Urmila Choudhari war sechs Jahre alt und ihre Kindheit war zu Ende. Ihre Eltern verkauften das nepalische Mädchen als Dienstmädchen oder "Kamalari". Man sagte ihr, sie werde zur Schule gehen. Später lernte Urmila, dass sie als Dienerin arbeiten musste und nichts als Schülerin lernen durfte. Von vier Uhr morgens bis spät abends musste sie putzen, kochen, und waschen. Urmila versuchte nachts, alte Zeitungen zu lesen und von ihnen zu lernen, aber ihr 'Arbeitgeber' drehte ihr das Licht aus und sagte, dass sie Strom verschwende. Vier Jahre später diente sie einem Politiker als Haushälterin. Ironischerweise--da in Nepal den Kinderhandel ganz verboten ist. Aber die Tradition, der Alkoholismus der Väter und die schreckliche Armut halten den Kinderhandel in Nepal am laufen. Jeden Januar kommen die Landlords, die Vermittler und Großgrundbesitzer, und bringen viel Geld und ein Ziel mit: Mädchen und junge Frauen als Dienerinnen zu kaufen. Vor vielen Jahren war es Tradition in Kamalari, junge Mädchen die Arbeit im Haushalt zu lehren, und die Eltern waren oft sehr davon angetan, die Mädchen in fremde Haushalte zu schicken. Aber heutzutage hat dies in Kamalari mehr den Charakter einer Leibeigenschaft anstatt einer Tradition. Die heute 19-Jährige Urmila muss mittlerweile endlich nicht mehr dienen und betriebt ein Fotostudio in Dang, einem Ort nahe der indischen Grenze. In Katmandu zog sie mit 600 Ex-Kamalaris in einem Protestzug zum Regierungssitz. Sie sagt, sie wolle die Politiker für die gestohlene Kindheit von vielen Mädchen in Nepal vor Gericht bringen.
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