Donnerstag, 8. Juli 2010
 Einer neuen UNICEF-Studie zufolge will Deutschland rund 5000 Kinder aus Roma-Familien und anderen ethischen Minderheiten, die mit Ihren Familien in Deutschland Zuflucht gefunden haben, zurück in den Kosovo abschieben bzw. rückführen. Für die meisten der Kinder bedeutet dies das Ende ihrer schulischen Ausbildung, 75% brechen im Kosovo die Schule ab und leben in extremer Armut. Die Roma gehören zur ärmsten Bevölkerungsgruppe im einem der ärmsten Länder Südosteuropas. Die Kinder sind in Deutschland gut integriert und könnten sich im Kosovo größtenteils nicht einmal verständigen. Laut Tom Koenigs, UNICEF-Vorstandsmitglied, verstößt die Abschiebung der Kinder gegen die UN-Kinderrechtskonvention und den Kindern sollte ein dauerhaftes Bleiberecht eingeräumt werden. Für diese Studie wurden im Auftrag von UNICEF in den ersten Monaten des Jahres 2010 Roma in Kosovo und Deutschland, Experten und politische Verantwortliche befragt, um Empfehlungen für Politiker und Behörden zu erarbeiten.
Link zum Artikel: Kinder ohne Chance
Mittwoch, 30. Juni 2010
 In dem kürzlich veröffentlichten UNICEF Jahresbericht 2010 stellte das Kinderhilfswerk fest, dass Kinder in Schwellen- und Entwicklungsländern zu den größten Verlieren der globalen Wirtschaftskrise gehören. Armut, Hunger und Krankheiten seien in großem maße angestiegen, was ein Erreichen der Milleniums- Entwicklungsziele stark erschwere und viele Kinder in Ausbeutung und Abhängigkeit treibe. Allein im Jahr 2010 sei die Zahl der Menschen die in extremer Armut leben um 64 Millionen angestiegen. Der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Dr. Jürgen Heraeus sagte dazu:
„Wenn Milliarden verfügbar sind, um Banken zu retten, Unternehmen zu stabilisieren und Subventionen für technische Entwicklungen zu gewähren, dann darf die finanzielle Unterstützung für die ärmsten Kinder nicht verringert werden. Gerade hier haben wir die Gewissheit, dass Mittel für Ernährung, Bildung und Gesundheit einen hohen Ertrag bringen: für die Kinder und die Länder, in denen sie aufwachsen. Wir brauchen einen Aufschwung mit menschlichem Gesicht“
Der gesamte Bericht ist als Taschenbuch im Fischer-Verlag erschienen und über den Buchhandel zu beziehen.
Quelle
Freitag, 25. Juni 2010
 Gestern hat der Vorstand des Deutschen Komitees für UNICEF Christian Schneider zum neuen Geschäftsführer bestellt. Damit löst er die bisherige Amtsinhaberin Regine Stachelhaus ab. Schneider ist bereits seit rund 12 Jahren bei dem entwicklungspolitischen Organ der UN und leitete zuletzt den Bereich Kommunikation und Kinderrechte.
Der amtierende Vorstand des Deutschen Komitees für UNICEF wurde zudem im Amt bestätigt. Gestärkt wollen sie nun gemeinsam den Kampf um Kinderrechte vorantreiben.
Link zum Artikel: Christian Schneider neuer UNICEF-Geschäftsführer
Donnerstag, 24. Juni 2010
 Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft hat das International Labor Rights Forum (ILRF) einen umfassenden Bericht veröffentlicht, der die teilweise katastrophalen Umstände bei der Produktion von Fußbällen beleuchtet. Da die Fußballproduktion in den 1990er Jahren häufig im Zentrum der Kritik von internationalen Kinderschutzorganisationen stand, wurde im Jahr 1997 das Atlanta- Abkommen zwischen der ILO, UNICEF und den entsprechenden Interessengruppen in Pakistan, dem damaligen Hauptproduktionsstandort von Fußbällen geschlossen, um Kinderarbeit zu bekämpfen. Der Report des ILRF zeigt jedoch, dass Kinderarbeit weiterhin in allen großen Produktionsländern von Fußbällen (China, Pakistan, Indien und Thailand) ein Problem ist. Was die Überwachung von Mindeststandards stark erschwert, sind die Tatsachen, dass ein großer Teil der Fußbälle nicht in Fabriken genäht wird, sondern in Heimarbeit, und dass ein Großteil der Arbeiter keine permanenten Arbeitsverträge hat, sondern in vielen Fällen nur tempörär bei Subunternehmern angestellt ist. Die zentrale Aussage des Berichtes ist jedoch, dass Kampagnen, die exklusiv auf die Verhinderung von Kinderarbeit abzielen, eindeutig zu kurz greifen. Auch ausserhalb des Problemfeldes der Kinderarbeit, welches in der Öffentlichkeit relativ viel Beachtung erhält, sind die Arbeitsbedingungen und Löhne in dem Sektor meist katastrophal. Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden am Tag, und Löhne die häufig unter dem Existenzminimum liegen, zwingen Kinder oft zum Familieneinkommen beizutragen. Eine allgemeine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist deshalb die notwendige Voraussetzung für eine effektive Bekämpfung von Kinderarbeit.
