Dienstag, 20. Juli 2010
 Um eine Petition gegen Kinderhandel zu erreichen, hat das Netzwerk ECPAT eine Protesttour durch 11 deutsche Städte gestartet. "Mit der Petition fordern wir die Bundesregierung und -länder dazu auf, Opfer von Kinderhandel kindgerecht zu unterstützen und gleichzeitig ein nationales Meldesystem aufzubauen", so Mechthild Mauerer, ECPAT-Geschäftsführerin. Die Unterschriften sollen im kommenden Jahr den Vereinten Nationen übergeben werden. Angestrebt werden auch gezielte Qualifizierungen von Polizisten und Mitarbeitern in Jugend- und Ausländerbehörden. ECPAT Deutschland, 2001 gegründet, hat es sich zum Ziel gesetzt, sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch Pornografie, Prostitution und Menschenhandel zu bekämpfen. Die Organisation wird durch 29 unabhängige Einrichtungen unterstützt, darunter missio. In 66 Ländern gibt es vergleichbare Aktionen gegen sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel.
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Bild: Thomas Schoch
Montag, 19. Juli 2010
 In Malaysia wurden 8 Kinder aus den Fängen von Menschenhändlern gerettet. Drei der Kinder waren Babys, das Jüngste erst 23 Tage alt. Insgesamt wurden 16 Personen festgenommen. Eine indonesische Frau wurde überführt, als sie ein Baby an eine Zivilpolizistin verkaufen wollte. In einer späteren Aktion wurden dann noch weitere Kinder gerettet. Ein Sprecher der malaysischen Polizei kündigte an, dass es wahrscheinlich eine Zusammenarbeit von malaysischen und indonesischen Behörden im Laufe der weiteren Untersuchungen geben werde. Es ist bereits der zweite große Erfolg der malaysichen Behörden im Kampf gegen Kinderhandel in weniger als einem Jahr. Der Menschenhandelsring arbeitete damit, jungen Frauen eine Abtreibung auszureden und ihnen stattdessen die Kinder nach der Geburt abzukaufen. Kinderhandel ist also nicht nur die Folge von Armut, sondern auch von Mängeln in den Rechten, dem Selbstbewusstsein und der Gesundheitsversorgung von Frauen.
Link zum Artikel: Eight Children Rescued from Traffickers
Mittwoch, 30. Juni 2010
 Die österreichische Kriminalpolizei startet eine Informationsoffensive, um verborgene Fälle von Kinderhandel im eigenen Land aufzudecken. Gleichzeitig sollen durch internationale Kooperationen die Hinterleute im Ausland ausspioniert werden. Der Focus richtet sich auf Kinderprostituierte und minderjährige Einbrecher.
Im vergangenen Jahr wurden 80 junge Moldawier Opfer einer mittlerweile ausgehebelten Organisation, die sie zum Einbrechen schickte. Die Ermittlungen in Fällen von sexueller Ausbeutung Minderjähriger gestalten sich komplizierter, da die jungen Mädchen höchstens für ein bis zwei Tage "auf Bestellung" ins Land gebracht werden und die Polizei wenig Handlungsspielraum hat, in die entsprechenden Kreise hineinzukommen. Deshalb hofft das Bundeskriminalamt auf eine Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden auf internationaler Ebene auf der einen Seite und Polizei, Jugendwohlfahrt und NGOs innerhalb Österreichs auf der anderen Seite.
Auch Hinweisen aus der Bevölkerung wird nachgegangen. Und die Sensibilisierung für das Thema steigt: So wurden vergangenes Jahr 32 Anzeigen nach Paragraf 104a des Strafgesetzbuchs - Menschenhandel - erstattet. Darunter fallen neben sexueller Ausbeutung auch die Ausbeutung der Arbeitskraft sowie Organhandel. Bisher gibt es noch keinen eigenen Kinderhandelsparagrafen in Österreich.
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Dienstag, 29. Juni 2010
 Einem Report über Menschenhandel zufolge, der vergangene Woche durch das US Departement of State veröffentlicht wurde, werden weiterhin Minderjährige in den umstrittenen Diamantenfeldern von Marange eingesetzt. Weitere Berichte über Soldaten, die in Zwangsarbeit, Folter und Schläge involviert waren, liegen Human Rights Watch vor. Das Ministerium für innere Angelegenheiten in Simbabwe streitet die Vorwürfe ab. Polizei sei in den fraglichen Gebieten präsent gewesen - weite Gebiete stehen unter militärischer Kontrolle. Simbabwes Regierung bricht das Versprechen, den Missbrauch auf den Diamantenfeldern zu beenden. Damit soll das Land offiziell aus dem Kimberley-Prozess ausgeschlossen werden, welches seine Mitglieder verpflichtet, den Handel mit Blutdiamanten zu stoppen. Es liegen keine Berichte über Anklagen oder Verurteilungen bezüglich Zwangsarbeit vor. Begrenzte Möglichkeiten des Polizei- und Justizapparates behindern die Gesetzesdurchsetzung. So fehle es an menschlichen und finanziellen Ressourcen, um Ermittlungen sauber ausführen zu können.
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Link zum Artikel (deutsch)
Montag, 28. Juni 2010
 Die Europäische Union plant Nigeria beim Thema Menschenhandel und Kinderarbeit zu unterstützen. Während der "International Labour Conference" in Genf fanden Gespräche zwischen dem nigerianischen Arbeitsminister und EU Beamten zu dieser Problematik statt. Die EU wird Nigeria finanziell und durch technische Mittel helfen, gegen Menschenhandel und Kinderarbeit zu kämpfen. Das bezieht sich speziell auf Nigerianer, die ungesetzlich nach Europa gebracht wurden. Die EU wird auch die Ausbildung nigerianischer Regierungsbeamter unterstützen, sodass diese besser gegen Menschenhandel vorgehen können.
