Dienstag, 24. August 2010
 Die Nachfrage nach Diamanten steigt nach der Wirtschaftskrise wieder an: Neben dem weltweit größten Importeur USA zeigen Indien und China großes Interesse an Diamanten. Experten gehen sogar davon aus, dass China in der nächsten Dekade die USA als größten Diamantkonsumenten ablösen wird.
Trotz der steigenden Nachfrage erhöhen die führenden Produzenten wie De Beers, Alrosa und Rio Tinto allerdings nicht ihre Produktion- aus Angst vor Preisverfall.
Hier steuert nun der World Diamond Council gegen, indem er Simbabwe wieder erlaubt hat, Diamanten aus seinen Marange-Minen zu exportieren. Jahrelang war Simbabwe beschuldigt worden, Menschenrechtsverletzungen und Korruption in den Minen walten zu lassen, was schließlich 2008 zu einem Verbot des Diamanten-Exports führte. Die internationale Regulierungsbehörde beschloss nun, nach zwei freigegebenen Auktionen, dass sich die Bedingungen in den Marange-Minen auf einen Minimalstandard verbessert hätten. Kritiker prangern allerdings an, dass die Regierung lediglich den Diamantenhandel von Rebellengruppen verboten hat, Menschenrechtsverletzungen aber weiterhin nicht bekämpft würden.
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Freitag, 9. Juli 2010
 Kinderarbeit in Indischen Minen ist mitlerweile ein bekanntes Phänomen. Besonders in dem Bundesstaat Megalahya, der sich für einen Großteil der Indischen Stein- und Kohleproduktion verantwortlich zeichnet ist, werden die Steine häufig immernoch von Kinderarbeitern abgebaut. Obwohl Kinderarbeit in Indien verboten ist, ist die Durchsetzung der Gesetzte sehr schwierig, da die politische Posten zu einem Großteil von den machtvollen Minenbesitzern gehalten werden, die natürlich nur ein begrenztes Interesse daran haben sich selbst ihrer unschlagbar kostengünstigen Arbeitskräfte zu berauben. Die Arbeit von Kindern, Frauen und Wanderarbeitern ist deutlich preiswerter als der Einsatz von Maschinen, weswegen die Arbeiter mit nur minimaler Ausrüstung und häufig komplett fehlenden Sicherheitsmaßnahmen in den Steinbrüchen und Kohleminen zu tausenden arbeiten. Aufgrund der harten und gefährlichen Arbeit und des Fehlens medizinischer Versorgung in den Abbaugebieten sind schwere Verletzungen und sogar Todesfälle keine Seltenheit. Auch chronische Krankheiten (Staublunge) sind sehr weit verbreitet. Die in Shilong, der Hauptstadt des Bundesstaates Megalahya beheimatete NGO Impulse Network, welche sich für die Rechte von Kinderarbeitern in Indischen Steinbrüchen einsetzt, berichtet, dass allein in Meghalaya rund 70.000 Kinder in den Steinbrüchen arbeiten.
Originalartikel im Englischen Guardian
Freitag, 25. Juni 2010
 Eine aktuell erschienene Meinungs-Kolumne kritisierte nun die vermeintliche „Charity-Fassade“ von Prominenten und Unternehmen. Im Fokus des kritischen Beitrags stand der Textildiscounter KIK und deren derzeitige Werbeikone Verona Pooth. Die schon häufig wegen „Unmenschlichkeit“ und Kinderarbeit in die Schlagzeilen geratene Firma nutze gezielt die Werbeindustrie und karitative Medienkampagnen, um ein  positives Image in der Öffentlichkeit festzusetzen. Dahinter stehe oftmals nur „heiße Luft“, da trotz allem die Arbeitsbedingungen und Löhne beim Baumwollanbau katastrophal sind. Zwar existiert ein "Code of Conduct", doch dieser ist wegen zu seltenen Kontrollen weit entfernt davon, für bessere und faire Arbeitsbedingungen zu sorgen. So sei KiK „in der Vermarktung ihrer bescheidenen Wohltaten ganz groß, doch in Sachen sozialer Verantwortung ganz klein.“ Das soziale Engagement bleibt nur oberflächlich, wobei sich nicht wirklich etwas an den menschenverachtenden Zuständen in den Produktionsländern ändert.
