Donnerstag, 27. Mai 2010
 Im Rahmen des "Forum Entwicklung" findet ein Themenabend zur Reintegration ehemaliger Kindersoldaten statt. Die Veranstaltungsreihe, bei der mehrmals jährlich entwicklungspolitisch relevante Themen mit der Öffentlichkeit diskutiert werden, wird von der Frankfurter Rundschau und der GTZ initiiert. Wie kann soziale und wirtschaftliche Wiedereingiederung von Kindersoldaten möglich sein angesichts der Herausforderungen in den betroffenen Ländern? Wolfgang Niedecken, Sänger von BAP und Unterstützer zahlreicher Hilfsprojekte und Achim Koch, GTZ-Mitarbeiter und Leiter eines Reintegrationsprojektes im Kongo, diskutieren darüber am Mittwoch, 2. Juni um 18.30 im Foyer der Frankfurter Rundschau, Karl-Gerold-Platz 1, Frankfurt.
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Montag, 22. März 2010
 Im Osten der Demokratischen Republik Kongo werden Kinder geködert, um sie in der bewaffneten Gruppe Mai Mai als Soldaten und Hexenheiler einzusetzen. So steht es in einem Bericht der Vereinigung gegen den Einsatz von Kindersoldaten (Coalition to Stop the Use of Child Soldiers). Die Miliz glaubt, dass das Fehlen sexueller Erfahrung den Kindern Zaubermächte verleihe. Um die Soldaten unbesiegbar zu machen, sollen die Kinder Zaubertränke herstellen. Nachdem sie selbst für unverwundbar gehalten werden, werden sie auch höheren Risiken ausgesetzt. Der zuständige Regierungssprecher Lambert Mende spricht davon, solche Gruppen zu entwaffnen und Kämpfer, die Widerstand leisten, zu bestrafen. Die Direktorin der Vereinigung gegen den Einsatz von Kindersoldaten fordert zusätzlich neue Regelungen und Gesetze: "Indem die Anfälligkeit der Kinder für eine Ausbeutung durch die Mai Mai Miliz reduziert wird, würden sich die Lebenschancen der Kinder verbessern und ihnen eine wirkliche Alternative zu den bewaffneten Gruppen geboten werden."
Die Pro-Regierungs-Miliz ist eine von vielen in der Gegend. Ihre Soldaten benutzen rudimentäre Waffen, wie beispielsweise Speere, und glauben an mystische Werte.
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Mittwoch, 17. März 2010
 Nichtregierungsorganisationen warnen vor einer erhöhten Gefahr der Kinderprostitution im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Sie schätzen, dass ein Viertel der 150.000 südafrikanischen Prostituierten Kinder sein könnten. Südafrika gilt als internationale Hochburg für Menschen- und Kinderhandel: Einem Bericht der Internationalen Organisation für Migration zufolge werden Minderjährige aus Angola, Botswana, dem Kongo und Lesotho - aber auch aus Thailand oder Russland - ins Land geschmuggelt. Die illegale Einreise von Flüchtlingen und Menschenhändlern wird durch fehlende Grenzkontrollen erleichtert. David Bayever von Südafrikas Drogenbehörde warnt: "Die WM 2010 zieht Prostitution, Menschenhandel und Kindesmissbrauch an." So gebe es bereits erste Berichte aus südafrikanischen Dörfern, in denen Kinder aus armen Familien angesprochen worden seien, denen man Jobs und gutes Geld während der WM versprochen habe.
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Mittwoch, 3. März 2010
 Ein neue Ausstellung namens "Humanity in War" zieht bereits große Menschenmengen an. Die Ausstellung, die derzeit in Genf stattfindet, soll Besuchern nicht nur die Schrecken des Krieges näherbringen, sondern auch die Menschlichkeit derer, die in diese Kriege unfreiwillig verwickelt sind. Dabei werden 150 Jahre Konflikt dokumentiert, größtenteils mit Fotos aus dem Archiv des Roten Kreuzes, das letztes Jahr seinen 150sten Geburtstag feierte. Heutzutage ist die große Mehrheit derjenigen, die in Kriegen zu Tode kommen, nicht diejenige in Uniform, sondern die Zivilbevölkerung.
So gibt es Fotos eines jungen Mädchens in Liberia, das als Kindersoldatin rekrutiert wurde und Waffen, fast größer als sie selbst, trägt. Ein weiteres Foto zeigt zwei Jungen in Ruanda, die ihren Eltern entrissen wurden, bei dem Versuch, sich gegenseitig zu trösten. Und es gibt ein Bild eines Mädchens aus der Demokratischen Republik Kongo, ein Beispiel für ein Opfer sexueller Gewalt.
Mit solch ausdrucksstarken Fotografien hofft das Rote Kreuz, Menschen zu motivieren, mehr im Kampf gegen kriegerische Auseinandersetzungen zu unternehmen.
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Montag, 16. Februar 2009
 Wie ist es möglich, ehemalige Kindersoldaten wieder in die Gesellschaft zu integrieren?
Mit dieser Frage befasste sich am vergangenen Freitag eine Kommission aus Vertretern der ILO, lokalen NGOs und Partnern in Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Im Rahmen des ILO Programms Ipec (International Programme on Elimination of Child Labor), das seit 1992 weltweit wirkt, sollen nun auch im Kongo Möglichkeiten gefunden werden, die Rekrutierung von Kindern zu verhindern und ehemalige Kindersoldaten aus dem Kongo und dem Nachbarstaat Burundi wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.
Insbesondere älteren Kindern müsse eine Berufsausbildung in Aussicht gestellt werden, betonte der Sprecher der ILO, Andemel Toudjida: „Wenn die Wiedereingliederung erfolgreich ist, können die Kinder Waffen gegen Werkzeuge eintauschen und einen Beruf erlernen, der ihnen erlaubt, elementare Bedürfnisse zu decken und ein menschenwürdiges Leben zu führen.“
Laut Expertenaussagen bedürfe es durchschnittlich fünf Jahre, bis die Kinder eine Ausbildung absolviert und im Berufsleben Fuß gefasst hätten. Mit den Fertigkeiten zur Herstellung von Schuhen oder Musikinstrumenten könnten sich die ehemaligen Kindersoldaten langfristig unabhängig machen und ihre Zukunft sichern.
Link zum Artikel in Relief Web (französisch)
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