Montag, 30. August 2010
 Um sich selbst davon zu überzeugen, dass die Stoffe ihrer neue ökologische Mode-Kollektion für das Label "People Tree" aus fairem Handel stammen, reiste Emma Watson selbst nach Asien. Die Schauspielerin war beeindruckt davon, dass die Frauen in den Slums von Bangladesh durch den fairen Verkauf von Kleidung eine Möglichkeit gefunden hatten, sich und ihren Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft in geringerer Armut zu eröffnen.
Um die in den Slums von Bangladesh herrschenden Lebensbedingungen und die Notwendigkeit von Fair Trade Modebegeisterten und Fans der Schauspielerin näher zu bringen, wurde die Reise mit Hilfe einer Kamera dokumentiert (Video anschauen).
Link zur Pressemitteilung
Mittwoch, 25. August 2010
 Die Produzenten von Saris aus der indischen Stadt Surat protestieren heftig gegen ihre Stigmatisierung durch die Berichte des US-Arbeitsministeriums. Dort heißt es, die Sari-Industrie würde auch von Kinderarbeit Gebrauch machen. Surat ist seit 150 Jahren das älteste und traditionsreichste Zentrum für die Herstellung von Saris. Ramanlal Jariwala, Präsident der Surat Sari Manufakturen-Vereinigung, möchte klarstellen, dass die Herstellung von Saris ein sehr spezialisiertes und kompliziertes Handwerk sei, das sehr viel Erfahrung benötige und deshalb nicht auf die Arbeitskraft von Kindern zurückgreife.
Aufmerksam gemacht wird auch auf den Fakt, dass in den vergangenen Jahren nicht ein einziges Mal ein Kind von Kontrolleuren des Arbeitsministeriums in den Sari-Manufakturen angetroffen wurde. Jariwala sieht das Missverständnis in der Tatsache, dass Kinder, die aber zur Schule gingen, innerhalb ihrer Familie oft bei der Arbeit mithelfen, was aber keinesfalls als Kinderarbeit zu werten sei.
Die Sari-Industrie ist gewillt zu zertifizieren, dass die traditionellen Kleidungsstücke ohne Kinderarbeit hergestellt werden und kritisiert das US-Ministerium für das schlechte Bild, welches nun auf sie geworfen wurde.
Link zum Artikel (englisch)
Donnerstag, 5. August 2010
 Das Institut für Handelsforschung (IHF) in Köln hat in seiner neuesten Studie das Kaufverhalten von Konsumenten untersucht. Faire Arbeitsbedingungen,soziale Mindesstandards,Herstellung ohne Kinderarbeit und Umweltverträglichkeit- all dies sind Aspekte auf die viele Konsumenten beim Kauf von Produkten achten. So erachten laut der IHF-Studie 23,9% der Verbraucher diese Aspekte für wichtig,54,5% sogar für sehr wichtig.
Nun könnte daraus gefolgert werden,dass die deutschen Verbraucher in großer Mehrheit auf fair produzierte Waren zurückgreifen, die diesen Ansichten entsprechen. Hier aber klafft eine große Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit:Der durchschnittliche Anteil der Konsumausgaben für Schuhe und Bekleidung sinkt beispielsweise kontinuierlich (aktuell 5,3%). Der Preismarkt wächst zu Lasten des Qualitätsmarkts, das Discounterkonzept ist seit mehreren Jahren auf dem Vormarsch. So hat sich der Marktanteil der günstigen Sparte von Textilien seit 2002 auf mittlerweile 12% verdoppelt. Trotz wiederholter öffentlicher Kritik gewinnen Discounter immer mehr Zulauf und zwar nicht nur durch Kundschaft aus niedrigen Einkommenskreisen. Moralische und ethische Forderungen an die Produktion und den Handel sind die eine Seite, auf der anderen Seite steht das tatsächliche Kaufverhalten dieser Leute im starken Gegensatz dazu.
