Mittwoch, 8. September 2010
 BBC veröffentlichte einen Bericht über Bachabaze - eine afghanische Tradition bei der Jungen im Alter von unter 10-12 Jahren von ihren Familien verkauft werden um auf Parties für Männer zu tanzen und oft auch zur Prostitution gezwungen werden. Frauen ist es verboten in der Öffentlichkeit zu tanzen. Deshalb werden Jungs Frauenkleider angezogen - oftmals auch mit künstlichen Brüsten- und dazu gebracht für die Anwesenden zu tanzen. Bei diesen handelt es sich meist um ältere, reiche und einflussreiche Männer, die sie sich manchmal anschließend mit auf die Hotelzimmer nehmen und sie sexuell missbrauchen. Es kommt auch vor, dass sich die Männer mehrere Jungs als Statussymbole "halten". Oft werden eben solche Jungs auf der Straße ausgesucht, die eher weiblich aussehen und in ärmsten Verhältnissen leben und dadurch sehr vulnerabel sind. Für sie ist es oft die einzige Möglichkeit ein bisschen Geld für etwas zu Essen zu verdienen.
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Montag, 16. August 2010
 Britische Hilfsorganisationen schätzen, dass hunderte Kinder in Großbritannien zur Prostitution gezwungen werden. Das Problem wurde in der Öffentlichkeit und durch die Medien bisher nicht thematisiert, obwohl es sich nicht um Einzelfälle handelt. Zwischen April 2009 und Mai 2010 hatte das staatliche Human Trafficking Centre 38 Fälle registriert - die Kinderhilfsorganisation Barnardo's berichtete gar von 609 sexuell ausgebeuteten Kindern, die im vergangenen Jahr betreut werden mussten. Die Kinderprostituierten stammten oftmals aus sozial schwachen und instabilen Familien.
Häufig läuft die Ausbeutung nach einem bestimmten Schema ab: Meist sind es Mädchen im Alter zwischen 11 und 13 Jahren, die von älteren Männern - Loverboys genannt - mit Geschenken gelockt und manipuliert werden, bis sich ein Vertrauensverhältnis aufbaut und die Kinder zur Prostitution gezwungen werden.
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Donnerstag, 29. Juli 2010
 Seit 1.Juni gilt in Wien das Verbot von „gewerbsmäßigem Betteln“
In Zusammenhang mit einem 2008 erlassenen Verbot von Betteln mit Kindern ist das Ziel, organisiertes Betteln zu unterbinden.
Seit dem Erlass gab es zwar in Wien einen starken Rückgang des Bettelns, dafür stiegen die Zahlen in anderen österreichischen Städten jedoch rapide an.
Ein weiterer Effekt ist, dass auch der Handel mit vorwiegend osteuropäischen Kindern und deren Prostitution stark anstiegen.
Organisierten Bettlerbanden drohen hohe Geld- und Gefängnisstrafen, während durch die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Regierungen, vor allem in Rumänien die Dratzieher hinter dem Handel mit Kindern kaum zu fassen sind.
Auch die Abschiebung rumänischer Kinder ist beinahe unmöglich,da rumänische Hilfsorganisationen, von Österreich unterstützt und mit geschulten Mitarbeitern besetzt, geschlossen, oder die Hilfskräfte durch unqualifizierte, aber parteigetreue Arbeiter ersetzt wurden.
Die Abschiebung der betroffenen Kinder durch Hilfsorganisationen ist beinahe unmöglich, da sie so kaum dem Kreislauf des Handels und der Prostitution entgehen können.
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Dienstag, 20. Juli 2010
 Um eine Petition gegen Kinderhandel zu erreichen, hat das Netzwerk ECPAT eine Protesttour durch 11 deutsche Städte gestartet. "Mit der Petition fordern wir die Bundesregierung und -länder dazu auf, Opfer von Kinderhandel kindgerecht zu unterstützen und gleichzeitig ein nationales Meldesystem aufzubauen", so Mechthild Mauerer, ECPAT-Geschäftsführerin. Die Unterschriften sollen im kommenden Jahr den Vereinten Nationen übergeben werden. Angestrebt werden auch gezielte Qualifizierungen von Polizisten und Mitarbeitern in Jugend- und Ausländerbehörden. ECPAT Deutschland, 2001 gegründet, hat es sich zum Ziel gesetzt, sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen durch Pornografie, Prostitution und Menschenhandel zu bekämpfen. Die Organisation wird durch 29 unabhängige Einrichtungen unterstützt, darunter missio. In 66 Ländern gibt es vergleichbare Aktionen gegen sexuelle Ausbeutung und Menschenhandel.