Auch die Kunden stehen in der Pflicht, hinter die „Charity-Fassade“ zu blicken und nicht nur „dort zu kaufen wo die Produkte nur billig, sondern ihren Preis für alle Beteiligten wert sind.“
Link zum Artikel: In der Billigfalle
Donnerstag, 17. Juni 2010
Am 16. Juni ist der offizielle Tag des Afrikanischen Kindes. In diesem Zusammenhang machte der Programmdirektor des NMJD (Network Movement for Justice and Development) auf die Situation in Sierra Leone aufmerksam, wo nach wie vor viele Kinder in Minen arbeiten, um ihre Familien finanziell unterstützen zu können. In Sierra Leone ist seit 2009 der Child Rights Act offiziell Gesetz und Minenarbeit für Minderjährige (unter 18 Jahren) verboten. Trotzdem werden die Kinder weiterhin von ihren Eltern in die Minen geschickt und sowohl die Minenbetreiber, als auch einflussreiche Konzerne verweigern größtenteils eine Kooperation mit NMJD. Durch den Aufruf der NMJD soll auf die andauernd problematischen Zustände aufmerksam gemacht und eine tatsächliche Umsetzung der verabschiedeten Gesetze erreicht werden.
Link zum Artikel: Day of the African Child-"Children Should Not Be Working in the Mines"
Freitag, 30. April 2010
 Eine Mannheimer Initiative versucht bereits den Jüngsten unserer Gesellschaft eine soziale und ökologische Sichtweise zu vermitteln.
Auf spielerische und interessante Weise wird Kindern das Themengebiet „Nachhaltigkeit“ näher gebracht. Dabei geht es vom Klimaschutz bis zu den Menschenrechten. Es gehe nicht darum, die Kinder zu missionieren, so eine Veranstalterin, sondern Zusammenhänge zu erkennen. Mit Fragen wie "Wo kommt Schokolade her?" werden die Erwachsenen von Morgen mit Themen wie Kinderarbeit und dessen Alternativen wie dem fairen Handel vertraut gemacht.
Am Ende wird an jedes Kind, das erfolgreich teilgenommen hat, ein Diplom überreicht. Mittlerweile haben rund 800 Kinder dieses erhalten.
Das nun bereits zum siebten Mal stattfindende Programm beinhaltet Aktivitäten für Kinder von acht bis zwölf Jahren. 96 abwechslungsreiche Aktionen an rund 150 Terminen werden vom 20. Mai bis 25. September angeboten. Eine Anmeldung ist erforderlich aufgrund begrenzter Teilnehmerzahlen.
Mitmachen lohnt sich – vor allem für die Zukunft!
Link zum Artikel: Zwischen Tümpel und Theater
Link zur offiziellen Homepage
 Von außen ist der Unterschied nicht zu erkennen, doch an Jörg Eggimanns Schmuck klebt kein Kinderschweiß! Der schweizerische Goldschmied erhielt unlängst den Swiss Ethics Award, da in seinem kleinen Atelier in Bern ausschließlich Gold, Silber und Edelsteine aus fairem Handel verarbeitet werden. Damit stellt er eine Ausnahme in seiner Branche dar, da leider zumeist Rohstoffe aus Raubbau und menschlicher Ausbeutung verwendet werden. «Ich bin mit Leibe und Seele Goldschmied, aber nur, wenn ich mit Materialien unbedenklicher Herkunft arbeiten kann», so Eggimann. Über einen deutschen Geologen ist es ihm möglich, Edelsteine und -metalle aus Fair Trade Quellen zu beziehen. Leider stellt sein menschen- und umweltwürdiges Verhalten noch einen Sonderfall dar, da der Bedarf an Rohstoffen derzeit nicht durch die fairen Quellen gedeckt werden kann. Dennoch könnte durch ein Umdenken in der Schmuckbranche Druck auf die Minenbetreiber ausgeübt werden und sie zu fairem Handeln zwingen. Als Kunde muss man für fairen Schmuck längere Wartezeiten und höhere Preise in Kauf nehmen, doch was ist das im Vergleich zu einem reinen Gewissen und eventuell einem Kinderlachen mehr auf dieser Welt.