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Montag, 2. August 2010
 Kinderarbeit ist traurige Realität in Indien. Insbesondere in der Textilindustrie garantiert ausbeuterische Kinderarbeit Bekleidung zu Dumpingpreisen. Dennoch zeigte sich das Indische Apparel Export Promotion Council (APEC) "schockiert" darüber, dass das Amerikanische Arbeitsministerium Bekleidung aus Indien in die 'Executive Order 13126 List' aufnahm, welche Produkte auflistet, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Kinderarbeit stammen. Die Indische Bekleidungslobby hatte in den vergangenen Monaten intensiv versucht diesen Schritt zu verhindern. Die APEC behauptete, dass die Daten, auf welche das Department of Labor seine Analyse basierte, veraltet seien. Als Konsequenz kündigte die APEC die Einführung eines eigenen Verhaltenskodexes und "unabhängiger" Untersuchungen an. Der Kodex, welcher vorraussichtlich im August veröffentlicht wird, soll den Kleidungsherstellern in einer Reihe von Seminaren nähergebracht werden. Aufgrund der tiefen Verwurzelung von Kinderarbeit in der Indischen Wirtschaft, ist es allerdings mehr als zweifelhaft, ob diese Initiative einen Effekt haben wird und ob die Intention der APEC über eine pure Imagekampagne hinausgeht. Es wird vermutet, dass die getroffenen Maßnahmen im wesentlichen auf die Reevaluierung des 'Trafficking Victims Protection Reauthorisation Act', eine weitere Liste die Kinderarbeit anprangert, abzielen.
Quelle: Economic Times of India
Freitag, 30. Juli 2010
 Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Environmental Justice Foundation gibt an, dass bei der Baumwollernte 2009 in Usbekistan ca. eine Million Kinder ab zehn Jahre zum Pflücken zwangsverpflichtet wurden. Das Testmagazin Konsument befragte neun Großunternehmen der Textilbranche zur Herkunft der verarbeiteten Baumwolle in Bezug auf mögliche Kinderarbeit. Benetton, Fruit of the Loom und Land's End gingen nicht auf die Problematik ein; H&M und Nike erklärten, dass sich kinderarbeitsfreie Baumwolle nicht garantieren lasse; C&A gibt an, Verarbeitungbetriebe und Lieferanten zu kontrollieren. Keines der befragten Unternehmen macht auf den Etiketten das Herkunftsland der verarbeiteten Baumwolle transparent. Der Ethikexperte des Testmagazins, Peter Blazek, rät: "Für Konsumenten, die ohne Kinderarbeit erzeugte Baumwolle tragen möchten, bleibt der Einkauf bei den ,Großen' der Branche eine unsichere Angelegenheit.
Lediglich das Fairtrade-Logo bietet Sicherheit und garantiert u.a., dass keine Kinder dafür arbeiten mussten."
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Dienstag, 20. Juli 2010
 Die US Arbeitsministerium hat gestern einen neuen Bericht über Länder und Produkte, die vielleicht Kinderarbeit nutzen, herausgegeben. Es gibt 29 Produkte aus 21 Ländern, die in diesem Bericht aufgeführt sind. Hier sind ein paar Beispiele:
Myanmar: Bambus-Bohnen-Backsteine-Gummi-Reis-Zuckerrohr-Teak
Bolivien: Zuckerrohr-Paranussen
Nepal: Backsteine-Teppiche-Steine-Bestickte Textilen
Pakistan: Backsteine-Teppiche-Kohle
Elfenbeinküste: Kakao-Kaffee
Nigeria: Granit-Kies
China: Backsteine-Baumwolle-Spielzeuge-Elektronik
Indien: Backsteine-Baumwollsamen-Bestickte Textilen-Steine-Reis-Kleidung
Burkina Faso: Gold-Baumwolle
Das Zieldatum für die Beseitigung der meisten Kinderarbeit in der Welt ist 2016.
Link zum Artikel: New List of Country and Products that May Use Child Labor Is Out
Link zur Liste: KinderarbeitlisteTags für diesen Artikel: afrika, asien, baumwolle, bodenschätze, bolivien, china, elfenbeinküste, indien, kakao, landwirtschaft, mode, nepal, nigeria, pakistan, südamerika, teppichindustrie
Freitag, 9. Juli 2010
 Seit dem 1. Juli ist Jack Wolfskin Mitglied in der Fair Wear Foundation (FWF). Diese Organisation hat das Ziel, die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie zu verbessern.
Durch den Beitritt ist Jack Wolfskin nun an den Arbeitsverhaltenskodex der FWF gebunden. Dieser enthält Punkte wie freiwillige Beschäftigungsverhältnisse, keine Diskriminierungen, keine Kinderarbeit, die Auszahlung von existenzsichernden Löhnen sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.
