sind auf die Zahlungen der Taliban für die Aufträge angewiesen und werden neben den Bombenplatzierungen auch zum Transport von anderen Waffen und Zünden der Bomben eingesetzt. Auch von jugendlichen Selbstmordattentätern wird berichtet. Bei den Bombeneinsätzen ist dem Telegraph zufolge bereits ein Kind ums Leben gekommen, zwei weitere wurden verletzt.
Link zum Artikel: Children, aged 5, used to plant Taliban bombs in Afghanistan
Mittwoch, 23. Juni 2010
 Jüngst rückte der bereits seit 1991 andauernde Bürgerkrieg in Somalia wieder in das politische Bewusstsein, da gestützt auf Berichte von somalischen Menschenrechtsgruppen und UN-Beamten publik wurde, dass sich eine große Anzahl von teils erst 9-Jährigen Soldaten auch innerhalb der Streitkräfte der somalischen Übergangsregierung befindet. Die Rekrutierung der Soldaten ist teils gezielt auf Kinder angelegt. Rekrutiert wird vor allem im benachbarten Kenia. Die Kinder werden mit finanziellen Versprechungen angeworben, erhalten jedoch keinen einzigen Dollar. Dies führte dazu, dass eine hohe Zahl von Überläufern hin zu islamistischen „Rebellen-Gruppierungen“ beobachtet werden musste. Der Spiegel berichtete über eine Schätzung der äthiopischen Regierung, wonach von 17000 Rekruten, die in Äthiopien für die somalische Übergangsregierung ausgebildet worden waren, nur noch knapp 3000 im Dienst seien. Trotz dieser Problematik bildet die EU weiterhin Soldaten für die somalische Regierung aus. Anders zwei US-amerikanische Senatoren, die nun die weitere Militärhilfe für die somalische Übergangsregierung in Frage stellten. Gefordert wird nun, dass die US-Regierung von der Übergangsregierung die Einstellung des Einsatzes von Kindersoldaten fordern müsse.Falls dies nicht geschieht, sollen sämliche Hilfeleistungen im militärischen Bereich für
Somalia eingestellt werden.
Link zum Artikel: Kindersoldaten in Somalia
Donnerstag, 17. Juni 2010
Kinder und Krieg – dies sind eigentlich zwei Begriffe, die nie zusammen auftauchen sollten, doch die Realität sieht leider auf vielen Teilen der Welt ganz anders aus. Kinder werden nicht nur zufällig, sondern gezielt und mit Zwang in bewaffnete Konflikte hineingebracht, damit sie dort bewaffnete Kriege führen oder als Sex-Sklaven für Ablenkung sorgen.
Weltweit gibt es nach Schätzungen von Hilfsorganisationen rund 250.000 Kindersoldaten. Seit den 1990er Jahren ließen rund 2  Millionen Kinder ihr Leben auf dem Kriegsplatz, hinzu kommt das Dreifache an verstümmelten und verkrüppelten Kinderkörpern. Tausende von Mädchen fielen sexueller Ausbeutung zum Opfer.
Der UN-Sicherheitsrat verurteilte jüngst diese verheerenden Zustände aufs schärfste. Nun sollen verdächtige Gruppierungen, unter denen sich auch Regierungen befinden, an den Pranger gestellt werden und für ihre Taten bestraft werden.
Derzeit arbeiten Einsatzgruppen der Vereinten Nationen in 14 Ländern, um die Rekrutierung von Kindern als Soldaten zu verhindern und Kinder aus Armeen zu befreien. Nach Angaben von UNICEF sind vor allem die Länder Afghanistan, Kolumbien, Birma, Somalia, Sri Lanka und der Sudan betroffen. Dies alles sind erschreckende Tatsachen, wenn man bedenkt, dass bislang 120 Staaten das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet haben, das den Einsatz von Minderjährigen im Krieg verbietet.
Link zum Artikel: UN verurteilen Einsatz von Kindersoldaten
Tags für diesen Artikel: afghanistan, afrika, asien, kindersoldat, kindersoldaten, kolumbien, prostitution, recht, sri lanka, sudan, südamerika, unicef
Donnerstag, 10. Juni 2010
 Sechs afrikanische Länder haben den Einsatz von Kindern in Kriegen oder bewaffneten Auseinandersetzungen verboten. Auf einer Regionalkonferenz im Tschad haben am Mittwochabend der Tschad, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, Niger, Nigeria und der Sudan die sogenannte Erklärung von N’Djamena unterschrieben. Sie verpflichteten sich darin, „jeder Form der Einbeziehung von Kindern in bewaffnete Armeen oder bewaffnete Gruppen ein Ende zu bereiten“. Die Länder wollen künftig „garantieren, dass kein Kind oder Jugendlicher unter 18 Jahren in Kämpfe verwickelt wird“. Die Rekrutierung von Kindersoldaten soll auch bei möglichen Amnestiegesetzen in den betroffenen Ländern ausdrücklich nicht unter eine mögliche Amnestie fallen.
Link zum Artikel: Sechs afrikanische Staaten verbieten Kinderarbeit
Mittwoch, 2. Juni 2010
 " Kindersoldaten. Eine Performance", so heißt das Stück, welches vom Landestheater Schwaben am Freitag, 4. Juni, 20 Uhr erstmals auf die Bühne gebracht wird. Schauplatz der Uraufführung - inspiriert durch die Erlebnisse der ehemaligen Kindersoldatin China Keitetsi - ist ein ehemaliger Hangar am Allgäu Airport. "Kindersoldaten" ist kein Theaterstück im herkömmlichen Sinn: Nüchterne Dialoge wechseln sich mit fiktiven, emotionslosen Befragungen und dargestellten Erlebnissen ab, daneben gibt es Klang- und Rauminstallationen, die beim Zuschauer bewusst Irritation auslösen sollen.