Link zum Artikel: Nigeria, EU to tackle human trafficking, child labour
Mittwoch, 23. Juni 2010
 Die zunehmende Vernetzung der Welt bietet nicht nur viele Chancen sondern zwingt viele Branchen dazu, sich auch international zu vernetzen und zu agieren, um effektiv zu arbeiten. So organisiert sich auch der "Wirtschaftszweig" der kriminellen Netzwerke zunehmend über Ländergrenzen hinweg. Stichworte wie Menschenhandel, Prostitution und Kinderarbeit beschreiben die negativen Seiten der internationalen Zusammenrückung, die durch die weltweiten Verbindungen zunehmend schwerer fassbar und vor allem kaum verfolgbar werden. Doch im Kreislauf der international operierenden Kriminalität existiert ein mächtiger Mitspieler – der Verbraucher. Mit ihm steht und fällt das Geschäft von illegalem Handel, Produktion unter ausbeuterischen Bedingungen und menschenverachtenden Vorgehensweisen. Leider ist es uns – dem mächtigen Mitspieler – nicht wirklich bewusst, welche Einflussmöglichkeiten wir haben. Zugespitzt formuliert: durch unüberlegten Konsum, unterstützen wir die organisierte Kriminalität. Hinzu kommt, dass die staatlichen Behörden zusehend „überrollt“ werden von der Menge an illegalen Produkten und dem Schmuggelhandel von Menschen. Um die Lukrativität der organisierten Kriminalität einzudämmen muss an vielen Bereichen gearbeitet werden: bei Gesetzen, Kontrollen und der internationalen Justizzusammenarbeit besteht genauso Handlungsbedarf wie beim Gewissen der Konsumenten.
Link zum Artikel: Der Verbraucher als Helfer des Verbrechers
Dienstag, 22. Juni 2010
 Ein neuer Report von Impulse Network, einer Hilforganisation, die gegen Menschenhandel kämpft, sagt, dass 70.000 Kinder in indischen Kohlegruben arbeiten. Diese Kohlegruben sind in Meghalaya, einem indischen Bundestaat im Nordosten Indiens. Die Kindern wurden durch Bangladesch und Nepal geschmuggelt. Die Organisation sagt, dass der Nordosten Indiens viele Probleme mit Menschenhandel hat. Sie sagt auch, dass Kinder viel billiger geschmugelt werden können.
Link zum Artikel: Meghalaya Coal Mines’ 70,000 children toiling as bonded labourers
Montag, 21. Juni 2010
Guyana hat im Rahmen einer Sitzung der ILO die Vereinigten Staaten kritisiert, weil diese das Land beschuldigt hatten, Kinderarbeit zu fördern. Arbeitsminister Manzoor Nadir sagte, es gäbe keinerlei Belege für die Behauptungen des Reports über Menschenhandel der Vereinigten Staaten, dass zwischen 2005 und 2009 insgesamt 984 Kinder aus ausbeuterischer Kinderarbeit befreit wurden. Nadir sieht sein Land zu Unrecht beschuldigt und befürchtet nun, dass Guyana als „Kinderarbeits-Land“ abgestempelt wird und sein Ruf stark leiden wird.
Dem Report über Menschenhandel zufolge hat Guyana zwar einige Schritte unternommen, um das Bewusstsein über Menschenhandel zu stärken, aber hat nicht versucht, effektive Strategien gegen diese moderne Sklaverei zu entwickeln. Laut dem Report wurden in Guyana, ebenso wie in anderen Ländern der Region, Fälle von Menschenhandel festgestellt.
Link zum Artikel: Guyana denies encouraging child labour
Donnerstag, 17. Juni 2010
 Der seit 10 Jahren jährlich veröffentlichte Bericht über Menschenhandel des Amerikanischen Department of State markiert den zehnten Jahrestag des Palermo Protokolls gegen den Menschenhandel und des Amerikanischen Trafficking Victims Protection Act. Ein besonderes Novum in diesem Jahr ist, dass der aktuelle Bericht zum ersten mal auch Daten über die USA selbst beinhaltet. Der Report stellt fest, dass es Menschenhandel in den meisten Ländern der Welt vorkommt und das der Menschenhandel ein sehr dynamisches Phänomen ist, welches von der Nachfrage am Markt bestimmt wird und von lückenhaften Gesetzgebungen, geringen Strafen sowie wirtschaftlicher Instabilität gefördert wird.
"Amerikanisches Außenministerium veröffentlicht Report über Menschenhandel" vollständig lesen
 Aktuell bereitet die EU einen Gesetzesentwurf vor, um den Menschhandel in Europa effektiver zu bekämpfen und die Opfer besser zu unterstützen. Zu den Betroffenen zählen auch zahlreiche Kinder die dann im Land oftmals sexuell oder arbeitend ausgebeutet werden. Anlässlich hierfür fand ein Treffen verschiedener Abgeordneter und Experten statt, um die aktuelle Lage und mögliche Ansatzpunkte zu erörtern. Die bisherige Definition von Menschenhandel im Europarecht wurde erweitert. Problematisch wird vor allem die große Lukrativität des Menschengeschäftes gesehen, da Rahmenbedingungen und Risiko des menschenverachtenden Handels keine große Hürde für die Händler und Gehandelten darstellen. Schätzungsweise werde jährlich mehrere hunderdtausend Menschen in die EU oder innerhalb der EU verschleppt. Abschließend wurde noch betont, wie wichtig es ist dem Menschhandel genauso grenzüberschreitend gesamteuropäisch zu begegnen wie dieser operiert.
Link zum Artikel: Moderne Sklaverei, milliardenschweres Geschäft
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