Link zum Artikel: Franchise-System Jack Wolfskin wird Mitglied bei der Fear Wear Foundation
Freitag, 25. Juni 2010
 Eine aktuell erschienene Meinungs-Kolumne kritisierte nun die vermeintliche „Charity-Fassade“ von Prominenten und Unternehmen. Im Fokus des kritischen Beitrags stand der Textildiscounter KIK und deren derzeitige Werbeikone Verona Pooth. Die schon häufig wegen „Unmenschlichkeit“ und Kinderarbeit in die Schlagzeilen geratene Firma nutze gezielt die Werbeindustrie und karitative Medienkampagnen, um ein  positives Image in der Öffentlichkeit festzusetzen. Dahinter stehe oftmals nur „heiße Luft“, da trotz allem die Arbeitsbedingungen und Löhne beim Baumwollanbau katastrophal sind. Zwar existiert ein "Code of Conduct", doch dieser ist wegen zu seltenen Kontrollen weit entfernt davon, für bessere und faire Arbeitsbedingungen zu sorgen. So sei KiK „in der Vermarktung ihrer bescheidenen Wohltaten ganz groß, doch in Sachen sozialer Verantwortung ganz klein.“ Das soziale Engagement bleibt nur oberflächlich, wobei sich nicht wirklich etwas an den menschenverachtenden Zuständen in den Produktionsländern ändert.
Auch die Kunden stehen in der Pflicht, hinter die „Charity-Fassade“ zu blicken und nicht nur „dort zu kaufen wo die Produkte nur billig, sondern ihren Preis für alle Beteiligten wert sind.“
Link zum Artikel: In der Billigfalle
Montag, 21. Juni 2010
Durch die momentan stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft steht Afrika im Fokus der Weltöffentlichkeit. In diesem Zusammenhang initiierte die Wohltätigkeitsinitiative TOCOA (Think of Children of Africa) des Dachauer Modeunternehemens cored GmbH die Produktion von karitativen T-Shirts, aus deren Verkauf Spenden für die Kindernothilfe gesammelt werden. Auf den T-Shirts der Serie sind die Landesfarben der exemplarisch gewählten Länder Sambia, Swasiland, Angola, Zimbabwe, Mosambik und Niger und das jeweilige Hauptproblem in dem Land dargestellt. Für jedes verkaufte Shirt spendet core GmbH 5 Euro zweckgebunden an die Kindernothilfe. Durch die Aktion soll auf die andauernde Armut hingewiesen werden, in der ein großer Teil afrikanischer Kinder aufwächst und zu deren Folgen auch zwangsweise Kinderarbeit gehört.Zu bestellen sind die T-Shirts unter www.tocoa.org oder über Amazon.
Link zum Artikel: Tocoa- mit stylishen Motiven auf karikativen T-Shirts Gutes tun
Freitag, 18. Juni 2010
 Im September 2009 setzte das US Department of Labour indische Kleidung auf die Executive Order 13126 List (EOL) und auf die Trafficking Victims Protection Reauthorisation (TVPRA) list. Produkte, die auf der EOL stehen, sind im Verdacht, durch Kinderarbeit hergestellt worden zu sein und dürfen von öffentlichen Auftraggebern in den USA nur dann gekauft werden, wenn davon ausgegangen werden kann, dass diese Produkte nicht durch Kinderarbeit hergestellt wurden. Dies könnte die Handelsbeziehungen Indiens zu den USA in Zukunft behindern, auch wenn amerikanische Behörden im Moment keine Produkte aus Indien beziehen. Auch die TVPRA-Liste schadet dem Ruf der indischen Kleiderindustrie, die weltweit bekannte Firmen wie Walmart, GAP oder H&M beliefert, die sich alle strikt gegen Kinderarbeit aussprechen.
Daher setzt Indien nun alles daran, im September 2010, wenn die Liste aktualisiert wird, nicht mehr auf die Liste gesetzt zu werden. Um dies zu erreichen, betreibt Indien nun Lobbyarbeit in den USA. Außerdem will Indien versuchen, US-Außenministerin Hillary Clinton bei ihrem Besuch in naher Zukunft davon zu überzeugen, Indien von den Listen zu streichen.
Link zum Artikel: India seeks to clear child labour charges in textile sector
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