Link zum Artikel: Berner Goldschmied schwimmt gegen den Strom
Dienstag, 23. März 2010
 Hunderte Kinder in Bolivien – manche nicht älter als 10 Jahre – verrichten schwerste körperliche Arbeit in den Silberminen von Cerro Rico, einem Berg in den Anden bei Potosí. Roberto Fernandez, Gründer der NGO „Yachay Mosoj“, die sich dafür einsetzt, Kinder von den Minen fernzuhalten und ihnen stattdessen eine Schulbildung zu ermöglichen, schätzt die Zahl der minderjährigen Minenarbeiter auf ungefähr 800. 2004 berichtete UNICEF von ca. 4000 unter 18-jährigen Arbeitern in den Bergwerken. Seitens der bolivianischen Regierung gibt es hier gar keine oder nur halbherzige Interventionen – zu viel politische Macht besitzen die Minenbetreiber. Zudem gibt es kein soziales Sicherungsnetz, so dass Familien wie die von Agustin Villanca Menacho (14 Jahre), der seit dem Tod seines Vaters täglich die gefährliche Arbeit im Bergwerk verrichtet, keinen anderen Ausweg sehen als ihre Kinder in die Silberminen von Cerro Rico zu schicken.
Link zum Artikel: Child Miners in Bolivia
Montag, 22. März 2010
 Der illegale Goldabbau in der südphilippinischen Provinz „Zamboanga del sur“ führt neben seinen Risiken für die Umwelt und Gesundheit der Bewohner zu einem Anstieg von Kinderarbeit und Kinderhandel. Der Polizeichef Arnel Galaben nennt Kinderhandel und Prostitution ein „großes Problem“ der Region. Kinderarbeit sei dort üblich, viele Kinder – manche nicht älter als 7 Jahre – helfen ihren Vätern in den illegalen Bergwerken anstatt zur Schule zu gehen – und verdienen hierbei nicht einmal 50 Cent am Tag. Desweiteren werden viele Kinder von den Minenarbeitern zur Prostitution gezwungen.
Ofelia, Betreiberin einer Mine in Balabag nennt die Arbeit in den illegalen Bergwerken „ihr Zuhause, ihr Leben und ihre Zukunft“, sie habe ihr ermöglicht ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dies alles jedoch für den zu hohen Preis des Wohls der ausgebeuteten Kinder der Region.
Link zum Artikel: Illegal mining breeds child labor, prostitution in Diplahan
Dienstag, 9. Juni 2009
Der vierzehnjährige Manan Ansari kommt aus einer Kleinstadt in Indien, am 12. Juni, dem internationalen Tag gegen Kinderarbeit, wird er eine Rede bei der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf halten. 2007 wurde Ansari aus den Glimmerminen von einer Organisation mit dem Namen „Bachpan Bachao Andolan“ gerettet. Danach wohnte er für ein Jahr in einem Rehabilitationszentrum, woraufhin er zu einer Berufschule geschickt worden ist. Er erlernte dort das Schweißen und das Zimmerhandwerk. Im Moment studiert er auf der Sohtana Highschool in Jaipur, Rajasthan. Sanja Mishra, ein Offizier der Organisation, meinte, dass er wegen seiner rednerischen Fähigkeiten und seiner guten schulischen Leistungen dafür auserkoren wurde. „Es freut uns, dass ein Junge mit einem solchen sozialen Hintergrund, ein ehemaliger Kinderarbeiter aus Koderma, schon heute auf seinem Weg nach Genf ist, um dort eine Rede zu halten.“
"Ehemaliger Kinderarbeiter in Indien spricht in Genf" vollständig lesen
Mittwoch, 11. Februar 2009
Wolfgang Niedecken setzt sich für ehemalige Kindersoldaten in Uganda ein. Der BAP-Gründer reist regelmäßig selbst nach Afrika, um sich vor Ort selbst ein Bild von der Situation der Kinder zu machen. Zusammen mit dem Projekt „Rebound“ von World Vision versucht er ehemaligen Kindersoldaten eine Zukunft zu ermöglichen, indem er seine Prominenz nutzt, um „das Thema immer wieder in die Medien zu schleppen“.
Solange noch irgendeine Möglichkeit bestehe, „sich für diesen wirklich benachteiligten Kontinent einzusetzen, werde ich dabei helfen“, so Niedecken.
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