Auch die Zertifizierung von Fußbällen, etwa durch Social Accountability 8000 oder das FairTrade Label wird nicht unkritisch betrachtet. Mangelnde Transparenz im Produktionsprozess erschwert auch die Arbeit der Zertifizierer, auch mangelnde Koordination und Korruption vermindern deren Effektivität.
Link zum Bericht
 Zur Verbesserung der Situation von Kindern in aller Welt sollte jeder etwas beitragen, vor allem wenn man sich an einer Machtposition in der Gesellschaft befindet. Darum findet heute in New York ein Treffen zahlreicher hochrangiger Wirtschaftsführer statt, welches in Kooperation von der UN, Unicef, dem Global Compact und der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ organisiert wurde. Gemeinsames Ziel des Zusammentreffens ist die Ausarbeitung universaler Prinzipien, welche die Rechte von Kindern an die Spitze der weltweit gemeinsamen Verpflichtungen stellen soll. Mit diesen sogenannten „Children's Principles for Business“ sollen die negativen Auswirkungen der Wirtschaftsaktivitäten auf Kinder, wie beispielsweise Kinderarbeit, vermieden werden. Das enorme Potenzial der Wirtschaft muss laut den Organisatoren genutzt werden, da viele Unternehmen weniger tun als sie könnten. Die Prinzipien basieren auf der Kinderrechtskonvention und sollen als eine Art vereinender Rahmen über allen Wirtschaftsaktivitäten stehen. Angestrebt wird die Einführung der Prinzipien bis 2011.
Link zum Artikel auf Englisch: Children are everyone's business
Donnerstag, 17. Juni 2010
Kinder und Krieg – dies sind eigentlich zwei Begriffe, die nie zusammen auftauchen sollten, doch die Realität sieht leider auf vielen Teilen der Welt ganz anders aus. Kinder werden nicht nur zufällig, sondern gezielt und mit Zwang in bewaffnete Konflikte hineingebracht, damit sie dort bewaffnete Kriege führen oder als Sex-Sklaven für Ablenkung sorgen.
Weltweit gibt es nach Schätzungen von Hilfsorganisationen rund 250.000 Kindersoldaten. Seit den 1990er Jahren ließen rund 2  Millionen Kinder ihr Leben auf dem Kriegsplatz, hinzu kommt das Dreifache an verstümmelten und verkrüppelten Kinderkörpern. Tausende von Mädchen fielen sexueller Ausbeutung zum Opfer.
Der UN-Sicherheitsrat verurteilte jüngst diese verheerenden Zustände aufs schärfste. Nun sollen verdächtige Gruppierungen, unter denen sich auch Regierungen befinden, an den Pranger gestellt werden und für ihre Taten bestraft werden.
Derzeit arbeiten Einsatzgruppen der Vereinten Nationen in 14 Ländern, um die Rekrutierung von Kindern als Soldaten zu verhindern und Kinder aus Armeen zu befreien. Nach Angaben von UNICEF sind vor allem die Länder Afghanistan, Kolumbien, Birma, Somalia, Sri Lanka und der Sudan betroffen. Dies alles sind erschreckende Tatsachen, wenn man bedenkt, dass bislang 120 Staaten das Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet haben, das den Einsatz von Minderjährigen im Krieg verbietet.
Link zum Artikel: UN verurteilen Einsatz von Kindersoldaten
Tags für diesen Artikel: afghanistan, afrika, asien, kindersoldat, kindersoldaten, kolumbien, prostitution, recht, sri lanka, sudan, südamerika, unicef
 Die botswanasche Regierung hat in Zusammenarbeit mit UNICEF und ChildLine eine Kampagne zur Vorbeugung und Bekämpfung von Kinderhandel in Botswana gestartet.
Durch die Kampagne soll sowohl Bildung für Kinder stärker ermöglicht werden, als auch der Kinderhandel im Land bekämpft werden. Indem man das Bewusstsein der Kinder stärkt, sollen diese dazu gebracht werden, potentielle Kinderhändler zu erkennen und sich vor ihnen zu schützen.
Botswana ratifizierte bereits verschiedene internationale Instrumente, um den Kinderhandel zu bekämpfen. So ratifizierte das Land die UN-Kinderrechtskonvention, das Palermoprotokoll und die ILO-Konvention Nr.138 und die Konvention Nr.182 über die schlimmsten Formen von Kinderarbeit.
Die Kampagne ist von großer Bedeutung, da Botswana eine Durchgangsstation für Kinderhändler aus anderen Ländern darstellt. Auch große Ereignisse wie die WM in Südafrika haben in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass die Nachfrage nach Sex stieg und damit der Kinderhandel zunahm.