"Wir äußern uns als Künstler zu diesem Thema. Wir wollen aufklären und in einer Art politischem Dokumentationstheater Stellung beziehen.", so Intendant Walter Weyers.
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Foto: Andreas Praefcke
Donnerstag, 27. Mai 2010
 Im Rahmen des "Forum Entwicklung" findet ein Themenabend zur Reintegration ehemaliger Kindersoldaten statt. Die Veranstaltungsreihe, bei der mehrmals jährlich entwicklungspolitisch relevante Themen mit der Öffentlichkeit diskutiert werden, wird von der Frankfurter Rundschau und der GTZ initiiert. Wie kann soziale und wirtschaftliche Wiedereingiederung von Kindersoldaten möglich sein angesichts der Herausforderungen in den betroffenen Ländern? Wolfgang Niedecken, Sänger von BAP und Unterstützer zahlreicher Hilfsprojekte und Achim Koch, GTZ-Mitarbeiter und Leiter eines Reintegrationsprojektes im Kongo, diskutieren darüber am Mittwoch, 2. Juni um 18.30 im Foyer der Frankfurter Rundschau, Karl-Gerold-Platz 1, Frankfurt.
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Freitag, 21. Mai 2010
 Der Kindergipfel, der vom 13.- 16. Mai 2010 in Marburg stattfand, ging mit guten Ergebnissen und konkreten Forderungen an die politische Ebene zu Ende. Unter dem Motto „Eine Welt. Eine Zukunft. Unsere Chance. Wir fairändern!“ wurden in verschiedenen Arbeitskreisen Themen erarbeitet und diskutiert. Der Kindergipfel ist ein großes Treffen für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren, das alle zwei Jahre von der Naturfreundejugend Deutschlands organisiert wird. Er soll den Kindern eine Plattform bieten, um sich gegenseitig auszutauschen, die Aufmerksamkeit von Erwachsenen für ihre Ideen und Wünsche zu bekommen und mit bekannten Politikern zu diskutieren. Als Ergebnis der viertägigen Veranstaltung wurde der „ Zukunftsvertrag“ überreicht. Handlungsbedarf sehen die Teilnehmer beispielsweise bei der Langzeithilfe für (ehemalige) Kindersoldaten aus den Entwicklungsländern und beim Kontrollwesen bei Beschäftigungen von Kindern, um diese besser vor Missbrauch und Ausbeutung zu schützen. Weiterhin wurden Forderungen hinsichtlich der Themenfelder „Klimawandel“, „Migration“, „Gesundheit“, „Datenschutz“ und „fairer Handel“ formuliert.
Link zum Artikel: Gegen Kindersoldaten, für fairen Handel
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Mittwoch, 19. Mai 2010
 Zum ersten Jahrestag des Militärsieges über die LTTE-Rebellen hat die Regierung von Sri Lanka 198 ehemalige Kindersoldaten zu ihren Familien zurückgeführt. Darunter befanden sich 189 ehemalige Rebellen, die nach ihrer Gefangennahme in einem Hindu-College ausgebildet worden waren. Nach Beendigung des Krieges hatten die Sicherheitskräfte 11.000 LTTE-Kämpfer in Rehabilitations-Camps untergebracht, wo ihnen eine Berufsausbildung angeboten worden war. Die Regierung beabsichtigt, die ehemaligen Rebellen breitgefächert zu spezialisieren und beim Aufbau des Landes einzusetzen.
Am 18. Mai 2009 - vor einem Jahr - hatten die Sicherheitskräfte Sri Lankas die terroristische Organisation LTTE zerschlagen, indem sie ihren Anführer bei blutigen Kampfeinsätzen getötet hatten. In Colombo wurde dieses Jubiläum nun feierlich begangen.
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Montag, 10. Mai 2010
 Kinderarbeit in Südafrika: Traurige Realität. Obwohl die Regierung Kinderarbeit per Gesetz u.a. durch den Child Justice Act verbietet, ist sie weiterhin existent. Eine am Wochenende veröffentlichte Studie der Internationalen Arbeitsorganisation ILO besagt, dass in Afrika eines von vier Kindern ausgebeutet wird. Neben dem landwirtschaftlichen Sektor findet man Kinder häufig in versteckten Bereichen als Sklaven, Zwangsarbeiter, Opfer von Kinderhandel, als Prostituierte oder Kindersoldaten in bewaffneten Konflikten.
Der Bericht zeigt, dass sich der weltweite Rückgang von Kinderarbeit um drei Prozent, der zwischen 2004 und 2008 zu verzeichnen war, mittlerweile verlangsamt hat. In Südafrika gibt es zudem einen Anstieg auf 65,1 Millionen Kinderarbeiter. Eines von vier Kindern arbeitet in Afrika, verglichen mit einem von acht in Asien und einem von zehn in Lateinamerika und der Kartibik. Noch fehlen wirklich verlässliche Daten in Südafrika, sie sollen aber vom nächsten Jahr an durch eine Vereinbarung mit dem Statistikamt erfasst werden.
Die letzten Zahlen stammen aus dem Jahr 2006 und besagen, dass 238.000 Kinder über zehn Jahren beschäftigt waren. Von diesen fand man 140.000 auf kleineren Farmbetrieben, 37.000 waren bezahlte Arbeitskräfte in Familienbetrieben, 36.000 wurden im nicht-häuslichen Bereich beschäftigt und 21.000 arbeiteten unbezahlt in Familienbetrieben.
Link zum Artikel (englisch)
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