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Bild: Thomas Schoch
Donnerstag, 15. Juli 2010
 In einer internen Studie des BKA für das erste Halbjahr 2010 heißt es: " Kinderpornografische Webseiten bleiben trotz aller Löschungsbemühungen eine zu lange Zeit abrufbar." Selbst nach einer Woche können solche Seiten per Mausklick auf den Computer geladen werden. Das Erschreckende: Bis zur kompletten Löschung gibt es der Untersuchung zufolge "immense Zugriffszahlen". Deshalb plädiert BKA-Präsident Jörg Ziercke für die Seitensperrung, zumal die Produzenten häufig über Kopien des Materials verfügen. Auch der Innenausschussvorsitzende im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU) fordert: "Wenn man aber nicht löschen kann, muss man wenigstens den Zugang durch Internetsperren erschweren. Dafür plädiert die Union energisch." Sie stößt dabei aber weiterhin auf heftigen Widerstand seitens der FDP.
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Mittwoch, 30. Juni 2010
 Die österreichische Kriminalpolizei startet eine Informationsoffensive, um verborgene Fälle von Kinderhandel im eigenen Land aufzudecken. Gleichzeitig sollen durch internationale Kooperationen die Hinterleute im Ausland ausspioniert werden. Der Focus richtet sich auf Kinderprostituierte und minderjährige Einbrecher.
Im vergangenen Jahr wurden 80 junge Moldawier Opfer einer mittlerweile ausgehebelten Organisation, die sie zum Einbrechen schickte. Die Ermittlungen in Fällen von sexueller Ausbeutung Minderjähriger gestalten sich komplizierter, da die jungen Mädchen höchstens für ein bis zwei Tage "auf Bestellung" ins Land gebracht werden und die Polizei wenig Handlungsspielraum hat, in die entsprechenden Kreise hineinzukommen. Deshalb hofft das Bundeskriminalamt auf eine Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden auf internationaler Ebene auf der einen Seite und Polizei, Jugendwohlfahrt und NGOs innerhalb Österreichs auf der anderen Seite.
Auch Hinweisen aus der Bevölkerung wird nachgegangen. Und die Sensibilisierung für das Thema steigt: So wurden vergangenes Jahr 32 Anzeigen nach Paragraf 104a des Strafgesetzbuchs - Menschenhandel - erstattet. Darunter fallen neben sexueller Ausbeutung auch die Ausbeutung der Arbeitskraft sowie Organhandel. Bisher gibt es noch keinen eigenen Kinderhandelsparagrafen in Österreich.
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Mittwoch, 23. Juni 2010
 Die zunehmende Vernetzung der Welt bietet nicht nur viele Chancen sondern zwingt viele Branchen dazu, sich auch international zu vernetzen und zu agieren, um effektiv zu arbeiten. So organisiert sich auch der "Wirtschaftszweig" der kriminellen Netzwerke zunehmend über Ländergrenzen hinweg. Stichworte wie Menschenhandel, Prostitution und Kinderarbeit beschreiben die negativen Seiten der internationalen Zusammenrückung, die durch die weltweiten Verbindungen zunehmend schwerer fassbar und vor allem kaum verfolgbar werden. Doch im Kreislauf der international operierenden Kriminalität existiert ein mächtiger Mitspieler – der Verbraucher. Mit ihm steht und fällt das Geschäft von illegalem Handel, Produktion unter ausbeuterischen Bedingungen und menschenverachtenden Vorgehensweisen. Leider ist es uns – dem mächtigen Mitspieler – nicht wirklich bewusst, welche Einflussmöglichkeiten wir haben. Zugespitzt formuliert: durch unüberlegten Konsum, unterstützen wir die organisierte Kriminalität. Hinzu kommt, dass die staatlichen Behörden zusehend „überrollt“ werden von der Menge an illegalen Produkten und dem Schmuggelhandel von Menschen. Um die Lukrativität der organisierten Kriminalität einzudämmen muss an vielen Bereichen gearbeitet werden: bei Gesetzen, Kontrollen und der internationalen Justizzusammenarbeit besteht genauso Handlungsbedarf wie beim Gewissen der Konsumenten.