Die botswanaschen Behörden haben nach eigenen Angaben während der WM die Zahl der Polizisten am Flughafen erhöht, um den Kinderhandel zu erschweren und zu bekämpfen.
Link zum Artikel: Child trafficking campaign launched
Freitag, 11. Juni 2010
 Im Rahmen des Welttages gegen Kinderarbeit am 12. Juni hat die Regierung von Ghana einen nationalen Aktionsplan zusammengestellt, durch welchen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit bis 2015, also ein Jahr vor Ablauf von Unicef gesetzten Frist, beiseitigt werden sollen. Diese schlimmsten Formen werden laut dem Plan in neun Aktivitäten bezeichnet,darunter Kinderhandel, Fischen, Mienenarbeit, Arbeiten im Steinbruch, Sklaverei und kommerzielle sexuelle Ausbeutung. Der Plan umfasst ein 35-Mitglieder großes "National steering committee", um die Handlungen zu überwachen. Außerdem sollen Aufgaben dezentralisiert werden, d.h. kleinere Ministerien und Agenturen können Aufgaben entwickeln oder übernehmen, während sie den Nationalen Aktionsplan als Rahmenvorgabe beachten.
Link zum Artikel: Ghana to Eliminate Child Labour by 2015
Mittwoch, 9. Juni 2010
 Kurz vor der WM ist nicht nur das Fußballfieber zu spüren sondern auch das Gastgeberland Südafrika ist in aller Munde und überall präsent. Engagierte versuchen auf diesen Zug aufzuspringen, um vor allem auf die Probleme des Landes aufmerksam zu machen. Um noch mehr Aufmerksamkeit für die Probleme des Landes zu gewinnen, hat das UN-Kinderhilfswerk ( UNICEF) zusammen mit zahlreichen Promis in Köln zur Einhaltung bzw. Verwirklichung der Kinderrechte in Afrika aufgerufen. Unter den Unterzeichnern des Aufrufes fanden sich nationale wie internationale Größen aus Film, Fernsehen und der Medienwelt. Ex-Bond Roger Moore und Hollywoodstar Nick Nolte zählten genauso zu den Verfechtern wie Schauspieler Mario Adorf, Katja Riemann, Veronica Ferres sowie Frankreichs Staatspräsidenten-Sohn Pierre Sarkozy.
Die Kindersterblichkeit in Afrika ist extrem hoch, was hauptsächlich an der schlechten und mangelnden medizinischen Versorgung liegt. Desweiteren dokumentierte UNICEF, dass rund 45 Millionen Kindern das Recht auf Bildung vorenthalten bleibt und jedes dritte afrikanische Kind zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten muss. Angesichts des Hypes um das runde Leder sollte man nicht das Land darüber vergessen und vor allem die darin lebenden Menschen nicht hintanstellen und aus dem Bewusstsein streichen.
Link zum Artikel: Promis fordern Schutz für Kinderrechte in AfrikaTags für diesen Artikel: afrika, Aufklärung, aufruf, bildung, europa, film, frankreich, Kinderrechte, recht, südafrika, unicef
Donnerstag, 27. Mai 2010
Der Beweggrund sein eigenes Kind wie eine gewöhnliche Ware zum Verkauf anzubieten kann individuell sein, doch die Auswirkungen auf das Kind lassen sind nicht abschätzen und sind leider zumeist tief-traumatisierend.
Laut Unicef werden jährlich rund 1,2 Millionen Kinder weltweit von ihren Eltern verkauft. Diese handeln zumeist nicht aus Geldgier, sondern aus Verzweiflung, Not und Armut. Was mit den Kindern nach dem Verkauf geschieht, wissen die Eltern nicht. Oft ist ausbeuterische Kinderarbeit die naheliegende Zukunft: Hausangestellte, Arbeiter in der Landwirtschaft oder sexuelle Ausbeutung. Oft wird auch mit dem Verkauf ein langwieriger Adoptionsprozess umgangen, damit ihr Kind - so die Hoffnung der Eltern - schneller in einer wohlhabenden Familie aufwachsen kann. Umgekehrt gibt es aber auch Familien die gezielt ins Land fahren, um dort ein Kind zu erwerben, um so Kosten und Zeit einer gängigen Adoption zu sparen. Am häufigsten sind Kinder aus Asien, Osteuropa, Westafrika und Haiti betroffen. Problematisch kommt hinzu, dass die ansässige Polizei oftmals der Korruption verfallen ist und einfach wegsieht. Unicef sieht Handlungsbedarf und baut daher die Betreuung für die Opfer des Menschenhandels weiter aus.
Link zum Artikel: Verwaist und verkauftTags für diesen Artikel: afrika, europa, haiti, kinderhandel, kirche, landwirtschaft, menschenhandel, mittelamerika, osteuropa, unicef, wirtschaft
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