Link zum Artikel: Der Verbraucher als Helfer des Verbrechers
Freitag, 18. Juni 2010
 Die Folgen von Kinderpornographie und sexueller Ausbeutung hinterlassen oft tiefgreifende Wunden. Nicht nur mit körperlicher Schädigung sondern vor allem auch mit psychischen Langzeitschäden haben die missbrauchten Kinder oft ihr Leben lang zu kämpfen. Da durch das Internet verbreitete Inhalte vor nationalen Grenzen keinen Halt machen, diskutierte nun ein EU-Unterausschuss im Parlament über diese Problematik und sprach sich mehrheitlich für eine etwaige Internetsperrung aus. Jeder Mitgliedsstaat muss selbst dafür sorge tragen, dass eine konkrete Sperrung durchgesetzt wird. Gegner der Internetzensur weisen vor allem darauf hin, dass durch eine Sperrung das Problem nicht an der Wurzel gepackt wird, sondern dass dadurch das Übel lediglich verdeckt wird. Außerdem wird befürchtet, dass diese Sperrung Tür und Tor für weitere Inhaltszensuren öffnen könnte.
Link zum Artikel: Internetsperren als Mittel im Kampf gegen Kinderpornos?
Donnerstag, 17. Juni 2010
 Der seit 10 Jahren jährlich veröffentlichte Bericht über Menschenhandel des Amerikanischen Department of State markiert den zehnten Jahrestag des Palermo Protokolls gegen den Menschenhandel und des Amerikanischen Trafficking Victims Protection Act. Ein besonderes Novum in diesem Jahr ist, dass der aktuelle Bericht zum ersten mal auch Daten über die USA selbst beinhaltet. Der Report stellt fest, dass es Menschenhandel in den meisten Ländern der Welt vorkommt und das der Menschenhandel ein sehr dynamisches Phänomen ist, welches von der Nachfrage am Markt bestimmt wird und von lückenhaften Gesetzgebungen, geringen Strafen sowie wirtschaftlicher Instabilität gefördert wird.
"Amerikanisches Außenministerium veröffentlicht Report über Menschenhandel" vollständig lesen
Kinder und Krieg – dies sind eigentlich zwei Begriffe, die nie zusammen auftauchen sollten, doch die Realität sieht leider auf vielen Teilen der Welt ganz anders aus. Kinder werden nicht nur zufällig, sondern gezielt und mit Zwang in bewaffnete Konflikte hineingebracht, damit sie dort bewaffnete Kriege führen oder als Sex-Sklaven für Ablenkung sorgen.
Weltweit gibt es nach Schätzungen von Hilfsorganisationen rund 250.000 Kindersoldaten. Seit den 1990er Jahren ließen rund 2  Millionen Kinder ihr Leben auf dem Kriegsplatz, hinzu kommt das Dreifache an verstümmelten und verkrüppelten Kinderkörpern. Tausende von Mädchen fielen sexueller Ausbeutung zum Opfer.
Der UN-Sicherheitsrat verurteilte jüngst diese verheerenden Zustände aufs schärfste. Nun sollen verdächtige Gruppierungen, unter denen sich auch Regierungen befinden, an den Pranger gestellt werden und für ihre Taten bestraft werden.
Derzeit arbeiten Einsatzgruppen der Vereinten Nationen in 14 Ländern, um die Rekrutierung von Kindern als Soldaten zu verhindern und Kinder aus Armeen zu befreien. Nach Angaben von UNICEF sind vor allem die Länder Afghanistan, Kolumbien, Birma, Somalia, Sri Lanka und der Sudan betroffen. Dies alles sind erschreckende Tatsachen, wenn man bedenkt, dass bislang 120 Staaten das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet haben, das den Einsatz von Minderjährigen im Krieg verbietet.
Link zum Artikel: UN verurteilen Einsatz von Kindersoldaten
Tags für diesen Artikel: afghanistan, afrika, asien, kindersoldat, kindersoldaten, kolumbien, prostitution, recht, sri lanka, sudan, südamerika, unicef
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